5 Fragen an ... Patrick Wojwod

Was Patrick Wojwod anpackt, wird zu Gold, könnte man ob der letzten Monate denken. Denn als Seniorentrainer vom Oberhausener A-Ligisten SG Osterfeld steht er in der Rückrundentabelle auf Platz zwei. Als Jugendtrainer der D-Junioren von Adler Osterfeld thront er in der Kreisleistungsklasse über allen anderen. Ohne Frage: Der 40-Jährige selbstständige Versicherungsverkäufer räumt diese Saison im Amateurfußball scheinbar richtig groß ab. Im Gespräch mit Auf'm Platz verrät der Inhaber einer B-Lizenz unter anderem, was bei ihm im Fußball verboten ist, warum er ein großes Problem hätte, wenn er höherklassig Trainer wäre und wer aus der Kreisliga A aufsteigen wird.

Von Raphael Wiesweg

5 Fragen an ... Patrick Wojwod

... Trainer SG Osterfeld & Jugendtrainer Adler Osterfeld

 

Auf'm Platz: „Paddy, spielt SG Osterfeld unter Dir über ihren Möglichkeiten oder war die Hinrunde so schlecht?

Patrick Wojwod: „Sagen wir mal so: Wir haben in der Hinrunde den einen oder anderen unnötigen Sieg liegen gelassen. Ich werde aber bestimmt nicht gegenüber meinem Vorgänger Hartwig Jondral nachtreten. Letztes Jahr war er ein Glücksgriff für SGO, zuletzt gab es aber ein paar Kommunikationsprobleme. Hartwig und ich, wir haben nur unterschiedliche Auffassungen darüber, wie Fußball gespielt werden soll. Ich bin der Meinung, dass Fußball planbar ist und man bereits mit wenigen Spielzügen zu guten Chancen kommen kann. Hohe Flanken oder hohe Bälle sind zudem bei mir verboten, der Ball muss immer in den Fuß gespielt werden. Und man sollte das System immer dem Personal anpassen, das man zur Verfügung hat. Von daher freut sich der Verein natürlich jetzt, dass es so gut läuft, aber es ist kein Zufall. Ich konnte anfangs, als ich ins kalte Wasser geworfen wurde, nicht von jetzt auf gleich alles ändern. Schließlich hatten wir jede Woche ein Spiel. Aber es gab immer Kleinigkeiten und in der Winterpause lief es ideal für uns. Zudem habe ich immer 18 bis 21 Mann beim Training und spreche auch viel mit denen, die vielleicht seltener zum Einsatz kommen. Den kompletten Kader bei Laune zu halten ist die große Kunst. Und der Haufen ist so verschworen, so eine Kameradschaft findet man wirklich nur ganz, ganz selten. Die Jungs machen beinahe täglich etwas miteinander, auch ob es nach dem Training oder dem Spiel ist. Jetzt sind wir Fünfter, mal schauen, was der Monat April so bringt.“

Auf'm Platz: „Dann frage ich mal anders: Wer steigt am Ende der Saison aus der Kreisliga A auf?“

Wojwod: „Erster wird der SV Concordia Oberhausen, wo ich vor allem meinem Kumpel Manolo Dente die Daumen drücke. Sie haben auch einfach klasse Spieler in ihren Reihen. Zum Zweitplatzierten gebe ich jetzt mal keine Antwort (schmunzelt).“

 

Auf'm Platz: „Unter deiner Regie läuft es bei SG Osterfeld fantastisch. Bleibst Du über den Sommer hinaus Trainer an der Wittekindstraße?“

Wojwod: „Leider sind erst am 12. April bei uns Vorstandswahlen, dann wird man völlig offen miteinander sprechen und gucken, ob man gemeinsam weiterarbeiten will. Ich persönlich würde gerne weitermachen, denn ich will nicht nur sechs, sieben Monate hier etwas aufgebaut haben und dann wieder abhauen. Außerdem ist es auch schön, wenn Spieler von alleine auf dich zukommen und dich fragen, ob du über die Saison hinaus hier Trainer bleibst. Im April wird dann aber auch definitiv eine Entscheidung getroffen, weil ich dann ja auch langsam, aber sicher mit dem Kader sprechen muss, wer bleiben will und ich müsste mich um mögliche Neuzugänge kümmern. Wir haben zwar eine tolle Abwehr und gute Führungsspieler, sowieso eine gute Mannschaft und tolle Voraussetzungen im Verein, aber was uns vielleicht noch fehlt, ist ein echter Knipser. Wenn man sieht, wer bei uns die Tore schießt, dann weiß man, dass es vor allem eher Mittelfeldspieler sind.“

