„Unsere Gruppe hat Landesliganiveau“

Mannschaftsvorstellung

Aus Minus Sechs wurde Plus 16. Das ist keine komplizierte Formel, in der die fehlende Variabel gesucht werden muss. Diese Formel hat der SV Concordia im letzten Sommer selbst aufgestellt und im Mai auch wieder selbst gelöst. Die Belohnung ist der Aufstieg in die Bezirksliga. Doch was im letzten Jahr „ein ticken einfacher war“, wird jetzt zur großen Herausforderung. Denn nun ist wirklich tief stapeln angesagt. Bitter für Concordia: Zwei wichtige Stützen sind weggebrochen. Eins zu Eins ersetzen will Coach Gerhard Gayk diese Ausfälle nicht. Stattdessen soll die Last auf mehrere Schultern verteilt werden. Für Concordia kein Problem, denn die größten Leistungsträger konnten gehalten werden.

Von Thomas Illguth

Mannschaftsvorstellung SV Concordia Oberhausen

Bezirksliga

Während in der Spielzeit 2012/13 der Aufstieg in der Rückrunde verspielt wurde, lief in der Vorsaison alles wie am Schnürchen. Eine „gute“ Hinrunde mit „drei unglücklichen Niederlagen“ auf einem „fremden und schlechten“ Platz auf dem man „die eigene Spielstärke nicht entfalten konnte“, gepaart mit einer „sehr guten“ Rückrunde in der die Liga „dominiert“ wurde und man nur „einmal zurück lag“, ergeben den Aufstieg in die Bezirksliga. Die Determinanten des Erfolges waren aber nicht die Platzanlage oder die Taktik, sondern in erster Linie die Spieler. Und da auch wenn Gerhard Gayk seine komplette Mannschaft lobt, stachen doch ein paar Spieler hervor. Zum einen war es Damiano Schirru, der zwar nur in der Rückrunde spielen konnte, dafür aber mit seiner Oberligaerfahrung und der damit verbundenen Ausstrahlung der Mannschaft half. Und zum anderen Torjäger Matthias Menne, der 31 der 113 Tore erzielte und somit an 28 Prozent beteiligt war.

„Wir werden nichts verändern, nur weil wir die Klasse halten wollen“

Soll Maik Obermeyer als Sturmspitze ersetzen: Neuzugang Murat Cebeci.
Soll Maik Obermeyer als Sturmspitze ersetzen: Neuzugang Murat Cebeci.

Doch nun kehrt Schirru wieder zurück zum Oberligisten TV Jahn Hiesfeld. Der 28-jährige ist nach seinen langen und schwerwiegenden Verletzungen wieder fit und sucht noch einmal die Herausforderung Oberliga. „Der Wille bei ihm ist wieder da. Er hat sich bei uns die letzte Spritzigkeit geholt. Seine Rückkehr zu uns war natürlich eine geile Sache. Menschlich als auch sportlich ist er ein herber Verlust“, so Gayk. Neben Damiano Schirru verlässt noch Kay Hanysek den Verein, der zum Ligakonkurrent Genc Osman Duisburg wechselte. So blieb der Kader bis auf zwei Leute komplett zusammen, was für den 42-jährigen Cheftrainer natürlich optimal ist: „Wir müssen taktisch keine große Veränderungen vornehmen. Generell wollten und werden wir unser Spiel nicht großartig verändern. Unser Ziel ist es, in erster Linie hinten sicher zu stehen. Ob wir unser Spiel aufziehen können, hängt dann vom Gegner ab.“ Eine Hiobsbotschaft gab es dennoch für den Aufsteiger: Kurz vor dem Testspiel gegen die U23 von RW Oberhausen zog sich Angreifer Maik Obermeyer ein Kreuzbandriss holen und fällt mindestens die Hinrunde aus. „Das ist gravierend. Wir sind ohne hin offensiv nicht so aufgestellt“, so Gayk. Als Ersatz wurde von Murat Cebeci von Fortuna Alstaden verpflichtet, da Alkan Candan und Senad Beric mehr über die Flügel kommen und nicht die typischen Stoßstürmer sind.

