Was macht eigentlich...?

Stefan Schneider

präsentiert von:

Stefan Schneider in 1998 vor einem Wettkampf
Stefan Schneider in 1998 vor einem Wettkampf

Ein Mann aus Eisen

 

Noch drei, zwei, eins – absetzen. Die Pause ist nur kurz, gleich geht´s weiter, nach dem Bankdrücken stehen für heute noch Bizeps und Trizeps auf dem Programm. Die Schinderei hinterlässt Spuren, hunderte von Kilos Eisen hat Stefan Schneider heute wieder durch den Sportpark Stadtwald gewuchtet. Schweiß, Schnauben, Stöhnen – Geräusch- und Geruchskulisse ähneln einem Rotlichtkino im Amüsierviertel. Er muss härter trainieren als sonst, noch mehr aus sich rausholen. Denn bald ist Wettkampftag, und eine schwere Bizeps-Verletzung hat den Modell-Athleten ins Hintertreffen geschmissen. „Dazu kommt natürlich die richtige Ernährung“, sagt der Kraftsportler, der jetzt, 14 Tage vor seinem Auftritt zum Vorentscheid zur Deutschen Meisterschaft gänzlich auf Kohlenhydrate verzichtet und sich nur noch von Protein, Wasser und dem Eisen der Hanteln ernährt.

Bei der HSM 2011 in Bottrop dabei
Bei der HSM 2011 in Bottrop dabei

Fünf Mal die Woche trainiert Stefan Schneider. In Ruhepausen. Dazu kommen Kampfsport und Ausdauer-Läufe. Jetzt, so kurz vor dem Wettkampf, da geht es täglich für mehrere Stunden rund. Aber nicht nur im Kraftsportbereich arbeitet der Bottroper vorbildlich, hart und diszipliniert. Viele Freunde und Kenner der Amateur-Fußballszene kennen „den Schneider“ noch von seiner aktiven Zeit in den Bottroper Vereinen. Als Jugendspieler beim SC Viktoria, VfB Bottrop und natürlich Rot-Weiß Essen, zog es ihn in den Senioren nach kurzem Gastspiel beim VfB Bottrop nach Xanten. Auch hier kickte der damalige Nachwuchsspieler in der Verbandsliga, damals noch die vierthöchste Klasse in Deutschland. „Meine schönste Zeit aber habe ich beim SV Vorwärts 08 verbracht. Ein Verein, dem ich sehr, sehr viel zu verdanken habe“, erinnert sich der muskelbepackte Hüne, dass Vereins-Original Günter Kubitza ihm immer ein väterlicher Freund war und einen Job bei der Ruhrkohle besorgt hat. „Den Job habe ich immer noch, ich kann Günter Kubitza selbst heute nicht mehr als genug danken“, so Stefan Schneider. Doch dann war Schluss mit Fußball. Im Alter von gerade einmal 25 Jahren hing der Kraftsportler die Fußballschuhe an den Nagel und verschrieb sich voll und ganz dem „Eisenfressen“. „Mich hat schon immer der Muskelaufbau fasziniert. Hier kommen so viele Faktoren zusammen. Disziplin, Ehrgeiz, hartes Training und vor allem die richtige Ernährung. Ansonsten kommt man keinen Schritt vorwärts. Es ist einfach eine Lebenseinstellung“, so „Schneider“, der an guten Tagen während seiner Aufbauphase gerne mal zwei bis drei Kilo gutes und proteinreiches Fleisch verdrückt. Ganz vom Fußball lösen, das ging dann aber doch nicht. „Letztes Jahr habe ich für die Alten Herren von Sterkrade 06 / 07 gespielt, dann kicke ich noch für die Betriebsmannschaft von Prosper Haniel. Und natürlich in der Halle für das Auf´m Platz-Team. Egal, ob ich verletzt bin oder nicht.“ Einen Mann aus Eisen macht eben nichts kaputt!

Beim Jubiläumsspiel des SV Vorwärts 08 in 1988 gegen eine Traditionsmannschaft (4. oben rechts)
Beim Jubiläumsspiel des SV Vorwärts 08 in 1988 gegen eine Traditionsmannschaft (4. oben rechts)