Kleeblätter drehen das Ding: 2:1-Sieg in Köln!

Der SC Rot-Weiß Oberhausen kommt mit voller Punktzahl aus Köln wieder! Gegen die Viktoria drehten die Kleeblätter einen 0:1-Rückstand in einen 2:1-Sieg. In einer Wahnsinnsschlussviertelstunde, in der beide Teams den Dreier wollten, trafen Patrick Bauder per Elfmeter und David Jansen nach Steinmetz-Zuspiel für RWO. Auch wenn im Oberhausener Spiel über die gesamten neunzig Minuten nicht alles Gold war, was glänzte, ging der Auswärtssieg am Ende durchaus in Ordnung. Es war ein Sieg des absoluten Willens, zum vierten Mal in Folge geriet das Zimmermann-Team zunächst in Rückstand, um am Ende doch noch zu punkten.

In der Startformation verzichtete das Trainergespann auf Felix Haas, dafür rutschte Patrick Schikowski in die erste Elf. Die Innenverteidigerposition neben Benjamin Weigelt nahm 

Robert Fleßers ein, im defensiven Mittelfeld sollten Patrick Bauder und Alexander Scheelen 

hinter Ralf Schneider die Fäden ziehen. Damit stellte Andreas Zimmermann im Vergleich zum Heimspiel gegen Schalke etwas offensiver auf. Der erste Angriff ging aber trotzdem von den Gastgebern aus. In der zweiten Minute brachte Mike Wunderlich einen Freistoß zur Mitte, den Mittelstürmer Marcus Steegmann weit über den Kasten köpfte. 


Auf der Gegenseite war die erste zarte Annäherung ein Freistoß von Benjamin Weigelt, der

keine wirkliche Gefahr brachte aber nur Sekunden später zum ersten Schuss auf das Tor

führte. Der Ball landete auf dem Fuß von Alexander Scheelen, der es mit Risiko versuchte, 

aber deutlich zu hoch zielte (6.). Die erste Ecke des Spiels sollte drei Minuten später Ralf Schneider schießen. Auf den ersten Pfosten ausgeführt, faustete Keeper Nico Pellatz den Ball vor die Füße von Nick Brisevac. Sein Abschluss ging aber ebenfalls über das Gehäuse (9.). Der direkte Freistoß von Kapitän Benjamin Weigelt fünf Minuten später fand zwar den Weg auf das Tor, stellte Pellatz im Kasten aber vor keine großen Probleme. Im Gegenzug prüfte Marcus Steegmann erstmals Philipp Kühn, der aber auf dem Posten war (15.). Nach 20 Minuten hatte Patrick Schikowski die bis dato beste Gelegenheit der Partie. Er ließ am Strafraumeck zwei Kölner stehen und zog ab, Schlussmann Pellatz hatte seine Probleme mit dem Schuss, konnte ihn aber im Nachfassen unter sich begraben. Nach 23 Minuten versuchte es Kölns Bester Mike Wunderlich mit einem ansatzlosen Schuss aus der Drehung, den Kühn im Nachfassen aber parieren konnte (23.). Für die Kleeblätter sorgte hingegen Ralf Schneider nach einer Ablage von David Jansen für Gefahr. Sein Direktschuss strich einige Zentimeter über die Latte.


Es dauerte danach bis zu 36. Spielminute, als sowohl David Jansen, als auch Dominik 

Reinert eine Herzenbruch-Hereingabe nicht verwerten konnten. Vier Minuten vor der Pause war es Patrick Schikowski, der sich in den Schuss von Timo Staffeldt warf, zu verdanken, dass der Schuss des ehemaligen Bundesligaakteurs nicht seinen Weg Richtung Tor fand. Dies tat er allerdings eine knappe Minute später. Timo Röttger hielt sechzehn Meter vor dem Kasten einfach mal drauf und sein Versuch wurde unhaltbar für Philipp Kühn ins kurze Eck abgefälscht (42.). Mit diesem Rückstand musste das RWO-Team in die Pause gehen.

 

Nach dem Seitenwechsel wollten die Kleeblätter sichtbar mehr Kontrolle über die Partie gewinnen und suchten mit gezielten Aktionen den Weg nach vorne. Sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff bot sich Ralf Schneider eine riesige Chance. Keine zehn Meter vor der Torlinie hatte er völlig frei die Möglichkeit, den Ball volley aus der Luft zu nehmen, trat aber ein Luftloch. Bei der Ecke von Patrick Bauder zwei Minuten später stand Robert Fleßers dann plötzlich mutterseelenallein im Strafraum, allerdings wohl auch im Abseits, so dass sein Schuss nicht gezählt hätte (53.). Die Hausherren zogen sich in der Folge mehr und mehr zurück und suchten ihre Gelegenheiten im Konterspiel. Die beste Konterchance erspielten sie sich nach gut einer Stunde, das Leder rollte nach einem schwachen Abschluss aber gut zwei Meter am Kasten der Kleeblätter vorbei. Trainer Andreas Zimmermann feuerte, genauso wie die zahlreichen mitgereisten Fans auf den Rängen, seine Mannschaft weiter an und wechselte mit Manuel Schiebener und Raphael Steinmetz gleich zwei neue Offensivkräfte ein (59.). Sieben Minuten nach seiner Einwechslung verpasste Manuel Schiebener dann eine Hereingabe von Patrick Schikowski nur um Zentimeter, genauso wie David Jansen eine Minute später, als Dominik Reinert auf ihn zurück legte und er den Ball über den Kasten schoss (67.). Doch RWO war weiter am Drücker. Bei einem Freistoß in der 72. Spielminute versuchte Benjamin Weigelt Viktoria-Schlussmann Nico Pellatz zu überlisten und zielte direkt auf das kurze Eck. Der lange Keeper musste sein ganzes Können aufbieten, um das Leder aus dem Winkel zu kratzen. Die Zeit wurde langsam knapp, es blieben nur noch gute zehn Minuten für die Kleeblatt-Elf, um erneut einen Rückstand zu drehen. Nach einer tollen Kombination durch die Kölner Abwehrreihen hatte plötzlich Manuel Schiebener die große Einschusschance, scheiterte aber erneut am scheinbar unüberwindbaren Torhüter des FC.  Keine Minute später konnte Dominik Reinert nach einer Ecke aus dem Rückraum Maß nehmen und Markus Brzenska wusste sich nur noch mit einem Handspiel im Strafraum zu helfen, um den Ausgleich zu verhindern. Patrick Bauder legte sich den Ball hin und verwandelte ganz cool ins Eck zum 1:1. Das Eis war gebrochen und Pellatz endlich überwunden.


