Was macht eigentlich...?

Ralf Wysk

präsentiert von:

"Gas geben auf dem Spielfeld war immer Pflicht.“

von Marco Langnickel

Ralf im Jahre 1995
Ralf im Jahre 1995

Ralf Wysk: Einigen unter uns ist dieser Name noch ein Begriff. Und da es zwischendurch immer mal wieder die Frage gab: Was macht eigentlich… Ralf Wysk, haben wir ihn kurzerhand besucht und ihn danach befragt.

 

In der sehr nüchtern gehaltenen Polizeiwache Bottrop kam es dann zu einem Treffen mit Ralf. Ein sehr entspannter und frisch wirkender Polizeioberkommissar stellt sich in einem Schreibraum bereitwillig der einen oder anderen Frage.

 

Ralf, der vor knapp 48 Jahren das Licht der Welt erblickte, startete seine fußballerische Laufbahn 1971 bei Rot-Weiß Essen. Trotzdem ist der in Gelsenkirchen-Bülse geborene Ralf Wysk mit ganzem Herzen dem FC Schalke 04 verbunden.

Mit der C1 von RWE wurde er in der Saison 1977/78 unter anderem mit seinen damaligen Weggefährten Dirk „Putsche“ Hellmig und Jürgen „Kobra“ Wegmann, Stadtpokal-Sieger, Stadtmeister, Meister der Bestengruppe und schaffte den Aufstieg in die Niederrhein-Liga. Ein schöne Erinnerung daran ist die Urkunde mit dem Bild, welche die „Truppe“ von damals im altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion zeigt.

 

„Ich erinnere mich gerne daran zurück, als wir das eine oder andere Vorspiel bestreiten durften, bevor es auf dem Rasen um Bundesliga-Punkte ging. Ja, RWE spielte damals noch in der 1. Bundesliga und hatte unter anderem so Klasse-Spieler wie Lippens, Lorant, Fürhoff und Burgsmüller in seinen Reihen.“

 

Während des Gesprächs stöbern wir ein wenig in seiner roten Mappe, die einen Teil seiner Karriere enthält. Viele Zeitungsartikel bezeugen in Wort und Bild, sein fußballerisches Können.

Torjäger Ralf Wysk
Torjäger Ralf Wysk

1981 trat er dann seine Ausbildung beim Bundesgrenz-Schutz, der heutigen Bundespolizei, an. Die nun nur noch spärlich vorhandene Zeit ließ ihn dann recht bald Abschied von der Hafenstraße nehmen und Ralf wechselte zur ESG 99/06. Hier spielte er unter anderem mit der A-Jugend in der Niederrhein-Liga und Bezirksliga.

 

Auf die Frage, was denn sein schönstes Erlebnis in Sachen Fußball war, brauchte Ralf nicht lange überlegen. „Woran ich heute noch gerne zurück denke, ist neben meiner Zeit bei RWE, in der ich mit „Putsche“ und „Kobra“ diverse Titel errungen habem ist das Spiel mit der ESG gegen die A-Jugend-Nationalmannschaft Japans. Wir haben damals zwar 1:5 verloren, aber mir gelang der Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 1:3 und noch ein Pfostenschuß.“

 

Ralfs Augen glänzen während er davon erzählt und man merkt ihm an, dass er heute noch stolz auf dieses Erlebnis ist. Ein leichtes Grinsen huscht über sein Gesicht.

Hattrick für Ralf
Hattrick für Ralf

Wer Ralf kennt, bzw. mit ihm zusammen gespielt hat, weiß, dass er in seiner langjährigen Laufbahn noch einige Dutzend Tore folgen ließ.

 

Im Jahre 1987 legte Ralf Wysk eine „Fußball-Pause“ ein, um sich ganz seiner Familie widmen zu können. Aber 1992 war das Fieber wieder da. Er nahm die Schuhe vom Nagel und schnürte sie noch mal für den Gladbecker Fußball.

Bis 1998 durchlief er die Stationen FC Gladbeck, Germania Gladbeck und BV Rentfort. Mit dem FC Gladbeck schaffte er den Aufstieg von der Kreisliga in die Bezirksliga. Auch mit Germania Gladbeck und BV Rentfort ging er in der Bezirksliga auf Torejagd.

 

Dann, im Jahre 1998 zog es ihn nach Bottrop. Hier ging er für Viktoria und Rhenania Bottrop im Mittelfeld oder als Linksaußen auf Torejagd. Seine Zeit beim SV Rhenania Bottrop verbrachte er unter anderem mit Thomas „Netzer“ Ochojski, Sascha Carl und Ralf Höner. Unterhält man sich mit Zeitzeugen, so steht schnell fest, es gab nur wenige Gegner, die Ralfs Gesicht kannten. Die meisten Gegenspieler hatten das Pech immer nur seine Rückennummer zu sehen, oder aber erfuhren aus der Zeitung wer da eigentlich die ganze Zeit das Spielfeld beackerte und den Gegner schwindelig spielte.

