Auf'm Platz-Analyse: Landesliga

Vier Teams aus dem Kreis 10 starteten in die aktuelle Landesligaspielzeit. Mit dabei waren die beiden Aufsteiger SV Rhenania Bottrop und Sterkrade-Nord. Der VfB Bottrop konnte allen Unkenrufen zum Trotz einen einstelligen Tabellenplatz zur Winterpause vorweisen, während die Arminia um Trainer Michael Lorenz eine Zeit lang ganz oben mitmischen konnte und die Hinrunde auf einem guten vierten Tabellenplatz abschließen konnte - mit nur vier Punkten Rückstand auf Tabellenplatz Zwei.

Von David Wirsch

Die Teams und ihre Platzierungen

Anmerkung: 15 von insgesamt 30 Spieltagen absolviert

Platz Mannschaft Punkte
1. 1. FC Bocholt 38
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4. Arminia Klosterhardt 28
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8. Sterkrade-Nord 20
9. VfB Bottrop 19
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15. SV Rhenania 14
16. TuB Bocholt 1

Liga-Analyse

Zwei Mannschaften der Landesliga bilden die Extreme in der abgelaufenen Hinrunde. Da ist zum einen der Tabellenführer 1. FC Bocholt, der die Liga mit 38 Punkten auf der Habenseite anführt und damit bereits sechs Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten FSV Duisburg hat und zum anderen gibt es die Mannschaft von TuB Bocholt, die mit nur einem Punkt auf dem Konto das Tabellenende ziert. Der Rückstand der Bocholter auf den vorletzten Tabellenplatz beträgt derweil schon 13 Zähler, so dass mit TuB aller Wahrscheinlichkeit der erste Absteiger bereits feststeht. Mit Ausnahme dieser beiden Extreme ist diese Liga alles andere als von Langweiligkeit geprägt. Im Gegenteil: Der Abstand zwischen den einzelnen Mannschaften von Rang Zwei bis 15 ist oftmals nur marginal. Besonders der Abstiegskampf droht zu einem wahren Hitchcock-Thriller zu werden.

   Neu in die Landesliga starteten auch die beiden Aufsteiger Sterkrade-Nord und der SV Rhenania. Komplettiert wird das Kreis-10-Quartett von Arminia Klosterhardt und dem VfB Bottrop.

 

Arminia Klosterhardt

4. Tabellenplatz - 28 Punkte

Die Arminia startete mit 15 Neuzugängen und Trainer Michael Lorenz, der in sein zweites Jahr als Trainer ging, in die aktuelle Spielzeit. Lorenz erklärte im Sommer: "Eine klare Zielsetzung ist schwierig, es gibt viele unbekannte Größen in dieser Liga und Vereine mit viel besseren infrastrukturellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Es wird eine interessante und spannende Liga. Es wird von Beginn an, da sechs Mannschaften absteigen, ein Hauen und Stechen geben. Zunächst heißt es für uns, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern und die Ligareform zu überstehen." 

   Mit 28 Punkten zur Winterpause dürfte das Minimalziel bereits jetzt erreicht, so dass die Arminen mit dem Abstieg wohl nichts zu tun haben werden. Trainer Michael Lorenz erklärte zudem: "Mit Sicherheit haben wir auch das Potenzial mit der Unterstützung unseres begeisterungsfähigem Umfelds bzw. Vereins, den einen oder anderen hoch gehandelten Favoriten zu ärgern." Doch gegen die aktuellen Top Drei der Liga, 1. FC Bocholt, FSV Duisburg und Spvg Schonnebeck setzte es für die Klosterhardter jeweils eine Niederlage. Hätten die Arminen in diesen Spitzenspielen den ein oder anderen Punkt geholt, wäre die Lorenz-Elf wohl noch näher an der Tabellenspitze dran. So sind es aktuell vier Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten FSV Duisburg, auf den Ligaprimus 1. FC Bocholt aber schon zehn Zähler. "Wir gehen definitiv mit einem guten Gefühl in die Pause. Wir sehen deutlich, dass Trainer und Mannschaft absolut miteinander harmonieren", betonte André Stange.

 

Das sagt Auf'm Platz:

Die Arminen haben zwar gegen keine Mannschaft auf den vorderen Tabellenplätzen punkten können, belegen aber dennoch einen guten vierten Rang. Man müsste sich nur mal vorstellen, was möglich wäre, wenn die Lorenz-Elf auch in diesen Spielen punkten würde. Mit den gezeigten Leistungen in der Hinrunde schätzt Auf'm Platz Arminia Klosterhardt am Ende der Saison auf dem 3. bis 5. Tabellenplatz ein. Die Mannschaft verfügt eine hohe Qualität und auch gegen die Top Drei ist den Arminen in der Rückrunde durchaus etwas zuzutrauen. Doch die Konstanz fehlte bereits in der Hinrunde, so dass die Arminen in den Kampf um den Aufstieg nicht eingreifen werden. Doch das war auch nicht das erklärte Ziel der Arminia.