Doch die Oberhausener wollten, wie schon in Gladbach, mehr. Drei Minuten nach dem 

Ausgleich brach Dominik Reinert erneut auf dem rechten Flügel durch und flankte auf David Jansen, vor dem Brzenska noch in letzter Sekunde klären konnte. Jetzt gab es Chancen im Minutentakt. Wieder nur sechzig Sekunden später bekam Kapitän Benjamin Weigelt über rechts eine Kontergelegenheit, verlor aber an Tempo und sein Querpass auf die mitgelaufenen Teamkollegen wurde letztlich geblockt (84.). Dann war es Raphael Steinmetz mit einen Riesenaktion. Er setzte sich an der Strafraumgrenze gegen drei Gegenspieler durch und kam zum Abschluss, doch wieder wurde der Versuch kurz vor der Linie geblockt. In der Drangphase versuchte es Mike Wunderlich nach einem Konter noch einmal mit der Picke, brachte Philipp Kühns Tor aber nicht in Gefahr. Stattdessen sollte es in der vorletzten Spielminute dann doch noch den verdienten Sieg für  Rot-Weiß geben. Ein wunderbarer Pass von Patrick Bauder landete vor den Füßen von Raphael Steinmetz, der auf David Jansen quer legte. Der Mittelstürmer bedankte sich und schob zum 2:1 ein. Danach gab es auf dem Feld und bei den Fans kein Halten mehr, erst Recht nicht, als Schiedsrichter Thorben Siewer zwei Minuten später die Partie beendete. Mit dem Dreier konnte RWO den Abstand auf die Spitze auf vier Zähler verkürzen und hat mit zwei Ligaheimspielen vor der Brust die gute Gelegenheit, weiter vor zu rücken. Doch vorher gilt die volle Konzentration erst einmal dem Pokalviertelfinale gegen TV Kalkum-Wittlaer am kommenden Freitag um 20.00 Uhr im Stadion Niederrhein.


Stimmen:

Andreas Zimmermann (Trainer RWO): „Die letzte halbe Stunde war Adrenalin pur. Ich denke zu Beginn hatte Viktoria mehr Spielanteile und wir hatten zu viele Ballverluste. In der zweiten Hälfte wurde das dann aber deutlich besser. Meine Mannschaft hat die Power und den Teamgeist, solche Spiele zu drehen. Letztlich war der Sieg vielleicht ein wenig glücklich, aber auch nicht unverdient. Trotzdem würde ich ganz gerne auch einmal in Führung gehen, so dass wir nicht jedes Mal die Spiele drehen müssen. Mit Gladbach und Viktoria haben wir jetzt aber zwei Teams aus der Spitzengruppe auswärts geschlagen, das gibt uns weiteren Auftrieb. Ab Morgen gilt die volle Konzentration dem Pokalspiel am kommenden Freitag.“


Claus-Dieter Wollitz (Trainer Viktoria Köln): „Der Spielfluss im gesamten Spiel war nicht gut. Beide Teams wollten keinen Fehler machen und sicher stehen. Die Torentstehung kurz vor der Pause war mit Sicherheit etwas glücklich, nach dem Seitenwechsel verpassen wir dann aber einfach die Gelegenheit, einen zweiten Treffer nachzulegen. Stattdessen haben wir uns zu sehr zurück gezogen. Meiner Meinung nach hätten wir auch einen Elfmeter bekommen müssen, stattdessen steht es plötzlich 1:1. Das zweite Tor dürfen wir so natürlich niemals bekommen, insgesamt hätten wir am Ende mit einem Punkt leben können.“


Aufstellungen

Viktoria: Pellatz, Brzenska, Brock (66. Candan), Dej, Wunderlich, Steegmann (74. Nottbeck), Reiche, Staffeldt, Röttger, Schäfer (90. Löhden), Koronkiewicz


RWO: Kühn, Herzenbruch, Weigelt, Fleßers, Reinert, Scheelen, Schneider (59. Schiebener), 

Bauder, Brisevac (59. Steinmetz), Schikowski (90. Haas), Jansen


Schiedsrichter/Assistenten: Siewer – Maibaum, Lautz

Tore: 1:0 Röttger (42.), 1:1 Bauder (81.), 1:2 Jansen (89.)

Karten: Steegmann (Gelb, 35.), Schäfer (Gelb, 72.), Brzenska (Gelb, 80.) – Herzenbruch 

(Gelb, 56.), Scheelen (Gelb, 76.)

Zuschauer: ca. 1235

 

Text: RW Oberhausen

RaWi

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