SF 08/21 Bottrop: Ein neues Stück Geschichte im Amateurfußball nach der Fusion

Mannschaftsvorstellung

Die Verantwortlichen sind bekannt, ebenso die Platzanlage. Selbst die Liga musste nicht gewechselt werden, so dass man weiter in der Kreisliga B spielen darf. Und dennoch kann sich der Amateurfußball zur neuen Saison über einen neuen Verein in Bottrop freuen. Nach der Fusion von Viktoria 21 und Vorwärts 08 gehen nun auch schon seit einigen Wochen offiziell die Sportfreunde 08/21 Bottrop an den Start. Ihr Trainer ist mit Matthias Pech ein alter Bekannter, der wegen der Gruppeneinteilung zwar mit Respekt, aber auch mit Ambitionen in die neue Spielzeit startet.

Von Raphael Wiesweg

Mannschaftsvorstellung SF 08/21 Bottrop

Kreisliga B

Am 10. Mai 2014 beschlossen die Vereine SC Viktoria 21 Bottrop und SV Vorwärts 08 Bottrop in ihren jeweiligen, außerordentlichen Mitgliederversammlungen, dass eine Fusion das Beste sei. Das Beste für die jeweiligen Vereine und das Beste für die Platzanlage an der Paßstraße. Am 15. Juni gab es dann auch schon die erste gemeinsame Jahreshauptversammlung, in der unter anderem ein Vorstand gewählt wurde. Ein Trainer musste auch bestimmt werden. Schließlich standen mit Matthias Pech (Viktoria 21) und Fahrudin Kovac (Vorwärts 08) gleich zwei Trainer zur Auswahl, die beide an dem neuen Trainerjob interessiert waren. „Wir haben mit beiden Gespräche geführt und uns ausgetauscht“, gibt Bernhard Rohling zu Protokoll. Rohling war zuletzt Vorstandsvorsitzender bei den 08ern und bekleidet nun das Amt des 2. Vorsitzenden bei den SF 08/21. „Beide Trainer waren und sind gut, aber am Ende war das Gesamtpaket ausschlaggebend“, will Rohling nicht Details preisgeben, was schlußendlich den Ausschlag gegeben hat. „Uns war auch bewusst, dass egal für welchen Trainer wir uns entscheiden, in beiden Fällen die Gefahr bestand, dass viele Spieler der jeweiligen Mannschaft mitgehen würden, wenn wir uns gegen den jeweiligen Trainer entscheiden. Am Ende war es eine Entscheidung für Matthias, nicht gegen Fahrudin. Man hätte auch mit ihm problemlos arbeiten können“, so Rohling weiter. Das Ende ist bekannt: Fahrudin Kovac heuerte beim SV Vonderort an. Acht Spieler folgten ihm. Immerhin: Nicht alle.

Ein Teil des neuen Vorstands der Sportfreunde 08/21 Bottrop: Peter Dlugaiczyk (Kassierer), Bernie Rohling (2. Vorsitzender), Peter Namyslo (3. Vorsitzender), Horst Schiel (2. Geschäftsführer), Carsten Weber (2. Kassierer, v.r.n.l.).
Ein Teil des neuen Vorstands der Sportfreunde 08/21 Bottrop: Peter Dlugaiczyk (Kassierer), Bernie Rohling (2. Vorsitzender), Peter Namyslo (3. Vorsitzender), Horst Schiel (2. Geschäftsführer), Carsten Weber (2. Kassierer, v.r.n.l.).

Jetzt sei man, Stand heute, im Soll. „Es läuft sehr gut, aber der Schritt war ja auch lange geplant. Mir war klar: Entweder wir fusionieren oder es ist Ende. Seit der feststehenden Fusion haben wir richtig geklotzt und Arbeit investiert. Das waren wirklich intensive Wochen und Monate zuletzt“, gibt Rohling zu, während er dabei zurückdenkt und auch teilweise einen etwas müden Eindruck macht. „Das ist für uns alle Neuland, aber wir haben es als Truppe sehr gut hinbekommen. Uns ist aber auch ebenso bewusst, dass jetzt Vieles wachsen muss. Aber das ist möglich. Früher herrschte mehr Rivalität zwischen Viktoria und Vorwärts. Mittlerweile ist es ruhiger und alle packen gemeinsam an“, berichtet der 2. Vorsitzende durchaus auch stolz. Von den zwei Vereinsheimen wird wohl primär für den Aufenthalt das bisherige von Vorwärts genutzt, weil es größer ist. Das von Viktoria wird aber ebenso für Vorbereitungen, Ausfüllen von Berichten und auch für andere Mannschaften genutzt. Neben der Behindertensportgemeinschaft (BSG) sollen hier vor allem in Zukunft Jugendmannschaften ihren Platz finden. „Unser ganz großes Ziel, aber auch Problem, ist der Aufbau einer Jugend. Man müsste am besten erfahrene Leute hierher holen, die einem dabei helfen. Aber unser Ascheplatz ist sicherlich nicht das tollste Lockmittel“, gibt Rohling zu, der mit seinen Vorstandskollegen aktuell auf eine komplett leere Jugendabteilung blickt. „Zuletzt mussten natürlich erst andere Dinge geklärt werden, die wichtiger waren. Man glaubt gar nicht, was alles für so eine Fusion zu beachten ist.“

Rohling: „Wir sind stärker als in der Vorsaison, werden aber nicht den Aufstieg als Ziel ausrufen“

Trainer Matthias Pech kennt das Umfeld an der Paßstraße bestens.
Trainer Matthias Pech kennt das Umfeld an der Paßstraße bestens.

