Punkteteilung gegen Schalke – Schritt nach vorne verpasst

Die Kleeblätter hatten sich nach zuletzt zwei Siegen in Folge für das Heimspiel gegen den Drittletzten, die Zweitvertretung des FC Schalke, eine Menge vorgenommen. Leider konnte die Mannschaft von Andreas Zimmermann den erhofften Dreier nicht einfahren und musste sich letztlich mit einem Remis zufrieden geben. In die Startformation rückte der zuletzt gesperrte Robert Fleßers wieder für den in Gladbach ordentlich agierenden Kevin Krystofiak, der nach einer Grippe unter der Woche nicht fit genug für einen Platz im Kader war. Ebenfalls mit Grippe fehlte Manuel Schiebener, für ihn rückte U23-Spieler Justin Walker in den 18er Kader.

Ansonsten lief von Anfang an aber die gleiche Elf auf, die auch im Grenzlandstadion auf dem Feld stand. Bei den Gästen aus Gelsenkirchen standen mit Pascale Talarski und Serkan Göcer zwei ehemalige Kleeblätter in der Anfangsformation.

 

RWO wollte in den ersten Minuten dort weitermachen, wo es in Gladbach aufgehört hat. Der erste Angriff brachte auch gleich Gefahr. Robert Fleßers schickte Patrick Bauder in die Gasse und der flankte auf David Jansen. Der lange Mittelstürmer nahm den Ball an, drehte sich und kam dabei zu Fall, der Schiedsrichter ließ aber weiterspielen (3.).

 

Auch die nächste nennenswerte Aktion gehörte den Oberhausenern. Nick Brisevac setzte sich auf außen durch und legte quer auf Patrick Bauder, dessen Schuss aber bin letzter Sekunde geblockt wurde (12.).

 

Die beiden ersten Standardsituationen der Partie von Benjamin Weigelt auf der einen (13.) und Pascale Talarski auf der anderen (15.) brachte jeweils keine richtige Gefahr. Besser sah es da schon aus dem Spiel heraus aus. Nach einer schönen Kombination über links hatte Patrick Bauder das Auge für den mitgelaufenen Nick Brisevac, der direkt auf Ralf Schneider weiterleitete. Der Ball rutschte diesem beim Schuss zwar etwas ab, trotzdem hatte der Schalker Schlussmann Probleme und musste nachfassen (18.).

 

In der Folge verflachte das Spiel ein wenig, einen Schreckmoment gab es nur, als Philipp Kühn und Gerald Asamoah ineinander rasselten und der Oberhausener Keeper behandelt werden musste. Es ging zum Glück aber weiter für ihn.

 

Nach dreißig Minuten stand dann der andere Torhüter im Blickpunkt. Dominik Reinert setzte sich auf dem rechten Flügel durch und brachte den Ball mit einer schönen Flanke zur Mitte. Doch vor dem einköpfbereiten David Jansen war Bernd Schipmann mit den Fäusten zur Stelle und klärte aus der Gefahrenzone (30.)

 

Nach der ersten Ecke im Spiel, getreten durch Patrick Bauder, nahm Mittelfeldspieler Alexander Scheelen den Ball aus der Luft mit vollem Risiko, schoss aber zwei Etagen zu hoch (31.). Gefährlicher war die zweite Ecke nur zwei Minuten später, als nach einer kurz gespielten Variante Benjamin Weigelt mit vollem Risiko auf das Tor abschloss und David Jansen in der Mitte mit der Fußspitze nur um einen Schritt verpasste.

 

Der direkte Konter hätte dann allerdings auch zum 1:0 für die Knappen führen können. Nach einem Fehlpass vom Oberhausener Kapitän liefen die Blau-Weißen mit 3-gegen-1 auf das Tor der Kleeblätter zu und Philipp Kühn musste sich beim Schuss von Talarski auf das linke untere Eck ganz lang machen, um den Rückstand zu verhindern (33.).

 

Bis zur Pause erspielten sich beide Teams dann keine weiteren Gelegenheiten mehr. Mit Wiederanpfiff lief Patrick Schikowski für Ralf Schneider im rot-weißen Team auf und sollte für neuen Schwung sorgen. Mit ein wenig mehr Glück wäre die erste Offensivaktion keine zwei Minuten später auch direkt mit einem Treffer belohnt worden. Patrick Bauder spielte Nick Brisevac mit einem wunderbaren Pass frei und der flinke Außenspieler traf aus spitzem Winkel nur die Latte (47.).

 

RWO schien jetzt am Drücker zu sein, doch nur eine Minute später stand es auf einmal völlig aus dem Nichts 0:1. Ohne Ansatz hielt Nico Neidhart aus eigentlich unmöglichem Winkel einfach mal drauf und das Leder senkte sich über Philipp Kühn hinweg ins lange Eck. Im dritten Spiel hintereinander gerieten die Kleeblätter also in Rückstand (48.). Doch auch dieses Mal zeigte die Mannschaft eine gute Reaktion und hatte noch viel Zeit, um selbst erfolgreich vor dem Tor zu sein.

