Erste Niederlage 2014 – Lotte effektiver vor dem Tor

Der SC Rot-Weiß Oberhausen ging am Dienstagabend im Jahr 2014 erstmals als Verlierer vom Feld. Die Sportfreunde Lotte konnten die überragende Serie der Kleeblätter brechen und die drei Punkte entführen. Für die Sportfreunde trafen Kevin Freiberger in der ersten und Marco Hansmann in der zweiten Hälfte.

Das RWO-Trainerteam Peter Kunkel und Dirk Langerbein bot erneut die gleiche Startelf wie gegen Viktoria Köln und in Siegen auf. Der Tabellenzweite aus Lotte musste bei der Aufstellung nur auf Amir Shapourzadeh verzichten, der seine Gelbsperre abzusitzen hatte.

 

Los ging es direkt in der ersten Minute mit einem an ihm selbst verursachten Freistoß von Ralf Schneider. Mit seiner Hereingabe suchte er in der Mitte David Jansen, fand ihn aber nicht.

 

Nur eine Minute später kam der lange Oberhausener Stürmer dann nach einer Herzenbruch-Flanke zwar an den Ball, brachte die Kugel auch Richtung Tor, wurde aufgrund eines Offensivfouls aber zurück gepfiffen (2.). Doch auch die nächsten Möglichkeiten gehörten den Kleeblättern. In einer Doppelchance hatte zunächst Ralf Schneider und dann Patrick Schikwoski die Schussgelegenheit. Letztlich verzog Schikowski aber ein wenig, so dass der Ball links am Kasten vorbei flog (5.).

 

Mit dem ersten Angriff der Gäste lag dann aber aus dem Nichts die Kugel im Oberhausener Tor. Rhys Tyler verunglückte ein Querpass völlig, so dass die Lotter mit Überzahl auf das Gehäuse von Philipp Kühn zuliefen. Kevin Freiberger hielt drauf und der Ball schlug oberhalb von Kühn unter der Latte ein (6.).

 

Die Antwort sollte unmittelbar nach Wiederanpfiff folgen, als Felix Herzenbruch aus gut 25 Metern Maß nahm und die Kugel an den linken Pfosten nagelte. Von dort sprang der Ball Patrick Bauder vor die Füße, der etwas überrascht aber über das Tor zielte (7.).

 

Den nächsten Akzent setzen wieder die Gäste vom Autobahnkreuz, als es Winterneuzugang Philip Türpitz aus der Drehung mit einem Abschluss versuchte, der Schuss aber kein Problem für Philipp Kühn darstellte (15.). Zwei Zeigerumdrehungen später suchte und fand Robert Fleßers mit einem Lupfer über die Abwehr Ralf Schneider, den das Schiedsrichtergespann aber im Abseits gesehen hatte.

 

Richtig zwingend wurden die Möglichkeiten der Kleeblätter auch in der Folge nicht, sämtliche Flanken wurden zu Ecken oder Einwürfen geklärt oder konnten von der aufmerksamen Defensive vereitelt werden. Auch die zahlreichen Freistöße von Ralf Schneider kamen zumeist scharf zur Mitte, aber entweder waren die langen Verteidiger oder Schlussmann Benedikt Fernandez zur Stelle.

Gefährlich wurde es dafür noch einmal auf der Gegenseite nach 23 gespielten Minuten. Innenverteidiger Felix Haas verlor der Ball und Kevin Freiberger kam frei zum Schuss, fand aber in Philipp Kühn seinen Meister.

 

Die Kleeblätter versuchten es immer wieder über Flanken von links und rechts. Nach 25 Minuten war es Rhys Tyler, der auf den Kopf von David Jansen flankte, aber auch dieser Kopfball wurde wieder in der Luft zur Ecke geklärt. Und die brachte erneut nichts ein.

 

Bis zum Sechzehnmeterraum sahen die Bemühungen der Rot-Weißen sehr gefällig aus, dann war aber in der Regel Schluss. Ein gutes Solo von Patrick Bauder brachte keinen Erfolg (31.), eine Hereingabe von Tyler auf Bauder pflückte der Gästekeeper Oberhausens Nummer 27 vom Kopf (36.) und eine Freistoß von Schneider senkte sich zwar gefährlich Richtung langes Eck, konnte aber von Fernandez im Kasten über die Latte gelenkt werden (41.).

 

Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff gab es dann doch noch einmal eine größere Chance für die RWO-Offensive. Ralf Schneider passte David Jansen durch die Schnittstelle der Lotter Abwehr in den Lauf, aber Gerrit Nauber konnte das Leder mit einer ganz langen Grätsche zu seinem Torhüter zurück spitzeln (44.).

 

Aus der Pause kamen die Gäste mit der ersten richtig guten Gelegenheit. Philip Türpitz hatte sich auf außen durchgesetzt und mustergültig auf Sofien Chahed in den Rücken der Abwehr zurück gepasst. Doch der Spielmacher der Sportfreunde haute den Ball aus 16 Metern in die Wolken (49.). Auf der Gegenseite war es der zur Halbzeit eingewechselte Philipp Schmidt, der es nach einer Schneider-Flanke sowohl per Kopf, als auch per Fuß versuchte, aber jeweils von der starken Abwehr geblockt wurde (50.). Doch weitere zwei Minuten darauf war Schmidt nach einer erneuten Flanke von Ralf Schneider wieder zur Stelle am kurzen Pfosten, zielte aber dieses Mal vorbei (52.).

