Die Welheimer Löwen wollen "kleine Brötchen backen"

Mannschaftsvorstellung

Seit Jahren gibt es an der Welheimer Straße nur ein Ziel: Den Aufstieg in die Kreisliga A. Doch in der vergangenen Saison hat es nur für den fünften Tabellenplatz gereicht. Jetzt soll sich bei den Welheimer Löwen einiges ändern. Trotz einiger namenhafter Abgänge können sich auch die Neuzugänge des Bottroper B-Ligisten sehen lassen - dennoch ist vom Aufstieg in dieser Saison überraschenderweise nicht die Rede.

Von Peter Piotrowski

Mannschaftsvorstellung Welheimer Löwen

Kreisliga B

„Das war eine Seuchensaison für uns“, so Löwen-Trainer Thomas „Netzer“ Ochojski mit Blick auf die abgeschlossene Spielzeit. Eine der Hauptgründe dafür war die angespannte Personalsituation bei den Welheimern. „Wir waren von Verletzungen geprägt. Und das waren nicht irgendwelche Spieler, das waren Leader in der Mannschaft“, erklärt Ochojski. Doch Jammern kommt für den Übungsleiter nicht infrage. Die vergangene Saison ist abgeschlossen und die Welheimer stecken mitten in der Vorbereitung. Dabei haben sie schon einige Testspiele hinter sich und mit den Resultaten ist „Netzer“ derzeit zufrieden: „Bis jetzt waren auch nicht immer alle da und wir haben teilweise mit einem zusammengewürfelten Kader gespielt gespielt. Aber 13 bis 14 Spieler haben wir immer da und die geben dann alles und bis jetzt bin ich total zufrieden mit den Spielen“, gibt Ochojski zu Protokoll.

   Und mit der neuen Spielzeit kommen auch neue Ansichten und neue Ziele. Vom Aufstieg ist an der Welheimer Straße in diesem Jahr nicht die Rede, bei „Netzer“, wie er liebevoll gerufen wird, hat ein Umdenken stattgefunden: „Wir gehen das in dieser Saison ganz anders an und sprechen nicht vom Aufstieg. Wir backen erst mal kleine Brötchen.“ 

Thomas Ochojski: "Wir sprechen nicht mehr vom Aufstieg"

Thomas "Netzer" Ochojski.
Thomas "Netzer" Ochojski.

   Doch trotzdem hofft der Übungsleiter darauf, dass die Welheimer die „Seuche“ ablegen und in der neuen Spielzeit das Verletzungspech nachlässt. „Wenn alle da sind und wir komplett sind und aus dem Vollen schöpfen können, spielen wir eine gute Rolle“, so Ochojski. Doch viel wichtiger in der neuen Saison ist das an der Welheimer Straße wieder Ruhe und Struktur reinkommt: „Wir wollen den Verein wieder auf Vordermann bringen“, lautet das Ziel. Auch eine Fusion könnte man sich gut vorstellen und bald will man auf einem Kunstrasen auflaufen in Welheim, wie Ochojski im Interview (siehe unten, d. Red.) verrät. 

   Spielt der Aufstieg wirklich keine Rolle mehr oder will man nicht nach Ausreden suchen, wenn es wieder nicht gelingt? Klar ist jedenfalls, dass Ochojski das volle Vertrauen des Vereins hat und das Abschneiden mit seiner Mannschaft keinen Einfluss auf seine Aufgabe als Übungsleiter hat. Bereits seit fünf Jahren ist „Netzer“ im Amt bei den Welheimern und von Unzufriedenheit ist von beiden Seiten nichts zu spüren. „Hier stimmt einfach vieles“, freut sich Ochojski. Gerade das Miteinander spricht für die Welheimer: „Hier geht es sehr freundschaftlich zu. Wir machen Grillabende, Pokern mal zusammen oder sonst was. Aber auch das Sozialverhalten hier stimmt. Spieler die verletzt sind kommen zu den Spielen als Zuschauer und auch die Familien von den Spielern lassen sich sehen und das bestimmt nicht, weil wir scheiße sind. Hier geht es einfach um den Spaß und den haben wir“, beschreibt der Cheftrainer das Miteinander der Welheimer.

Testspiele in der Vorbereitung

Datum Gegner Spielort Anstoß/Ergebnis
 31. Juli SC 1920 Oberhausen (Kreisliga A) Auswärts 1:0
03. August Hiddinghauser FV (Kreisliga A) Auswärts 4:2
05. August Phönix Essen III (Kreisliga C) Heimspiel 9:0
10. August SF Hamborn 07 III (Kreisliga A) Auswärts 13 Uhr
13. August FC Ritter (Kreisliga C) Auswärts 19 Uhr

Auf'm Platz sprach mit Thomas Ochojski und Kevin Wachter

Auf’m Platz: „Vor fünf Jahren kam „Netzer“ als Trainer und damals hieß es in fünf Jahren spielt ihr in der Bezirksliga, jetzt seid ihr immer noch in der Kreisliga B und trotzdem schenkt ihr eurem Trainer vollstes Vertrauen. Wie lässt sich das erklären?“