   Das Testspiel gegen den Oberligisten RWO II verlor Concordia übrigens mit 2:6. Ohnehin traf der Bezirksligaaufsteiger auf so einige Hochkaräter in der Vorbereitung. Im Einzelnen waren das SV Hönnepel-Niedermörmter (Oberliga), FC Kray (Regionalliga), RW Oberhausen II (Oberliga) und VfB Speldorf (Landesliga). Dabei gab es nur gegen Speldorf eine richtige Klatsche (0:10), während die anderen Resultate sich noch im Rahmen hielten. Gegen SC 20 Oberhausen, Post Oberhausen und TSV Safakspor gab es für Concordia dagegen klare Siege. Was die Trainingsbeteiligung angeht, so war das Duo um Trainer  Gerhard Gayk und Co-Trainer Karsten Häse recht zufrieden: „Wir hatten die üblichen Amateurprobleme, also Urlaub und berufsbedingte Ausfälle. Und bis auf Maik Obermeyer keinen Verletzen.“

Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zum Bezirksligastart und die Spieler sind „heiß.“ Natürlich weiß der 42-jährige was für eine Aufgabe auf ihn und seine Mannschaft zu kommt: „Es geht in jedem Spiel ums überleben. Wir müssen sieben Teams finden, die eine schlechtere Saison spielen als wir, was nicht leicht wird, denn ich schätze diese Bezirksligagruppe stärker ein als die der letzten Saison. Das hat fast schon Landesliganiveau.“ Zum Auftakt geht es für den Aufsteiger zur etablierten Bezirksligamannschaft Adler Osterfeld. „Ich hoffe auf eine volle Hütte. Zu Adler selbst brauch man nicht mehr viel zu sagen. Starker Name, starker Gegner. Und auch im Pokal haben sie eine starke Leistung gezeigt“, so Gayk. An eine Schwächung durch die Platzverweise und Verletzten glaubt er nicht: „Die Jungs, die hinten dran sind, wollen auch Spielen und sich empfehlen. Es wird nicht leichter für uns durch die Platzverweise.“

Testspiele in der Vorbereitung

Datum Gegner Spielort Ergebnis
16. Juli SV Hönnepel-Niedermörmter (Oberliga) Heim 1:4
18. Juli SC 20 Oberhausen (Kreisliga A) Heim 5:1
20. Juli DJK Adler Union Frintrop (Bezirksliga) Auswärts 4:5
23. Juli FC Kray (Regionalliga) Auswärts 1:4
26. Juli VfR Ebel (Kreisliga A) Heim 4:4
27. Juli Post Oberhausen (Kreisliga B) Heim 7:1
30. Juli RW Oberhausen II (Oberliga) Heim 2:6
03. August TSV Safakspor (Kreisliga A) Heim 6:3
10. August DJK Adler Oberhausen (Kreisliga B) Heim 5:3
12. August VfB Speldorf (Landesliga) Heim 0:10

Auf'm Platz sprach mit Trainer Gerhard Gayk

Auf’m Platz: „Gerhard, klär die Leser auf. Was waren die Gründe für den Durchmarsch? Die Wut nach dem verpatzten Aufstieg? Der neue Kunstrasen? Die Neuzugänge? Was war es?“

Gayk: „Zum einen haben die Jungs sich gesteigert im Vergleich zur Vorsaison. Wir waren breiter aufgestellt, was den Konkurrenzkampf anfachte und die Spieler somit besser wurden. In der Spielzeit 2012/13 hatten wir zahlreiche Ausfälle zum Schluss und beim Ersatz was das Potenzial nicht so da. Viel ausgemacht hat auch die Rückkehr von Damian Schirru. Er, Senad Beric, Serhat Erdogan, Mirco Kaulmann. Das waren die Spieler, die aufgrund ihrer höherklassigeren Erfahrung viel dazu beigetragen haben und auch intern das Sagen haben. Insgesamt ist die ganze Mannschaft, vor allem in der Rückrunde, noch näher zusammen gerückt. Das Mannschaftsgefüge hat einfach den Unterschied ausgemacht. Ein weiterer wichtiger Baustein war, dass wir von schweren Verletzungen und vielen Platzverweisen, anders als es noch in der Saison davor der Fall war, verschont geblieben sind. Denn wir haben in der letzten Spielzeit viel Wert auf Disziplin gelegt. Wer nicht gehört hat, saß draußen auf der Bank. Im Jahr davor waren immer mal welche dabei, die bis zur vier Wochen gefehlt haben und wenn dann Leistungsträger dabei waren, dann ist das bitter.“


