Mevlüt Ata: „Wir brauchen vor keinem Angst zu haben“

Mannschaftsvorstellung

Im Rahmen der Saisonvorbereitung traf das Fußballmagazin Auf'm Platz die Mannschaft von Mevlüt Ata im Trainingslager zum Gespräch  in der Sportschule Kaiserau und wurde von der guten Stimmung im Team total mitgezogen. Der Trainer Mevlüt Ata und sein Co, Christian Müller, haben wieder eine schlagkräftige Truppe für eine weitere Landesliga-Saison zusammengestellt und das Ziel heißt auch für die neue Saison: nicht absteigen. Dafür haben beide auch auf ein Hauptaugenmerk legen wollen, dass die neuen Spieler nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zur Mannschaft passen. Dazu kann man Ata schon jetzt gratulieren. Denn der Plan geht auf.

Von Holger Czeranski

Mannschaftsvorstellung VfB Bottrop

Landesliga

Heimkehrer Sascha Bartsch (links) und Fabian Blanik spielen wieder in einem Team.
Heimkehrer Sascha Bartsch (links) und Fabian Blanik spielen wieder in einem Team.

„Wir haben bei unserer Suche nach Verstärkungen eine gute Wahl getroffen und Glück gehabt. Es sind wohl wieder ein, zwei dabei, die wir nach der Saison nicht halten können. Aber dann ist das halt so, denn wir sind Trainer und das heißt Spieler ausbilden“, erwartet Ata auch nach dieser Saison erneut, dass ihm die guten Spieler wieder von anderen Vereinen möglicher Weise weggeschnappt werden. Froh ist er, dass seine Mannschaft wieder im Sturm gut besetzt ist. Heimkehrer Göksal Yergök, der wiedergenesende Ibrahim Akkaya, Sezer Aksimir sowie der Ex-Zweckeler Ramadan Ibrahim sorgen für entspannte Alternativmöglichkeiten für das Trainerteam Mevlüt Ata und Christian Müller. „Diese Situation haben wir schon lange nicht mehr gehabt. Wenn mal einer ausfällt, dann können wir diesmal reagieren und sogar Mario Zoranovic im Sturm einsetzen“, freut sich der emsige Trainer – auch darüber, dass er mit Sascha Bartsch, Göksal Yergök und eben Zoranovic wieder ehemalige Spieler wieder in seinen Reihen hat. Auch ein Grund eben für die positive Stimmung innerhalb der Mannschaft, was auch Christian Müller bestätigt. „Wir haben eben bei der Kaderzusammenstellung darauf geachtet, dass die Spieler auch menschlich zu uns passen. In etlichen Gesprächen haben wir im Vorfeld schon ein Gefühl entwickeln können, ob der Spieler zu uns passt. Mit Sascha Bartsch hat zum Beispiel Fabian Blanik wieder sein Herzstück dabei und beide blühen so richtig auf. Alle Neuen fühlen sich bei uns offensichtlich so richtig wohl“, erklärt Müller die gute Laune bei seinen Jungs. „Auch solch ein Trainingslager sorgt natürlich für einen besseren Zusammenhalt bei den Jungs“, so Müller weiter. Aber auch das vertraute Miteinander im Team ist für beide wichtig; jeder in der Mannschaft ist stets informiert und Manöverkritiken werden nach einer Trainingseinheit oder Spiel gemeinsam abgehalten.

"Wir sind Trainer und das heißt ausbilden"

Zeigt, wo es langgeht: Co-Trainer Christian Müller (r.).
Zeigt, wo es langgeht: Co-Trainer Christian Müller (r.).