Wachter: „Er ist einer, der auf alle Leute zugeht und viel tut, bei der Mannschaft stößt er auf Zuspruch. Er ist keiner, der die feine Krawatte raushängen lässt, sonder ein „Arbeitstier“. Es gab auch schon andere Trainer, die das Handtuch längst geschmissen hätten, aber „Netzer“ bleibt immer ruhig, sachlich und er jammert nicht. Er ist hart, aber trotzdem fair. Zudem hat er eine enge Bindung zum Verein und auch zum Stadtteil und ist einfach kein Unbekannter. Außerdem macht er auch neben der Mannschaftsbetreuung noch viel für den Verein. Ich denke das sind seine Pluspunkte.“

 

Auf’m Platz: „Das Ziel war es auch in der vergangene Saison aufzusteigen. Woran seid ihr gescheitert?“

„Netzer“: „Wir hatten einfach die Seuche. Es waren nie alle da, wenn es nicht arbeitstechnisch war oder auf Grund von Sperren, dann kam das Verletzungspech. Und nicht von irgendwelchen Spielern, sondern von Leistungsträgern. Doch die Spieler, die da waren, haben immer alles gegeben auf dem Platz und das ist das wichtige. Wir waren in beiden Spielen gegen Dostlukspor besser, aber die sind am Ende aufgestiegen, so ist es halt. Das ist doch bei jedem Verein so, egal ob groß oder klein: Wenn man aus dem Vollen schöpfen kann, ist man stark. Aber man kann zufrieden sein, denn wir haben auch nicht eine „Klatsche“ bekommen."

Das Betreuer-Duo: Kevin Wachter (l.) und Ulrich Galonska.
Das Betreuer-Duo: Kevin Wachter (l.) und Ulrich Galonska.

Auf’m Platz: „Du bist zwar dafür bekannt, dass du nicht auf die Konkurrenz schaust, aber mit wem muss man diese Saison rechnen?“

„Netzer“: „Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, wer da alles in unserer Gruppe ist. Wenn ich aber höre, wer da alles nach Polonia gegangen ist, die haben sich schon verbessert und die habe ich auf dem Zettel. Auch die Oberhausener sind unbeschriebene Blätter, aber einen richtigen Topfavoriten habe ich jetzt nicht.“

Wachter: „Also ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit Polonia rechnen muss. Die Oberhausener kann ich nicht so gut einschätzen, aber man hört einiges davon. Aber auch Fuhlenbrock schätze ich stark ein.“

 

Auf’m Platz: „Wo wollt ihr in dieser Saison hin?“

„Netzer“: „Wir reden jetzt nicht mehr vom Aufstieg. Wir backen jetzt kleine Brötchen und gucken, was dabei rumkommt. Wir wollen jetzt einiges anders machen. Ich denke wenn alle da sind und wir unsere Leistung abrufen, stehen wir am Ende unter den ersten vier. Aber in erster Linie wollen wir wieder den Verein auf Vordermann bringen.“

Thomas Ochojski: "Wir wollen gemeinsam mit Barisspor das Projekt Kunstrasen angehen"

Auf’m Platz: „Auf Vordermann? Was muss man darunter verstehen? Was soll die Zukunft bringen?“

„Netzer“: „Wir haben jetzt wieder eine Damenmannschaft und wir haben auch die zweite Mannschaft neu aufgebaut, da gab es in letzter Zeit ja Probleme. Aber da hat Burak (Burak Akpinar, 1. Vorsitzender) viel Arbeit reingesteckt. In Zukunft wollen wir hier auch einen Kunstrasen haben und wir versuchen zusammen mit Barisspor das jetzt in die eigene Hand zu nehmen. Der Plan ist in den nächsten drei Jahren aufzusteigen, am besten auf grünem Untegrund. Dann kann man gezielter die Jugend verstärken und aufbauen, denn das kommt alles mit dem Kunstrasen und vielleicht sieht auch der SSV 51 dann, das eine Fusion sinnvoll wäre.

Andre Liedtke wieder im Löwen-Dress.
Andre Liedtke wieder im Löwen-Dress.

Auf’m Platz: „Der SSV ist ein ewiges Thema, zwischen Euch und dem SSV sind schon wieder Spielerwechsel zu verschreiben, wie stehst du zu einer Fusion?“

„Netzer“: „Wenn man mit gesundem Menschenverstand denkt, ist es das sinnvollste was man machen kann und das nicht so spät wie Vorwärts und Viktoria. Wie lange will man eigenständig ums Überleben kämpfen? Wenn wir uns zusammen tun würden, hätten wir eine komplette Jugend und drei Seniorenmannschaften. Mit Barisspor hätten wir einen zweiten Verein hier auf der Anlage und das Integrationshaus, bei einer Fusion hätten wir den Kunstrasen. Hier stimmt einfach die Infrastruktur. Wir haben hier die Schule, den Kindergarten, die Grundschule, eine Turnhalle, ein Schwimmbad - einfach alles. Wir haben dem SSV Gespräche angeboten, aber die sind zu sturr und sind darauf nicht eingegangen. Ich bin für eine Fusion und würde es immer wieder gerne versuchen, aber dafür fehlt einfach die Bereitschaft vom SSV.“