Auf’m Platz: „Für dich war es deine erste Trainersaison. Wie ist dein persönliches Fazit?“

Gayk: „Die Saison hat mir sehr viel Spaß gemacht. Insbesondere die Rückrunde, die sich zum einem Selbstläufer entwickelt hat. Wenn man Tabellenerster ist, dann macht es auch nun mal Spaß. Dann kommen die Jungs auch gerne zum Training, das war in den vergangen Jahren nicht so der Fall. Was mit besonders freut, ist dass die Jungs sich weiter entwickelt haben. Ich kenne sie jetzt auch schon ein paar Jahre und gerade mit dem Aufstieg haben sie noch einen Schritt nach vorne gemacht.“


Auf’m Platz: „Ihr habt viele Testspiele gegen höherklassigeren Mannschaften bestritten. Steckte da ein Lerneffekt hinter?“

Gayk: „In erster Linie wollten wir den Jungs was Schönes bieten. Sie sollten drauf achten, wie sich Spieler aus der Ober- und Regionalliga in gewissen Situationen verhalten. Zusätzlich waren die Spieler auch eine laufintensive Trainingseinheit im Wettkampfmodus.“

Hofft auf einen einstellingen Tabellenplatz: Coach Gerhard Gayk.
Hofft auf einen einstellingen Tabellenplatz: Coach Gerhard Gayk.

Auf’m Platz: „Wie konnten eure starken Spieler gehalten werden? Hat da der neue Kunstrasen eine Rolle mit gespielt?

Gayk: „Das hat nichts mit dem Kunstrasen zu tun. Die Jungs wollen Bezirksliga spielen, weil sie wissen, dass sie es sich verdient haben. Der Hauptgrund ist aber, dass bei uns die Kameradschaft passt. Die Jungs verstehen sich auch außerhalb des Platzes sehr gut. Zudem haben wir viele Brüderpaare in unseren Reihen. Es geht halt alles sehr familiär zu, hier auf Concordia, da spielt Geld keine Rolle.“


Auf’m Platz: „Wie sieht deine Einschätzung zur Gruppe aus?“

Gayk: „Wir haben eine Hammergruppe erwischt. Für mich kommt es auf den Start an. Erwischt du einen guten, dann hast du möglicherweise einen Lauf. Natürlich sind wir in allen Spielern Außenseiter, aber in der Bezirksliga hängt auch viel von der Tagesform ab. Es kann sein, dass du zum Beispiel gegen RW Mülheim, die wir vorherige Saison in einem Testspiel besiegten, eine Klatsche bekommst, dafür aber in der nächsten Woche gegen Genc Osman Duisburg gewinnst. Jeder kann mal einen schlechten Tag erwischen. Oder nehmen wir die Platzanlage. Da greife ich gerne nochmal auf RW Mülheim zurück. Die spielen noch auf Asche, dann kann es gut sein, dass unsere Spieler anders auflaufen beziehungsweise sich anders verhalten werden, weil sie jetzt schon an den Kunstrasen gewohnt sind.“


Auf’m Platz: „Wer spielt deiner Meinung nach um den Aufstieg mit?“

Gayk: „Da gibt es so einige Kandidaten. Aus dem Duisburger Raum rechne ich mit Genc Osman Duisburg, Absteiger SF Hamborn 07 und meinem Geheimfavoriten Rheinland Hamborn. Aus Oberhausen traue ich BW Oberhausen und Adler Osterfeld zu, ganz oben mitzuspielen.  Vielleicht auch noch Arminia Klosterhardt. Und selbstverständlich auch die anderen Absteiger Viktoria Buchholz und Mülheimer SV.“


Auf’m Platz: „Dein erstes Jahr als Cheftrainer ist nun rum. Wie schaut  deine langfristige Planung mit dem SV Concordia aus?“

Gayk: „Bis auf Murat Cebeci, der 35 Jahre ist, sind wir eine recht junge Mannschaft. Die können jetzt in der Bezirksliga einen großen Schritt nach vorne machen. Das Potenzial zur Weiterentwicklung ist auf jeden Fall da. Natürlich kann jederzeit ein außergewöhnliches Angebot kommen, wo man sich da Gedanken macht oder falls wir jetzt nach der Hinrunde letzter sind, werden vielleicht welche gehen. Oder aus beruflichen Gründen, aber da kommen auch nur ein bis zwei infrage. Aber ich denke, dass die Mannschaft im Kern zusammen bleiben wird. Unsere ganzen Brüderpaare sowieso und sollten wir die Klasse halten können, kommt vielleicht noch mehr Qualität zu uns. Der Kunstrasen könnte da ja mit eine Rolle spielen.“


