1:1-Punkteteilung gegen Verl trotz spielerischer Überlegenheit

Der SC Rot-Weiß Oberhausen konnte sein letztes Heimspiel im Jahr 2014 nicht gewinnen. Gegen defensiv, wie im Hinspiel, erneut sehr kompakt stehende und bei Kontern stets gefährliche Gäste aus Verl hieß es am Ende nur 1:1, obwohl ein Sieg der Kleeblätter nicht unverdient gewesen wäre. Denn unmittelbar nach dem Führungstreffer beim Pfostenschuss von Nick Brisevac fehlte nur ein wenig mehr Glück, um vielleicht für eine Vorentscheidung zu sorgen. Letztlich erzielten die einzigen beiden Tore der Partie David Jansen in der ersten Hälfte (16.) und Simon Engelmann aus stark abseitsverdächtiger Position in Hälfte zwei (58.).

Bei den über neunzig Minuten spielbestimmenden Rot-Weißen rückte U23-Spieler Kevin Krystofiak für den gelbgesperrten Alexander Scheelen in die erste Elf und machte seine Sache, wie schon in Gladbach, erneut sehr ordentlich.


In der Partie übernahm die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Zimmermann von Anfang an das Zepter. Der Zeiger hatte noch nicht einmal sechzig Sekunden überschritten, da durfte es Ralf Schneider aus 25 Metern mit einem direkten Freistoß versuchen, zielte aber ein ganzes Stück zu hoch. In der 9. Spielminute ließ David Jansen dann mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler stehen und versuchte es aus etwas mehr als 20 Metern. Sein Schuss konnte Daniel Mikic aber noch blocken, so dass er nicht den Weg auf das Verler Tor fand.


Im direkten Gegenzug nahm Stürmer Simon Engelmann nach einer Flanke von der rechten Seite den Ball volley, knallte ihn dabei aber ungefährlich in die Wolken. Es sollte aber nur fünf Minuten später dann doch richtig gefährlich im Oberhausener Strafraum werden. Der sehr bewegliche Hamadi Al Ghaddioui tankte sich durch die Hintermannschaft der Rot-Weißen und hatte nur noch Philipp Kühn vor sich. Doch der Schlussmann verzögerte geschickt und parierte den Schuss (15.).


In der 16. Spielminute bekamen die Kleeblätter einen Freistoß zugesprochen, den Patrick Bauder auf den langen Pfosten schlug, wo Kevin Krystofiak hochging und den Ball mit dem Kopf auf die andere Seite zum Fünfmeterraumeck ablegte. Dort konnte RWO-Mittelstürmer David Jansen die Kugel zum 1:0 über die Linie schieben.


Mit etwas Glück hätte es direkt nach dem Anstoß der Verler zum Doppelschlag für die Rot-Weißen gelangt, denn sie nutzen die Unordnung in der Hintermannschaft und kamen erneut zum Abschluss. Doch Nick Brisevac traf nur den Pfosten und Sekunden später flog David Jansens Schuss Zentimeter am linken Alupfosten vorbei (17.). Mit dem 2:0 wär es für die Gäste schwer geworden, noch einmal zurück ins Spiel zu finden.
So blieb es bei dem knappen Vorsprung und die Hausherren mussten stets auf der Hut sein. So beispielsweise beim Freistoß des SC, den Philipp Kühn mit beiden Fäusten abwehren musste (23.).


Die Zimmermann-Elf suchte in der Folge weiter den Weg nach vorne und spielte auf das zweite Tor. Dies hätte in der 25. Minute auch durchaus fallen können. Patrick Bauder schickte Patrick Schikowski und der bediente den freistehenden Nick Brisevac, dessen Abschluss über den Winkel striff.


Zwei Minuten später hatte Patrick Schikowski die nächste große Chance auf dem Fuß, wurde jedoch zurück gepfiffen, weil der Linienrichter ihn im Abseits gesehen hatte.
Die Offensivabteilung der Gäste versuchte es weiterhin mit blitzschnellem Umschaltspiel, so wie in der 35. Minute, als der Ball über mehrere Stationen bei Simon Engelmann landete und dieser aus spitzem Winkel an Philipp Kühn scheiterte.


