Was macht eigentlich...?

Paul Holz

präsentiert von:

(Fast) ein Leben ohne Fußball

Artikel aus der Ruhrnachrichten vom 13.01.1971
Artikel aus der Ruhrnachrichten vom 13.01.1971

Für viele ältere Schalke-Anhänger ist und bleibt Paul Holz ein Begriff, denn für den FC Schalke 04 absolvierte er immerhin 59 Spiele in der Zeit von 1971 – 1974 und war dabei 3 Mal als Torschütze erfolgreich.

Paul Holz begann seine sportliche Karriere in der Jugend des SV Rhenania Bottrop und wechselte als Jungnationalspieler 1971 zum S04. Trotz lediglich 6 Einsätzen in seinem ersten Profijahr war dies sportlich seine schönste Zeit als Profi, wie der Bottroper im Gespräch mit Auf´m Platz hervorheben wollte. „Gleich Pokalsieger und Vizemeister zu werden war schon ein schönes Gefühl“, erinnert sich Paul Holz sehr gerne an seine Zeit auf Schalke zurück. Bevor er nach 3 Jahren Schalke zum VfL Bochum im Jahre 1974 wechselte, hatte er vor der WM im eigenen Land noch ein persönliches Highlight mit den Schalkern. „Bei dem Spiel zur Eröffnung des neuen Westfalenstadions in Dortmund spielten wir gegen den BVB; und ich war der erste Schalker, der in diesem neuen Stadion gegen den BVB traf“, gibt der 58-jährige mit einem Grinsen zu Protokoll. Schalke gewann damals mit 3:0 beim schwarzgelbene Rivalen.

1978 beim VfL Bochum
1978 beim VfL Bochum

Spielerisch sich richtig rund lief es für Holz dann in Bochum, wo er bei den Jungs von der Castroper Straße endgültig auch als etablierter Kicker in der Bundesliga als Profi Fuß fasste. „Wenn Du als junger Spieler kontinuierlich spielen kannst, ist das natürlich klasse“, so Holz. Dennoch wechselte er zu Hannover 96 und musste dort den Abstieg in die 2. Liga miterleben. Nach einem halben Jahr 2. Liga kehrte er zum VfL nach Bochum zurück. 1979 ging es dann nochmals für 2 Jahre zum dritten großen Club im Revier; nämlich zum BVB nach Dortmund, bevor er seine spielerische Karriere von 1981 bis 1989 in der Oberliga beim 1. FC Bocholt ausklingen ließ. Mit dem Bottroper Bernie Korbel schnürte er noch 1981 gemeinsam die Schuhe für die Bochholter. Von 1989 – 1991 war Paul Holz noch als Spielertrainer beim damaligen Verbandsligisten VfL Rhade tätig. „Das Trainergeschäft war und ist nichts für mich gewesen, denn als Trainer bist Du immer der Doofe. Nach kurzer Rücksprache mit meiner Frau haben wir uns dazu entschlossen, dass ich die Schuhe gänzlich an den berühmten Nagel hänge.“

Als Schalker Spieler in 1973
Als Schalker Spieler in 1973

Kontakt zu seinem Jugendverein SV Rhenania hat Paul Holz lediglich über seine Eltern, die heute noch in Bottrop-Fuhlenbrock leben. „Mein Vater gibt mir hin und wieder Auskunft, wie es um die 1. Mannschaft steht. Ansonsten bekomme ich recht wenig vom Bottroper Fußballgeschehen mit“, gesteht Holz.

Auch zu seinen ehemaligen Profikollegen, wie z.B. Klaus Fischer, Klaus Fichtel, Jupp Tenhagen oder Manni Burgsmüller pflegt der gebürtige Bottroper keinen Kontakt. Einladungen zum 100-jährigen der Schalker oder zum Veteranen-Stammtisch bei Hannover 96 sind für Paul Holz eher die Seltenheit.

Paul Holz beim Jubiläumsspiel zum 90-jährigen des SV Rhenania (siehe Pfeil)
Paul Holz beim Jubiläumsspiel zum 90-jährigen des SV Rhenania (siehe Pfeil)

„Ich vermisse aber auch insofern nichts. Wenn wir uns mal hin und wieder sehen, ist das nett und man klönt ein wenig rum. Aber dann trennen sich auch schon wieder die Wege“, so Paul Holz. 2004 kickte er noch für den VfL Bochum in der Traditionsmannschaft; beim Jubiläum seines Heimatvereins SV Rhenania 2009 spielte er für die Rhenanen-Traditionsmannschaft gemeinsam mit Diethelm Ferner gegen die Schalker Traditionself.

Ansonsten verfolgt er Bundesligaspiele gelegentlich im Fernsehen und drückt seinen alten Arbeitgebern Schalke 04, VfL Bochum, Hannover 96 und natürlich dem BVB die Daumen. „Es freut mich natürlich, was sich in den vergangenen Monaten in Dortmund getan hat und hoffe, dass die Dortmunder Meister werden“, schwärmt der Bottroper Ex-Profi von den jungen Wilden in schwarzgelb.

Paul Holz mit Auf'm Platz-Redakteur Holger Czeranski
Paul Holz mit Auf'm Platz-Redakteur Holger Czeranski

Paul Holz lebt und arbeitet heute in Bocholt für ein großes Getriebewerk im Härtereilabor. Seine Arbeitskollegen haben seine Bilder aus den damaligen Profitagen auf ihren Schreibtischen. „Jedes Mal, wenn wir Besucher haben, werden diese Bilder vorgezeigt und sich darüber amüsiert, weil ich damals eine andere Frisur als heute habe“, gibt der bodenständige Ex-Profi mit einem Lächeln an. Ganz ohne Fußball geht es dennoch anscheinend nicht. Hin und wieder zeigt er sein Können seit 2 Jahren in der Alt-Herren-Mannschaft beim Bochholter Vorort-Club DJK Stenern.

Text und Bilder: Holger Czeranski