 

Sterkrade-Nord

8. Tabellenplatz - 20 Punkte

Nachdem die Nordler am letzten Spieltag der vergangenen Saison doch noch den Aufstieg in die Landesliga schafften, spielte der Aufsteiger eine gute Hinserie in der neuen Liga. Mit 20 Punkten rangieren die Nordler auf Tabellenplatz Acht, so dass Trainer Mühlbauer seiner Mannschaft den inoffiziellen Titel "bester Aufsteiger" gab. "Wir haben eine starke Hinrunde gespielt", betonte Mühlbauer, dessen Team am siebten Spieltag noch auf einem Abstiegsplatz rangierte, doch aufgrund einer starken Serie sich bis auf den achten Tabellenplatz hocharbeiten konnte. Bis auf die Sportfreunde Hamborn (1:2) konnte die Sportvereinigung gegen alle Mannschaften punkten, die hinter ihr waren. Doch aufgrund der Abstiegsregelung für die aktuelle Saison, stellt der achte Rang mitnichten ein sicheres Kissen dar. Im Gegenteil: Der Vorsprung auf den Tabellenvorletzten SV Rhenania beträgt nur sechs Punkte. Ohnehin hat sich der Eindruck eingespielt, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Doch mit dem Abstieg will Lars Mühlbauer nichts zu tun haben: "Wir haben absolut das Zeug und die Qualität, um in der Liga zu bleiben."

   Vor der Saison hatte Mühlbauer Respekt vor dem "Abenteuer" Landesliga: "Das wird knallhart, richtig schwer. Erst einmal gibt es fünf Absteiger, dazu noch einen Relegationsplatz und dann die vielen guten Vereine in der Liga. Das ist schon Wahnsinn, was für eine starke Gruppe das durchweg ist." Der Nordler-Coach betonte zudem, wie wichtig ein guter Start sei und genau diesen hat der Aufsteiger auch hingelegt. Mit Blick auf die im Janaur beginnende Vorbereitung ließ Mühlbauer verlauten: "Es wird eine knüppelharte Vorbereitung auf die Rückrunde geben. Nicht, weil ich unzufrieden bin, sondern weil es noch ein hartes Stück Arbeit für den Klassenerhalt geben wird."

 

Das sagt Auf'm Platz:

Der achte Tabellenplatz ist für die Auf'm Platz Redaktion keine große Überraschung. Wer in der Vorsaison in so einem dramatischen Finish aufsteigt, dürfte nur so vor Selbstbewusstsein strotzen. Lars Mühlbauer betonte im Sommer, dass seine Mannschaft für die Landesliga stark genug sei und das hat sie bislang bewiesen. Als Aufsteiger den achten Tabellenplatz zu belegen ist eine klasse Sache. Doch aufgrund der diesjährigen Abstiegsregelung kann sich keine Mannschaft nach der Hinrunde sicher sein mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Das weiß auch Mühlbauer. Deshalb müssen die Nordler auch in der Rückrunde alles in die Wagschale werfen um erfolgreich zu sein. Doch die Auf'm Platz Redaktion rechnet mit dem Klassenerhalt des Aufsteigers, der am Ende zwischen Tabellenplatz Sieben und Zehn landen wird. Ein ähnliches dramatisches Saisonfinale wie im Vorjahr erwartet Auf'm Platz nicht.

 

VfB Bottrop

9. Tabellenplatz - 19 Punkte

Im Sommer drehte sich das Spielerkarrussel beim VfB Bottrop mächtig. Acht Spieler verließen den Verein, elf neue Leute kamen hinzu. Viele orakelten daraufhin, dass der VfB ein absoluter Abstiegskandidat sei. Auch Mevlüt Ata wusste: "Es war ein Komplettumbruch." Der VfB bat daher auch im Vergleich zu den anderem Teams früh zum Trainingsauftakt im Sommer, damit sich die Mannschaften kennenlernen und einspielen kann. Daher stapelte Mevlüt Ata im Sommer bewusst tief: "Unser Ziel kann nur in Richtung Klassenerhalt gehen, alles andere wäre utopisch. Also wer glaubt, dass wir oben mitspielen, der täuscht sich. Wenn wir nicht absteigen, dann bin ich heilfroh." Und entgegen aller Vermutungen, dass der VfB sich einer der Abstiegsfavoriten sei, landete der VfB zum Ende der Hinrunde auf dem neunten Tabellenplatz. Mit 19 Punkten steht die Ata-Elf mit zwei Punkten Vorsprung über dem Strich. Es geht so eng in der Liga zu, dass den VfB auch in der Rückrunde ein hartes Stück Arbeit wird leisten müssen um die Klasse halten zu können. "Wir haben uns in der Hinrunde gut geschlagen und sind stolz auf unsere Mannschaft", betonte Christian Müller. Ein kleines Highlight stellte mit Sicherheit auch der 1:0-Sieg im Derby über Arminia Klosterhardt dar - ohne diese drei Punkte würde der VfB den Relegationsplatz belegen. Doch viel wichtiger war, dass die Elf von Trainer Mevlüt Ata gegen keine Mannschaft verloren hat, die hinter ihr war.

