Alles auf null bei TuS Buschhausen 1900

Mannschaftsvorstellung

Es war ein Lauf auf heißen Kohlen für TuS Buschhausen, doch am Ende sind die Buschhausener dem Abstieg noch einmal entkommen. Den 13. Rang hatten die Buschhausener in der Abschlusstabelle der letzten Spielzeit inne. Doch das war allen Beteiligten an der Simrockstraße egal. Es zählte nur der Klassenerhalt, denn die Oberhausener hatten eine enorm schwere Saison vor sich: Ohne Trainer, ohne erste Mannschaft. Doch das Problem konnte gelöst werden und nun startet der B-Ligist mit einem kompletten neuem Trainer sowie einem komplett neuen Kader. Sogar eine zweite Mannschaft wird gestellt.

Von Thomas Illguth

Mannschaftsvorstellung TuS Buschhausen

Kreisliga B

Hofft auf eine langfristige Zusammenarbeit: 1. Vorsitzender: Giuseppe Caico
Hofft auf eine langfristige Zusammenarbeit: 1. Vorsitzender: Giuseppe Caico

„Wir standen vor dem Nichts", offenbarte Buschhausens erster Vorsitzender Giuseppe Caico mit Rückblick auf den Saisonstart 2013/14. Grund für die Aussage war der kurzfristige Weggang von Ex-Coach Giuseppe Gambino zu GW Holten. Und mit ihm sind auch zahlreiche Spieler zur Lützowstraße gewechselt. Und so musste gehandelt werden bei den Buschhausenern. „Wir waren gezwungen die zweite Mannschaft, die in der Kreisliga C einen hervorragenden sechsten Platz geholt hatte, zur ersten Mannschaft zu machen. Jeder wusste, dass es eine schwere Saison werden wird. Da konnte nur der Klassenerhalt als Ziel ausgegeben werden“, so Caico. Gedankenspiele, die erste Mannschaft abzumelden, kamen bei TuS keine auf: „Wir wollten der Kreisliga B erhalten bleiben. Zudem waren die Spieler dazu bereit, wir haben jeden einzelnen gefragt. Sie hätten auch nein sagen können, doch es war nicht nur eine einfache Mannschaft, sondern es waren auch alle Kumpels“, so Caico. Trainiert wurden die „Kumpels“ von Uwe Kasischke. Doch woran lag es, dass die Buschhausener so knapp dem Abstieg entkommen sind, obwohl die Mannschaft doch so eingespielt ist und so einen guten Zusammenhalt hat? „Es lag unter anderem an dem Druck, der auf die Mannschaft herrschte. Die Jungs mussten die Klasse halten. Aber mit jeder Niederlage sank die Motivation. Es gab zwar zwischendurch immer mal wieder gute Spiele, doch das hielt nicht lange. Uwe hat die Spieler zwar bei jedem Training immer wieder neu aufgebaut, doch auch das klappt nicht dauernd. Und so war hier in den letzten zwei Monaten kaum Betrieb“, verdeutlichte Caico.

"Bin hier um was aufzubauen"

Freut sich auf die Zusammenarbeit mit Coach Sven Posberg: Co-Trainer Mario Sylla.
Freut sich auf die Zusammenarbeit mit Coach Sven Posberg: Co-Trainer Mario Sylla.

