5 Fragen an ... David Winkel

Er ist der Spieler der Stunde in der Kreisliga B. Im Winter zur Alemannia Gladbeck gewechselt, lange verletzt gewesen und seit einigen Wochen endlich wieder 90 Minuten auf dem Platz. Die Rede ist von David Winkel, der in den letzten drei Partien für die Alemannia ganze sieben Tore schoss und dabei ist, den Gladbecker B-Ligisten vor dem Nichtabstieg zu bewahren. Im Gespräch mit Auf'm Platz schwelgt der frühere Schalke A-Jugendspieler in alten Zeiten und hofft, dass sich die Stadt mit der DJK einigen kann, so dass die Sportplatzsuche ein erfolgreiches Ende nimmt.

Von Ben Tautz

5 Fragen an ... David Winkel

... Spieler bei Alemannia Gladbeck

Auf'm Platz:Hallo, David! Jetzt bist du schon seit einem knappen halben Jahr bei der Alemannia und versuchst beim Nichtabstieg zu helfen. Dein Bruder "Akki" spricht immer davon, dass ohne dich gar nichts geht. Ist das so ein, auf gut deutsch gesagt, krasser Leistungsunterschied?

Winkel: „Dazu will ich nichts sagen. Das sollen andere beurteilen. Ich werde jetzt 37 Jahre alt und bin bei der Alemannia, weil es mir einfach Spaß macht. Klar wissen die Gegner, dass ich anscheinend gewisse Qualitäten habe. Gegen Preußen standen mir mir beispielsweise ständig zwei Mann auf den Füßen. Da verstehe ich dann nicht, dass meine Mitspieler die gebotenen Räume nicht genutzt haben.“

 

Auf'm Platz: Und trotzdem hast du ein Tor gemacht. Sieben Tore in den letzten drei Spielen sprechen doch für sich oder nicht?

Winkel: „Wenn wir ehrlich sind, hatten wir gegen Preußen nur eine Chance. Da hat der „Matze“ Rühr eine Traumflanke geschlagen und wenn man dann ungefähr weiß, wie man zum Kopfball gehen muss, dann passt das auch. Der Matze hat so eine gute Schusstechnik im Training. Ich verstehe nicht, warum der das nicht auch mal im Spiel so richtig umsetzt, vor allem weil wir ja kaum trainieren. Es fällt nämlich echt schwer, die Jungs da irgendwie ein bisschen bei Laune zu halten. Die Perspektive fehlt schließlich. Wir treffen uns einmal die Woche donnerstags und machen dann eine Ecke auf, dann ein bisschen Torschuss. Aber wir sind immer weniger als zehn Leute. Der Zusammenhalt bei den Leuten, die immer da sind, ist richtig gut, aber man braucht für eine Mannschaft halt mindestens elf."

 

Auf'm PlatzDu sprachst gerade die fehlende Perspektive an. Alemannia wird voraussichtlich ab März 2015 den Krusenkamp verlassen müssen. Wohin wird es dich verschlagen?

Winkel: „Ich will und werde bei der Alemannia bleiben, solange es nur möglich ist. Ich habe Frau und Kinder und mir fehlt einfach die Zeit und ich habe auch einfach zehn Kilogramm zu viel auf der Waage. Wir wollen solange es nur geht am Krusenkamp bleiben und wenn der Kern der Mannschaft bleibt, bleibe ich auch. Ich hoffe, dass wir die Saison am ASV-Platz in Rentfort Nord zu Ende spielen können. Irgendwie ist das ja auch fast schon ein wenig Hohn und total blöd, dass wir da nicht für immer bleiben dürfen. Dann soll die Stadt oder der Hagebaumarkt ein paar Materialien zur Verfügung stellen und wir bauen da ein kleines Vereinsheim hin, damit wir im Winter wenigstens einen warmen Arsch haben.“

 

Auf'm Platz: Mit deinen fast 37 Jahren bist du ja schon lange im Fußball unterwegs und hast auch früher relativ hoch gespielt. Warum hattest du nie den Reiz, deine Qualitäten auszubauen?

Winkel: „Im Nachhinein war ich früher total bekloppt und kaputt in der Birne und habe einen richtigen Knall. Ich habe echt Klamotten gemacht, da bin ich nicht stolz drauf. In der A-Jugend habe ich bei Schalke gespielt, kurze Zeit vorher bei Rot-Weiß Essen. Aber ich hatte immer andere Interessen. Der Fußball war nicht einmal zweitrangig. Dann bin ich irgendwie immer durch den Amateurfußball gedümpelt und habe da gespielt, wo ich halt Bock hatte. Ich war sogar früher mal Spielertrainer bei Preußen Gladbeck in der Kreisliga A mit 21 Jahren und ich hätte richtig Bock darauf, wieder mal Trainer zu sein, doch dafür fehlt mir definitiv die Zeit und mein kleiner Sohn (vier Jahre alt; d. Red.) hat derzeit gar kein Interesse an Fußball, so dass Jugendtrainer auch erst einmal nicht in Frage kommt.

