Lazic beerbt Stempel

Nachdem im Januar bekannt wurde, dass der Bezirksligist Dostluskpor Bottrop und Trainer Sebastian Stempel im Sommer getrennte Wege gehen, konnten die Verantwortlichen nun den neuen Übungsleiter vorstellen. Miladin „Milan“ Lazic wird der neue Chef an der Seitenlinie im Batenbrocker Volkspark. Der 58-jährige war jugoslawischer Nationalspieler und spielte untere anderem für Roter Stern Belgrad. In Deutschland absolvierte er Bundesligaspiele für den Karlsruher SC sowie für Union Solingen und den MSV Duisburg. Nicht nur in der Spielphilosophie, auch in der Vereinsstruktur, soll Lazic Veränderungen herbeibringen.

Von Peter Piotrowski

„Der neue Trainer ist ein Traum für Dostlukspor und eine Bereicherung und das nicht nur für unseren Verein, sondern für den kompletten Bottroper Fußball“, freut sich der 1. Vorsitzende Nuh Arslan sichtlich über die Verpflichtung von Lazic. Der Kontakt entstand durch den gemeinsamen Bekannten Srdjan „Zole“ Jankovic, der für SG Wattenscheid und RW Essen die Schuhe schnürte. „Durch Zole sind wir auf Milan gekommen und haben einen gefunden, der auf der Suche nach jungen und talentierten Spielern ist. Nach den ersten Gesprächen hat er sich erstmal einige Spiele angesehen und dann zugesagt“, so Arslan weiter. „Kein Trainer kann direkt zusagen, man muss erstmal die Mannschaft sehen und dann auch mehrere Spiele. Ich hab einige Spieler gesehen, die beim ersten Mal schlecht waren, aber im vergangenen Spiel hat die Mannschaft sehr gut gespielt und der Trainer hat gut aufgestellt“, fügte der neue Übungsleiter hinzu, der mit dem Scouting von Jugendspielern von Twente Enschede beauftragt ist. Einer der Gründe, warum er jedesmal den Weg von Groningen nach Bottrop auf sich nimmt. „Ich möchte wieder ins Ruhrgebiet, in den Ballungsraum, um die Möglichkeit zu nutzen wieder mehr Spieler zu sehen und mit denen zu arbeiten“, beschreibt Lazic. „Milan ist auf der Suche nach jungen, talentierten Spielern und das nicht nur in unserem Verein, auch den anderen bietet er die Möglichkeit Spieler hochzubringen“, so Nuh Arslan.

Miladin Lazic schätzt freundliche und familiäre Atmosphäre

Das neue Gesicht bei Dostlukspor: Miladin Lazic.
Das neue Gesicht bei Dostlukspor: Miladin Lazic.

   Doch nicht nur die „jungen und willigen Spieler“ haben es dem Besitzer der A-Lizenz angetan, auch von seinem neuen Verein ist er überzeugt. „Bei Dostlukspor herrscht eine familiäre Atmosphäre, die mir sehr gefällt. Sportlich will ich was erreichen, was die Leute, die hier arbeiten, auch wollen“, beschreibt Lazic seine Entscheidung. Die freundschaftliche Basis steht bei allem in Vordergrund, nicht nur bei der Entscheidung von Lazic, auch bei seinem aktuellen Vertrag. „Hier spielt das finanzielle überhaupt keine Rolle, wir haben nicht die Mittel um mehrere hundert Euro für Trainer auszugeben, wir haben uns hier freundschaftlich geeinigt und sind darauf sehr stolz, das ist sehr selten“, betont Arslan. Befristet ist das Verhältnis mit Lazic somit auch nicht. „Für beide Seiten stehen alle Möglichkeiten offen und wenn die Chemie nicht stimmt, kann man gucken, wie es gelöst wird“, ergänzt der Vorsitzende. Die Verpflichtung stärkt die Freundschaften und die Atmosphäre im Verein und dient als Motivationsspritze. „Das ist ein echter Traum für den Verein und gibt diesem einen neuen Schub. Mit dem Trainer kommen neue Ansichten, Perspektiven und ein neues Ansehen und die Leute im Verein sind jetzt noch motivierter“, freut sich Arslan auch für seine Vorstandskollegen. Auch Lazic ist von dem Vorstand überzeugt und freut sich auf seine Arbeit: „Im Vorstand sind willige Leute, die was erreichen möchten und selber alles dafür geben. Wir werden gut zusammen arbeiten. Ich werde versuchen die Struktur und alles was dazu gehört nach oben zu bringen.“