   Der hart erkämpfte Nichtabstieg aus der Landesliga hat natürlich auch nochmals für Motivation im Team gesorgt. Die VfBer sind nun klassenhöchster Verein in Bottrop und sehr stolz drauf. Die frühzeitigen Gespräche mit den Spielern ohne große Versprechungen haben für großes Vertrauen zwischen Mannschaft und dem Trainergespann gesorgt. „Wir haben den Jungs nie etwas versprochen, was wir nicht halten konnten. Mit dem Klassenerhalt im Rücken konnten wir unsere langen Planungen zum Glück erfolgreich abschließen und freuen uns, dass wir mit diesem Team arbeiten dürfen“, unterstreicht Co-Trainer Christian Müller das besondere Verhältnis zur Mannschaft. Inwiefern die Mannschaft um mehr als nur erneut den Klassenerhalt kämpft, möchten beide Übungsleiter nicht aussprechen. Während die anderen verbliebenen Teams in der Landesliga sich punktuell verstärken konnten, startet Mevlüt Ata wieder verstärkt mit jungen Spielern in die Saison. „Das sind – wie in den Vorjahren auch – Rohdiamanten, die von Mevlüt wieder geschliffen werden müssen. Mit unseren geringen finanziellen Mitteln können wir nur unsere Spieler ausbilden und eher weniger auf fertige Verstärkungen zurückgreifen. Andere Teams haben andere finanzielle Voraussetzungen und können sich so verstärken, dass sie oben mitspielen können. Wir arbeiten mit jungen, hungrigen Leuten, von denen wir auch überzeugt sind. Wir nehmen natürlich alles mehr gerne mit, aber das primäre Ziel bleibt der Klassenerhalt“, ist das erklärte Saisonziel von Ata und Müller. „Unser Ziel muss weiterhin die Landesliga bleiben; mehr ist leider nicht drin, denn dafür fehlt einfach noch die Struktur im Verein um noch zum Beispiel eine Klasse höher zu spielen. Die Landesliga ist für uns schon anstrengend und wir müssen dazu breit aufgestellt sein“, weiß Mevlüt Ata.

Fühlt sich wohl beim VfB: Trainer Mevlüt Ata.
Fühlt sich wohl beim VfB: Trainer Mevlüt Ata.

   Mevlüt Ata fühlt sich beim VfB in seiner Rolle als Schleifer und Arbeiter merkbar wohl, er hat mit Christian Müller einen sehr guten Partner zur Seite und beide freuen sich demnächst auf einen Kunstrasen im Jahnstadion. „Klar haben andere Vereine noch bessere Voraussetzungen und klar würde ich auch gerne nur mit fertigen Spielern arbeiten, um einen möglichen Schritt weiter zu kommen. Aber mir gefällt es so beim VfB wie es ist, Christian und ich wollen in Bottrop bleiben und außerdem habe ich auch keine Lust woanders rum zu reisen“, witzelt der Coach. „Ich habe hier nicht die Qual der Wahl – das habe ich nicht. Aber warum soll ich heulen? Ich fühl mich wohl in meiner Rolle und freue mich, dass wir demnächst auch auf Kunstrasen trainieren können“, schickt Mevlüt Ata hinterher.

   Das Trainerduo Ata/Müller geht nun schon ins vierte gemeinsame Jahr beim VfB – und beide sprechen eine Sprache. Beide sind akribische Arbeiter und sehr erfolgsorientiert, beide ergänzen sich und lernen voneinander. „Wir haben beide selbst Fußball gespielt, sind beide leidenschaftlich und funken auf einer Wellenlänge. Für mich war es bei den Gesprächen im Winter eine Grundvoraussetzung, dass ich mit Mevlüt weiter arbeiten darf – eine ganz klare Geschichte, denn wir vertrauen uns blind“, gibt Müller zu Protokoll.

Testspiel gegen RWE stärkt das Selbstbewusstsein

Die Strimmung ist gut im Team.
Die Strimmung ist gut im Team.