 

Auf'm Platz: „Sind dir denn noch irgendwelche Mitspieler oder Gegenspieler von früher in Erinnerung, die es später einmal weit geschafft haben?“

Winkel: „Zuerst einmal war auf Schalke Klaus Fichtel (machte die meisten Bundesligaspiele für den S04, d. Red.) mein Trainer und dann fallen mir spontan noch Gegenspieler wie Lars Ricken oder Wladimir Butt ein, welcher früher auch bei Dortmund spielten. Auch an einen Marcel Ketelaer kann ich mich noch erinnern. Das sind aber allesamt Spieler, die gehörten damals nicht zu den Besten in der Mannschaft. Da waren einige viel, viel besser und die haben den Sprung einfach nicht geschafft. Schade eigentlich.“

 

Wir bedanken uns bei David Winkel für das Gespräch und wünschen ihm und der DJK Alemannia Gladbeck alles Gute für die Zukunft!

 

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Kommentare: 13
  • #1

    Sven (Samstag, 10 Mai 2014 08:28)

    Bester spieler in Gladbeck

  • #2

    Marco1993 (Samstag, 10 Mai 2014 10:04)

    Super Typ und Super Spieler der David !

  • #3

    Alter Bekannter (Samstag, 10 Mai 2014 11:43)

    Der Junge kann ja auch richtig Sympathisch rüber kommen!!! Mit 37 Jahren, hat er anscheinend einiges verstanden.

  • #4

    Keine Ahnung (Samstag, 10 Mai 2014 12:29)

    also 7 tore in 3 spielen ist ja was, naja KLB halt, bester Spieler lächerlich

  • #5

    Toni (Samstag, 10 Mai 2014 13:11)

    Der Winkel ist schon ein Klasse Typ, sowas belebt und bereichert die Kreisliga.

  • #6

    Urgestein (Samstag, 10 Mai 2014 17:41)

    Begnadeter Fußballer. Technisch einwandfrei mit 37 Jahren.. Schade das er damals nicht seine Chance nutzte

  • #7

    jaaaa (Samstag, 10 Mai 2014 17:53)

    Bilal Semmou

  • #8

    Beobachter in Gladbecker kreisligen (Samstag, 10 Mai 2014 21:17)

    Wenn ich sehe, dass zwei - drei richtig gute in der zweiten von Alemannia Woche für Woche in der c-liga kicken, finde ich es schade. Die Qualität könnte die erste gut gebrauchen. Insgesamt wäre es dann eigentlich eine Mannschaft in gladbeck, die sich nicht verstecken muss.
    Die Geschichte mit dem Gelände und Sportplatz am krusenkamp finde ich prekär. Den besten ascheplatz in gladbeck abgeben zu müssen und so einen traditionsreichen Klub (Germania gladbecks Geschichte ist bekannt. Immerhin hat der Verein vor nicht allzu langer Zeit in der vierthöchsten Liga in Deutschland gespielt) in so eine Lage zu bringen. Schade, schade.

  • #9

    Eintrachtler (Sonntag, 11 Mai 2014 12:17)

    Schade das er sein Talent verschenkt hat. Aber wie alter Bekannter schon schrieb, scheint der David dazu gelernt zu haben. Wirkt sympathisch und reifer, was man von nem 37 Jährigen auch erwarten sollte.

  • #10

    pfundspfanne (Sonntag, 11 Mai 2014 18:32)

    ja fussball spielen kann dieser "Typ" und man kann auch so einiges mit ihm erleben. Ein alter weggefährte.

  • #11

    Harry (Montag, 12 Mai 2014 09:14)

    Also ich kenne alle 3 Winkel Söhne und David ist der einzige der wohl zu nah an der Hauswand schaukelte. Heute noch so bekloppt im Kopf wie damals :D Aber ein guter Fußballer war er auf alle Fälle! Schade das er sein Talent nicht nutzte und sich somit in der KLB beweisen muss. Alles Gute für die Zukunft, Harry :)

  • #12

    Gelsenkirchener (Montag, 12 Mai 2014 16:14)

    Sein Vater war auch mal ein klasse Fußballspieler! Kannte ihn sehr gut, die zwei haben eine Menge gemeinsam, vorallem den Humor. Schade das David in so einem Verein gelandet ist. Trotzdem auch alles Gute von mir. Glück auf!

  • #13

    Typen (Montag, 12 Mai 2014 23:38)

    Solche Typen braucht der Fußball. Kenne von der Sorte einige.
    Weiter so....