Polonia Bottrop nimmt die Favoritenrolle nicht an

Mannschaftsvorstellung

Ganz Fußball-Bottrop wirft einen Blick nach Ebel an die Platzanlage am Lichtenhorst, denn nicht nur beim VfR Bottrop-Ebel tut sich etwas, auch der FC Polonia ist im Aufschwung. Trainer Adam Karpinski ist gewillt den Verein in alle Münder zu bringen und in Zukunft bekannter zu machen. Durch namenhafte Zugänge wird der B-Ligist von den Konkurrenten als Aufstiegsfavorit gehandelt, doch der FC nimmt diese Rolle nicht an.

Von Peter Piotrowski

Mannschaftsvorstellung FC Polonia Bottrop

Kreisliga B

Gekommen sind Trainer Adam Karpinski und sein Bruder Daniel Karpinski, der als Co-Trainer fungiert, um die Klasse zu halten. In der vergangenen Saison ist ihnen dieses Ziel auch gelungen und der FC hat die Spielzeit auf dem zehnten Tabellenplatz abgeschlossen. Besonders schwierig war die Lage bei Feiertagen oder verlängerten Wochenenden: „Viele haben die Familie in Polen und sind dementsprechend oft da und fallen aus“, beschreibt Karpinski. Doch damit wollen sich die Karpinski Brüder nicht anfreunden: „Wir sind nicht hier hin gekommen, um ständig gegen den Abstieg zu kämpfen. Wir haben jetzt darauf geachtet, dass wir nicht mehr solche Probleme bekommen und haben trotz der Urlaubszeit immer 14 bis 16 Mann beim Training“, so das Trainerteam.

   Und glaubt man der Konkurrenz, wird der FC in der kommenden Spielzeit mit dem Abstieg nichts zu tun haben, im Gegenteil: Viele Vereine haben Polonia als Favoriten auf dem Zettel. Doch trotz einiger Veränderungen und namenhafter Neuzugänge distanziert sich Karpinski ganz klar von der Favoritenrolle: „Wir nehmen diese Rolle nicht an, wir sehen uns im gesicherten Mittelfeld.“ Der wohl namenhafteste Neuzugang ist Radoslaw Jankowski, der vom Landesliga-Absteiger SV Rhenania Bottrop an den Lichtenhorst gewechselt ist. „Ich habe Radoslaw ein halbes Jahr genervt, damit er kommt“, lacht Karpinski, der im Interview (siehe unten) mit Auf'm Platz näheres dazu verrät.

Adam Karpinski: „Wir nehmen die Favoritenrolle nicht an!“

Führt die Mannschaft als Kapitän an: Neuzugang Radoslaw Jankowski.
Führt die Mannschaft als Kapitän an: Neuzugang Radoslaw Jankowski.

   Doch Karpinski will sich trotzdem nicht weit aus dem Fenster lehnen und bleibt auf dem Boden der Tatsachen: „Auf Grund von ein, zwei Spielern steigt man nicht direkt auf“, so der Cheftrainer. „Wir arbeiten weiter und wollen es langsam angehen. Wir arbeiten Schritt für Schritt und werfen nicht direkt alles aufs Ganze“, ergänzt Karpinski. Mit Blick auf die vergangene Saison sind die Verantwortlichen bereits einige Schritte weiter, denn neben einer schlagkräftigen ersten Mannschaft soll auch eine Zweitvertretung ins Rennen geschickt werden. „Bei einem Kader von 24 Spielern musst du eine zweite Mannschaft melden“, so Karpinski. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der ersten Mannschaft und „irgendwann“ soll diese dann in der Kreisliga A an den Start gehen. Das ist das Ziel auf lange Sicht, doch nicht das einzige: „Wir wollen den Verein bekannter machen“, so Karpinski, was er damit genau meint erfahrt Ihr im Interview (siehe unten).