 

Auf'm Platz: „Neben deiner Tätigkeit als Senioren-Trainer bist Du auch für die D-Jugend vom SV Adler Osterfeld zuständig. In deinem zweiten Jahr seid ihr Erster in der Kreisleistungsklasse. Spiegelt es das Leistungsvermögen wieder?“

Wojwod: „Ja, es spiegelt das Leistungsvermögen wieder. Als ich schon im ersten Jahr hier her kam, wurden wir mit fast nur Jungjahrgängen Vierter und ich habe danach Leo Prinz, Hyrkan Kindac und Alkan Celik an RW Oberhausen verloren, was ja auch die gute Arbeit bestätigt. Ich wusste, dass wir auch diese Saison eine gute Mannschaft haben, aber, dass sie so souverän da oben steht, ist schon beeindruckend. Wir haben über 100 Tore geschossen und haben jetzt auch im Pokal gegen unseren Verfolger Arminia Klosterhardt nach Neunmeterschießen gewonnen und stehen im Halbfinale. Wenn ich mir aber hätte aussuchen können, welches Spiel ich lieber gewinnen will, dann das in der Meisterschaft. Denn wir treffen auch noch einmal auf die Arminia, die nur ein Punkt hinter uns steht. Aber das kommt auch nicht von ungefähr. 40 Prozent der Kreisauswahl der D-Junioren bestehen aus Kickern von Adler Osterfeld, genau so viele von Arminia Klosterhardt und dann hast du noch zwei, drei Exoten.“

 

Auf'm Platz: „Jugendtrainer bei Adler Osterfeld, Seniorentrainer bei SG Osterfeld. Wo bleibt da noch Zeit für Privates und was willst Du persönlich noch erreichen?“

Wojwod: „Montags und mittwochs bin ich als privater Papa unterwegs, wenn ich meinen Sohn zum Training bei RW Oberhausen begleite. Freitags will ich am liebsten gar nichts vom Fußball wissen, es ist also schon alles einigermaßen unter einen Hut zu bekommen. Ansonsten: Ich habe die alte B-Lizenz, die ich auffrischen will. Die A-Lizenz reizt mich aber eigentlich nicht. Ich bin ja auch immer ein sehr aktiver Trainer, der viel herum läuft und gerne alles aus vielen verschiedenen Positionen betrachtet. Meine Spieler ziehen mich auch schon immer damit auf. Wenn ich also plötzlich mal eine Coachingzone um mich hätte, würde das wahrscheinlich zu Problemen führen (lacht). Stattdessen würde ich gerne mal alte Kontakte spielen lassen, um dann im Raum Duisburg oder Dortmund zu arbeiten. Allerdings nur im Junioren-Bereich, ich glaube, dass da mein Platz ist und so könnte man selber mal sehen, wie die eigene Leistung einzuordnen ist.“

 

 

Wir bedanken uns bei Patrick Wojwod für das Gespräch und wünschen ihm und seinen Vereinen alles Gute für die Zukunft!

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Exler (Samstag, 05 April 2014 14:25)

    Hochmut und Arroganz kommt vor dem Fall.

  • #2

    ..Haealgu (Samstag, 05 April 2014 15:09)

    Mein Gott...

  • #3

    Jörg Broszeit (Samstag, 05 April 2014 20:50)

    Glückwunsch Paddy,

    Genieße diesen erfolgreichen Moment und bewerte diesen mit Verstand!
    Nichts ist kurzlebiger als Fußball.
    Ich hoffe, dass dir die medialen Anerkennungen einen weiteren Schub geben.
    Viel Erfolg.

    brosi

  • #4

    Manolo Dente (Sonntag, 06 April 2014 09:42)

    Danke mein Freund. Respekt für den Erfolg den du mit deinen beiden Mannschaften hast. Den hast du dir Verdient.

  • #5

    Fan von Paddy (Sonntag, 06 April 2014 22:53)

    Dem Kom #3 ist nichts hinzu zufügen. Mach weiter so, auch nach der Niederlage heute.

  • #6

    al dente (Dienstag, 08 April 2014 00:42)

    Wie ich weiß hat der gewisse Herr gar keine Lizenz. Kindertrainerschein nicht gemacht und noch nicht einmal den 1te Hilfeschein für die C-Lizenz erledigt...

  • #7

    @6 (Freitag, 11 April 2014 09:36)

    ....????????? was denn nu...??? B Lizenz oder garnichts..??
    Ich finde, dass ist ein Unterschied der hier klar gestellt werden sollte.