 

Nach einer knappen Stunde suchten auch die Lotter wieder einmal den Weg nach vorne. Ex-Kleeblatt Dalibor Gataric setzte sich gegen Rhys Tyler durch und schoss mit rechts. Felix Haas schmiss sich in den Schuss und blockte mit dem Rücken zur Torauslinie (58.). Im direkten Gegenzug war es wieder einmal die Kombination zwischen Ralf Schneider und David Jansen, die für Gefahr sorgte, doch erneut fehlten einige Zentimeter für den Torerfolg (59.).

 

In der nächsten nennenswerten Szene war es Schneider selbst, der den Abschluss suchte. Nach einem Seitenwechsel von Robert Fleßers nahm er den Ball mit vollem Risiko direkt aus der Luft, traf die Kugel aber nicht richtig, so dass sie links am Tor vorbei flog (62.). Auch der Kopfball von Schmidt nach Bauder-Flanke zwei Minuten später konnte Fernandez im Tor nicht überwinden.

 

In die kleine Druckphase der Kleeblätter kam die eiskalte Dusche der effektiven Gäste. Nach einem unnötigen Ballverlust von Robert Fleßers, nach dem er sich nur mit einem Foul zu helfen wusste und auch noch die Gelbe Karte sah, legte sich Marco Hansmann den Ball hin und zirkelte ihn über die Mauer in das rechte obere Eck zum vorentscheidenden 0:2 (72.).

 

Doch die Kunkel-Elf gab sich nicht auf und versuchte weiter alles. Nach einem Doppelpass von Schneider mit Bauer versuchte es „Ralle“ mit dem linken Fuß, zielte aber etwas zu hoch (74.).

 

Besser war da schon der Versuch nach 78 Minuten, als Ralf Schneider es bei einem Freistoß einfach mal direkt versuchte, weil er gesehen hatte, dass Lottes Schlussmann auf eine Flanke spekuliert und daher etwas falsch gestanden hatte. Dieses Mal rauschte die Lederkugel nur um Zentimeter am Pfosten vorbei.

 

Danach schwanden allerdings die Kräfte mehr und mehr, genauso wie die Angriffsbemühungen. Ein Schuss von Felix Herzenbruch in der 90. Minute und eine Möglichkeit von Jansen, Bauder und Schmidt in der Nachspielzeit sollten die letzten Versuche der Kleeblätter bleiben. Sattdessen hätten die Sportfreunde um ein Haar sogar noch auf 3:0 erhöhen können, als der eingewechselte Julian Loose im Eins-gegen-Eins gegen Philipp Kühn antrat, aber nicht die Nerven behielt und der Oberhausener Keeper mit einer Fußabwehr klären konnte.

 

Stimmen:

 

Peter Kunkel (Trainer RWO): „Jetzt hat es uns erwischt, aber ich kann der Mannschaft eigentlich keinen Vorwurf machen. Wir gehen durch einen entscheidenden Fehler in Rückstand, ansonsten hat man zwei gleichwertige Teams auf dem Platz gesehen. Speziell in der zweiten Halbzeit fehlte uns nach den anstrengenden letzten Wochen auch ein wenig die Frische. Wir haben in der Pause auf zwei echte Sturmspitzen umgestellt, sind aber nicht mehr richtig in die Partie gekommen. Das muss ich der Truppe aber zugestehen, denn sie har in den letzten Wochen Enormes geleistet.“

 

Michael Boris (Trainer Sportfreunde Lotte): „Es war das zu erwartende verdammt schwere Spiel. Zum Glück haben wir mit unserer ersten Chance direkt das Tor gemacht. Ansonsten hatten wir nämlich in der ersten Hälfte relativ wenig Ballbesitz. In der zweiten Hälfte haben wir dann mehr Zugriff bekommen. Das 2:0 fällt mit einer schönen Standardsituation und wir haben dann auch nicht mehr wirklich etwas zugelassen. Gegen Fortuna am Wochenende werden wir uns jetzt erneut voll rein hängen.“

 

Aufstellungen

 

RWO: Kühn, Tyler, Herzenbruch, Haas, Weigelt, Schneider, Jung (82. Pollasch), Bauder, Fleßers, Schikowski (46. Schmidt), Jansen

 

SF Lotte: Fernandez, Nauber, Gataric, Gorschlüter, Freiberger, Groß, Hansmann (84. Grieneisen), Montabell (70. Wendel), Türpitz (79. Loose), Ernst, Chahed

 

 

Schiedsrichter/Assistenten: Heinrichs – Jörissen, Busse

 

Tore: 0:1 Freiberger (6.), 0:2 (72.)

 

Karten: Fleßers (Gelb, 71.), Schneider (Gelb, 88.) - Gorschlüter (Gelb, 53.)

 

Zuschauer: 2301

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