Michael Kahnert: "Es war ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weiterging"

Der SV Rhenania Bottrop steht derzeit ohne sportliche Führung da. Der Sportliche Leiter Michael Kahnert hatte am vergangenen Freitag seine sofortige Kündigung per Einschreiben eingereicht, nachdem er am Tag zuvor den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Fischer in einem persönlichen Gespräch sein Vorhaben mitgeteilt hatte. Am Dienstag folgte dann der Rücktritt von Fischer und drei weiteren Vorstands-Mitgliedern. Im Gespräch mit Auf’m Platz stellte sich Kahnert den Fragen zur aktuellen Lage.

Von Raphael Wiesweg


Eine Sache stellte Kahnert gleich zu Beginn klar: „Es wurde von außen hin mehr Unruhe hereingebracht, als wirklich Unruhe im Verein war. Es herrschte kein Chaos!“ Die sportliche Talfahrt der ersten Herren-Mannschaft, dem Aushängeschild jedes Vereins, war nicht schön, aber eingeplant, sagte Kahnert am Mittwochabend gegenüber Auf’m Platz.

Michael Kahnert
Michael Kahnert hatte am vergangenen Freitag seine sofortige Kündigung per Einschreiben beim SV Rhenania Bottrop eingereicht.

Nach dem Landesliga-Abstieg im Sommer gewann der Bezirksligist bislang nur vier Spiele und spielt erneut gegen den Abstieg. „Jeder kann ohne Probleme einsehen, welche sportlichen Ziele wir uns gesteckt haben – für den Junioren- als auch den Senioren-Bereich. Wir hatten gemeinsam einen Plan aufgestellt, was ich in den nächsten Jahren erreichen sollte und der wurde bisher für das, was möglich war, erfüllt“, betonte Kahnert. „Jeder hat gesagt, dass Rhenania keine A-Jugend haben wird; die habe ich gehalten. Die B- und C-Junioren spielen in der Meisterschaft eine sehr gute Rolle und zudem haben wir viele junge Spieler weiter eingebaut. Wir haben Qualitätssicherungsmaßnahmen durchgeführt; jeder kann zudem einsehen, wann wir erst wieder den Landesliga-Aufstieg angepeilt haben und so weiter“, so der ehemalige Sportliche Leiter weiter, der auch noch einmal klarstellen wollte: „Ich bin nicht zurückgetreten, sondern habe gekündigt. Ich war Angestellter des Vereins, stehe aber seit vergangenem Freitag für keine Ämter mehr zur Verfügung.“

 

Trainer der U11-Mädchen ist er aber noch. „Das kann ich natürlich nicht beeinflussen. Vielleicht werde ich ja wegen Erfolglosigkeit bald entlassen“, sagte Kahnert beinahe sarkastisch. Nach elf Spielen setzte es bislang neun Niederlagen bei keinem Sieg und einem Torverhältnis von 6:40. Ob das allerdings bei D-Juniorinnen tatsächlich eine Rolle spielt, dürfte mehr als fraglich sein. Eine baldige Entscheidung naht. Am 12. Dezember gibt es in der Jugend eine außerordentliche Jahreshauptversammlung. Auch in dieser wird es – wie am Dienstag im Senioren-Bereich – nach Auf'm Platz-Informationen Rücktritte von Vorstandsmitgliedern geben. Kein Argument für Kahnerts These, dass es im Verein ruhig war.

 

„Ich werde mich an Spekulationen nicht beteiligen. Ich habe meine Gründe, die ich in meiner Kündigung schriftlich erklärt habe. Das sind Interna, die nur für den Verein bestimmt sind. Und es wird ja im Verein Rhenania Bottrop weitergehen. Also sollte man sich immer gut überlegen, was man sagt.“ Viel Raum für Spekulationen. Der schlechten Zusammenarbeit zwischen Senioren- und Junioren-Bereich kommentierte Kahnert nicht, dementierte aber auch nicht die Nachfrage, dass mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet wurde. „Es gab ja Gründe, warum ich gekündigt habe. Es war ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weiterging“, sagte Kahnert vielsagend.

 

Der räumte auch gleich mit dem Gerücht auf, dass Torwart Dominik Wrobel und Stürmer Kevin Wenderdel in der Winterpause vor dem Absprung stehen. „Das glaube ich nicht und davon weiß ich auch nichts“, sagte Kahnert.

