Existenzkampf an mehreren Fronten

Eigentlich hatte man in Aachen sportlich ganz andere Ziele. Schließlich ist es gerade einmal zehn Jahre her, dass der Club aus der Kaiserstadt sich durch den Einzug ins DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen als Zweitligist für den UEFA-Cup qualifizieren konnte. 2004 war das. Durch den Einzug in die Runde der letzten 32 Mannschaften konnte sich der wirtschaftlich angeschlagene Club vollständig sanieren. Da war das knappe Ausscheiden gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar noch zu verkraften. Zumal der Vizemeister von 1969 zwei Jahre nach dem internationalen Intermezzo nach 36 Jahren den Wiederaufstieg in die Bundesliga feiern durfte. Doch spätestens ab hier wurden die Weichen wieder in die falsche Richtung gestellt.

Sportlich folgte der Abstieg nach nur einer Sason und der auf den Weg gebrachte Bau des "Neuen Tivoli" stürzte den Verein in eine wirtschaftliche Krise von verheerendem Ausmaß. Die Finanzierung des 50 Millionen Euro teuren Stadions ließ sich unterhalb der ersten Liga kaum stemmen und auch die Betriebskosten waren viel zu hoch. Im vergangenen Sommer folgte der absolute Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Als Tabellenletzter stieg die Alemannia zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte bis in die 4. Liga ab. Gleichzeitig musste die Profi-Sportabteilung einen Insolvenzantrag stellen. Mit einem Insolvenzplan ausgestattet, konnte zumindest der Fortbestand in der Regionalliga gesichert werden. Vorerst zumindest! In den folgenden Monaten wurden zahlreiche Gespräche und Verhandlungen geführt, um den Plan zu realisieren. Vor einigen Wochen hat dann die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zugestimmt. Gläubiger und letzten Endes auch der Steuerzaler erlitten einen Verlust von rund 70 Millionen Euro. Die Stadt Aachen kaufte das Stadion zu einem symbolischen Preis und räumt der Alemannia das Spielrecht ein.

Und dieses "Spielrecht" wird von der aktuellen Mannschaft auch ganz ordentlich ausgeübt. Trainer Peter Schubert musste von Beginn an improvisieren. Nicht weniger als 15 Spieler verließen den Club, während die gleiche Anzahl verpflichtet wurde. Ganze fünf Wochen blieben, um einen komplett neuen Kader aufzubauen. Nach einer Durststrecke im vergangenen Spätsommer und Herbst, hat sich die Manschaft mittlerweile gefangen. Zu den Abstiegsrängen konnte in den vergangenen Monaten ein komfortables Polster aufgebaut werden. Großen Anteil an der Leistungssteigerung nach der Winterpause hat Marcus Hoffmann, der aus Leipzig nach Aachen kam. Ihn bezeichnete Peter Schubert auf Grund seiner Zweikampf- und Kopfballstärke als Königstransfer der Winterpause. Die Abwehr hat an Stabilität gewonnen.

Das Hinspiel konnten die "Kleeblätter" auf dem neuen Tivoli für sich entscheiden. Marcel Landers und Rhys Tyler waren die Torschützen zum "historischen" Sieg in Aachen.

Präsentiert wird dieses traditionsreiche Heimspiel gegen Alemannia Aachen vom Spieltagssponsor König Pilsener, langjähriger Partner und aktueller Trikotsponsor des SC Rot-Weiß Oberhausen.

 
U23: Pokalschreck zu Gast

 

Wenn die Sportfreunde Baumberg am Sonntag zum Oberliga-Spiel bei der RWO-U23 antreten, dann tut es nochmal für einen kurzen Moment weh. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da siegte der Monheimer Vorortclub im Niederrheinpokalfinale gegen die "Kleeblätter" und zog sensationell in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals ein.

Lange her und die Gegenwart bedeutet für die Sportfreunde inzwischen Abstiegskampf. Mit 40 Punkten steht die Mannschaft von Trainer Markus Kurth auf Platz 14 bedrohlich nah an der "roten Zone" und muss dringend noch einige Punkte sammeln um die Klasse sicher zu halten.

Für die "Jungkleeblätter" geht es, wie schon seit Wochen, in erster Linie darum eine tolle Saison vernünftig zu Ende zu spielen und Platz fünf in der Tabelle zu verteidigen. Im Hinspiel siegte RWO in Baumberg knapp aber verdient mit 2:1.

Gespielt wird am Sonntag, 27. April (Anstoß 15.00 Uhr) am EVO-Leistungszentrum.

 

U19: Im Derby geht es um Alles oder Nichts

 

Wenn sich Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen zum Derby gegenüberstehen, dann sind das immer besondere Spiele, ganz gleich in welcher Altersklasse. Das U19-Derby der rot-weißen Rivalen am Sonntag, 27. April (Anstoß 11.00 Uhr, Sportanlage Sachsenring in Essen) verfügt zudem über reichlich sportliche Brisanz.

Vier Spieltage vor dem Ende belegen die Essener eben jenen Tabellenplatz 11, der zum Verbleib in der Junioren-Bundesliga berechtigt und den die "Kleeblätter" so gerne hätten. Sechs Punkte Vorsprung hat RWE und es braucht kaum mathematische Fähigkeiten um zu erkennen, dass ein Essener Derby-Sieg wohl den sicheren Abstieg für die Mannschaft von Mike Tullberg bedeuten würde.

Doch damit beschäftigt man sich an der Lindnerstraße nicht, denn zuletzt zeigte die Formkurve des Kleeblatt-Nachwuchses deutlich nach oben. Das macht Hoffnung darauf die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel dieses Mal zu eigenen Gunsten zu drehen und sich in den letzten drei Saisonspielen alle Chancen auf den Klassenerhalt offen zu halten. 

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