Immer im Einsatz
Immer im Einsatz

„Mir war immer wichtig, auch wenn ich fußballerisch mal einen nicht so guten Tag erwischte, dass ich mir selbst und auch von meinen Mitspielern nicht vorwerfen lassen musste, nicht gekämpft und alles gegeben zu haben. Gas geben auf dem Spielfeld war immer Pflicht.“

 

1999 ereilte ihn dann das Verletzungspech. Ralf zog sich einen Kreuzband-Riss im linken Knie zu. Als er dann 2002 mit dem SV Rhenania Bottrop kurz vor dem Aufstieg in die Bezirksliga stand, erlitt er einen Innenmeniskus-Schaden im linken Knie. „Ich habe nach dieser Verletzung von heute auf morgen mit dem „Kampfsport“ Fußball aufgehört. Dieser Entscheidung verdanke ich, dass ich heute noch in der Lage bin, mich sportlich zu betätigen.“

 

Und wer den ehemaligen Flügelflitzer Ralf sieht, der bemerkt schnell, dieser Mann ist noch enorm gut drauf. Ralf betreibt heute regelmäßig Kraft- und Ausdauersport. Seine Liebe zum Fußball ist nie erloschen und auch wenn er nicht mehr auf Torejagd geht, andere Vereinssportarten kamen für ihn nie in Betracht. Nur der Fußball erfüllte seine Vorstellungen von Leidenschaft, Wille zum Sieg und Kameradschaft. 

2010 gewann Ralf in seiner Alterklasse Essener Treppenlauf. Hier wirkte unter anderem Joey Kelly als Schirmherr und auch als aktiver Läufer mit. „Auch in diesen Jahr werde ich versuchen meinen „Titel“ zu verteidigen.“ Am 26.05.2012 wird Ralf die 256 Stufen bis zur Spitze der Weststadttürme im Cinemaxx Essen in Angriff nehmen. „Der Treppenlauf dient einem guten Zweck. Daher würde ich es begrüßen, wenn sich viele Aktive angesprochen fühlen und sich aktiv am Lauf beteiligen.“

 

Dem Fußball ist Ralf Wysk aber immer noch verbunden. Auch wenn er selbst nicht mehr aktiv vor das runde Leder tritt, so verfolgt er immer noch mit regem Interesse in der Zeitung den Bottroper und Gladbecker Amateur-Fußball. „Ich verfolge natürlich den Amateur-Fußball und bin über die Geschehnisse gut informiert.“

 

Neben dem Fußball ist Ralf ein begeisterter Motorrad-Fahrer und ein bekennender Tattoo-Fan. Und auch die Tierliebe wird bei Ralf groß geschrieben. Seit ein paar Monaten begleitet ihn seine aus Russland stammende Hündin Zhuly-Mellica.  „Ich begebe ich mich regelmäßig zum Blutspenden ins Uni-Klinikum nach Essen. Ich bin der Meinung, dass jeder Blut spenden sollte, da eine nötige Bluttransfusion für jeden von uns im Verlauf des Lebens lebensrettend sein kann.“

 

„Auch die Musik spielt in meinem Leben eine große Rolle. Zwar habe ich nie selbst musiziert, aber alles war ordentlich kracht ist mir sehr wichtig. Zu meinem Favoriten gehören neben Metallica natürlich die Toten Hosen. Hauptsächlich höre ich Metal und Rock. Zwischendurch auch gerne mal was Ruhiges. Das ist aber stimmungsabhängig.“

Durchtrainiert im Auslandseinsatz: Ralf Wysk (oben Mitte)
Durchtrainiert im Auslandseinsatz: Ralf Wysk (oben Mitte)

Natürlich muss ein Sportler wie Ralf auch mal abspannen. Aber auch das geht nicht ganz ohne ein wenig Bewegung. „Um nach anstrengender Arbeit oder auch noch einer gehörigen Portion Sport, kann ich prima bei einer Partie Pool-Billard entspannen.“

 

Dann krächzt es aus der Sprechanlage: „Ralf!!! Einsatz!!!“ Ralf nimmt seine Jacke und begibt sich wieder auf die Straße, dort wo ihn die Bürger der Städte Bottrop und Gladbeck brauchen. Das Ralf ein Vollblut-Polizist ist, merkt man nicht erst an seinen beruflichen Stationen. Neben seiner Tätigkeit im Streifendienst, hat Ralf auch schon einige Auslandsmissionen hinter sich.

 

Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Österreich und El Salvador, die Europäische Polizeimission Bosnien-Herzegowina und die Mission Vereinte Nationen Kosovo gehören zu seiner beruflichen Vita. Nach 20 Jahren Dienst in Essen, sorgt Ralf Wysk nun seit 2009 in Bottrop für Recht und Ordnung.

 

Es hat Spaß gemacht, mit Ralf Wysk zusammen ein wenig die Zeit zurück zu drehen und für einen kurzen Moment die Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen.

 

Das Auf`m Platz-Team bedankt sich recht herzlich bei Ralf Wysk für das interessante und angenehme Gespräch. Wir wünschen Ralf privat und natürlich auch beruflich alles Gute.