Auf’m Platz: „Viele Vereine sind um Nachhaltigkeit bemüht. Das ist ja bei euch nicht möglich.“

Gayk: „Richtig, wir habe aktuell keine A-Jugend, was für mich ein sehr großer Nachteil ist, denn es gibt nichts besseres als eine A-Jugend zu haben. Denn Fakt ist: Wenn du keine Jugend hast und zwei bis drei Spieler hauen ab, dann  kannst du nichts hoch holen, sondern musst dich von anderen Vereinen bedienen und dann musst du Geld in die Hand nehmen. Und Geld wird bei uns nicht bezahlt. Deshalb ist es auch schwer, wenn du BW Oberhausen in deiner unmittelbaren Nachbarschaft hast.“


Auf’m Platz: „Wie sollte denn das optimale Modell aussehen?“

Gayk: „Arminia Klosterhardt sollte ein Vorbild für viele Vereine sein. Die erste spielt in der Landesliga, die zweite in der Bezirksliga und die dritte kämpft um den Aufstieg in die Kreisliga A. Und das zum größten Teil mit Spielern aus der Jugend. Dort spielen die Jungs lange Zeit zusammen und gehen auch gemeinsame Wege, wodurch eine Einheit entsteht.“

Transfers

Neuzugänge:

Christoph Hübers (SV Adler Osterfeld), Dennis Eichert (VfR 08 Oberhausen), Tim Marquardt (SF Königshardt), Murat Cebeci (Fortuna Alstaden)

 

Abgänge:

Damiano Schirru (TV Jahn Hiesfeld), Kai Hanysek (Genc Osman Duisburg)

Kader von Concordia Oberhausen

Hintere Reihe (v.l.): Trainer Karsten Häse, Matthias Menne, Timo Kaulmann, Paul Okon, Dennis Eichert, Andre Schermann, Dominik Winken, Murat Ouldaly, Marco Schermann

 

Mittlere Reihe (v.l.): Trainer Gerhard Gayk, Maik Obermeyer, Marvin Blechschmidt, Kalle Okon, Senad Beric, Serhat Erdogan, Tim Marquadt, Benjamin Boateng, Murat Cebeci, TW-Trainer Jürgen Rybinski, Co-Trainer Michael Häse, Betreuer Manolo Dente

 

Vordere Reihe (v.l.): Mücahit Öztürk, Mirco Kaulmann, Alkan Candan, Christopher Hübers, Abdullah Adigüzel

 

Es fehlen: Mark Mailer, Soner Tabakoglu, Erwin Dizon

 


Hier geht es zur SV Concordia Oberhausen bei Auf'm Platz

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Zuschauer (Donnerstag, 21 August 2014 11:01)

    Murat ist meiner Meinung her kein Ersatz sondern eine Verstärkung für Concordia. Hab mir das Spiel gegen Hö-Nie angeschaut und der ist auf jeden fall stärker als der Obermeyer.

    Maradona Murat wieder im Geschäft !

  • #2

    Murat Abi (Donnerstag, 21 August 2014 11:02)

    Viel Glück Murat du machst noch deine 20 Buden.

    Gruß Tackenberger.

  • #3

    .. (Donnerstag, 21 August 2014 14:16)

    Landesliganiveau :D

  • #4

    Bernd (Donnerstag, 21 August 2014 14:28)

    Wenn die Liga fast landesliga Niveau hat und ihr zehn Stück gegen speldorf bekommen habt, dann wird das eine ganz harte Saison für euch.. Zum glück ist zwischen Ll und bl noch ein großer Unterschied.

    Viel Glück Concordia für sie Saison

  • #5

    Amuna (Donnerstag, 21 August 2014 14:58)

    Viel Erfolg Murat.

  • #6

    Roger Cicero (Donnerstag, 21 August 2014 16:58)

    Forza Concordia

  • #7

    SV Fortuna Bottrop 1932 e.V. (Donnerstag, 21 August 2014 19:27)

    Immer positiv denken!

    Viel Glück und Erfolg in der Bezirksliga.

    Ihr werdet den Klassenerhalt schaffen!!