   Und nicht nur mit den Veränderungen und den Neuzugängen sind die beiden Karpinski-Brüder zufrieden. Auch die Vorbereitung stellt das Trainerteam zufrieden. „Die Mannschaft war bei den Testspielen noch nicht so, wie sie sein kann, doch die Jungs, die gespielt haben, haben die anderen sehr gut ersetzt. Die Vorbereitung läuft sehr gut und die Trainingsbeteiligung ist beeindruckend bei dem kleinen Verein und der Urlaubszeit“, freut sich Karpinski. Doch am kommenden Sonntag beginnt dann der Ernst mit dem Pokalspiel gegen den SSV Bottrop, ehe es am 24. August dann mit der Meisterschaft losgeht. „In den ersten drei Spielen werden wir dann sehen, welche Richtung wir einschlagen“, verrät Karpinski.

Testspiele in der Vorbereitung

Datum Gegner Spielort Anstoß/Ergebnis
23. Juli Eintracht Borbeck (Kreisliga B) Asuwärts  2:2
01. August SV Borbeck II (Kreisliga C) Heimspiel 5:1
10. August NK Croatia Essen (Kreisliga B) Heimspiel 3:0
       

Auf'm Platz sprach mit Trainer Adam Karpinski

Möchte in Zukunft als sportlicher Leiter fungieren: Trainer Adam Karpinski.
Möchte in Zukunft als sportlicher Leiter fungieren: Trainer Adam Karpinski.

Auf’m Platz: Hallo Adam. Ihr sprecht von Veränderungen, was genau tut sich bei Euch?

Karpinski: „Die Planung ist, in den kommenden Wochen einen Trainer für die zweite Mannschaft vorzustellen und eine zweite Mannschaft zu stellen. Denn wir haben einen Kader von 24 Mann und es werden noch welche hinzukommen. Auch eine Alte-Herren Mannschaft wollen wir stellen und haben da schon einige Spieler. Auch ein kleines Häuschen als Vereinsheim haben wir uns hier aufgestellt und wir statten jetzt die Mannschaft aus - Präsentationsanzüge und Trainingsklamotten sind jetzt bestellt. Natürlich sind auch die Neuzugänge eine große Veränderung. Weiterhin sind natürlich alle herzlich Willkommen bei uns, gerade für die zweite Mannschaft suchen wir noch Verstärkung.“

 

Auf’m Platz: „Du sprichst die Neuzugänge schon an: Wie bekommt man Spieler wie Radoslaw Jankowski nach Polonia?

Karpinski: „Es ist sehr schwer Spieler nach Polonia zu holen, da wir den Spielern kein Geld anbieten können, was die meisten aber erwarten. Die meisten Spieler kommen, weil sie Polen sind. Bei Rado (Radoslaw Jankowski) hab ich nicht locker gelassen, ich habe ihn ein halbes Jahr lang genervt, dass er kommen soll. Als er dann gesehen hat, was sich hier alles ändert, hat er dann zugesagt. Zudem ist die Kameradschaft einfach top und die Spieler kennen sich alle schon seit Jahren. Es ist einfach toll, was wir auf die Beine gestellt haben, dass ist als kleiner Verein eigentlich unmöglich. Ein großer Lob geht daher auch an Daniel (Daniel Karpinski, Co-Trainer), ohne ihn hätte ich das alles niemals geschafft und Matti (Matthäus Bogdan, Geschäftsführer), der uns bei unseren Ideen unterstüzt.“

Adam Karpinski: „Irgendwann soll es in die Kreisliga A gehen“

Sie sollen die Erfahrung mitbringen: Sechs von zehn Neuzugängen des FC Polonia.
Sie sollen die Erfahrung mitbringen: Sechs von zehn Neuzugängen des FC Polonia.