Am Ende war der Akku von Trainer Uwe Kasischke dann auch leer und er fasste die Entscheidung, vom Fußball erst einmal Abstand zu nehmen, womit sich TuS erneut auf Trainersuche begeben musste. „Wir sind Uwe sehr dankbar, dass er als Trainer eingesprungen ist“, so Caico. Das Déjà-vu der Buschhausener wurde komplett, als erneut zahlreiche Spieler den Verein verließen. Vom aktuellen 26-Mann starken Kader sind lediglich fünf aus dem alten Team. Doch im Vergleich zur Vorsaison war nun genügend Zeit sich nach einem neuen Trainer umzuschauen. Die Wahl fiel auf Sven Posberg. Der 31-Jährige war in der letzten Spielzeit Trainer der Drittvertretung von Adler Osterfeld. Entstanden ist der Kontakt zu den Buschhausener über deren Jugendleiter Thomas Hambücker, übrigens auch der beste Freund von Sven Posbergs Schwiegervater. Doch ganz unschuldig sind die Osterfelder auch nicht: „Adler Osterfeld ist in Sachen Vertragsverlängerung nicht aus dem Quark gekommen. Daraufhin habe ich ihnen mitgeteilt, dass ich den Verein verlassen werde. Sie hätten mich und die Mannschaft gerne für die zweite Mannschaft behalten, doch der Reiz eine Erstvertretung zu trainieren, war dann doch größer“, so Posberg. Und Sven ist nicht alleine gekommen. Mit ihm ist die komplette dritte Mannschaft von Adler Osterfeld an die Simrockstraße gewechselt. 18 Spieler plus Trainer, die zunächst für die zweite Mannschaft im Gespräch waren. Doch nachdem Uwe Kasischke sein Amt niederlegte, waren Posberg und seine Spieler nun für die erste Mannschaft im Gespräch. Seinen Co-Trainer, Mario Sylla, hat der Übungsleiter aber nicht von Adler Osterfeld mitgebracht. Sylla, der zuletzt als Spieler beim SV Rhenania Bottrop unter Dirk Rovers tätig war, beendete vor zwei Jahren verletzungsbedingt seine Karriere. Die beiden haben sich im Laufe der WM kennen gelernt: „Der Kontakt kam über unsere Frauen, die zusammen arbeiten. Bei einem WM-Spiel haben wir uns über Fußball unterhalten. Und so kam eines zum anderen“, so Sylla.

Testspiele in der Vorbereitung

Datum Gegner
Spielort
Ergebnis
20. Juli
FC Sterkrade 72 (Kreisliga C)
Heim
3:2
22. Juli
BV Horst-Süd (Kreisliga B)
Heim
5:1
31. Juli
SV BK-Werth (Kreisliga B)
Heim
5:2
03. August
DJK Lösork Meiderrich (Kreisliga B)
Heim
3:4
05. August
Meiderrich 06/95 III (Kreisliga B)
Heim
6:1
09. August
Post Siegfried Hamborn (Kreisliga C)
Auswärts
1:2

Auf’m Platz sprach mit Trainer Sven Posberg

Auf’m Platz: „Hallo Sven, du bist schon länger im Amateurfußball aktiv. Welche Stationen hast du vor deiner Aufgabe bei TuS Buschhausen beigewohnt?“

Sven Posberg: „Ich war zwölf Jahre lang sowohl Spieler als auch Trainer bei SF Hamborn 07 mit einem Jahr Unterbrechung, als ich zum VfB Ruhrort/Laar gewechselt und dort von der Kreisliga A in die Bezirksliga aufstiegen bin. Bei Hamborn 07 habe ich mit der ersten Mannschaft zunächst Verbands- und dann Landesliga gespielt, bin dann mit der Zweiten in die Bezirksliga aufgestiegen und zu guter Letzt habe ich noch drei Jahre lang in der Drittvertretung gespielt, ehe ich sie ein Jahr lang in der Kreisliga A trainiert habe. Von Hamborn 07 ging es dann nach Adler Osterfeld in die Jugend, wo ich die A-Jugend coachte, die aber nach nur einem halben Jahr wieder abgemeldet wurde. Dann kam Udo Hauner (Jugendleiter/Trainer der 1. Mannschaft bei Adler Osterfeld, Anm. d. Red.) auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Interesse hätte die dritte Mannschaft von Adler Osterfeld zu übernehmen.“

 

Auf’m Platz: „Und dann bist du bei TuS Buschhausen gelandet. Wie ist es dazu gekommen?“

