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UEFA Champions League: Borussia Mönchengladbach - Dynamo Kiew

am 21. August 2012

UEFA Champions League

Borussia Mönchengladbach - Dynamo Kiew 1:3 (1:2)

Der 29. Oktober 1996 sollte nur noch den wenigstens Borussia-Anhängern geläufig sein. An jenem Tag bestritt die Borussia vor 16 Jahren das letzte Europapokalspiel, als man mit 1-0 durch ein Tor von Michael Klinkert beim AS Monaco als Sieger vom Platz ging. Damals schied man auf Grund der Hinspiel-Niederlage jedoch aus dem Wettbewerb aus. Auch dieses Mal könnte sich das Schicksal wiederholen.

 

Am Dienstagabend war es dann endlich so weit. Ganz Gladbach hatte jahrelang auf diesen Tag gewartet. Der Borussia-Park platzte aus allen Nähten, als um 20.41 Uhr die Champions League Hymne ertönte. Zu Gast war kein Geringerer als der ukrainische Rekordmeister Dynamo Kiew. Obwohl die glorreichen Zeiten eines Oleh Blochin oder Andrij Schewtschenko längst Geschichte sind, ist man Dauergast im europäischen Profifussball.

Der Gladbacher Anhang erwies sich auf jeden Fall als Champions Leaue tauglich, was auch die riesen Choreographie vor dem Spiel unter Beweis stellte. Gänsehautstimmung pur auf den Rängen. Man merkte, wieviel dem Gladbacher Publikum dieses Spiel bedeutete.

 

Die Favre-Elf wusste den Schwung mitzunehmen und lieferte eine packende Anfangsphase. Kiew wurde dauerhaft hinten eingeschnürt und man produzierte Chancen fast im Minutentakt.

 

Den Lohn ernteten die Gladbacher bereits in Minute 13. Ein Diagonalball von Juan Arango fand Alexander Ring, welcher erst kurz vor Spielbeginn für Patrick Herrmann in die Startelf rückte. Dieser ließ Gegenspieler Danilo Silva gekonnt aussteigen und vollendete trocken zum 1-0 ins kurze Eck. Der Borussia-Park bebte wie schon lange nicht mehr.

 

Wer dachte, die Borussia würde nun einen Gang zurückschalten, täuschte sich gewaltig. Weiterhin drückte man dem Spiel seinen Stempel auf und hatte kurz darauf durch Neuzugang Xhaka die Riesenchance die Führung auszubauen.

Eine knappe halbe Stunde sollte es dauern, bis Dynamo Kiew seinen Defensiv-Riegel aufgab und am Spielgeschehen teilnahm. Niko Kranjcar war es, der nach 27 Minuten Keeper ter Stegen zu seiner ersten Parade zwang. Die anschließende Ecke konnte nur zentral geklärt werden und fiel vor die Füße von Kiew-Kapitän Mikhalik. Dieser fackelte nicht lang, hielt drauf und plötzlich stand es 1-1. Torhüter ter Stegen traf bei diesem Gegentor keine Schuld, da Verteidiger Daems im letzten Moment noch unglücklich abfälschte. Weitere 10 Minuten später der nächste Schock.

 

Gladbach machte das Spiel, der Gegner die Tore. Unnötiger Ballverlust von Xhaka im Mittelfeld, Kiew schaltete blitzschnell um und bediente auf dem rechten Flügel den überragenden Andriy Yarmolenko, welcher Dominguez mit einer Übersteiger-Serie ins Leere laufen ließ und eiskalt zum 2-1 ins kurze Eck abschloss. Die Verunsicherung war den Fohlen im Anschluss anzusehen. Man konnte froh sein, dass Schiedsrichter Proenca kurze Zeit später zum Pausentee bat.

Hälfte zwei startete verhaltener. Man hatte den Eindruck, dass Lucien Favre in der Kabine nicht die richtigen Worte gefunden hatte. Gladbach wirkte statisch, biss sich immer wieder die Zähne an der gut organisierten Kiew-Defensive aus. War die Defensive einmal überwunden, sollte Keeper Kolav die Endstation sein, welcher zweimal gegen Arango und Nordtveit rettete. Viele Ballverluste und Ungenauigkeiten prägten den zweiten Abschnitt. Kiew wollte nicht mehr viel für die Offensive tun und setzte mit der einzigen Sturmspitze Brown auf Konter. Brown, der vorne im Sturmzentrum agierte, machte seinen Job exzellent, indem er immer wieder 2-3 Gladbacher in der Defensive beschäftigte und meist nur durch Fouls zu stoppen war.

 

20 Minuten vor Schluss dann der Doppelwechsel auf Gladbacher Seite. Hanke ersetzte den enttäuschenden De Camargo und Torschütze Alexander Ring wich für Patrick Herrmann. Gladbach setzte alles auf eine Karte. Doch mitten in der Drangphase wurde die Borussia erneut kalt erwischt. Nach einer Standardsituation war es letztlich der unglücklich agierende Neuzugang de Jong, der den Ball ins eigene Tor bugsierte. Ein letztes Aufbäumen sollte jedoch auch nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen.

 

Mit 1-3 musste man sich dem ukrainischen Rekordmeister geschlagen geben und kann somit im Rückspiel nur noch auf ein Wunder hoffen. Nach nur 90 Minuten scheint für die Borussia der Traum Champions League schon wieder vorbei zu sein.