Am Sonntag kommt der große Nachbar

Bei einem Duell eines Viertligisten gegen einen Champions League-Teilnehmer zieht man immer gerne den Vergleich von „David gegen Goliath“. Dies trifft mit Sicherheit auch auf die Partie am kommenden Sonntag im Stadion Niederrhein zu. Denn dann empfangen die Kleeblätter den großen Nachbarn aus Gelsenkirchen, den FC Schalke 04. Während die mit Stars und Nationalspielern wie Julian Draxler, Kevin-Prince Boateng oder Benedikt Höwedes bestückte Mannschaft von Trainer Jens Keller kurz vor Weihnachten die Qualifikation für die KO-Phase der Champions League schaffte, traten die Jungs von Peter Kunkel in der Regionalliga im letzten Spiel vor Weihnachten gegen die Reserve der Knappen an.

Und als es im neuen Jahr wieder mit der Rückrundenvorbereitung los ging, nutzen die Schalker die idealen Bedingungen in Katars Hauptstadt Doha zum Trainingslager, während die Kleeblätter sich in heimischen Gefilden auf den Start beim Tabellenführer Fortuna Köln am 2. Februar vorbereiteten. In der 1. Bundesliga geht es für den S04 bereits eine knappe Woche nach dem Testspiel in Oberhausen mit der Auswärtshürde beim Hamburger SV los.

 

Eigentlich lassen sich zwischen den beiden Teams nicht allzu viele Parallelen ziehen. Was das Verletzungspech in der Hinrunde angeht, können aber mit Sicherheit beide Vereine ein Klagelied singen. Bei den Kleeblättern stand zwischendurch mit Patrick Nettekoven nur noch ein gesunder Torhüter zur Verfügung und Leistungsträger Patrick Bauder brach sich den Mittelfuß, bei den Knappen fiel Torjäger Klaas-Jan Huntelaar praktisch die gesamte Zeit aus und auch Sommerneuzugang Kevin-Prince Boateng wurde aufgrund anhaltender Beschwerden immer wieder zu Trainings- und Spielpausen gezwungen. Kurz vor Weihnachten erwischte es dann noch Julian Draxler. Auch der einzige Winterzugang der Schalker, Jan Kirchhoff, verletzte sich im Trainingslager und ist in den nächsten Wochen zum Zuschauen verdammt.

 

Trotzdem blicken Spieler und Verantwortliche in Gelsenkirchen optimistisch nach vorne, denn im Trainingslager konnte eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Rückrunde geschaffen werden. Die wollen auch die Rot-Weißen spielen und daher schlugen sie auf dem Spielermarkt noch einmal zu und verpflichteten einen Tag vor der Testpartie gegen den SV Wilhelmshaven den Offensivspieler Patrick Schikowski, der dann gegen die Norddeutschen gleich zur 1:0-Führung treffen konnte.

 

Bei den Königsblauen lässt derzeit ebenfalls ein Offensivspieler Hoffnung auf viele Tore im Jahr 2014 aufkeimen. Nach langer Verletzungspause ist Torjäger Klaas-Jan Huntelaar wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen, ob es für einen Einsatz in Oberhausen reicht, ist allerdings fraglich.

 

So oder so, mit Huntelaar oder ohne, ist die Partie für Fans, Spieler und Verantwortliche auf Seiten der Oberhausener ein absolutes Highlight in der Rückrundenvorbereitung. Aber selbstverständlich wollen Peter Kunkel und sein Team nicht nur Spalier stehen, sondern den Gästen so gut es geht Paroli bieten.

 

Inwieweit dies gelingt, wird sich am Sonntag ab 14.00 Uhr zeigen, wenn das „Derby“ im Stadion Niederrhein angepfiffen wird.

 

Text: RW Oberhausen

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