 

Von dem Ausmaß seiner Kündigung war Kahnert insofern überrascht, dass er nicht mit den Rücktritten von Vorstands-Mitgliedern gerechnet habe. Das Ergebnis – Kündigung und Rücktritte im Senioren- und Junioren-Bereich – lassen aber den Entschluss zu, dass beim SVR mehr Chaos herrschte, als Kahnert zumindest für die Öffentlichkeit zugeben wollte. Was auch dafür spricht: „Es gab schon Leute, die an mich herangetreten sind und gesagt haben, dass ich nicht gekündigt habe oder der Vorgang nicht rechtens war. Das kann ich mit dem Einschreiben aber alles dokumentieren.“

Kommentar schreiben

Kommentare: 8
  • #1

    R. Schmidt (Donnerstag, 04 Dezember 2014 12:55)

    Ich finde die Aussagen seitens Kahnert allesamt schlüssig und auch verständlich. Dabei war ich auch kein großer Fan seiner "Umstrukturierungen eines Bezirksligisten".

    Fakt ist einfach und da würde mir Herr Kahnert, wenn auch unfreiwillig, Recht geben müssen:

    - niemand braucht nach 50 Jahren ein neues Logo. Sinn und Zweck gehen dabei völlig verloren, mal abgesehen von unnötigen Kosten
    - wir reden hier von der Bezirksliga und einem Verein, der keine 100.000 Euro im Tresor hat, um realistische Umstrukturierungen vorzunehmen

    Kahnerts Vorstellungen sind gut, machen aber frühestens in der Oberliga Sinn und dann nur wenn man die Finanzen dafür hat. So gemein es sich anhört, aber er sitzt nicht vor der Playstation und kann seinen Manager-Modus bei Fifa ein neustarten.
    Seine "Kündigung", was mir nun sagen soll dass er bezahlt wurde???, ist einfach längst überfällig. Man hätte ohne dieses Tamtam vielleicht ein wenig Ruhe nach dem Abstieg gehabt.

  • #2

    Böse Zunge (Donnerstag, 04 Dezember 2014 13:00)

    Owei........

  • #3

    alter jugendspieler (Donnerstag, 04 Dezember 2014 14:11)

    Kann nur sagen,das michael menschlich top ist.was da im verein abgeht,weis ich nicht,wunsche ihn nur das beste .bleib so wie bist mfg t,s

  • #4

    ich kenn das (Donnerstag, 04 Dezember 2014 18:10)

    Wieder einmal haben es die "Besserwisser" im Verein geschafft fähige Leute davon zu "überzeugen" den Verein zu verlassen, bzw. das Amt auf zu geben. Natürlich alles Leute, die alles besser wissen, aber nicht bereit sind es tatkräftig zu beweisen. Der Grund dafür liegt nahe: Mit dem Mundwerk sind alle gut! Bei Erfolgen haben sich alle im Arm und lassen sich feiern. Bei Misserfolgen sind es immer die "Anderen" schuld und werden allein gelassen. Zudem sind die meisten Kritiker feige und agieren anonym im Hintergrund. Traurig, aber wahr! Anscheinend haben diese Kritiker vergessen, wo der SV Rhenania vor Jahren stand, was aus der Sportanlage mittlerweile geworden ist - die Schönste weit und breit! ich vergleiche diese hinterfotzigen Kritiker mit einigen Politikern, die man auch als "Verbalhuren" titulieren kann, denn diese Leute verdienen ihr Geld auch nur mit dem Mundwerk, wo meistens nichts Tatkräftiges dahinter steckt.Trotz allem wünsche ich dem Verein alles Gute für die Zukunft, das sich wieder "Dumme" finden, die den Verein unterstützen, und den "Kritikern" wieder neue Nahrung geben im Hintergrund alles schlecht zu reden.

  • #5

    72 er (Donnerstag, 04 Dezember 2014 18:49)

    Komm zu uns wir brauchen solche Leute mit Visionen

  • #6

    ??? (Donnerstag, 04 Dezember 2014 20:20)

    Ich glaube nicht dass ein Bezirksligist unbedingt einen , gut bezahlten, Sportdirektor benötigt.
    Die Kohle hätte man sinnvoller investieren können. Da muss man schon sagen, dass der Vorstand wichtiger war als die Mannschaft.
    Daher was es eine Frage der Zeit wann der Baum richtig brennt.

  • #7

    Kevin (Freitag, 05 Dezember 2014 00:30)

    Michael Kahnert wir werden dich vermissen, du hast einen bomben job gemacht und dafür danke ich dir, du bis nicht der einzige der gehen wird.
    Alles gute und hoffentlich bis bald

  • #8

    Bottroper (Freitag, 05 Dezember 2014 13:37)

    Zu Punkt 4. du bis ein besser Wieser ,stelle dich und sage und schreibe mit deinen richtigen Name . Feigling !!! Aber andere angreifen