BW Oberhausen ist neuer Hallenkönig!

Oberhausen hat einen neuen Hallenfußball-Stadtmeister. In einem unglaublich spektakulären Finale gewann BW Oberhausen nach einem dramatischen Finish gegen Arminia Klosterhardt Sekunden vor Schluss mit 3:2. Dabei hatte der Landesligist zehn Sekunden zuvor selbst noch die große Chance, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Beide Teams standen zu Recht im Finale, da alle anderen Kontrahenten den Finalisten einfach nicht das Wasser reichen konnten. Die U23 von RWO enttäuschte auf ganzer Linie, während der krasse Außenseiter Post SV Oberhausen nicht nur für die beste Stimmung in der Halle sorgte, sondern auch sportlich gesehen in der Gruppenphase ein dickes Ausrufezeichen setzte!

Oberhausener Hallenstadtmeisterschaften 2014

Was ein spektakuläer Sonntagabend in der Sporthalle Willy-Jürissen. In der gut gefüllten Sportstätte wurde - anders als in Bottrop und Gladbeck - ohne Rundum-Band gespielt, was dem Niveau leider nicht wirklich half. Doch am Ende wurde alle Beobachter entschädigt. Dabei setzte sich am Ende Blau-Weiß Oberhausen-Lirich die Hallenkrone auf und feierte den Titel nach Abpfiff überschwänglich. Im Finale musste sich Arminia Klosterhardt, das 2013 in der Halle erfolgreich war, knapp mit 2:3 geschlagen geben.

BW Oberhausen ist Oberhausenes neuer Hallenstadtmeister 2014.
BW Oberhausen ist Oberhausenes neuer Hallenstadtmeister 2014.

Erste Favoritenstürze vor dem Viertelfinale

Ehe es in die K.o-Spiele ging, mussten sich die zunächst aus der Vorrunde 16 übrig gebliebenen Teams in vier Gruppen messen. Dabei gab es zum ersten Mal einige Überraschungen und nicht in allen Gruppen setzte sich der vermeintliche Topfavorit durch.

Keine Tore, aber jede Menge Diskussionen beim Remis zwischen BW Oberhausen und Adler Osterfeld.
Keine Tore, aber jede Menge Diskussionen beim Remis zwischen BW Oberhausen und Adler Osterfeld.

   Fußballerische Magerkost wurde zwar nicht geboten. Doch verwöhnt wurde man nicht. Dennoch hatte der Oberhausener Fußball vor allem eines heute auf seiner Seite: Spannung! Denn quasi in jeder Gruppe musste bis zum Schluss gewartet und gerechnet werden, wer alles ins Viertelfinale einzieht. Dabei machten die Sterkrader Klubs Glück-Auf und 72 den Anfang und ließen in Gruppe A Safakspor und sicherlich für den einen oder anderen schon etwas überraschend auch Buschhausen hinter sich. Dabei durfte der skeptische Zuschauer gerade im letzten Gruppenspiel sehr stutzig geguckt haben. Die späteren Finalisten trennten sich 0:0 Unentschieden. Genau das Ergebnis, was Safakspor als Dritten rauskegelte und Sterkrade 72 eine Runde weiter brachte. Die ein oder andere mehr als nur gute Tormöglichkeit wurde überraschend leichtfertig vergeben.

   Das erste torlose Spiel gab es aber schon zuvor zu bewundern. In der Gruppe B vermochten im Duell BWO gegen Adler keiner der beiden Teams das Tor treffen. Dennoch qualifizierten sich die beiden Bezirksligisten für das Viertelfinale. Und auch, wenn es punktetechnisch knapp aussah, so musste sich der Landesligist Sterkrade-Nord doch klar geschlagen geben. Insgesamt enttäuschte die Mühlbauer-Mannschaft auf dem Hallenparkett und kassierte unter anderem auch eine 2:4-Niederlage gegen den A-Ligisten Arminia Lirch. Letztere mussten sich dennoch in der auch sicherlich sehr ambitionierten Gruppe mit dem letzten Platz zufrieden geben. Wenn auch nur wegen des schlechteren Torverhältnisses. Souverän hingegen der spätere Stadtmeister: BWO kassierte kein einziges Gegentor und schickte somit schon einmal ein erstes Zeichen an die Konkurrenz.

Michael "Zettel Ewald Lienen" Lorenz (links) macht sich Notizen. Steht auf dem Zettel das Erfolgsgeheimnis von Arminia Klosterhardt?
Michael "Zettel Ewald Lienen" Lorenz (links) macht sich Notizen. Steht auf dem Zettel das Erfolgsgeheimnis von Arminia Klosterhardt?

