Auf'm Platz on Tour

beim Länderspiel Deutschland gegen Österreich

am 02. September 2011 in der Veltins-Arena

Als der Anruf von Michael Schmidt, Ansprechpartner des DFB für die Fahnenschwenker, kam und er mich fragte, ob ich Lust hätte beim Länderspiel am Spielfeldrand die Fahne für Deutschland zu schwenken, zögerte ich nicht lange und sagte sofort zu, ohne dabei genau zu wissen, was mich erwarte. Und ich kann es vorweg sagen: Es war ein Erlebnis. Und nicht nur das Spiel mit dem Endergebnis.

präsentiert von:

Von Holger Czeranski

Die 3 Maskottchen: Holger Czeranski, Paule und Daniel Dettke
Die 3 Maskottchen: Holger Czeranski, Paule und Daniel Dettke

Um 18.00 Uhr ging es Richtung Veltins-Arena nach Gelsenkirchen; um 18.30 Uhr trafen sich alle Fahnenschwenker vor dem Stadion. Allesamt eine nette und lustige Truppe, die bei allen Spielen der DFB-Elf im eigenen Land am Spielfeldrand die Fahnen schwenkt und somit auch auf einer gewissen Art für Stimmung im Stadion sorgt.

Nun mussten die Fahnen vorbereitet und an ihren Plätzen gelegt werden. Eine kurze Einweisung sowie die Anleitung, wie man richtig diese großen Fahnen bewegt, wurden dann im noch fast leeren Stadion vollzogen. Und bereits hier stellte ich fest, dass das keine so leichte Aufgabe wird, wie sie für mich selbst bis dahin im Fernsehen aussah. Fahnenstiel in den Schoß gedrückt und aus dem Rücken raus eine große 8 gewunken. „Nur allein mit der Kraft aus den Armen heraus ist es kaum dauerhaft zu schaffen“, gibt mir mein Einweiser Michael van der Sand mit auf dem Weg. Kurz noch etwas essen und ein Alkoholfreies hinterher. Dann wurden die Postionen der insgesamt 10 Fahnenschwenker am Spielfeldrand eingeteilt; ich durfte hinter dem Tor an der Sechszehner-Linie an der Nordkurve mein Können zeigen. Vorab wartete aber noch unser Einsatz bei der Nationalhymne.

Bei der Nationalhymne mitten auf'm Platz
Bei der Nationalhymne mitten auf'm Platz

Das war natürlich Gänsehaut pur, wenn die Rund 53.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena die Nationalhymne mitsingen, applaudieren und jubeln. Hier hat man mich wohl auch bei der Live-Übertragung im ZDF für ca. 10 Sekunden deutlich erkennen können und gesehen, dass ich auch ein Talent für das Fahnenschwenken habe. Voll konzentriert und mit Blick zu meinen Kollegen machte ich fleißig mein „8“; zu niedrig über die Grasnabe als ob ich den Rasen mit der Fahne mähen wollte wurde mich im Nachhinein von Michael van der Sand bescheinigt. Naja, es sah im Fernsehen immer so leicht aus und wie schwer es in Wirklichkeit ist, konnte ich am völlig verschwitzten Michael erkennen.

Die Fahne zwischen den Fotografen
Die Fahne zwischen den Fotografen

Nach der Hymne ging es wieder zurück an unseren jeweiligen Plätzen mit der Order bei jedem Tor der DFB-Elf die Fahne zu schwenken; gleich 6 Mal durfte ich das an diesen Abend machen und eckte dabei bei den Fotografen an, da ich denen beim Torjubel der Deutschen Mannschaft mit dem großen Fahnentuch die Sicht versperrte. Angepöpelt und vernichtende Blicke waren während der 90 Minuten mein Lohn von den Fotografen; verständlich, weil sie mit den Fotos ihr Geld verdienen. Aber was sollte ich machen, denn auch hier habe ich mich nach meinen Kollegen und den Anweisungen von Michael gehalten. Ich habe mich mit denen dann arrangiert und es somit überlebt; die Fahne ist spätestens nach dem 4. Tor der Deutschen eh zu schwer für mich geworden.

Das Fahnen-Team in der Nordkurve
Das Fahnen-Team in der Nordkurve

Nach dem Schlusspfiff wurde noch mal kurz die „8“ gewunken und dann haben wir die Fahnen wieder auseinander gebaut und verstaut. Und nach dem Spiel gab es auch wieder richtiges Bier aus den Zapfleitungen; Daniel Dettke und ich versorgten uns gleich im Doppelpack. Ein schöner und unvergesslicher Abend ging zu Ende; die gewonnenen Eindrücke haben wir noch im kleinen Kreis bis tief in die Nacht bei Schorsch im Stadtcafe verglichen und ausgetauscht. Danke an Michael Schmidt sowie am Michael van der Sand, stellvertretend für das gesamte Team.