 

Auf’m Platz: „Mit Pascal Kaluza und Marcel Schwulerra verliert ihr Leistungsträger, warum kann man solche Leute nicht halten?“

„Netzer“: „Marcel ist einfach beruflich zu sehr eingespannt und ist aus diesem Grund zurück in die Hobbyliga. Pascal wollte einfach mal was Neues ausprobieren. Klar waren das wichtige Leute für uns, aber jeder ist ersetzbar.“

 

Auf’m Platz: „Dem gegenüber stehen auch mit Torsten Jablonski und Andreas Schulte zwei namenhafte Neuzugänge auf dem Papier. Was erhofft ihr euch von denen?

„Netzer“: „Torsten ist erst mal ein Standby-Spieler, auf den ich zurückgreifen kann, wenn ich ihn brauche. Geplant ist ihn mit bei mir ins Boot zu holen. Doch derzeit ist er anderweitig noch eingespannt. Von Andreas erwarte ich auch keine Wunderdinger mehr, aber die können uns in der Liga sicherlich helfen. Wichtig für uns waren Levent und Andre (Levent Alacam, Andre Liedtke, Rückkehrer vom SSV), denn sie besetzen ihre Positionen sehr gut.“

Transfers

Neuzugänge 

Torsten Jablonski (Adler Osterfeld), Andreas Schulte, Levent Alacam, Andre Liedtke (alle SSV 51 Bottrop)

 

Abgänge

Pascal Kaluza (Batenbrocker Ruhrpott Kicker), Marcel Schwulerra (FC Ritter), Sasa Deffke, Sven Münüklü (beide SSV Bottrop) Ali Ucar (Dostlukspor)

Kader der Welheimer Löwen

Hintere Reihe (v.l.n.r.): Betreuer Ulrich Galonska, Christoph-Andre Ermeling, Florian Rudnick, Ronny Klimpel, Andre Liedtke (SSV 51), Levent Alacam (SSV51), Nedjat Fejzulovic, Trainer Thomas "Netzer" Ochojski, Betreuer Kevin Wachter

 

Mittlere Reihe (v.l.n.r.): Marcel Ehrlich, Daniel Galonska, Alexander Nickel, Kevin Fest, Marlon Hoffmann, Benjamin Schmidt

 

Untere Reihe: Bayram Kuruoglu

 

Es fehlen: Daniel Bluszcz, Robin Hoffmann, Michael Franken, Pierre Damm, Ahmed Mawas, Matthias Nageler, Torsten Jablonski, Andreas Schulte

 

Hier geht es zu den Welheimer Löwen bei Auf'm Platz!

 

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Kommentare: 8
  • #1

    Lustig (Mittwoch, 06 August 2014 19:36)

    Der Netzer jammert nicht? Hahaha nur über die Schiris und das jedes Wochenende aufs Neue ;)

  • #2

    Und ewig grüßt das Murmeltier... (Mittwoch, 06 August 2014 20:07)

    Ihr wollt nicht jammern, aber jedesmal die Leier mit den Verletzten.
    Bei den anderen Vereinen waren natürlich alle gesund! :-)

  • #3

    latte (Mittwoch, 06 August 2014 20:34)

    Lach mich schlapp ,schulte und jablonski ,fehlt nur noch harputlu dann ist die ,,,,,,,,

  • #4

    blabla (Donnerstag, 07 August 2014 14:13)

    gegen Vorwärts haben auch angeblich alle gefehlt ? Und wie ein Wunder waren aufeinmal alle da.Er hat es sogar vor dem Spiel angekündigt das 7 Stammspieler fehlen und ? Was war los er hat sogar noch 6 Mann auf der bank sitzen

  • #5

    Kevin roy wachter (Donnerstag, 07 August 2014 16:36)

    Und ewig grüßt das murmeltier. Du bist auch nicht glücklich wenn du nicht anonym was schreiben kannst. Die andern beiden sind auch nicht besser.

  • #6

    Fred aus Ebel (Donnerstag, 07 August 2014 21:28)

    Dat is Kreisliga B und schulle und Totto Jablonski kannse immer anschiessen auch noch mit 40 . Lasst ma den Netzer und denkt dran noch rechtser

  • #7

    DsB (Freitag, 08 August 2014 09:28)

    Ihr wart in beiden spielen gegen DsB besser?????
    Kann es sein das du SuS21 mit DsB verwechselst??
    Erste spiel 2:0 geschlagen dann noch bei euch
    Zweite spiel 2:2 und dann noch mit ein mann weniger!!!

  • #8

    Manuel (Freitag, 08 August 2014 18:21)

    Viel Erfolg mein Freund für die neue Saison :)