Auf’m Platz: „Was erhofft Ihr Euch jetzt von euren Neuzugängen?“

Karpinski: „Wir hoffen, dass diese Spieler mit ihrer Erfahrung die nötige Ruhe in die Mannschaft bringen können und die Mannschaft führen können. Zudem haben wir an Qualität gewonnen und durch die Erfahrung können uns die Spieler nach vorne bringen. Die Stimmung ist einfach bombe und wir haben auch geguckt, dass die Jungs in die Mannschaft reinpassen.“

 

Auf’m Platz: „Viele sehen Euch, gerade wegen der Neuzugänge, als Favorit auf den Aufstieg. Nehmt ihr diese Rolle an oder habt ihr Euch ein anderes Ziel gesetzt?“

Karpinski: „Wir nehmen diese Rolle nicht an. Wir sehen uns im gesicherten Mittelfeld von Platz vier bis sieben. Es braucht alles seine Zeit und geht nicht von jetzt auf gleich. Nur wegen ein, zwei neuer Spieler steigt man nicht auf. Wir arbeiten Schritt für Schritt und das Ziel ist eine stabile Mannschaft auf die Beine zu stellen.“

 

Auf’m Platz: „Wen seht Ihr stattdessen als Favoriten?“

Karpinski: „Es ist wohl noch nicht klar, ob TB Oberhausen mit der ersten oder der zweiten Mannschaft in unserer Gruppe startet, aber wenn es die erste Mannschaft sein wird, werden sie oben mitspielen. Die Welheimer Löwen, BW Fuhlenbrock und RSV Klosterhardt hab ich auch auf dem Zettel, aber die ersten Spiele werden zeigen, welche Mannschaften in welche Richtung gehen werden.“

 

Ohne Ihn wäre einiges nicht möglich gewesen: Co-Trainer Daniel Karpinski.
Ohne Ihn wäre einiges nicht möglich gewesen: Co-Trainer Daniel Karpinski.

Auf’m Platz: „Wird man Daniel und Dich langfristig beim FC Polonia sehen und wo soll es in Zukunft hingehen mit dem Verein?“

Karpinski: „Uns wird man noch länger hier sehen, denn wir arbeiten sehr gerne hier. In Zukunft möchte ich aber als Sportlicher Leiter die Geschicke des Vereins leiten, Daniel hingegen will weiter als Trainer arbeiten. Irgendwann soll es dann in die Kreisliga A gehen, doch das ist jetzt für die kommende Spielzeit nicht das Ziel. Das langfristige Ziel ist den Verein weiter auszubauen und bekannt zu machen. Wir wollen mehr Mannschaften und in Zukunft auch eine Jugendabteilung. Außerdem wollen wir die Leute mehr an den Verein binden und eine große Gemeinschaft bilden. Wir müssen es auch langsam angehen, da wir die finanziellen Mittel einfach nicht haben. In Zukunft wollen wir auch mehr Sponsoren von uns überzeugen.“

 

Auf’m Platz: „In der heutigen Zeit hört man im Amateurfussball viel von Fusionen, um kleine Verein zu retten. Jetzt seid ihr auch ein kleiner Verein, würde da eine Fusion in Frage kommen?“

Karpinski: „Wenn jetzt hier ein polnischer Verein in der Nähe wäre, könnte man darüber sprechen und gucken, ob es uns verstärken würde. Aber mit einem anderen Verein würde es nichts bringen, von der Kultur her. Wir sind ein polnisch stämmiger Verein und das würde nur Probleme geben dann. Unser Vorbild ist Polonia Wuppertal, die machen sehr gute Arbeit und haben auch mehrere Mannschaften und sogar eine Jugendabteilug, doch Wuppertal ist natürlich zu weit weg, deshalb arbeiten wir weiterhin eigenständig.“

Transfers

Neuzugänge: 

Radoslaw Jankowski, Mike Peryt, Sebastian Roj (alle drei SV Rhenania Bottrop), Christoph Dryja, Mathias Blankenberg (beide RW Welheimer Löwen), Mateusz Wacek, Damian Wacek, Lukas Okoniewski und Adam Kucharski (bisher vereinslos), Thomas Mika (DJK Kellen)

 

Abgänge:

Adrian Schymon, Janusz Wacek (Sportfreunde 08/21), Daniel Mista (SG Kaprys Oberhausen)

Kader des FC Polonia Bottrop

Hintere Reihe (v.l.n.r.): Viktor Strzebinczyk, Peter Oles, Martin Nowrocki, Arthur Kischka, Dirk Holz, Christoph Dryja
 
