Drei Masten, drei Tore – Aber auch ein nächster Ausfall!

Der SC Rot-Weiß Oberhausen hat sein Nachholspiel gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln mit 3:1 (2:1) für sich entschieden. Nach 0:1-Rückstand drehten die Kleeblätter unter dem Licht der drei verbliebenen Flutlichtmasten durch die Tore von Patrick Schikowski, Robert Fleßers und Patrick Bauder die Partie zu ihren Gunsten. Nach überzeugender Leistung vor 2123 Zuschauern konnte das Team in der Tabelle somit auf Rang sechs in der Tabelle klettern.

Wie bereits befürchtet, musste Peter Kunkel vor dem Spiel auch noch Kapitän Benjamin Weigelt ersetzen, der nach grippalem Infekt noch nicht wieder fit genug für einen Einsatz war. Für ihn startete Ralf Schneider auf links, Robert Fleßers rückte in die Innenverteidigung und Gideon Jung beackerte alleine die defensive Mittelfeldposition.

 

Insgesamt traten die Kleeblätter dadurch, trotz weiterer Improvisation im Abwehrverbund, etwas offensiver als beim Derby in Essen auf. Und daher ging es für RWO von Anfang an auch hauptsächlich in eine Einrichtung, denn die Kleeblätter suchten ihr Heil in der Offensive. Doch bereits nach 11 Minuten kam der nächste personelle Tiefschlag. Bei einem Rückpass der Kölner lief Christoph Caspari auf Torhüter Marcel Schuhen zu, um den Befreiungsschlag zu blocken. Dabei kam er aber nach einem Sprung so unglücklich auf, dass er sofort anzeigte, dass es nicht mehr weiter geht. Für ihn kam Rhys Tyler bereits nach 14 Minuten. Noch während des Spiels stellte sich heraus, dass Christoph Caspari sich den Knöchel gebrochen hat und bereits am Donnerstag operiert wird. Damit wird die Personalnot in der Defensive immer größer.

 

Nach dieser erneuten Verletzung war den Rot-Weißen die Verunsicherung kurzzeitig anzumerken und mit dem allerersten gefährlichen Vorstoß der Kölner stand es plötzlich 0:1, nach einem Kopfballtor von Fabian Poß (15.).

 

RWO versuchte zu reagieren, aber zunächst stand Pascale Talarski in aussichtsreicher Position im Abseits (20.), dann zielte Patrick Schikowski nach einer Einzelaktion links am Tor vorbei (24.). Drei Minuten später machten es dann alle beteiligten Oberhausener Offensivkräfte deutlich besser als zuvor. Patrick Bauder brachte mit einem Traumpass Patrick Schikowski ins Spiel, der eiskalt in den linken Winkel zum Ausgleich abschloss (27.).

 

Nur sechs Minuten später hätte es um ein Haar 2:1 für die Kunkel-Truppe gestanden, als Ralf Schneider aus gut 25 Metern abzog und der Ball an den linken Pfosten klatschte (33.). Auf der Gegenseite versuchten es auch die Gäste mal wieder, und zwar mit einem erneuten Kopfball von Fabian Poß. Dieses Mal stand der Stürmer aber im Abseits (35.).

 

Deutlich gefährlicher blieben aber die heimischen Rot-Weißen, doch weder Jansen nach Vorarbeit von Talarski (41.), noch Talarski selbst konnten die Kleeblätter in Führung bringen (42.). Dann gelang der Treffer zum 2:1 aber doch noch unmittelbar mit dem Halbzeitpfiff. Ralf Schneider hatte scharf in die Mitte geflankt, Robert Fleßers mit dem Fuß vollendet (45.). Danach pfiff Schiedsrichter Tim Brüster erst gar nicht mehr an. In der Pause, in der der RWO-Aufsichtsratsvorsitzende Hartmut Gieske verkündete, dass die evo ihr Sponsoring-engagement auch in der kommenden Saison fortsetzen wird, musste der Gelb-Rot gefährdete Gideon Jung in der Kabine bleiben, für ihn kam Marcel Landers in das Spiel. Erneut musste also umgebaut werden, Ralf Schneider rückte zusammen mit Patrick Bauder in das zentrale Mittelfeld, Patrick Schikowski nach links und Marcel Landers nach rechts.

 

Direkt nach Wiederanpfiff erkämpfte sich David Jansen auf dem rechten Flügel den Ball und suchte mit einer Flanke in die Mitte Patrick Schikowski, der aber um ein paar Zentimeter verpasste (46.).

 

Vier Minuten später hieß es dann allerdings wieder zweimal „Gefahr im Verzug“ im Oberhausener Strafraum. Erst versuchte es Vojno Jesic nach einer Ecke aus der Distanz, zielte aber viel zu hoch (50.), dann musste nur eine Minute danach Philipp Kühn sein Können aufbieten, wieder nach einem Schuss von Jesic (51.).