Noch vor der Pause hatte Kevin Krystofiak erneut nach einer Standardsituation den zweiten Treffer auf dem Fuß. Der Freistoß von Patrick Bauder landete auf dem Fuß von Oberhausens Nummer 28, er konnte Sebastian Lange aber nicht überwinden (43.), so dass es mit der knappen Führung in die Pause ging.


Acht Minuten nach Wiederanpfiff bekam Verl am Strafraumeck einen Freistoß zugesprochen, der aber zu einem direkten Konter führte. Der lange Pass landete bei Patrick Schikowski, doch wieder hob der Schiedsrichterassistent die Fahne. Und wieder lag das Gespann tendenziell falsch.


Während der Linienrichter in der Hälfte der Verler eine Abseitsposition sah, tat dies sein Gegenüber nicht, so dass Simon Engelmann plötzlich durch war und zum 1:1-Ausgleich traf. Die Partie war wieder offen, die Gäste wollten aber weiterhin nicht zu viel riskieren, so dass es RWO aus der Distanz versuchte. Felix Herzenbruch nahm aus 30 Metern Maß, konnte den Schlussmann der nicht überwinden.


Eine Viertelstunde vor dem Ende flog der Ball nach einem Freistoß in den Oberhausener Sechzehnmeterraum, wo drei Verler im Abseits standen. Direkt und schnell gespielt lief die Kugel danach durch die Reihen der Oberhausener in den Strafraum der Gäste und David Jansen hatte das 2:0 auf dem Fuß, zielte aber rechts am Tor vorbei.


Auch die beiden letzten nennenswerten Aktionen gehörten den Kleeblättern. Zunächst köpfte Jansen einen Weigelt-Freistoß neben den Kasten (81.), dann fälschte Marco Kaminski einen Querpass im Strafraum so ab, dass er um ein Haar den Weg ins eigene Tor gefunden hätte. Letztlich blieb es aber beim Remis.


Stimmen:
Andreas Zimmermann (Trainer RWO): „Ich sehe es ähnlich wie mein Trainerkollege, das 1:1 war nicht unverdient. Wir waren spielerisch zwar überlegen, wussten aber auch, dass Verl unheimlich schnell umschalten kann bei Ballbesitz. Nach dem 1:0 müssen wir das zweite Tor nachlegen, es fehlte aber ein wenig der richtige Zug zum Tor. Daher war es letztlich ein gerechtes Ergebnis. Jetzt haben wir vor Weihnachten noch ein Spiel vor der Brust, bei dem wir auf jeden Fall einen Dreier einfahren möchten.“


Andreas Golombek (SC Verl): „Wir sind sehr glücklich über den Punkt und haben gegen eine starke Mannschaft richtig gut dagegen gehalten. Ich hab insgesamt ein sehr gutes Regionalligaspiel gesehen. Das Gegentor nach der Standardsituation war unnötig, aber wir wussten auch, dass David Jansen im Strafraum immer gefährlich ist. Danach können wir froh sein, dass wir nicht das 0:2 kassieren. Bei unseren Chancen hält Oberhausens Keeper aber auch zweimal richtig stark. Bei unserem Ausgleich kann man dann mit Sicherheit über Abseits diskutieren, aber das Schiedsrichtergespann hat heute insgesamt nicht immer ganz glücklich agiert. Ich denke, wir haben uns den Punkt verdient. Ich wünsche RWO, dass sie weiterhin Punkten und drücke ihnen die Daumen.“


Aufstellungen
RWO: Kühn, Herzenbruch, Weigelt, Fleßers, Reinert, Krystofiak, Schneider (73. Steinmetz), Bauder, Brisevac, Schikowski (66. Caspari), Jansen


SC Verl: Lange, Kaminski, Mikic, Großeschallau, Engelmann, Haeder (89. Plucinski), Schröder, Al Ghaddioui (86. Schonlau), Stöckner, Rasp (73. Safonov), Schmidt


Schiedsrichter/Assistenten: Altgeld – Hennig, Steenebrügge
Tore: 1:0 Jansen (16.), 1:1 Engelmann (58.)
Karten: Schneider (Gelb, 62.) - Großeschallau (Gelb, 43.), Rasp (Gelb, 45.), Mikic (Gelb, 90.)
Zuschauer: 1986
Fotos: Herbert Bahn


Text: RW Oberhausen

ThIl

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