Sven Posberg: „Zum einen weil die Verantwortlichen von Adler Osterfeld erst Ende April oder Mitte Mai auf mich zu gekommen sind bezüglich einer Vertragsverlängerung. Das war mir eindeutig zu spät. Und dann kam das Angebot von Buschhausen, die zweite, beziehungsweise zwei Wochen später, die erste Mannschaft zu trainieren. Da war der Reiz eine erste Mannschaft zu trainieren einfach größer.“

 

Auf’m Platz: „Wie lief die Vorbereitung bei euch?“

Sven Posberg: „Wie so viele andere Mannschaften hatten wir das Problem mit den Urlaubern. Zu Beginn der Vorbereitung waren wir 12 bis 13 Spieler, am Ende waren es 25. Was den Einsatz anging, war ich sehr zufrieden. Die Jungs haben sich voll reingehangen, dementsprechend positiv waren die Testspielergebnisse. Leider haben wir mit Lars Kolodziejski, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat, einen längerfristigen Ausfall.“

Will TuS Buschhausen in den nächsten Jahren zum Aufstieg führen: Trainer Sven Posberg.
Will TuS Buschhausen in den nächsten Jahren zum Aufstieg führen: Trainer Sven Posberg.

Auf’m Platz: „Wie schaut deine Marschroute für diese Saison aus?“

Sven Posberg: „Ich werde viel beziehungsweise verstärkten Wert auf die Defensive legen. Sowohl die letzte Saison von TuS Buschhausen als auch die der Drittvertretung von Adler Osterfeld waren geprägt von einer hohen Anzahl an Gegentoren. 86 beziehungsweise 119 Gegentore standen am Ende der Saison auf dem Konto, was sich bei Adler Osterfeld III wieder relativiert, da wir gleichzeitig 177-mal ins gegnerische Netz trafen. Mit Sebastian Wolf, Michael Fergon, Kevin Nübel und Marco Zellmer sehe ich uns hinten nun ganz gut aufgestellt. In der Offensive ist die Qualität schon vorhanden.“

 

Auf’m Platz: „Jetzt habt ihr aus den ersten zwei Saisonspielen nur einen Punkt geholt und schon sechs Gegentreffer kassiert. Wie sieht dein bisheriges Fazit aus?“

Sven Posberg: „Die bisherigen Spiele haben uns ein gutes Stück nach hinten geworfen. Im ersten Spiel waren wir 45 Minuten mega schlecht, im zweiten 90 Minuten. Wenn wir so weiter spielen, dann wird es nichts mit einem Platz unter den ersten fünf, sondern können froh sein, wenn es so gerade für den Klassenerhalt reicht.“

 

Auf’m Platz: „Du hast doch deinen kompletten Kader von Adler Osterfeld mit rüber genommen. Eigentlich solltet ihr doch eingespielt sein.“

Sven Posberg: „Der Teamgedanken fehlt noch bei den Spielern. Wir haben das Problem, dass die neuen nicht mit den alten klar kommen und umgekehrt. Ich hoffe, dass das 1:4 gegen die Welheimer Löwen die Initialzündung war. Positiv war, dass die Mannschaft sich nach der Pleite zusammen gesetzt und drüber gesprochen hat. Wichtig ist, dass wir am Sonntag gegen SV Fortuna II mit einer ganz anderen Einstellung in die 90 Minuten gehen werden.“

"In zwei bis drei Jahren in der Kreisliga A spielen"

