Erster Dreier in der Fremde gegen starke Hausherren

Die Kleeblätter konnten sich am ungewohnten Dienstagabend für die Heimpleite gegen Lotte rehabilitieren und die drei Punkte aus dem Wiedenbrücker Jahnstadion entführen. Zwar stellte sich die Aufgabe gegen selbstbewusst auftretende Hausherren als richtig schwere Arbeit dar, letztlich war der erste Sieg in der Fremde aber verdient. Die Tore für die Kleeblätter erzielten Patrick Schikowski nach siebzehn Minuten und David Jansen vier Minuten vor dem Ende.

Den Rot-Weißen war gegen die in der Tabelle zwei Ränge höher platzierten Hausherren aus Wiedenbrück, die phasenweise zeigten, dass sie nicht umsonst da stehen, von Anfang an anzumerken, dass sie nach der Heimpleite gegen Lotte auf Wiedergutmachung aus waren. Bereits nach vier Minuten brachte Dominik Reinert eine Flanke auf David Jansen, der mit dem Kopf nicht mehr mit Druck Richtung Tor bringen konnte. Die nächste gute Szene gehörte dann aber den Gastgebern, die in ihrer Anfangsformation eine Menge an Erfahrung auf den Rasen brachten und nur einen Spieler unter 23 Jahren, Jeffrey Volkmer, aufboten. Nach einer Hereingabe zielte Massih Wassey aus spitzem Winkel aber deutlich über das Tor (13.). Davon ließ er sich scheinbar aber nicht irritieren und versuchte es nur zwei Minuten später erneut, dieses Mal aus der Distanz. Abgefälscht landete das Leder aber knapp neben dem Oberhausener Gehäuse.


Besser machten es dann die Kleeblätter, denn nach siebzehn Minuten stand es nach einem blitzsauberen Angriff 1:0 für die Rot-Weißen. Dominik Reinert hatte Robert Fleßers mit einem Lupfer ins Spiel gebracht und der legte mustergültig quer auf den mitgelaufenen Patrick Schikowski. Anders als gegen Lotte nutzte der schnelle Linksaußen dieses Mal seine erste Gelegenheit und traf zur nicht unverdienten RWO-Führung. Die Elf von Trainer Alfons Beckstedde suchte nach einer direkten Antwort, die Massih Wassey auch fast gefunden hätte. Wieder nahm er aus 25 Metern Maß und die Kugel senkte sich gefährlich auf das lange Eck, landete aber auf dem Tornetz (22.). In der 26. Minute hätte es dann beinahe David Jansen dem Ex-Kleeblatt Moritz Stoppelkamp gleich getan und aus großer Entfernung getroffen. Nach einem Fehlpass reagierte der Mittelstürmer blitzschnell und hielt aus gut 40 Metern auf das Tor, weil er gesehen hatte, das Marcel Hölscher zu weit vor seinem Kasten stand. Zu seinem Pech klatschte die Kugel aber nur auf die Latte und landete nicht im Tor.


Die eigentlich deutlich klarere Möglichkeit, die Führung auszubauen, hatte dann aber Robert Fleßers nach einer guten halben Stunde. Nach dem wohl schönsten Spielzug der Partie stand der defensive Mittelfeldspieler frei vor SC-Keeper Hölscher, konnte ihn aus kurzer Distanz aber nicht überwinden (31.). Die Hausherren indes suchten in der letzten Viertelstunde vor dem Halbzeitpfiff das Mittel, um die RWO-Abwehr zu knacken, fanden es aber nicht. Stattdessen hatten sie unmittelbar vor dem Gang in die Kabine bei einem Konter der Kleeblätter noch einmal Glück. In Überzahl gingen die Rot-Weißen über die Mittellinie und David Lauretta wusste sich nur noch mit einem Foul gegen Patrick Schikowski zu helfen, welches mit Gelb geahndet wurde. Dabei pfiff der sonst souverän agierende Schiedsrichter Florian Visse den Oberhausenern einen Vorteil ab, denn trotz des Fouls waren sie noch in Ballbesitz und weiterhin in Überzahl auf dem Weg Richtung Wiedenbrücker Strafraum.