   Der größte Konkurrent allerdings ließ sich auch nicht lumpen. Arminia Klosterhardt spielte in Gruppe C ähnlich souverän. Zwar kassierte der Landesligist und Titelverteidiger zwei Gegentreffer - beide im erste Spiel beim knappen 3:2-Erfolg über den VfR 08 Oberhausen - doch sieben geschossene Tore sprachen auch für sich. Nur im Spiel gegen SG Osterfeld wurde es mit 1:0 noch einmal eng. Eng wurde es am Ende um Platz zwei und die Qualifikation für das Viertelfinale. Am Ende sicherte sich der spätere Drittplatzierte VfR 08 das Ticket. Und das, obwohl man im letzten Spiel mit 1:2 gegen SG Osterfeld verlor und sowohl diese beiden Teams und auch der zweite A-Ligist in Gruppe C, Sterkrade 06/07, alle drei Punkte aufwiesen. Den direkten Vergleich unter den drei Teams entschied dann aber doch die Hamm-Mannschaft für sich.

   Wahnsinnig spannend ging es in Gruppe D zu. Und Steven Spielberg selbst hätte das Drehbuch wahrscheinlich nicht besser schreiben können. Man kann es schon einmal vorweg nehmen: Die vermeintlichen Topfavoriten in dieser Gruppe um RW Oberhausen U23 und SF Königshardt scheiterten am Ende beide. „Das war heute einfach schlecht“, nahm auch Jens Szopinski, Co-Trainer von RWO, kein Blatt vor dem Mund und sprach von einem völlig verdienten Ausscheiden. Doch wie kam es überhaupt dazu? Es deutete sich auf alle Fälle im Duell gegen den B-Ligisten Post SV schon an. Der gewann zur Überraschung aller mit 3:1. Die Halle stand Kopf, als der krasse Außenseiter sogar zunächst zurücklag, nach sechs Minuten aber das Spiel gedreht hatte. Nicht nur, dass 95 Prozent der Halle gegen RWO waren. Der B-Ligist hatte auch stimmgewaltige Unterstützung auf den Rängen, so dass es Spaß machte, wenn immer die in blau spielenden Kicker auftraten. Als der stets lustige Jeremy Müller, dem man den Spaß am Hallenfußball dank einiger Kabinettstückchen heute deutlich ansah, sogar das goldene Tor gegen Königshardt schoss und seiner Mannschaft damit sogar den Gruppensieg bescherte, rieben sich auch die letzten Zuschauer verwundert die Augen. Und dennoch war im letzten Spiel (fast) alles möglich. Königshardt - und das ohne Beteiligung - hatte genauso noch eine Chance aufs Weiterkommen wie RWO und der SC 20 Oberhausen, die beide im letzten Spiel aufeinander trafen. Aber nicht der Oberligist entschied diese Nerven-Partie für sich. Der Spielclub traf in Person von Hakan Dönmez nach sechs Minuten zum am Ende entscheidenden 2:1. Ein Unentschieden hätte den SF Königshardt für Platz zwei gereicht. Hätte RWO mit drei Toren Differenz gewonnen, wäre die Szopinski-Mannschaft weitergewesen. So aber mussten die vermeintlichen Geheimfavoriten bereits nach der Gruppenphase die Segel streichen. Und die Party für Post SV und SC 20 ging zunächst weiter.

 

Viertelfinale

Adlers Abdelaziz Boukdir traf gerade zum 1:0 im Viertelfinale gegen GA Sterkrade.
Adlers Abdelaziz Boukdir traf gerade zum 1:0 im Viertelfinale gegen GA Sterkrade.

Die Viertelfinalspiele der diesjährigen Hallenstadtmeisterschaft liefen relativ unspektakulär. Alle Favoriten hatten nur wenige Probleme in den zwölf Minuten Spielzeit. Den Auftakt machten Glück-Auf Sterkrade und der Tabellendritte der Bezirksliga Adler Osterfeld. Und die Osterfelder legten los wie der Wirbelwind, sodass die Partie bereits nach drei Minuten entschieden war. Abdelaziz Boukdir, Tobias Hauner und Gino Seggio nahmen schon früh die Spannung raus. Am Ende hieß es 7:2 für den Bezirksligisten. Es war zugleich die torreichste Partie des gesamten Turniers. Nicht weniger Buden fielen im zweiten Viertelfinale. Dort bekam es der spätere Turniersieger BW Oberhausen mit dem FC Sterkrade 72 zu tun. Mit einem deutlichen und verdienten 6:2 marschierte die Möllmann-Truppe in die Runde der letzten Vier. David Möllmann und Oliver Nözel trafen unter anderem doppelt.