Mittlere Reihe (v.l.n.r.): Co-Trainer Daniel Karpinski, Mathias Blankenberg, Arkadiusz Dec, Andreas Konietzny, Roman Giza, Mike Peryt, Gregor Kotyczka, Sebastian Roj, Radoslaw Jankowski, Trainer Adam Karpinski
 
Untere Reihe (v.l.n.r.):
Betreuer Hubert Kowalski, Adam Kucharski, Mathäus Bogdan, Kassierer Janusz Konietzny
 
Es fehlen: Damian Wacek, Mateusz Wacek, Daniel Böhle, Miroslaw Konietzny, Christoph Wacek, Christoph Dec, Rafal Widera, Thomas Mika, Lukas Okoniewski, Mateusz Cejnowa
 
 
 

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Kommentare: 7
  • #1

    Muss nicht sein (Donnerstag, 14 August 2014 20:57)

    Nervige Diskussionen.
    Ich wünsche Adler das sie einen Torwart finden und eine gute Saison spielen, die Msnnschaft ist gut aber unerfahren und disziplinlos. Wenn man daran arbeitet ist Adler im nächsten Jahr ein ernsthafter Kandidat.
    In diesem Jahr geht der Aufstieg an Arminia, außer TBO bleibt in dieser Gruppe.
    SFK, die Bot Fusionstruppe und die junge Msnnschaft von Post streiten sich um den Rest

  • #2

    Super (Donnerstag, 14 August 2014 23:25)

    Eine Fusion würde nur mit anderen polnischen Vereinen funktionieren?
    Das würde nicht von der Kultur her passen? Da bin ich aber richtig enttäuscht von solchen Aussagen!
    Das hat mit Integration leider nichts zu tun. Außerdem habt ihr euch doch immer als Schlesier verkauft. Oder bin ich jetzt im Falschen Film?

  • #3

    Beckenbauer (Freitag, 15 August 2014 10:20)

    Es ist ja eigentlich super, dass man den Mut einen winzigen Verein komplett neu aufzubauen. Und mit Rado und Maik haben Sie für diese Liga 2 Granaten. Aber selbst wenn alle polnischen Jungs aus Bottrop zu euch wechseln, werdet Ihr keine komplette Jugendabteilung aufstellen können.. Man sieht doch schon beim VfR Ebel, dass die Lage katastrophal ist, um Jugendspieler zu holen. Polonia wird in den nächsten Jahren in der Kreisliga A landen und 2 Senoiren Teams melden können + AltHerren. das wars dann aber auch.

  • #4

    Polonia (Freitag, 15 August 2014 11:22)

    Ich glaube Herr Karpinski meint damit, dass er die polnische Kultur im Verein weiterhin behalten möchte (was den Verein zum Teil auch ausmacht und von anderen Vereinen unterscheidet) wie z.B. das polnische Tyskie Bier und polnische Krakauer (was auch sehr lecker ist) und das mit anderen Vereinen (egal ob deutsch, türkisch usw.) schwer zu vereinbaren wäre.
    Integration findet dort definitiv statt! Für viele Polen ist der Verein erste Anlaufstelle und lernen hier zum Teil die Deutsche Sprache mit Hilfe der Mannschaft (wo hier auch schon viele Nicht-Polen sind) und aus dem Vereinsumfeld kennen.
    Es ist ein normaler Verein mit polnischem Hintergrund (wozu Schlesien auch dazugehört) und kein rein schlesischer Verein.

  • #5

    Neutraler (Freitag, 15 August 2014 11:32)

    Mit dem Aufstieg werdet ihr rein garnichts zutun haben da denk ich eher an rsv , tbo , bwf , und eventuell Fortuna 2

  • #6

    hää (Samstag, 16 August 2014 00:47)

    ..zu #2:
    ..würd ich nun auch mal liebend gerne wissen, ob's nun ein schlesischer oder polnischer Verein ist..

  • #7

    hahaha (Samstag, 16 August 2014 12:32)

    hahaha Kreisliga A... Du hast meinen Sonntag gerettet DANKE !!!!!