Torfestival am Anfang – RWO-Sieg am Ende

Der SC Rot-Weiß Oberhausen hat nach der Heimniederlage gegen die Sportfreunde Lotte in Wiedenbrück wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden. Nach einer kuriosen ersten Hälfte mit fünf Toren, stand es auch nach 90 Minuten 3:2 für die Kleeblätter. Die Treffer für RWO steuerten Patrick Schikowski, Gideon Jung und David Jansen bei.

Bevor die Partie losging, gab es aber auf Seiten der Wiedenbrücker, wie schon im Hinspiel, ein Versteckspiel um die richtige Aufstellung. Im Stadion Niederrhein im vergangenen Herbst wechselte Ex-RWO-Trainer Theo Schneider die bereits auf dem Spielbogen vermerkte Aufstellung insgesamt noch dreimal aufgrund von Verletzungen beim Aufwärmen und anderen Gründen.

 

Dieses Mal fand sich Mariusz Rogowski in der bereits ausgeteilten Aufstellung wieder, lief aber nicht mit auf, so dass sogar der Stadionsprecher ratlos war, wer denn für ihn in der Startformation stehen könnte. Letztlich entschied sich das Trainerteam für Cihad Kücükyagci. Das war also schon einmal geschafft, dann konnte die Partie auch endlich angepfiffen werden.

 

Ähnlich kurios wie vor dem Anpfiff ging es dann auch in der Anfangsphase auf dem Feld weiter. In der siebten Minute bekamen die Hausherren den ersten Freistoß zugesprochen, den Oliver Zech ausführen durfte. Seine Hereingabe fand den Kopf von Kamil Bednarski, der ihn an Philipp Kühn vorbei ins Tor einnickte.

 

Während fast alle Medienvertreter noch mit der Führung des SCW beschäftigt waren, hatte RWO schon die Antwort gefunden. Nach einem Steilpass in die Schnittstelle war Patrick Schikowski auf und davon und ließ Marcel Hölscher keine Chance (9.).

 

Wer gedacht hatte, dass jetzt vielleicht ein wenig Ruhe einkehren würde, sah sich getäuscht. Denn wieder schlief die Oberhausener Hintermannschaft im direkten Gegenzug und Nick Brisevac brachte Marvin Studtrucker mit einer perfekten Hereingabe ins Spiel und der pfeilschnelle Stürmer schob in der Mitte zum 2:1 ein (10.).

 

Erneut sollte die Antwort unmittelbar folgen. Patrick Bauder steckte wieder sensationell auf Patrick Schikowski durch, der scheiterte dieses Mal aber am Reflex von Keeper Hölscher, so dass die knappe Führung der Gastgeber weiter Bestand hatte. Trotzdem blieb keine Zeit zum Verschnaufen. Denn erneut kombinierte sich die Elf von Theo Schneider wieder blitzschnell nach vorne. Tim Knetsch setzte sich auf dem linken Flügel durch, brachte den Ball zur Mitte, wo Marvin Studtrucker ihn am Kasten vorbei grätschte (13.). Und erneut nur eine Zeigerumdrehung später war es wieder Studtrucker, der sich gegen Felix Haas durchsetzte, zur Mitte zog und abschloss. Philipp Kühn musste erneut sein ganzes Können aufbieten, um Schlimmeres zu verhindern (14.).

 

Im Zwei-Minuten-Takt ging es weiter. Dieses Mal war RWO wieder dran. Patrick Bauder trat zum Freistoß an, den Felix Haas mit dem Kopf erreichte, aber vorbei zielte, aber sowieso im Abseits stand (16.).

 

Die nächsten Standardsituationen gehörte wieder den Rot-Weißen, eine Ecke von Ralf Schneider musste Marcel Hölscher mit einer artistischen Parade aus der Luft pflücken (20.), bei einem Weigelt-Freistoß brauchte er nicht eingreifen, denn die Kugel blieb aus circa 30 Metern in der Mauer hängen (22.).

 

Ähnlich wie Studtrucker auf der einen Seite versuchte es Schikowski auf der anderen Seite. Auch er zog nach gewonnenem Zweikampf zur Mitte und schoss auf das lange Eck, zielte aber ein paar Zentimeter zu hoch (24.). Vier Minuten später war es erneut der Oberhausener Stürmer, der flankte aber an Innenverteidiger Carsten Strickmann hängen blieb. Der traf den Ball aber so unglücklich, dass er seinen Keeper in Bedrängnis brachte. Aber Marcel Hölscher war erneut auf dem Posten (28.).

 

In der 30. Minute bekam die Kunkel-Elf den nächsten Freistoß zugesprochen, den fing Hölscher erneut ab und leitete indes einen Konter ein. Wieder waren es Brisevac und Studtrucker, die für die Gefahr sorgten, aber ihren Meister wieder in Philipp Kühn fanden.

 

Die nächste Standardsituation des Spiels brachte dann den Ausgleich für RWO. Eine scharf vor das Tor gezogene Ecke von Ralf Schneider landete abgefälscht auf dem Kopf von Gideon Jung, der die Kugel mit der Stirn zum Ausgleich über die Linie drückte.   Oberhausener waren auch nach dem zweiten Rückstand wieder zurück gekommen und konnten ausgleichen. Und die Kleeblätter hatten jetzt Oberwasser. Nach 39 Minuten konterten sie erneut und Gideon Jung steckte den Ball wunderbar zu Patrick Bauder durch. Der erreichte das Leder aber nicht mehr ganz (39.).