 

Zunächst aber mussten sie schauen, nicht höher in Rückstand zu geraten. Die beste Chance für Schalke, den Vorsprung auszubauen hatte der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah, der nach einem Fehlpass von Felix Haas alleine vor dem Tor der Rot-Weißen aufkreuzte, aber seinen Lupfer über das Tor setzte (58.).

 

Danach war die Zimmermann-Elf aber endlich richtig im Spiel. Nach einer Stunde flankte Dominik Reinert auf David Jansen, dessen Kopfball aber knapp am Tor vorbei ging. Erneut brachte die Einwechslung von Youngster Raphael Steinmetz aber weiteren erhofften Schwung ins Spiel der Kleeblatt-Elf. Zehn Minuten nach seiner Einwechslung konnte er den bis dato schönsten Angriff zum Ausgleich nutzen. Patrick Bauder schickte Dominik Reinert und der brachte die Kugel flach zur Mitte, wo „Rapha“ zur Stelle war und ins kurze Eck abschloss. Der erste Schritt war getan und der Ausgleich erzielt (72.).

 

Auf der Gegenseite ließ Gerald Asamoah noch einmal mit einem guten Kopfball aufhorchen, den Philipp Kühn entschärften musste (75.), den Siegtreffer hatten aber erneut die Hausherren auf dem Fuß. Zunächst wurde ein Schuss von Patrick Schikowski auf der Linie geklärt, gezählt hätte der Treffer wegen angezeigter Abseitsstellung aber nicht (79.). Dann war es erneut Steinmetz, der zum umjubelten Helden hätte werden können. Fast wie eine Kopie zum 1:1 brachte dieses Mal Patrick Bauder den Ball von der Außenlinie zur Mitte und Oberhausens Nummer 13 war wieder zur Stelle, verfehlte sein Ziel dieses Mal aus einem Meter aber um wenige Zentimeter.

 

Stattdessen ruhten die letzten Hoffnungen auf den erlösenden zweiten Treffer auf einem Freistoß von Benjamin Weigelt in der Nachspielzeit, der aber keine wirkliche Gefahr im Strafraum mehr brachte.

 

So blieb es beim 1:1 und die kleine „Siegesserie“ erhielt einen Dämpfer. Trotzdem kann das Team mit Selbstvertrauen nach Köln fahren und wird beim Auswärtsspiel gegen die Viktoria von zahlreichen RWO-Fans unterstützt. Denn bis zum Abpfiff waren bereits Tickets für zwei Busse vergriffen.

 

Ein Wehrmutstropfen blieb am Ende des Spiels die Verletzung von Nick Brisevac, der in der 89. Spielminute gestützt vom Feld humpelte. Eine Diagnose wird eine MRT-Untersuchung in den nächsten Tagen zeigen.

 

 

Stimmen:

 

Andreas Zimmermann (Trainer RWO): „Wir haben eine Riesenchance liegen lassen, das ist ärgerlich. Wir müssen wohl oder übel mit dem Punkt zufrieden sein, wenn wir den Verlauf des Spiels sehen. Nach der Halbzeit müssen wir in Führung gehen, stattdessen geraten wir wieder in Rückstand. Man kann einen solchen natürlich nicht jede Woche in einen Sieg drehen. Trotzdem hatten wir am Ende die Möglichkeit durch Raphael Steinmetz zum Siegtreffer, es hat aber nicht mehr ganz gereicht. Wir schauen nach vorne, die Konkurrenz hat zum Teil auch Punkte liegen lassen, daher geht es immer weiter.“

 

Jürgen Luginger (Trainer FC Schalke 04 U23): „Meine Mannschaft hat es von Anfang an gut gemacht, wir wollten Fußball spielen, das hat ganz gut funktioniert. Nach unserer Serie konnte man bestimmt nicht von einer allzu breiten Brust sprechen, daher war das Ergebnis für uns in Ordnung. Die Defensive sollte zunächst sicher stehen, RWO hatte zwar trotzdem zwei gute Gelegenheiten, aber wir konnten mit dem 0:0 in die Pause gehen. In Hälfte zwei gehen wir durch einen Kunstschuss in Führung, das war mit Sicherheit etwas glücklich, verpassen es dann aber nachzulegen. Dann bekommen wir das Gegentor und die Partie ist wieder offen. Am Ende tut uns der Punkt nach unserer Negativserie gut.“

 

Aufstellungen                                       

 

RWO: Kühn, Herzenbruch, Weigelt, Haas (62. Steinmetz), Reinert, Scheelen, Fleßers, Schneider (46. Schikowski), Bauder, Brisevac (89. Caspari), Jansen

 

Schalke: Schipmann, Wolff, Hedlund, Borgmann, Fritz, Müller, Neidhart (90. Nietfeld), Meier, Talarski (88. Itter), Göcer (79. Pick), Asamoah

 

 

Schiedsrichter/Assistenten: Hüwe – Topp, Derbort

 

Tore: 0:1 Neidhart (48.), 1:1 Steinmetz (72.)

 

Karten: Müller (Gelb, 86.)

 

Zuschauer: 2174

Kommentar schreiben

Kommentare: 0