Verdienter Sieg in Gladbach mit Zittern in der Schlussphase

Der SC Rot-Weiß Oberhausen bleibt trotz diverser personeller Rückschläge in den letzten Wochen unbeirrt in der Erfolgsspur. Nur drei Tage nach dem Heimsieg gegen die U23 des 1. FC Köln gingen die Kleeblätter auch in Gladbach als verdienter Sieger vom Platz. Zwar gab es in der Schlussphase einige kritische Situationen zu überstehen, inklusive einem verschossenen Elfmeter, trotzdem zeigte sich RWO-Trainer Peter Kunkel sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben eine richtig gute Partie abgeliefert, vor allem wenn man bedenkt, dass wir momentan in jedem Spiel aufgrund von personellen Ausfällen erneut improvisieren müssen. Der Sieg war hochverdient, auch wenn es am Ende noch einmal eng wurde.“

In der Startformation musste Peter Kunkel im Vergleich zum Sieg gegen Köln auf zwei Positionen umbauen. Rhys Tyler begann für den verletzten Christoph Caspari, Kapitän Benjamin Weigelt rückte nach überstandener Grippe für den gesperrten Patrick Bauder in das Team. Weigelt ging wieder auf die Position des Innenverteidigers, dafür lief Robert Fleßers neben Gideon Jung im Mittelfeld auf.

 

Von Anfang an zeigten die Kleeblätter, dass sie nach den letzten Erfolgen mit breiter Brust ins Grenzlandstadion angereist waren und dass trotz einer erneuten schweren Verletzung, die unter der Woche verkraftet werden musste. Bereits nach zwei Zeigerumdrehungen wurde es erstmals gefährlich im Gladbacher Strafraum, als Ralf Schneider einen Freistoß scharf zur Mitte brachte. Doch die Abwehr der Hausherren konnte die Situation entschärfen (2.).

 

Keine zwei Minuten später hätte RWO durchaus einen Elfmeter zugesprochen bekommen können, als Rhys Tyler es aus 20 Metern einfach einmal versuchte und die Kugel im Sechzehnmeterraum einem Gladbacher Verteidiger klar an den Arm sprang. Der Pfiff blieb aber aus (4.). Kurz danach war es aber erneut Tyler, der nach einer zu kurz geklärten Ecke mit vollem Risiko auf das Tor schoss, den Ball aber nicht richtig traf (6.).

 

Erst nach knapp zehn Minuten kamen auch die Gastgeber erstmals in den Torraum der Oberhausener, begünstigt durch einen Fehler von Kevin Krystofiak, hatte Mario Rodriguez die Möglichkeit zum Führungstreffer, ließ sie aber ungenutzt (9.).

 

Sechs Minuten später war es sein Sturmpartner Kwame Yeboah, der sich über die linke Oberhausener Abwehrseite durchsetzte, aber seinen Meister in Philipp Kühn fand (15.). Nur drei Spielminuten sah es ähnlich aus, dieses Mal musste Gideon Jung mit vollem Körpereinsatz klären (18.).

 

Danach hieß es bei Rhys Tyler: Alle guten Dinge sind drei! Nach einem sehenswerten Angriff über Fleßers, Jansen und einem abgeblockten Schuss von Schneider landete die Kugel beim Engländer, der alles in den Abschluss legte und dessen Versuch so abgefälscht wurde, dass er in den Maschen landete (20.).

 

RWO spielte sich in den nächsten Minuten in einen Rausch, denn nur Sekunden danach hätte es um ein Haar erneut geklingelt. Eine Flanke von der rechten Seite verpasste der aufgerückte Gideon Jung mit dem Kopf nur denkbar knapp (21.). Der ungebrochene Drang nach vorne wurde aber nur drei Minuten später doch mit dem zweiten Tor belohnt. Dieses Mal war Ralf Schneider, der extrem weite Wege ging, auf der linken Seite frei und bediente mit seiner butterweichen Flanke David Jansen, der sich im Luftduell durchsetzte und zum 2:0 einköpfte (24.).

 

Nach 27 Minuten musste dann allerdings auch hinten mal wieder in größter Gefahr geklärt werden. Nach einer Bogenlampe von Kevin Krystofiak hatte erneut Mario Rodriguez ganz viel Platz, wurde aber von Weigelt und Kühn im Verbund gestoppt (27.).

