Die Schlacht am Tackenberg

Zum Rückrundenauftakt gab es in der Kreisliga C Gruppe drei direkt ein Topspiel. Der fünftplatzierte PSV Oberhausen empfing im heimischen Sportzentrum Tackenberg die Tabellenzweiten von UD Espanol. Beide Mannschaften trennten vor dem Spiel fünf Punkte. Das Hinspiel konnten die Polizisten mit 4:2 für sich entscheiden und brachten so den Spaniern von der Wittekindstraße eine der bisher zwei Saisonniederlagen bei. Mit den Erfahrungen aus dem Hinspiel stellte man sich auf Seiten der Polizisten von Anfang an auf ein sehr körperbetontes Spiel ein. Man konnte sich also auf ein spannendes Spiel einstellen.

Trainer Sven Nadolski freute sich und konnte nahezu aus dem Vollen schöpfen und musste lediglich auf den erkrankten Jens Schräder verzichten und war gezwungen noch 5 Spieler runter in die Zweite Mannschaft zu geben. Neuzugang David Ajeti nahm zunächst auf der Bank Platz, Rückkehrer Dennys Filz schaffte den Sprung in die Startelf.

   Von Beginn an merkte man beiden Mannschaften den Siegeswillen an.

Der PSV nahm das Heft des Handelns in die Hand und versuchte den Ball zunächst in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen, UD Espanol hingegen versuchte diesen Spielaufbau sehr früh zu stören. So entwickelte sich in den Ersten Minuten ein recht zerfahrenes Spiel in dem der Schiedsrichter gefordert war. Beide Mannschaften gingen hart in die Zweikämpfe und im Nachhinein hätte der Schiedsrichter hier schon für ein ruhigeres Spiel sorgen können, doch er verpasste die Gelegenheit für Ruhe und Fairness auf dem Sportplatz zu sorgen.

Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld gelang der Ball in der 7. Minute auf die rechte Angriffsseite der Spanier. Der Außenspieler konnte ungehindert einen langen, flachen Diagonalball an den 16er Spielen wo Espanol Stürmer Markus VIeten im Fallen direkt abschloss und mit einem sehenswerten Lupfer Martin Scherf im PSV-Tor überraschte. Es stand 1:0 und es war ein Auftakt nach Maß für Espanol. Fortan fühlten Sie sich in Ihrer körperbetonten Spielweise bestätigt und verteidigten mit allen Mitteln.

Der Polizeisportverein schüttelte sich kurz und setzte unbeirrt sein Spiel fort, jedoch konnte sich ein Spielfluss nicht entwickeln, da auf beiden Seiten die Zweikämpfe am Limit geführt wurden und der Schiedrichter oftmals auf Foul entschied – ohne weitere Konsequenzen auszusprechen. Einer der daraus resultierenden Freistöße fand aus dem Mittelfeld den Kopf von Pierre Fischer, doch er verfehlte sein Ziel. Leider musste er kurz darauf das Spielfeld verlassen, da er sich in einem der Zweikämpfe eine Verletzung zugezogen hatte, für ihn kam in der 31. Minute Dzavit Ajeti.

UD Espanol hatte in der Folge Pech mit einigen Abseitsentscheidungen, der PSV kam noch zu einer guten Chance durch Dennis Wlecklik der aus 17m das Tor aber knapp verfehlte.

Die Erste Hälfte war vorbei und man sah beim PSV insgesamt die bessere Spielanlage, doch Espanol verstand es sehr gut mit Ihren physisch starken Spielern die Angriffe im Mittelfeld zu unterbinden. So sah man eine Chancenarme erste Hälfte die geprägt war durch rassige, bisweilen überharte Zweikämpfe.

In der Halbzeit stellte Sven Nadolski um. Marko Jurilj ersetzte den ebenfalls angeschlagenen Fabian Bruns und rückte in die Manndeckung. Dafür rückte Sebastian Meiß ins Mittelfeld um die Angriffsbemühungen der Spanier bereits im Keim zu ersticken.

Von Anpfiff weg ging der Plan auch auf. Der PSV hatte nun noch mehr Spielanteile und schaffte es nun öfter durch die gut organisierte Defensive an den gegnerischen Strafraum zu gelangen. In der 54. Minute konnte man sich einen Eckstoß erarbeiten. Marc Merettig schlug diesen an den langen Pfosten . Espanol schaffte es nicht den Ball zu klären und er landete bei Dzavit Ajeti der vom rechten Strafraumeck trocken in die lange Ecke vollendete. Einen Einstand nach Maß nennt man sowas.

Der Ausgleich war geschafft. Mit diesem Schwung spielte der PSV weiter nach vorne. Dadurch ergaben sich für Espanol ein paar Kontergelegenheiten. Doch man haderte auf beiden Seiten mit den Schiedsrichterentscheidungen. Für Espanol wurden gute Gelegenheiten durch teilweise falsche Abseitsentscheidungen unterbunden, auf Seiten der Polizisten kam man zwar zu zahlreichen Freistößen auch aus guter Position doch war man mit dem sehr großzügig ausgelegten Ermessungsspielraum des Schiedsrichters unzufrieden der viele sehr harte, von hinten geführte und taktische Zweikämpfe zwar ahndete aber nicht konsequent bestrafte. Bezeichnend war der Satz: „Sportsfreund, ich habe sie jetzt eins, zwei, drei, viermal ermahnt, beim fünften Mal…“ Mit einer normalen Regelauslegung hätte es wahrscheinlich nach gelben Karten 8:4 für Espanol gestanden, doch gab es bis zur 80. Minute lediglich eine auf Seiten des UD Espanol und eine Ermahnung gegen Trainer Sven Nadolski, der bis dahin froh war nicht noch mehr Verletzte beklagen zu müssen.

In der 80. Minute gelang ein langer Pass auf Ivan Chicano Tizon der mit einem Lupfer über den herauseilenden Martin Scherf zum 2:1 traf. Aber der PSV dachte nicht daran aufzugeben, man war die bessere Mannschaft und drängte in den letzten Minuten auf den Ausgleich. Pfosten, Latte, drüber drei fragwürdige nicht gegeben Elfmeter – es half leider alles nichts. UD Espanol zitterte sich über die 90 Minuten und freut sich vorläufig über die Tabellenführung.

Auf Seiten des PSV war es nicht verwunderlich eine Teilschuld beim Schiedsrichter zu suchen der es das gesamte Spiel verpasst hat für Fairness auf dem Platz zu sorgen. Neben zahlreicher klarer gelben Karten hätte auf jeder Seite mindestens einen klaren Elfmeter plus roter Karte geben müssen. Des Weiteren wäre es interessant gewesen zu sehen wie sich Espanol geschlagen hätte wenn ein konsequenterer Schiedsrichter Ihre Stärkste Waffe abgestumpft hätte. Espanol ist eine Mannschaft die von Ihrer Physis und Ihrer robusten und bedingungslosen Zweikampfführung lebt. Anerkennend muss man sagen, dass das derzeit durchaus von Erfolg gekrönt ist – umsonst ist man mit Sicherheit nicht Tabellenerster.

 

Für den PSV geht es ohne große Pause direkt am Mittwoch Abend mit einem weiteren Top Spiel weiter. Man gastiert im Nordler Park beim Tabellenvierten Sterkrade Nord III.

Anstoß ist im 20.00 Uhr.

 

Text: Sven Nadolski, PSV Oberhausen

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