 

Es ging hin und her, denn wieder keine zwei Minuten später war es David Jansen, der fast jedes Kopfballduell im Spiel gewann und in dieser Szene erneut Marcel Schuhen prüfte, ihn aber nicht überwand (53.). Auch der direkt auf das Tor ausgeführte Freistoß von Ralf Schneider streifte nur knapp am Querbalken vorbei (56.), während die Gäste fast nur noch bei Standardsituationen vor das Tor der Kleeblätter kamen. Aber bei praktisch jedem hohen Ball waren Robert Fleßers, David Jansen und Kevin Krystofiak wie Türme in der Schlacht, die alles abwehren konnten.

 

In der Offensive boten sich in den letzten 25 Minuten immer mehr Räume für die RWO-Elf, zunächst war Marcel Landers auf außen eigentlich auf und davon und wurde von Leon Binder im Fallen gehalten. Zwar sah dieser den gelben Karton, trotzdem war die gute Einschussmöglichkeit dahin (65.). Nach weiteren vier Minuten gab es dann aber nichts mehr zu verteidigen für die Kölner Hintermannschaft. Pascale Talarski lupfte die Kugel von der Fünfmeterraumlinie an den langen Pfosten, von wo sie David Jansen erneut zur Mitte auf den Kopf von Patrick Bauder köpfte. Der versenkte dann wuchtig im linken Eck, ein sehenswertes Tor (69.)!

 

Von Köln kam in der Folge nicht mehr viel, nur Firat Tuncer prüfte noch einmal Philipp Kühn, scheiterte aber (82.). Kurz zuvor hätte es sogar schon 4:1 stehen können, aber ein direkter Freistoß von Patrick Bauder landete erneut am Pfosten (76.) und brachte genauso wenig ein Tor ein wie die Kopfbälle von Jansen (82.) und Fleßers, der bei seinem Versuch sträflich frei stand (86.). So blieb es letztlich beim verdienten 3:1-Heimsieg, den Philipp Kühn auch bei der letzten Aktion des Spiels, einem Schuss vom eingewechselten Mario Engels in der Höhe festhielt (89.).

 

 

Aufstellungen

 

RWO: Kühn, Caspari (14. Tyler), Herzenbruch, Krystofiak, Schneider, Jung (46. Landers), Fleßers, Talarski (83. Schmidt), Schikowski, Bauder, Jansen

 

1. FC Köln U23: Schuhen, Wallenborn (74. Nikolaou), Wiebe, Laux, Budimbu, Scepanik (67. La Monica), Poß, Jesic (67. Engels), Schnellhardt, Tuncer, Binder

 

Stimmen:

 

Peter Kunkel (Trainer RWO): „Wir hatten vor der Partie ein wenig Sorge aufgrund des zuletzt fehlenden Rhythmus, außerdem mussten wir erneut personell umstellen nach dem Ausfall von Benny Weigelt. Am Anfang waren wir auch nicht so gut im Spiel, dann kam direkt zu Beginn die schwere Verletzung von Christoph Caspari hinzu. Er hat sich den Knöchel gebrochen und wird bereits am Donnerstag operiert. Nach dem ersten Schock waren wir erst ab der 25 Minute im Spiel und konnten zum Glück schnell ausgleichen und sogar mit dem Pausenpfiff in Führung gehen. Danach mussten wir aufgrund des drohenden Platzverweises für Gideon Jung erneut reagieren und wieder umbauen. Trotzdem haben wir uns in Hälfte zwei mehr und mehr frei geschwommen und die vorherigen Nackenschläge perfekt verarbeitet. Der Sieg geht absolut in Ordnung.“

 

Stephan Engels (Trainer 1. FC Köln U23): „Wir haben gut angefangen, waren sehr griffig und konnten früh in Führung gehen. Danach haben wir etwas den Faden verloren, RWO wurde stärker und wir haben um das Gegentor gebettelt. Danach gab es zwei spielentscheidende Szenen, zum einen der Freistoß vor der Halbzeit zum Rückstand, den wir ganz schlecht verteidigen und zum anderen, dass Gideon Jung, aus meiner Sicht, kurz vor der Pause die Gelb-Rote Karte sehen muss. In Halbzeit zwei haben wir dann noch einmal alles versucht und hatten auch noch einige gute Chancen.“

 

Schiedsrichter/Assistenten: Brüster – Guzijan, Schwerdtfeger

 

Tore: 0:1 Poß (15.), 1:1 Schikowski (27.), 2:1 Fleßers (45.), 3:1 Bauder (69.)

 

Karten: Jung (Gelb, 18.), Bauder (Gelb, 79.) – Laux (Gelb, 45.), Wallenborn (Gelb, 53.), Binder (Gelb, 65.), Schnellhardt (Gelb, 85.)

 

Zuschauer: 2123

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