Das Team um Mevlüt Ata braucht sich in der neuen Saison vor keinem Gegner verstecken – das haben sie bereits in der Vorbereitung gegen RW Essen gezeigt. „Wenn wir ein, zwei Nadelstiche setzen können, brauchen wir vor keinem Angst zu haben. Natürlich sind uns andere Mannschaften vielleicht überlegen, aber wir können uns sicherlich taktisch gut einstellen und mögliche Schwachpunkte beim Gegner erkennen – das haben wir bisher schon recht gut gemacht. Unser Schwachpunkt war gerade in der letzten Saison bei Auswärtsspielen auf Kunstrasen, wo wir immer eine gewisse Anlaufzeit brauchten und währenddessen bestraft worden sind. Aber auch das können wir spätestens im nächsten Jahr auf eigenen Kunstrasen trainieren“, analysiert Ata die Chancen seiner Mannschaft für die neue Saison.

Testspiele in der Vorbereitung

Datum Gegner Spielort Anstoß/Ergebnis
 28. Juni RW Esse (Regionalliga) Heimspiel 0:4 
10. August SC Velbert (Landesliga) Auswärts  
12. August Arminia Klosterhardt II (Bezirksliga) Heimspiel  
17. August SV Fortuna Bottrop (Bezirksliga) Heimspiel  

Auf'm Platz sprach mit Trainer Mevlüt Ata

Auf'm Platz: "Welche Mannschaften in der neuen Saison schätzt Du sehr stark ein?"

Mevlüt Ata: "Ganz klar der SV Schönnebeck, der sich punktuell gut verstärken konnte. Auch den FSV Duisburg mit seinem neuen Trainer sollte man auf der Rechnung haben. Ich glaube jedoch nicht, dass es Arminia Klosterhardt nochmals gelingt, solch eine gute Saison wie zuletzt zu spielen."

 

Auf'm Platz: "Erhofft Ihr Euch als ranghöchster Verein, dass nun mehr beim VfB passiert?"

Mevlüt Ata: "Ich glaube nicht, da uns - wie gesagt - hierzu noch die Strukturen im Verein und natürlich auch ein Vereinsheim fehlen. Ich würde gerne alles ein wenig professioneller aufstellen, doch es fehlen dazu einfach die Leute und natürlich die finanziellen Mittel. Wir können mit unserem Etat im Moment nicht mehr als die Landesliga realisieren - und die ist schon schwer genug für uns."

 

Auf'm Platz: "Warum kickt Marc Wittstamm nun in der Reserve?"

Mevlüt Ata: "Weil Marc immer spielen will. Ich wollte ihn bei mir dabei haben und sogar bei mir in den Trainerstab aufnehmen, aber Marc möchte einfach nur spielen. Er ist einer von uns und gehört zum erweiterten Kader."

 

Auf'm Platz: "Kommt Willi Landgraf denn zur neuen Saison wieder zum Einsatz?"

Mevlüt Ata: "Definitiv nein, denn Willi hat einfach keine Zeit mehr dazu. Ich hätte ihn oft in der letzten Saison gebaruchen können, doch da hatte er schon keine Zeit mehr."

 

Auf'm Platz: "Mit vielen Spieler wie Aziz Rachidi oder Fabian Blanik arbeitetst Du nun schon lange zusammen. Wie steht's hier mit dem Respekt füreinander?"

Mevlüt Ata: "Damit sieht es bei uns ganz gut aus. Außerhalb des Platzes sind wir wie Freunde und gehen auch so miteinander um. Aber auf dem Platz haben wir gemeinsam nur den Erfolg und den VfB vor Augen. In beiden Situationen gehen wir stehs respektvoll miteinander um."

Auf'm Platz: "Wie läuft die Zusammenarbeit mit Reservetrainer Christian Paul?"

Mevlüt Ata: "Christian ist auch erfolgsorientiert, verfolgt seine Ziele und möchte im nächsten Jahr mit seiner Mannschaft aufsteigen. Natürlich wird er dazu den einen oder anderen Spieler von mir bekommen, aber im Laufe der Saison werden wir gemeinsam für den jeweiligen Erfolg der Mannschaften beim VfB arbeiten."