Auf’m Platz: „Du hast den Kader angesprochen. Wie setzt der sich zusammen?“

Sven Posberg: „Den Großteil meiner Mannschaft bildet die Fraktion von Adler Osterfeld III. Das sind 12 der 26 Spieler. Aus dem alten Kader sind Robin Gresen, mein Kapitän Sebastian Wolf, Kevin Nübel, Daniel Taberne und Christian Königs geblieben. Das sind allesamt keine schlechten Spieler, die eine Qualität haben, von der ich überrascht war. Vor allem, wenn man so hört, wie es hier im letzten Jahr abgelaufen ist, dass hier kaum Spieler beim Training waren und man von Disziplin weit entfernt war. Daniel Taberne und Sebastian Wolf werden auch zu meinen Führungsspielern gehören. Der restliche Kader setzt sich aus vier Neuzugängen von SC Buschhausen 1912  III, SF Hamborn 07 III, Hertha Hamborn und FC Hagenshof zusammen.“

 

Auf’m Platz: „Was hälst du von eurer Gruppe? Wer ist für dich Aufstiegsfavorit?“

Sven Posberg: „Wenn ich ehrlich bin, kann ich die Gruppe so gar nicht einschätzen. Die Welheimer Löwen haben in den letzten Jahren immer oben mit gekickt und auch BW Fuhlenbrock hat keine schlechte Mannschaft. Zudem ist TB Oberhausen immer ein Kandidat.“

 

Auf’m Platz: „Was willst du mit TuS Buschhausen erreichen?“

Sven Posberg: „Als realistisches Saisonziel einen einstelligen Tabellenplatz vorgeben, als Wunschziel einen Platz unter der ersten fünf. Doch dafür müssen wir uns gehörig steigern. Langfristig gesehen will ich in die Kreisliga A. Als Ziel habe ich mir dafür die nächsten zwei bis drei Jahre gesetzt. Doch zunächst müssen dafür die Strukturen aufgebaut werden. Ich sehe TuS Buschhausen noch in der Findungsphase, alles muss erst wachsen. Heutzutage hast du natürlich viele Mannschaften beziehungsweise Vereine, wo Geld bezahlt wird, das ist hier nicht der Fall. Hier bekommt keiner Geld, dafür wird bei uns die Kameradschaft großgeschrieben.“

Transfers

Neuzugänge:

Florian Müller, Christian Kammler, Rafael Parusel, Marcel Feld (alle SC Buschhausen 1912 III), Marco Zelmer (Sportfreunde Hamborn 07 III), Jonat Hammermeister (FC Hagenshof), Gianni Siegfried (Hertha Hamborn), Tim Kaspar, Rafael Grzesik, Michael Fergon, Christian Bulla, Diert Brosowski, Öztürk Yildirim, Lars Kolodziejski, Martin Nybye, Damian Parusel, Dennis Priebe, Patrick Stöckmann, Manuel Rustici (alle SV Adler Osterfeld III)


Abgänge:

Marc Mensch (PSV Oberhausen), Oliver Wotka (Post SV Siegfried Hamborn), Laurenz Siewert, Pascal Breuckamnn (beide PSV Oberhausen), Philip Kerkmann (SV Adler Osterfeld II)

Kader von TuS Buschhausen

Hintere Reihe (v.l.): Dierk Borowski, Patrick Stöckmann, Marcel Feld, Damian Parusel, Marco Zellmer, Martin Nybye, Michael Fergon, Christian Kammler

 

Mittlere Reihe (v.l.): Co-Trainer Mario Sylla, Trainer Sven Posberg, Rafael Parusel, David Lembke, Kevin Nübel, Gianni Siegfried, Lars Kolodziejski, Marvin Milch, Sebastian Wolf, Daniel Taberne, Betreuer Michael Kafka

 

Vordere Reihe (v.l.): Rafael Grezik, Christian Königs, Jonat Hammermeister, Christian Bulla, Robin Gresen, Manuel Rustici, Tim Kasper, Florian Müller

 

Hier geht es zum TuS Buschhausen bei Auf'm Platz

 

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Kommentare: 1
  • #1

    kenner (Mittwoch, 03 September 2014 00:15)

    mit den Neuzugängen von 12 tut sich 1900 kein Gefallen.Das sind Wandervögel,die jedes Jahr den Verein wechseln