Ümit Ertural (r., BWO) nach der frühen Fürhung gegen FC Sterkrade 72.
Ümit Ertural (r., BWO) nach der frühen Fürhung gegen FC Sterkrade 72.

Nach einer Tanzeinlage des Osterfelder Karnevalsvereins war der Titelverteidiger Arminia Klosterhardt an der Reihe. Es ging gegen Sieger von 2011, den Spielclub 192o aus Oberhausen. Es versprach ein spannendes Spiel zu werden und auch wenn das Ergebnis (3:0) es nicht vermuten lässt, hatte der Landesligist doch deutlich mehr Mühe als die anderen drei Teams, die ins Halbfinale eingezogen sind. Denn die 20er spielten munter mit und hatten auch nicht wenig Ballbesitz, waren aber vor dem Klosterhardter-Tor oft zu nervös und zu unkontrolliert. Da war die Arminia deutlich cleverer, denn im Gegensatz zum SC, brachte die Lorenz-Truppe ihre Chancen im Netz unter. Und das schon bereits in der ersten Minute durch Danny Walkenbach. Marcel Siwek und Sven Konarski machten den Endstand perfekt. Um den letzten Platz im Halbfinale kämpften die Überraschungsmannschaft Post SV Oberhausen und der letztjährige Vizestadtmeister VfR 08 Oberhausen. Die Partie droht ähnlich langweilig zu werden wie die ersten beiden Viertelfinalspiele. Die 08er hatten nach vier Minuten eine 3:0-Führung inne, waren dann aber zu Nachlässig, sodass der B-Ligist noch einmal auf 2:3 heran kam. Dann drehte der VfR aber wie auf und schraubte das Ergebnis auf 6:2 hinauf.

 

Halbfinale

Burak Al freut sich mit Torschütze Danny Walkenbach (beide Arminia Klosterhardt) über das 4:0 gegen Adler Osterfeld.
Burak Al freut sich mit Torschütze Danny Walkenbach (beide Arminia Klosterhardt) über das 4:0 gegen Adler Osterfeld.

Im ersten Halbfinale duellierten sich Adler Osterfeld und Arminia Klosterhardt. Ob es jetzt die größere individuelle Qualität des Landesligist und die müden Beine der Osterfelder waren, aber es war eine sehr einseitige Sache. Mit einem halben Dutzend Tore spazierte der Titelverteidiger erneut ins Finale um die Krone der Hallenstadtmeisterschaft. Herausragend in der Partie war Danny Walkenbach, der gegen die Osterfelder zwei seiner insgesamt neun Tore erzielte. Bei einem Sieg im Bezirksliga internen Duell von VfR 08 Oberhausen hätte eine Neuauflage des letztjährigen Endspiels zu Folge. Doch da machten die Blau-weißen der Truppe von Thorsten Hamm ein Strich durch die Rechnung. Ümit Ertural, Marvin Graf und Torschützenkönig David Möllmann sorgten für ein Lächeln auf dem Gesicht von Coach Thorsten Möllmann.

 

Finale

Siegtorschütze Oliver Nözel.
Siegtorschütze Oliver Nözel.

