Auf'm Platz on Tour

beim Straßenbahnduell!

Abgeschlagen ist die Düsseldorfer EG in der Tabelle. Der einstige Vorzeigeklub der Deutschen Eishockey Liga belegt den letzten Tabellenplatz. Die Play-offs können sie sich total von der Backe schmieren. Ganz anders die Krefelder Pinguine, die zu 99 Prozent dabei sind und nach dem ganz großen Coup greifen. Auf’m Platz-Redakteur Raphael Wiesweg war Anfang März in Krefeld und stand mitten in der Krefelder Kurve, um sich das „Straßenbahnduell“ zwischen den Krefelder Pinguinen und der Düsseldorfer EG anzuschauen.

Von Raphael Wiesweg

 

Es geht alles ein bisschen kleiner zu, als bei einem Fußballspiel im Oberhaus. Rund um den KönigPalast, der Heimstätte der Pinguine, gibt es zahlreiche Parkplätze. So weit, so gut. Doch es gibt zahlreiche Parkplätze, die auch noch noch total leer sind. Laufweg zur Halle? Keine fünf Minute. Was ein Traum, denke ich mir. Bis das Nachmittagsspiel begann, nutzte ich noch schnell ein Familienessen in einer Nachbarstadt aus, um mir schon einmal ganz in Ruhe den Großteil der Strecke Stunden vor dem Spiel anzutun. 

   Im KönigPalast angekommen, ging alles ganz schnell. Karte durch die Schranke schieben und direkt in die Halle rein. Kontrollen? Fehlanzeige. Fehlanzeige allerdings später auch - und das kann ich vorweg nehmen - bei der Pyrotechnik. Da habe ich in beiden Revierderbys diese Saison zwischen Dortmund und Schalke und auch beim Champions League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul schon ganz andere Dinge erlebt. Eine Stunde vor Spielbeginn ist die Halle auch noch recht leer. Die Mannschaften spielen sich zwar schon warm (was bei dem Untergrund eine ganz neue Bedeutung bekommt), doch bis auf „die Krefelder Kurve“ waren alle anderen Ränge leer. Ein besonderer Gast war an dem Tag auch zugegen. Olympiasieger Robert Harting nahm sich die Ehre und schaute auch bei dem Spiel vorbei. Mein Schwager, der regelmäßiger Eishockey in der 1. Liga schaut, klärte mich auf: „In den  letzten zehn Minuten vor dem Start brennt hier der Baum.“

   Und tatsächlich: Mit der passenden Unterlegung von Musik und Lichteffekten bekam ich die berühmte Hühnerpelle, die mir den Rücken runterlief. Zwar passen „nur“ knapp 9.000 Zuschauer in die ausverkaufte Halle der Pinguine, doch die Fans wissen auch richtig gut Stimmung zu machen. Mit dem ersten Puckwurf war auch direkt zu spüren, wer Herr im Haus ist. Sowohl im ersten als auch im zweiten Drittel (1:0, 1:0) dominierten die Hausherren das Geschehen nach Belieben. Selbst der neutrale unwissende Zuschauer wie ich es bin, bekam sofort einen Eindruck, warum die Düsseldorfer Letzter sind. Aufgrund von großen finanziellen Problemen musste die Mannschaft personell arg abbauen. Der Qualitätsverlust war spürbar. Ganz anders im dritten Drittel, wo die Gäste ein ganz anderes Gesicht zeigten und plötzlich auf 3:2 rankamen. Ich bekam es schon fast mit der Angst zu tun. Denn ein Overtime war in meiner Zeitrechnung nicht mit eingeplant. Doch die DEG drückte und warf eine Minute vor Ende alles nach vorne und wechselte den Keeper gegen einen weiteren Feldspieler aus. Und so kam es, wie es kommen musste: Sekunden vor Schluss zirkelte Herberts Vasiljevs den Puck aus der eigenen Hälfte bis ins leere Tor zum entscheidenden 4:2 (1:0, 1:0, 2:2).

   Die Krefeld Pinguine untermauerten somit ihre Ansprüche, in den Play-offs mitspielen zu wollen, während es für die Düsseldorfer nur noch darum geht, Schadensbegrenzung aufzuziehen.

   Für mich ging ein denkwürdiger Tag langsam zu Ende. Denn als ich das letzte Mal vor knapp 13 Jahren zum letzten Mal beim Eishockey war, spielten noch die Revier Löwen in der Köpi-Arena im CentrO. 

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