   Jetzt steht seit einigen Tagen immerhin fest, dass zwei Seniorenmannschaften an den Start gehen werden. Geplant waren eigentlich drei. „Jetzt haben beide Mannschaften eine gesunde Größe“, begründet Rohling die wohl vor allem auf Vernunft basierende Entscheidung gegen drei Seniorenmannschaften. Ziele kann er sich auch vorstellen. „Die erste Mannschaft ist sicherlich stärker als letzte Saison, in der Matthias Dritter wurde. Den Aufstieg werden wir aber nicht als Ziel ausgeben. Ich glaube aber auch nicht, dass wir schlechter sein werden. Bei der Reserve wäre es schön, wenn wir den Klassenerhalt packen“, gibt sich Bernie, wie er von allen liebevoll genannt wird, bescheiden zu Protokoll.

   Ähnlich äußert sich auch der neue, alte Trainer Matthias Pech. „Wir wurden leider in die andere Gruppe der Kreisliga B gesteckt, in die Oberhausener, die meiner Meinung nach etwas stärker ist als die Bottroper, aber wir sind sicherlich nicht schlechter als letzte Saison.“ So viel zu den sportlichen Vorstellungen. Doch bis dahin musste und muss viel getan werden. „Ich habe mich natürlich über das Vertrauen des neuen Vorstands gefreut, mich als Trainer zu wählen, sonst wäre ich auch enttäuscht gewesen. Seit sechs Jahren bin ich jetzt hier und kenne das Umfeld hier natürlich schon sehr gut. Ich kann es aber auch ebenso gut verstehen, dass manche Jungs dann mit Fahrudin den Verein wechselen. Wenn man mit seinem Trainer gerne arbeitet, ist das ein völlig normaler Vorgang.“ Geht es nach Pech, ist das der Auftakt in eine bessere Zukunft. „Es wird vieles einfacher. Es fängt an mit Absprachen wegen der Platznutzung, geht weiter mit der Aufgabenverteilung, wo wir jetzt durch den Zusammenschluss gemeinsam anpacken können.“

Testspiele in der Vorbereitung

Datum Gegner Spielort Anstoß/Ergebnis
  SV 1911 (Champions-Cup)  Rhenania  1:1 
  SV Rhenania III (Champions-Cup) Rhenania 8:1 
  SV Rhenania II (Champions-Cup) Rhenania 0:3 
  Adler Osterfeld (AXA-Cup) Fuhlenbrock  0:8 
  BW Fuhlenbrock II (AXA-Cup) Fuhlenbrock 3:3 
  SG Osterfeld (Kreisliga A) Auswärts 3:3
27. Juli Barisspor Bottrop (Kreisliga A) Heim 6:0
31. Juli Adler Osterfeld II (Kreisliga B) Heim 20 Uhr
03. August VfR Ebel (Kreisliga A) Auswärts 15 Uhr
09. August Dostlukspor Bottrop II (Kreisliga A) Auswärts 17 Uhr

Auf'm Platz sprach mit Trainer Matthias Pech

Auf‘m Platz: „Matthias, wie stehst Du zur Fusion?“

Matthias Pech: „Es war das Beste, was allen Beteiligten passieren konnte. Ich plädiere ja auch schon länger dafür. So ist es jetzt schon fast zu spät gewesen. Es gibt außer einer Mädchen-Mannschaft keine Jugend mehr und nur mit einem Ascheplatz wird es schwierig sein, eine Jugend aufzubauen.“

 

Auf‘m Platz: „Ist es dann nicht ein Kampf gegen Windmühlen?“

Pech: „Nein, das ist kein Kampf gegen Windmühlen. Viele packen an, wir haben eine starke Mannschaft. Ich bin nur noch auf der Suche nach einem Torwart. Hans Bloem ist 50 und wollte eigentlich auch nicht mehr ins Tor. Aber es ist schwierig, einen guten, jungen und ehrgeizigen Torhüter hier zum Ascheplatz hinzulocken. Dabei liegt der Platz zentral und es geht alles sehr familär zu.“

 

Auf‘m Platz: „Zwei Vereine haben sich zusammengeschlossen. Seid ihr jetzt automatisch stärker als vorher?“

Pech: „Natürlich sind wir stärker. Meine alte Mannschaft ist nahezu komplett geblieben und es sind ein paar Spieler von Vorwärts dazugekommen, wodurch wir in der Breite mehr Qualität als vorher haben.“

Trainer Matthias Pech: „Die Fusion kam für meinen Geschmack schon fast zu spät“

Trainer Matthias Pech.
Trainer Matthias Pech.