Dostlukspor Bottrop wollte bewusst Trainer von außerhalb

   Stolz sind die Verantwortlichen nicht nur auf den freundschaftlichen Bonus. „Nachdem Stempel (Sebastian Stempel aktueller Trainer, d. Red.) bekannt gegeben hat, dass er aufhören wird, haben sich alle gefragt was wir machen werden und ob eine interne Lösung gefunden wird. Aber wir bleiben unserer Linie treu und holen einen von Außerhalb. Wir wollen uns dem Bänke rücken nicht anschließen in unserem Kreis und Trainer nehmen die hier sind. Die Vereine geben dem Trainer einen Jahresvertrag, dieser wird abgesessen und der Trainer wechselt ein Verein weiter, keiner guckt mal weiter und bemüht sich um neue Leute von außerhalb. Uns war es sehr wichtig und wir haben es geschafft“, zeigte sich Arslan stolz und betont: „Das bringt Bottrop nach vorne und unserem Verein neues Ansehen.“

Obmann Samy Olgur: „Haben eine disziplinierte Mannschaft“

Setzte den Grundstein in der Mannschaft: Sebastian Stempel.
Setzte den Grundstein in der Mannschaft: Sebastian Stempel.

   Einen anderen wichtigen Faktor spricht der Fußballobmann Samy Olgur an: „Wir haben einen gesucht, der auch die Taktik umsetzen kann, wie wir es uns vorstellen. Er hat sich die Spiele angeguckt und wir haben mit ihm gesprochen und das hat gepasst. Wir haben durch den Fußball den wir spielen viele Zuschauer verloren, weil die einfach was anderes sehen wollen. Der Trainer hat eine andere Ansicht und wir haben auch eine andere Ansicht vom Fußball, wir haben nach einem gesucht, der die gleiche Ansicht hat“, so der emsige Obmann. „Doch das soll keine Kritik an Sebastian Stempel sein“, so Olgur weiter. „Der hat hier den Grundstein gelegt und gute Arbeit gemacht. Jeder kann hier hin kommen und gucken was auf die Beine gestellt wurde. Wir haben eine ruhige Mannschaft und das war auch mal anders. Sebastian hat eine gewisse Ausstrahlung und hat unser Image geändert. Sebastian hat hier vieles getan. Jeder kann kommen und sehen, dass wir eine ruhige Mannschaft haben, die diszipliniert ist und nicht von Aggressionen bestimmt wird und sich nicht verleiten lässt. Sebastian hat einen besonderen Dank verdient, aber es ist einfach mal Zeit für beide Seiten neue Wege zu gehen“, beschreibt Olgur die Trennung vom aktuellen Trainer Sebastian Stempel.

Starke Jugendarbeit und der soziale Aspekt bleiben im Fokus

   Nicht nur über das Drumherum und über den neuen Trainer wurde gesprochen, auch das sportliche wurde thematisiert. „Ich würde sagen, nach Fortuna, wo viele Spieler aus der eigenen Jugend spielen, kommen wir, denn auch in unserer Mannschaft spielen viele, die aus unserer A-Jugend kommen“, freut sich Arslan über die gute Jugendarbeit im Verein. „Doch der Sprung aus der A-Jugend in die Bezirkliga ist sehr schwer“, ergänzt Olgur. „Deshalb wollen wir in Zukunft mit unserer dritten Mannschaft hoch in die Kreisliga B, wenn nichts dazwischen kommt, schafft unsere zweite Mannschaft diese Saison den Sprung in die Kreisliga A und dann ist für jeden A-Jugendlichen, der in die Senioren wechselt, was dabei“, erklärt der Fußballobmann. „Derzeit spielen drei Spieler in der A-Jugend, die Talent haben, aber ob sie es schaffen, werden wir sehen“, verriet Arslan.

Nuh Arslan (l.) und Miladin Lazic.
Nuh Arslan (l.) und Miladin Lazic.

