5 Fragen an ... Stefan Tendyck

Er pfiff am vergangenen Sonntag das Finale der Gladbecker Hallenstadtmeisterschaften der Erstmannschaften zwischen dem SV Zweckel und dem BV Rentfort. Ansonsten pfeift er Partien der Oberliga Westfalen und ist Schiedsrichter-Lehrwart im Kreis Gelsenkirchen. Der 29-jährige Stefan Tendyck, Schiedsrichter des VfB Kirchhellen, ist nun seit über 13 Jahren an der Pfeife. Im Gespräch mit Auf'm Platz verriet er, was die Titelkämpfe in Gladbeck so besonders machen, seine Geschichte wie er Schiedsrichter geworden ist und er berichtete über kuriose Spiele. Ein Phantomtor war auch dabei, welches im Video bei uns hier auch zu sehen ist.

Von Ben Tautz

5 Fragen an ... Stefan Tendyck

... Schiedsrichter vom VfB Kirchhellen

Auf'm Platz: Hallo Stefan! Du warst jetzt nun zum dritten Mal in Folge am Endspieltag der Hallenstadtmeisterschaften in Gladbeck als Schiedsrichter aktiv. Es macht den Eindruck, dass auch dir die Titelkämpfe in Gladbeck Spaß machen. Was macht den Budenzauber so besonders?

Tendyck: "Es ist eigentlich immer interessant und vor allem in den letzten Jahren friedlicher geworden. Da pfeift man gerne. Früher war das in Gladbeck als Schiedsrichter ja der reinste Horror, als man quasi durch die Halle gejagt wurde. Aber so ist es eine positive Stimmung und macht immer wieder Spaß."

 

Auf'm Platz: Nach den Stadtmeisterschaften warst du noch mit einigen Akteuren einiger Mannschaften in der Kabine und hast das ein oder andere Bierchen mitgetrunken. Ist es schwer die richtige Mischung zu finden, denn Schiedsrichter sind ja in der Regel nicht die Beliebtesten.

Tendyck: "Eigentlich war ich in der Kabine nebenan und dann hat sich das so ergeben. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und kenne einige der Spieler ja schon bis zu zehn Jahren und wenn man weiß, wie man mit wem umzugehen hat, ist die richtige Mischung auch nicht ganz so schwer zu finden. Man kann nicht mit jedem Spieler gleich umgehen. Der eine braucht einen etwas härteren Ton und der andere muss ruhiger angegangen werden. Jeder Spieler ist anders."

Ein Schnappschuss aus der Kabine. Tendyck (l.) feierte mit den Gladbeckern in der Kabine.
Ein Schnappschuss aus der Kabine. Tendyck (l.) feierte mit den Gladbeckern in der Kabine.

Auf'm Platz: Wie bist du eigentlich Schiedsrichter geworden und was für Partien leitest du?

Tendyck: "Nach der C-Jugend habe ich ein Jahr aktiv als Fußballspieler Pause gemacht. Marcel Neuer, ein Schulkollege, hat mich damals angesprochen ob wir nicht Schiedsrichter werden wollen. Marcel hat nie aktiv Fußball gespielt. Ich habe mich mit der Materie Schiedsrichter zu sein, vorher eigentlich nie auseinander gesetzt. Wenn ein Schiedsrichter eine Partie, wo ich mitgespielt habe, gut gepfiffen hat, war ich zufrieden, und wenn nicht, habe ich halt auch geschimpft. Und so bin ich nun seit 13 Jahren Schiedsrichter. Von 2007-2009 habe ich auch B- und A-Junioren Bundesliga gepfiffen, aber die Chance hinterher noch höher zu pfeiffen, konnte ich leider nicht nutzen und pfeife nun derzeit nur noch in der Oberliga Westfalen.

 

Auf'm Platz: Dann bist du ja auch schon gut herumgekommen. Was war dein bisher kuriosestes Spiel, welches du jemals gepfiffen hast?

Tendyck: "Ich habe schon so viel erlebt. Da ein Spiel herauszupicken, finde ich recht schwer. Kurios war es, wie es zu Stande gekommen ist, dass ich das Abschiedsspiel von Marcelo Bordon gepfiffen habe. Das Spiel war nicht von Schalke, sondern von irgendeiner Eventagentur ausgerichtet und denen ist dann doch am Spieltag selbst eingefallen, dass man auch Schiedsrichter braucht. Dann wurde ein bisschen herumtelefoniert und ich wohne ja nicht weit weg von der Arena. Auch habe ich das 90-Jahre Jubiläumsspiel vom VfB Kirchhellen gegen den FC St. Pauli gepfiffen und zwei Tage nach dem Phantomtor von Stefan Kießling, habe ich es auch in die Sportschau geschafft. In der Westfalenligapartie zwischen Gievenbeck und Vreden gab es auch ein Loch im Netz. Nach kurzer Rücksprache habe ich das Tor allerdings nicht gegeben (Ein Video dazu gibt's unten; Anm. d. Red.)."

 

Auf'm Platz: Zum Abschluss noch eine Frage: Wie lauten deine Ziele als aktiver Schiedsrichter für die Zukunft?

Tendyck: "Ich möchte so lange wie möglich fit bleiben. Von den 186 Schiedsrichtern im Kreis gibt es nur drei Stück die Oberliga pfeiffen. Auf dem Niveau möchte ich auch bleiben. Nach oben hin geht nichts mehr. Die Chance hatte ich, als ich B-Junioren Bundesliga gepfiffen habe. Aber auch Oberliga ist eine schöne Herausforderung. Man wird dort jede Partie als Schiedsrichter beobachtet und kann auch noch "absteigen". Als Schiedsrichterlehrwart in Gelsenkirchen versuche ich natürlich die jungen Schiedsrichter dabei zu unterstützen auch irgendwann einmal höher zu pfeiffen und leite auch Schiedsrichterseminare. Wir in Gelsenkirchen haben das Glück, dass unsere Schiedsrichterzahl eigentlich gleich bleibt, obwohl wir immer noch zu wenige haben. In Bochum ist es beispielsweise schon so, dass die Kreisliga C keine Schiedsrichter mehr hat. Das ist bei uns derzeit nur ganz selten der Fall. Dennoch freuen wir uns über jeden, der sich uns anschließen möchte."

 

Informationen für alle potenziellen Neuschiedsrichter gibt es unter www.schiedsrichter-ge.de.vu. Die Lehrgangstermine sind am 24. März, 26. März, 28. März, 31. März, und am 2.April. jeweils von 18-22 Uhr am Schürenkamp in Gelsenkirchen. Die Prüfung ist am 12. April.

 

Das Phantomtor zwei Tage nach Stefan Kießling

Wir bedanken uns bei Stefan Tendyck für das Gespräch und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft!

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Kirchhellener (Mittwoch, 15 Januar 2014 21:37)

    Top Schiri. Wir sind froh, dass wir ihn haben. Weiter so.

  • #2

    Schnapper vom BVR (Mittwoch, 15 Januar 2014 22:02)

    Top Schiedsrichter und ein Top Mensch. War ein super Abend in der Kabine. Bis bald mal.....

  • #3

    Tuddy (Mittwoch, 15 Januar 2014 23:21)

    Kann die Aussagen von Kirchhellener und Schnapper vom BVR nur bestätigen,kenn den lieben Jung, auch schon ein paar Jährchen

  • #4

    Gekas (Donnerstag, 16 Januar 2014 08:37)

    Kann ich dem Hutsch nur beipflichten ;-)