 

In der Folge versuchten es die Fohlen aus der Distanz durch Ritter (35.) und im Eins-gegen-Eins über Rodriguez, der aber im Abseits stand (37.). Zwei Minuten später versuchte es auch Pascale Talarski aus der Entfernung, auch dieses Mal wurde, wie bei Tylers Führungstreffer, der Ball abgefälscht, aber dadurch entschärft (39.). Nur eine Zeigerumdrehung danach gab es aber auch auf der Gegenseite wieder einen kurzen Schockmoment, als sich Marlon Ritter gegen Tyler und Krystofiak durchsetzte und danach den Ball an den Außenpfosten nagelte (40.)

 

Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff durfte es dann Gideon Jung noch einmal versuchen mit einem gezielten Abschluss auf das linke Eck. Doch auch sein Schuss wurde abgefälscht und landete daher knapp im Toraus. Die Ecke brachte nichts mehr ein und somit ging es mit der 2:0-Führung in die Pause (42.).

 

In der Pause wechselte Borussia-Coach Sven Demandt gleich doppelt, Kevin Holzweiler und Bilal Sezer sollten für neuen Schwung sorgen, was aber mit Wiederanpfiff erst einmal alles andere als gelang. Stattdessen erzielte Robert Fleßers nach einem Schneider-Freistoß das 3:0, stand aber wohl einen Schritt im Abseits. Keine 30 Sekunden war es erneut Fleßers, der, freigespielt von Jansen, ganz überlegt auf das rechte Eck abschließen wollte, aber dieses etwas zu genau anvisiert hatte, so dass der Ball vom Innenpfosten wieder in das Feld trudelte (46.).

 

Die Hausherren versuchten zwar das Spiel weiter nach vorne zu verlagern, wurden aber eigentlich von Minute zu Minute harmloser, so dass die Kunkel-Elf nicht mehr machen musste, als notwendig. Der Freistoß von Ritter landete in den Wolken (52.), auf der Gegenseite knallte David Jansen eine Direktabnahme knapp über den Kasten (56.) Erst nach 62 Minuten wurde es im Strafraum der Kleeblätter noch einmal gefährlich, aber die Rot-Weißen konnten alle brenzligen Situationen bereits im Ansatz entschärfen.

 

In der Folge boten sich den Oberhausenern mehr und mehr Kontermöglichkeiten, aber Pascale Talarski konnte seine beste Chance nicht nutzen, daher kam es, wie es so oft kommt. Denn es wurde in der Schlussphase noch einmal richtig haarig im Oberhausener Strafraum. Völlig aus dem Nichts, knallte der eingewechselte Christopher Lenz den Ball in den rechten Winkel zum Anschluss (86.). Danach warf die junge Gladbacher Mannschaft alles nach vorne, forderte aber auch in fast jeder Szene Freistoß oder Elfmeter, den sie dann auch in der 93. Minute bekam, als Spieler und Schiedsrichter eigentlich mindestens schon seit zwei Minuten unter der Dusche hätten stehen müssen. Denn eigentlich hatte es keinen Grund für eine solch lange Nachspielzeit gegeben, völlig unabhängig davon, ob Felix Haas im Strafraum wirklich regelwidrig gehandelt hatte. Der Ausgleich wäre daher für die Gastgeber äußerst schmeichelhaft gewesen, was scheinbar auch Marlon Ritter so sah und deswegen vom Punkt aus elf Metern am Tor vorbei zielte (93.).

 

Daher blieb es beim hochverdienten Auswärtssieg der Kleeblätter. Am kommenden Freitag kommt mit der Elf von Thomas Reis vom VfL Bochum dann die vorerst letzte Zweitvertretung aus den „U23-Wochen“ in das Stadion Niederrhein.

 

 

 

Aufstellungen

 

Bor. Mönchengladbach: Blaswich, Brandenburger, Barg, Odenthal (61. Lenz), Tobor, Rodriguez jun. (46. Sezer), Yeboah, Ritter, Zimmermann, Berauer, Stang (46. Holzweiler)

 

 

RWO: Kühn, Tyler, Herzenbruch, Krystofiak, Weigelt (68. Haas), Schneider, Jung, Fleßers, Talarski (79. Landers), Schikowski, Jansen (66. Schmidt)

 

 

Schiedsrichter/Assistenten: Visse – Jeromin, Pooch

 

Tore: 0:1 Tyler (20.), 0:2 Jansen (24.), 1:2 Lenz (86.)

 

Karten: Ritter (Gelb, 26.), Brandenburger (Gelb, 90.) – Weigelt (Gelb, 54.), Fleßers (Gelb, 63.)

 

Zuschauer: 542

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