Die Kaderplanung läuft auf Hochtouren. Noch bis Ende März sollen Gespräche mit dem aktuellen Kader geführt werden und bis April sollen die Kaderplanung abgeschlossen sein und die Transfers feststehen. „Es kann passieren, dass Leute aus meinen Umkreis zu Dostlukspor wechseln, aber wir werden erstmal mit Leuten aus dem aktuellen Kader arbeiten und dann die Möglichkeit ergreifen Spieler aus dem Ruhgebiet zu holen“, merkt Lazic an. „Wir werden auf jeden Fall versuchen den Kader aufzustocken. Wir haben selber gemerkt, wie schnell sich welche verletzen. Wir sind bemüht den eigenen Kader zu halten, weil wir eine junge und willige Mannschaft haben und wir werden auch nicht wahllos irgendwelche Spieler hier verpflichten. Es muss alles passen. Die Spieler müssen ein gewisses Sozialverhalten an den Tag legen, in die Spielphilosphie des Trainers und zur Struktur passen“, betont Arslan. „Wir werden den Fehler nicht nochmal machen und den sozialen Aspekt vernachlässigen. Wir werden kein Auffangbecken für gestörte Spieler, die sich nicht benehmen können. Wir werden die Säulen aus unserem Kader halten und um diese eine Mannschaft aufbauen“, ergänzte Olgur.

Aufstieg spielt nächste Saison keine Rolle

   Das Ziel für die kommende Saison wird nicht hoch gesteckt. „Die Qualität der Bezirksliga ist nächstes Jahr noch stärker, durch die vielen Absteiger aus der Landesliga. Unsere Aufgabe ist es daher sich stabil zu etablieren und da spielen viele Faktoren eine Rolle“, blickt Arslan auf die kommende Spielzeit. Etabliert hat sich die Elf von Sebastian Stempel in der aktuellen Saison und auch der Abstand auf die oberen Plätze ist nicht sehr groß, doch vom Aufstieg in der kommenden Saison ist keine Rede. „Der Aufstieg steht hier überhaupt nicht im Raum. Du kannst nicht als Trainer kommen und sagen 'Hier bin ich und steige auf'. Irgendwann wollen wir dahin kommen, aber das braucht Zeit. Für mich ist Philosophie und Kunst Fußball und ich möchte, dass die Mannschaft meine Philosophie versteht. Und ich denke durch meine Erfahrungen kann ich denen was beibringen. Die Mannschaft muss auf dem Platz immer wissen, was sie tut. Mit Disziplin und Konzentration wollen wir uns in der Liga stabil etablieren“, so Lazic.

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Kommentare: 9
  • #1

    Ali Hazar (Dienstag, 18 März 2014 18:20)

    Viel Erfolg meine Freunde , eine Super Truppe , leider gabs einige Gründe der trennung aber so ist es halt im Fussball . Ich hoffe es passt alles Zusammen bei euch . Gruss Ali Hazar

  • #2

    Spieler (Dienstag, 18 März 2014 18:55)

    Ich find es schade das Stempel sich entschieden hat zu gehen er hat viel Disziplin und ruhe in die Mannschaft gebracht und war sehr erfolgreich ! Aber wenn es so ist dann kann man dem neuen Trainer nur alles gute wünschen und hoffen das die manschaft weiterhin so tolle Leistung zeigt.

  • #3

    wenn das mal gut geht (Dienstag, 18 März 2014 21:31)

    Dsb muss auf passen das nicht viel gehen.stempel nimmt bestimmt leute mit.und 2 gehen zum jens.hoffe aber das der neue noch leute hat

  • #4

    ed gehen mehre (Dienstag, 18 März 2014 21:42)

    So wie ich weis gehen 2 nach fortuna 2 mit stempel mit und 2 zum nachbar verein.hoffe das es eine gute losung ist.

  • #5

    @olgur (Dienstag, 18 März 2014 22:35)

    Da.werden die a jugend spieler nacher in der 3 landen.super jugend arbeit.bei dsb zahlt nur die 1 manschaft.armes dsb

  • #6

    veranderung in verein (Dienstag, 18 März 2014 22:41)

    Dann muss er ja nicht viel machen.ohne frau hertel.wurd da nichts laufen.

  • #7

    Teyzemin Evladi (Mittwoch, 19 März 2014 11:09)

    Viel Erfolg Lazic....

    Nuh du bist der beste
    Fehlt nur noch Kunstrasen... ;-)

  • #8

    Bottroper (Mittwoch, 19 März 2014 15:10)

    Ersteinmal Kompliment an Herrn Stempel, der eine tolle und disziplinierte Mannschaft aufgebaut hat. Seine Entscheidung finde ich schade aber sie lässt sich nicht mehr ändern.
    Wünsche dem neuen Trainer das er die Mannschaft noch weiterentwickeln wird, das ganze hört sich vielversprechend an.
    Ich werde mit großem Interesse den weiteren Verlauf der Mannschaft verfolgen, immerhin zählt DSB neben VFB und Rhenania mittlerweile zu den Aushängeschildern des Bottroper Fussballs.

  • #9

    Gladbecker (Mittwoch, 19 März 2014 16:00)

    Ein super Trainer verpflichtet!