Spannend, nervenzerreißend, atemberaubend, Sekunden-Tod. Dieses Finale hat viele Schlagzeilen verdient. Und jeder, der in den Genuss kam, es live zu sehen, wird dem wohl zustimmen. Doch von Beginn an. Zunächst einmal standen mit Arminia Klosterhardt und BW Oberhausen die besten Mannschaften des ganzen Turniers im Finale. Und auch wenn in so einem Turnier das Glück immer eine kleine Rolle spielt, kann es bei diesen Teams nicht davon die Rede sein. Denn sie standen verdient im Finale. Die jungen Arminen, die fünf 19-jährigen im Kader hatten, gegen die erfahreren Blau-weißen. Der Anpfiff erfolgte um 18.15 Uhr und es war ein Auftakt nach Maß und einer wie es sich jeder Zuschauer wünscht. Die ersten 60 Sekunden waren noch nicht ganz gespielt, da klingelte es schon im Kasten des Landesligisten. David Möllmann erzielte sein neuntes Turniertor. Die Führung hielt aber nicht lange, denn sofort im Gegenzug musste nun BWO-Keeper Efe Özkan hinter sich greifen. Torschütze war Burak Al, der in der zweiten Minute ausglich. Zwar dauerte es nun bis zum nächsten Tor, doch langweilig wurde es nicht. Die Partie entwickelte sich zum einem ständigen Hin und Her. Der Siegeswillen war bei beiden Teams nicht zu übersehen, was zu Folge hatte, dass es immer kämpferischer und hitziger wurde, inklusiver zweier Strafzeiten. Zunächst traf es David Möllmann in der achten Minute, später folgte Arminias Patrick Drechsler. Und auch BWO-Trainer Thorsten Möllmann musste auf die Tribüne. Auf der Strafbank musste David Möllmann ordentlich Wut gesammelt haben, denn kaum war er wieder auf dem Feld, da erzielte er die erneute Führung für seine Farben. Und auch diesmal kam Arminia sofort wieder zurück. Jungspund Raphael Steinmetz markierte den Ausgleich. Es brachte die letzte Spielminute beziehungsweise die letzten 30 Sekunden an. Sven Konarski erkämpfte sich ab Höhe der Mittellinie den Ball, konnte diesen aber nicht sauber zu seinem Mitspieler bringen. Der Bezirksligist fing das Spielgerät ab und leitete sofort den Konter ein. Die Uhr tickte runter. David Möllmann nahm den Ball an sich, sah den freien Oliver Nözel - 3:2. Quasi mit der Schlusssirene. Alle Blau-weißen stürmten das Feld und feierten den Torschützen. Damit hieß der Hallenstadtmeister 2014 BW Oberhausen.

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Kommentare: 8
  • #1

    Kalla (Sonntag, 19 Januar 2014 22:53)

    Nur der BWO!!!

  • #2

    Naja (Montag, 20 Januar 2014 00:08)

    Im Finale standen zwar die beiden besten Teams der Hallenstadtmeisterschaft. Aber Arminia wusste ohne große Show zu überzeugen. Sie haben gezeigt was sie können und das als ihren Anspruch angesehen,Bwo hat zwar super Fussball gespielt,aber das ganze Drumherum war einfach mal wieder nicht die feine Art. .

  • #3

    betrüger (Montag, 20 Januar 2014 01:07)

    Unwissenheit schützt vor strafe nicht... disqualifiziert auf grund von verstoss gegen die regeln aber man lässt sich ja verarschen ... da muss keine mannschaft einspruch einlegen sondern der verband handeln.

  • #4

    Uhländer (Montag, 20 Januar 2014 02:13)

    und schön nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt laut Artikel

    http://www.derwesten.de/sport/lokalsport/oberhausen/noezel-laesst-bwo-jubeln-id8890566.html

  • #5

    Ehemaliger BWO-Fan (Montag, 20 Januar 2014 08:05)

    Glückwunsch an die GANZE Mannschaft des BWO - ich bin mir sicher das auch die Spieler außer Möllmann 1, Möllmann 2 und Ertural gerne ihr bestes zu der Stadtmeisterschaft dazu gegeben hätten, wenn die anderen 3 Spieler mal das Feld verlassen hätten. Trotz auffälligem Verhalten des Trainers insbesondere wieder gegen Schiri´s und andere Vereine ist dem "Kille" anscheinend alles und jeden recht solange der Rubel rollt. So wurde der BWO vor Möllmann & Co. nicht vertreten

  • #6

    Fan (Montag, 20 Januar 2014)

    Post Sv mit Abstand die sympatischste Truppe!
    Hatten auch sehr schnell die Halle auf ihrer Seite.
    Haben ihren Ruf definitv verbessert !Viel Glück noch für die Rückrunde

  • #7

    Dortmunder Junge (Montag, 20 Januar 2014 20:34)

    Hätten sich sowohl die Spieler, als auch der Trainer von bwo anständig verhalten, würde man sich vielleicht für die Mannschaft freuen, allerdings war dies gestern nicht der Fall. Der Schiri hätte mit Sicherheit auch andere Entscheidungen getroffen, wenn er nicht nach jedem Pfiff gegen bwo von den Spielern oder dem Trainer verbal attackiert worden wäre. Somit hat meiner Meinung nach definitiv die falsche Mannschaft gewonnen.

  • #8

    Peter Maier (Dienstag, 21 Januar 2014 16:28)

    Toll BWO und der beste Trainer aus Oberhausen ist Hallenmeister, jetzt backt der Möllmann sicherlich einen Kuchen für alle....