 

Drei Minuten später hatte die Kunkel-Elf die Partie dann endgültig ganz gedreht. Nach einem Traumpass von Ralf Schneider auf David Jansen war der „Lange“ durch und schob Marcel Hölscher den Ball durch die Beine ins Netz (42.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff prüfte Kamil Bednarski noch einmal Philipp Kühn, dessen Parade einen Konter einleitete. Zunächst behauptete David Jansen die Kugel, legte dann zur Flanke nach außen ab, um nur Sekundenbruchteile darauf den zweiten Ball knapp am Tor vorbei zu schießen. Eine ganz starke Szene von der Nummer neun im Oberhausener Trikot (45.).

 

Nach der Pause, aus der Marcel Landers für Andreas Pollasch aus der Kabine kam, sorgte Rhys Tyler unfreiwillig für einen ersten Aufreger. Sein Fehlpass zur Mitte ermöglichte eine Gelegenheit für die Hausherren. Mit einer schnellen Reaktion von Benjamin Weigelt und dem Schritt Richtung Mittellinie konnte der Routinier Marvin Studtrucker aber ins Abseits stellen (49.).

 

Es dauerte weitere vier Minuten, als auch die Oberhausener wieder ein erstes ernst zu nehmendes Lebenszeichen von sich gaben. Patrick Schikowski schickte Patrick Bauder mit einem Pass in die Tiefe, sein Abschluss wurde aber zur Ecke geklärt. Aus der entwickelte sich ein weiterer gefährlicher Konter für die Wiedenbrücker. Wieder war es Marvin Studtrucker, der im Strafraum von Rhys Tyler und Benjamin Weigelt gestoppt werden konnte (53.).

 

Nach 55 Minuten setzte Felix Herzenbruch zu einem energischen Flankenlauf an und brachte den Ball mit einer Hereingabe zu Patrick Schikowski, der das Leder über den Torhüter lupfte, aber auch ein kleines Stück neben das Tor schoss.

 

Besser machte er es vier Minuten darauf. Schön in Szene gesetzt, schob er den Ball aus etwa elf Metern an Abwehrspielern und Torhüter vorbei ins Netz. Zum Entsetzen der Rot-Weißen hob der Schiedsrichterassistent aber die Fahne und zeigte Abseits an. In der Tat stand David Jansen auf der Torlinie, damit aber etwa zwei Meter hinter Wiedenbrücks Schlussmann. Er griff weder ein, noch behinderte er den Torhüter. Warum sich also das Unparteiischen-Trio für Abseits entschied, wird ihr Geheimnis bleiben. Mit dem 4:2 wäre das Spiel entschieden gewesen (59.).

 

Trotzdem kam in der Folge von den Hausherren herzlich wenig in der Vorwärtsbewegung. Stattdessen hatten sowohl Jansen (68.), als auch Landers (75.) gute Möglichkeiten, zu erhöhen. Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende musste sich Oberhausens Schlussmann bei einer Flanke auch noch einmal ganz lang machen und mit den Fingerspitzen vor den einköpfbereiten Stürmern klären (76.).

 

Zum Ende der Partie bot sich dann noch die eine oder andere gute Kontergelegenheit, so zum Beispiel nach 86 Minuten, als Patrick Bauder auf Patrick Schikowski passte und dieser links am Kasten vorbei zielte. Keine Minute später war es Bauder selbst, der nach Herzenbruch-Solo die Chance hatte, aber ebenfalls vorbei schoss (87.). Und auch die letzte Möglichkeit gehörte den Kleeblättern. Bauder mit dem Pass auf Jansen in die Spitze, dieses Mal schob er die Kugel aber am rechten Pfosten vorbei.

 

 

Stimmen:

 

Peter Kunkel (Trainer RWO): „Der Anfang der Partie war für mein Nervenkostüm absolut grausam. Unsere Körpersprache war nicht gut und wir haben mehrmals geschlafen. Daher hab ich den Jungs in der Pause auch gesagt, dass es nur wegen Philipp Kühn nicht 7:3 für Wiedenbrück steht. In der zweiten Hälfte war das dann deutlich besser, wir haben auch ein wenig umgestellt und erzielen dann eigentlich das vierte Tor, was aus meiner Sicht regulär war. Trotzdem haben wir es dann souverän zu Ende gespielt.“

 

Theo Schneider (Trainer SC Wiedenbrück): „Nach dem fulminanten Start haben wir verpasst, das 3:1 und 4:1 nachzulegen, trotzdem war die Leistung in Halbzeit eins ordentlich, wir hätten nur nicht in Rückstand geraten dürfen. In der zweiten Hälfte war die Partie dann zerfahren und wir haben den Faden verloren. Ich nehme das Wort zwar nicht gerne in den Mund, aber es sieht bei uns im Moment schwer nach Oberliga aus. Solche Spiele wie heute haben sich in der Saison leider immer wieder wiederholt.“

                                                    

 

Aufstellungen                                       

 

SC Wiedenbrück: Hölscher, Sumelka, Czyszczon, Strickmann, Bednarski, Brisevac, Zech, Studtrucker (74. Pollok), Knetsch (46. Kaptan), Wassey

 

RWO: Kühn, Tyler, Herzenbruch, Haas, Weigelt, Schneider, Jung, Pollasch (46. Landers), Bauder (90. Krystofiak), Schikowski (89. Steuke), Jansen

 

 

 

Schiedsrichter/Assistenten: Maibaum – Häbel, Schütter

 

Tore: 1:0 Bednarski (7.), 1:1 Schikowski (9.), 2:1 Studtrucker (10.), 2:2 Jung (33.), 2:3 Jansen (42.)

 

Karten: -

 

Zuschauer: 563

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