Auf‘m Platz: „Du selbst willst eigentlich nicht mehr spielen, hast aber auch keinen Co-Trainer.“

Pech: „Mit Anton Martin habe ich einen spielenden Co-Trainer, der eigentlich Trainer der Reserve werden sollte, während Dieter Stauvermann die Drittvertretung trainieren sollte. Jetzt haben wir nur zwei Seniorenmannschaften und Anton hilft mir aus. Zudem hab ich mit Hayri Yilmaz als Kapitän einen weiteren, verlängerten Arm auf dem Spielfeld. Ich selbst würde nur im Notfall aushelfen. Ich will eigentlich nur noch in der Alten Herren spielen.“

 

Auf‘m Platz: „Welche Spieler aus deiner Mannschaft haben aufgehört und wen hast Du extern dazu bekommen?“

Pech: „Dustin Loos und Maurice Buddatsch haben mit dem Fußball erst einmal ganz aufgehört. Dafür sind vom FC Polonia Janusz Waczek und Adrian Schymon gekommen.“

 

Auf‘m Platz: „Du hast davon gesprochen, dass ihr nun stärker seid. Also ist mit euch in Sachen Aufstieg zu rechnen!?“

Pech: „Wir wollen uns verbessern und wir haben mehr Qualität, das stimmt. Aber wir wollten auch nicht in die Oberhausener Gruppe. Das ist Neuland für uns und ich glaube, dass sie auch stärker ist. Wir hoffen einfach, dass wir eine gute Rolle spielen können. Den Aufstieg kann man sowieso nicht planen, da gehört sowieso auch Glück dazu.“

 

Auf‘m Platz: „Wer sind dann für dich die Favoriten?“

Pech: „Wir müssen erst einmal sehen, dass wir gut aus den Startlöchern kommen. Gerade die ersten sechs Wochen werden nicht leicht. Wir spielen beispielsweise gleich am ersten Spieltag gegen TB Oberhausen mit dem neuen Trainer Jörg Lieg, mit dem ich bei „Louisana“ zusammen spiele. TBO präsentiert sich in Testspielen bislang sehr stark und sie werden sicherlich wie Arminia Klosterhardt III, SF Königshardt II, Post Oberhausen sowie Adler Oberhausen oben mitspielen.“

 

Auf‘m Platz: „Was muss sich neben des Aufbaus der Jugend hier noch demnächst ändern?“

Pech (überlegt lange): „Es wäre schön, wenn wir mehr Sponsoren gewinnen könnten. Hier ist bereits Marco Meseck am Ball und arbeitet fleißig. Und ich denke, dass noch mehr passieren muss, aber auch passieren wird.“

Kader der Sportfreunde 08/21 Bottrop

Hintere Reihe (v.l.):

Alex Martin, Murat Morgulu, Hayri Yilmaz, Husseyin Saado, Betreuer Dirk Hölzner 

 

Mittlere Reihe (v.l.):

Darius Buchta, Fatih Uzunset, Anis Ben Romdhane, Besir Akyüz, Trainer Matthias Pech, Torwart-Trainer Cesar Top 

 

Vordere Reihe (v.l.):

Kenan Türkü, Anton Martin, Hans Bloem, Kai Nowak, Mirsad Roda, Nabil Mawas 

 

Es fehlen:

Marcel Erdmann, Koray Yalcin, Alexander Ronczka, Klemens Mehmeti, Andreas Stauvermann, Janusz Waczek, Adrian Schymon, Oliver Bogatzki, Torwart-Trainer Dirk Herdling, Betreuer Sven Venn

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Kommentare: 6
  • #1

    Yolo (Dienstag, 29 Juli 2014 14:35)

    Würde als 1.Mannschaft in die Bottroper Gruppe wechseln und mit der 2.Mannschaft in die Oberhausener wenn man nicht in die OB-Gruppe wollte.

  • #2

    ?? (Dienstag, 29 Juli 2014 15:16)

    2 Torwart- Trainer aber keinen Torwart ?

    Glaube nicht das sich einer mit 50 Jahren noch lang macht im Training.
    ( nicht negativ gemeint )

  • #3

    Egon (Dienstag, 29 Juli 2014 19:10)

    Guter Tipp von einem Krisliga A / B Insider. Wechselt unbedingt die Bottroper Gruppe, weil die Oberhausener Gruppe eine verdammt schwere sein wird.

  • #4

    kai uwe (Dienstag, 29 Juli 2014 19:22)

    was ist mit den spielern die gegangen sind ? bekommen die alle eine freigabe oder wie ist das geregelt ? Der verein hat funsioniert mfg

  • #5

    OB (Dienstag, 29 Juli 2014 21:30)

    Realistisches und symphatisches Interview vom Trainer.
    In der Bot Gruppe habt ihr eine realistische Chance aufzusteigen.
    Arminia, TBO und Post sind andere Hausnummern.
    Viel Erfolg

  • #6

    Tipp (Mittwoch, 30 Juli 2014 10:21)

    Stellt den Hertling inne Kiste, der reicht noch für KL B