 

Das sagt Auf'm Platz:

Viele stempelten den VfB im Sommer als einer der Abstiegsfavoriten ab, vor allem nach dem Ausscheiden bei den Feldstadtmeisterschaften (Vorrunde). Diese Meinung muss seitens der Kritiker revidiert werden, da der VfB nicht abgeschlagen im Tabellenkeller weilt. Im Gegenteil: Der VfB ist zwar weiter im Abstiegskampf dabei, doch aufgrund der Abstiegsregelung ist das auch kein Wunder. Denn mit fünf Absteigern ist es eine knüppelharte Saison für alle Beteiligten. Trainer Mevlüt Ata hat es in kurzer Zeit geschafft aus der Spielermenge ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen, das berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt hat. Auf'm Platz glaubt, dass es ein Hauen und Stechen geben wird und der VfB durchaus in der Lage sein kann, die Klasse zu halten. Dafür muss die Ata-Elf allerdings vom Verletzungspech verschont bleiben und auch gegen besser platzierte Mannschaften mal punkten. Das tat sie in der Hinrunde nämlich kaum.

 

SV Rhenania Bottrop

15. Tabellenplatz - 14 Punkte

"Wir sind nicht aufgestiegen um gleich wieder runter zu gehen - wir wollen eine gute Rolle in der Landesliga spielen", erklärte Rhenanias Trainer Oliver Dirr zu Beginn der aktuellen Landesligaspielzeit. Doch nach der Hinrunde rangieren die Rhenanen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Da es im Tabellenkeller aber sehr eng zugeht und der Abstand auf das rettende Ufer nur vier Punkte beträgt ist der Klassenerhalt immer noch möglich. Sechs der insgesamt 14 Zähler sammelte die Dirr-Elf in den Partien gegen den aktuellen Tabellenführer 1. FC Bocholt und gegen den Drittplatzierten Spvg Schonnebeck. Der Erfolg in Schonnebeck war zudem der einzige Sieg in der Fremde. Die entscheidenden Duelle gegen die direkten Konkurrenten konnte der SVR nicht immer für sich entscheiden. So unterlag man dem Mülheimer SV mit 0:1 oder spielte gegen die SF Hamborn nur 2:2-Unentschieden. Trotz der Abstiegsregelung gab Dirr im Laufe der Hinrunde auch dem Nachwuchs immer wieder eine Chance, wodruch, wie er selbst zugab, auch Fehler in Kauf nahm: "Die Jungs sind noch jung und brauchen Zeit. Diese muss man ihnen auch geben", so Dirr. 

   Den Klassenerhalt hat Dirr noch lange nicht aufgegeben. Im Gegenteil: "Uns steht für die Rückrunde eine reizvolle Aufgabe bevor." Die will und wird Oliver Dirr angehen verbunden mit dem Fokus auf der eigenen Jugend, wie schon vor Beginn der Saison: "Wir setzen auf unsere gute Jugendarbeit und wollen langfristig möglichst viele im Landesligakader etablieren."

 

Das sagt Auf'm Platz:

Vor der Saison sprach Trainer Oliver Dirr davon eine gute Rolle in der Landesliga spielen zu wollen. Ein hoch gestecktes Ziel, welches es angesichts des vorletzten Tabellenplatzes bislang nicht erreicht wurde. Der SV Rhenania kämpft ums nackte Überleben in der Landesliga, verstärkt durch die Abstiegsregelung in dieser Spielzeit. Dass der SVR mit ausgeklügelten Taktiken in der Landesliga mithalten kann, bewies die Mannschaft mit den Siegen gegen den 1. FC Bocholt und die Spvg Schonnebeck. Doch in den direkten Duellen gegen die Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt gab es zu wenig Punkte. Dies muss sich für die Rückrunde ändern. Wenn der SVR in den direkten Duellen punkten kann und zudem erneut für die ein oder andere Überraschung sorgen kann, dann ist der Klassenerhalt ein realistisches Ziel. Doch den Rhenanen muss auch klar sein, dass dafür ein großer Kampf notwendig sein wird und Auf'm Platz glaubt, dass sich der Klassenerhalt oder der Abstieg der Rhenanen erst am letzten Spieltag entscheiden wird.

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