Auf'm Platz on Tour

in Karlsruhe!

Mensch, was hab ich mich auf diese Fahrt gefreut. Erste Runde im DFB Pokal nach Karlsruhe gegen den FC Nöttingen. Ein für mich unbekanntes Stadion, ein unbekannter Verein. Was gibts da schöneres? Wahrscheinlich ganz viel, aber was man sich vornimmt, das macht man schließlich auch. Die Schalker präsentierten sich zwar nahezu peinlich, aber eine lustige Fahrt war es trotzdem mit einem Erreichen der zweiten Runde des Pokals. Mehr lesen!

Von Ben Tautz

Ein anstrengender Weg war es in den Gästeblock.
Ein anstrengender Weg war es in den Gästeblock.

Es ist 18.37 Uhr und im Karlsruher Wildparkstadion sind bereits sieben Minuten der ersten DFB-Pokalrunde zwischen dem FC Nöttingen und dem FC Schalke 04 gespielt und der ganze Gästeblock hält die Luft an. Der glorreiche FC Nöttingen, gerade noch Champions-League Sieger geworden, trifft zum ersten Mal die Latte; genauer gesagt: Timo Hildebrandt konnte im letzten Augenblick noch seine Finger ans runde Leder bekommen und lenkte den Ball ans Aluminium. Ja, schön reden musste man sich den ganzen Spaß echt, denn dass sich eine deutsche Topmannschaft wie der FC Schalke, bei einem Verein aus der fünften Liga (ihr lest richtig, auch der SV Zweckel spielt in der Oberliga), so schwer tut ist schon mehr als peinlich. Am Ende reichte es jedoch zu einem 2:0-Erfolg, doch wie gesagt, es hätte ganz anders kommen können. Wir schreiben die erste Spielminute. Nöttingen hat zum ersten Mal einen Eckball und "Benni" Höwedes, hielt den gegnerischen Stürmer fest, welcher prompt zu Boden geht. Der Pfiff blieb aus, aber es könnte schon 1:0 für den Oberligisten stehen. Weiter ging es mit dem Lattentreffer und auch nur weitere wenige Minuten später fliog der nächste Ball gegen die Querstange.

Eine Affenhitze, viele Oberkörperfrei und gaben alles um den FC Schalke zum Sieg zu singen.
Eine Affenhitze, viele Oberkörperfrei und gaben alles um den FC Schalke zum Sieg zu singen.

"Kämpfen Schalke, Kämpfen", schrie der gut gefüllte Gästeblock die Schalker Mannschaft an. An jenem vergangenen Montagabend, eine Terminierung die mehr als bescheiden war, machten sich knapp 3000 Schalker auf dem Weg nach Karlsruhe, dem Spielort der Partie, da die Nöttinger ein zu kleines Stadion haben. Aufgrund Sicherheitsvorkehrungen, so beschrieb es der DFB, musste das Spiel Montag stattfinden. Einen Grund nicht zu fahren, gab es für mich allerdings nicht. Schließlich ist es das erste Pflichtspiel des kommenden deutschen Meisters. Extra am Samstag noch aus dem Urlaub zurückgekehrt, die Gladbecker Feldstadtmeisterschaft angeschaut und hinterher Rentforter Titel gesehen und am Montagmittag macht sich eine Autobesatzung gen Wildparkstadion, ein für mich ganz neues Pflaster, schließlich sind die letzten Spiele in Karlsruhe schon etwas länger her, bzw. waren unter der Woche und als Schüler konnte ich mir dies nicht erlauben.   

   Bei 32°C ins Auto gestiegen, nach mehreren Pipi-Pausen und knapp 4 1/2 Stunden Fahrt bei 39°C angekommen. "Mensch wat ist dat heiß", sagte ein Schalker neben mir und damit hatte er nicht Unrecht. Das ganze Spiel über war man damit beschäftigt, sich irgendwie zu erfrischen.

Mit uns ging die Sonne unter. Nach Abpfiff war die Sonne, die uns vorher so nervte, dann auch fast weg. Toll.
Mit uns ging die Sonne unter. Nach Abpfiff war die Sonne, die uns vorher so nervte, dann auch fast weg. Toll.

Sei es am Rasensprenger, der extra in der Nähe vom Bierstand aufgebaut war oder mit kurzen Duschen unterm Wasserhahn. So kam es auch, dass ich das 1:0 von Klaas-Jan Huntelaar erst auf der Rückfahrt per Handy sehen konnte. War ja schließlich mit Wasser holen (ja, auch für mich ist es mal zu warm für Bier. Außerdem war es alkoholfrei) beschäftigt. Das 2:0 in der 90. Minute durch Leon Goretzka war schließlich mehr als nur Glück, denn das 1:1 lag Minuten zuvor in der Luft und wäre mit Sicherheit auch nicht unverdient gewesen. Die Rückfahrt hinterher war auf jeden Fall ganz grandios. Der Tradition zufolge halten wir nach Fahrten Richtung Süden immer in Limburg Süd und man geht schön ins KFC. Neun Wings, eine Portion Pommes, einen mittleren Coleslaw und ein Getränk für 8,29€; da kann man nicht nein sagen. Auf mein Nachfragen "Wie wird eigentlich Coleslaw ausgesprochen", kam die Antwort "Einfach Krautsalat!". Wer braucht denn sowas? Zack, Coleslaw abbestellt und eine zweite Portion Pommes genommen. Echter Fuchs eben, man kennt mich ja. Auch die Liedauswahl auf der Rückfahrt war vom Allerfeinsten. Wieder einmal konnte Wolfgang Petry mit seiner längsten Single der Welt und diverse Schalke-Klassiker wie "Wer baut die größte Burg am Strand? Ebbe Ebbe Sand", oder "Wer kreist so wie ein Falke, der FC Schalke, der FC Schalke" die Stimmung im Auto zum kochen bringen. Um halb 2 fiel ich erschöpft ins Bett. Eine schöne, aber sinnlose Fahrt und jetzt bin ich gespannt, wo es in Runde Zwei hingeht. Ich wäre wohl wieder dabei!