Zwei Minuten nach Wiederanpfiff lag der Ball dann nach einem langen Freistoß plötzlich im 

Wiedenbrücker Kasten, Felix Haas hatte ihn mit einem Kopfball im langen Eck versenkt. Das Unparteiischen-Gespann entschied jedoch auf Abseits, was mit bloßem Auge schwer zu erkennen war. Auf jeden Fall zählte der Treffer nicht. Gefährlich vor dem Oberhausener Tor wurde es in der Folge eigentlich immer nur dann, wenn sich Massih Wassey den Ball zurecht legte, egal ob bei Standardsituationen oder aus dem Spiel heraus. Auch sein Versuch aus 20 Metern in der 58. Minute war nicht ungefährlich, strich aber rechts am Tor vorbei.


Die Gastgeber mussten mehr und mehr riskieren und für die Zimmermann-Elf boten sich, speziell nach dem Platzverweis für SC-Mittelfeldspieler David Lauretta (62.), vermehrt Räume für Kombinationen. Bei dem Kopfball von David Jansen nach Tyler-Flanke war aber 

erneut Marcel Hölscher auf dem Posten (64.). Auch Dominik Reinert hatte die Entscheidung wenig später auf dem Fuß, nachdem Patrick Schikowski nach einem Konter auf ihn im Rückraum abgelegt hatte. Doch die Nummer 24 der Rot-Weißen schoss Zentimeter am langen Pfosten vorbei (78.). Dem einen oder anderen schoss aufgrund der vergebenen Kontermöglichkeiten mit Sicherheit in diesem Moment schon wieder das Sprichwort in den Kopf: Wer vorne die Dinger nicht macht, der wird hinten bestraft...


Es fehlte auch nicht viel für die nicht aufsteckenden Hausherren zum Ausgleich, als zunächst Wassey mit seinem nächsten gefährlichen Distanzschuss Philipp Kühn prüfte (79.) und nur eine Minute später Alexander Kotuljac nach einem gewonnen Zweikampf gegen Felix Haas mit dem linken Fuß das rechte Lattenkreuz traf. Es hieß einmal durchatmen für RWO, letztlich blieb es aber auch die einzig richtig gefährliche Aktion des Sportclubs aus Ostwestfalen in der zweiten Hälfte. Auf der Gegenseite ließ aber auch die Sturmreihe der Oberhausener zwei weitere gute Gelegenheiten durch Jansen (83.) und Steinmetz (85.) liegen, traf dann aber doch vier Minuten vor dem Schlusspfiff. Dieses Mal klappte die Kombination von Reinert-Flanke und Jansen-Kopfball und die Partie war entschieden.


Stimmen:

Andreas Zimmermann (Trainer RWO):

„Wir haben uns heute für den Aufwand, den wir betrieben haben, belohnt. Das ist uns gegen Lotte nicht gelungen. Daher war es gut und wichtig, dass wir Dienstag schon wieder spielen konnten, um eine richtige Antwort zu geben. Nach dem 1:0 hätten wir heute aber das eine oder andere Tor nachlegen müssen vor der Halbzeit, dann wäre die Partie wahrscheinlich früher entschieden gewesen. So ging es nur mit der knappen Führung in die Pause und daher war klar, dass es noch einmal gefährlich werden konnte. Glücklicherweise haben wir dann kurz vor dem Ende das zweite Tor nachgelegt.“


Alfons Beckstedde (Trainer SC Wiedenbrück):

„Wir sind eigentlich gut rein gekommen ins Spiel, dann geraten wir aber durch eine Unachtsamkeit unglücklich in Rückstand. Danach hätte es durchaus passieren können, dass wir ein zweites Gegentor bekommen. In Hälfte zwei haben wir dann trotzdem eine gute Reaktion, auch in Unterzahl, gezeigt, allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass wir noch bis morgen früh hätten spielen können und trotzdem kein Tor mehr erzielt hätten. Ich zähle RWO zu den Topteams, daher ist es kein Beinbruch, gegen sie zu verlieren.“


Aufstellungen


Wiedenbrück: Hölscher, Sumelka (46. Rogowski), Wassey, Volkmer, Strickmann, Bednarski, Kotuljac, Bollmann, Lauretta, Colak, Loose (78. Puhl)


RWO: Kühn, Tyler, Haas, Weigelt, Herzenbruch (72. Nowak), Scheelen, Fleßers, Kreuels, (82. Steinmetz), Schikowski (87. Voß), Reinert, Jansen


Schiedsrichter/Assistenten: Visse – Dräger, Stor


Tore: 0:1 Schikowski (17.), 0:2 Jansen (86.)

Karten: Lauretta (Gelb, 45.), Lauretta (Gelb-Rot, 62.), Loose (Gelb, 75.) – Herzenbruch (Gelb, 69.)

Zuschauer: 867


Text: RW Oberhausen

RaWi

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