Transfers

Neuzugänge:

Göksal Yergök (Dostlukspor Bottrop), Sascha Bartsch (RW Deuthen), Sezer Aksimir (SV Rhenania Bottrop), Dave Brenk (SC Hassel), Mario Zoranovic (reaktiviert), Maximilian Elvermann (eigene Reserve), Maximilian Kappenberg, Mert Ata (beide SV Rhenania A-Jugend), Charalambos Pommer (Arminia Klosterhardt A-Jugend), Amrullah Bayhoca (Safakspor Oberhausen), Onur Bakici (Armina Lirich), Enis Kurt (Dortmund), Ramadan Ibrahim (SV Zweckel)

 

Abgänge:

Marvin Höner, Deniz Yesil (beide SV Zweckel), Samet Sadiklar (Armina Klosterhardt), Oktay Semiz (Dostlukspor), Marc Grobi (unbekannt), Marc Wittstamm (eigene Reserve)

Kader

Tor:

Marco Rinski, Dave Brenk

 

Abwehr:

Michael Kiefer, Nicolas Albert, Tanno de Haan, Kevin Wagener, Ünal Oruc, Aziz Rachidi, Maximilian Elvermann, Sascha Bartsch, Onur Bakici

 

Mittelfeld:

Pascal Bauer, Fabian Blanik, David Gajda, Ibrahim Akkaya, Mohammed Bouterfas, Mert Ata, Enis Kurt, Charalambos Pomme, Max Kappenberg

 

Sturm:

Göksal Yergök, Sezer Aksimir, Ramadan Ibrahim, Mario Zoranovic, Amrullah Bayhoca

 

Trainer:

Mevlüt Ata

 

Co-Trainer:

Christian Müller

 

Mannschaftfoto folgt!

 

Hier geht es zum VfB Bottrop bei Auf'm Platz

Bilder vom Trainingslager 11. - 13.07.2014

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Kommentare: 4
  • #1

    VFBer (Samstag, 19 Juli 2014 10:12)

    Herr Ata,ich muss schmunzeln.Marc Wittstamm will spielen?Was sonst?Bälle putzen?Er wird uns Zuschauern sehr fehlen und es macht mich traurig das er so aussortiert wird.Ein großer Spieler trotzdem er nicht mehr der jüngste ist.Da kommen junge No Name Spieler die so toll sind?Schade um den guten Spieler!Viel Glück Marc,das hast du nicht verdient!

  • #2

    Hitz the Hammer (Samstag, 19 Juli 2014 11:03)

    Selbstverständlich blüht die blanik wieder auf jetzt wo die Bartsch wieder da ist. Mit diesem Konzept ist Jogi Weltmeister geworden

  • #3

    Lol (Samstag, 19 Juli 2014 22:05)

    An #1: laber nicht.Marc war schwer krank, dass er nicht mehr auf den alten Leistungsstand kommt ist menschlich. Warum soll er sich in der Landesliga quälen die er koerperlich einfach nicht mehr packt? Das ist menschlich, Marc weiss das selbst.

    Ansonsten: interessant zu sehen, dass der Vfb jetzt ploetzlich in den Himmel gelobt wird, wo er doch letztes Jahr noch verspottet wurde. Ihr seid ziemliche Erfolgsfans, auch die Herren der Seite.

  • #4

    8er (Montag, 21 Juli 2014 10:38)

    Ata`s Plan geht immer auf. Er hat wieder eine extrem gute Defensive, die sich in der Liga schon letztes Jahr behauptet hat. Dazu kommen sehr gute Spieler (Göki, Mario, Ibo) in der Offensive. Der Klassenerhalt ist durchaus machbar und mit dem Kunstrasen nächstes Jahr hat der VfB eine Sportstätte wie kein anderer Verein in der Umgebung.