So schlugen sich die Frauenteams

Seit einigen Tagen ruht der Ball auf den Fußballplätzen. Die Teams sind in der Winterpause, bis Anfang März finden keine Meisterschaftsspiele mehr statt. Zeit genug also, um die Hinrunde Revue passieren zu lassen und zu schauen, wie sich die drei klassenhöchsten Frauenfußballteams aus Oberhausen und Bottrop bislang geschlagen haben.

Von Nina Heithausen

 

Vorweg sei gesagt: Für das Trio hätte es besser laufen. Hätte. Wäre da zum Beispiel nicht die mangelnde Torchancenverwertung bei den Batenbrocker Ruhrpottkickern gewesen. Oder der oftmals vorhandene personelle Engpass bei den Ladies von Blau-Weiss Fuhlenbrock. Oder aber die Niederlagenserie des RSV Klosterhardt. Doch bekanntlich kommt es erstens immer anders und zweitens als man denkt.

Niederrheinliga | RSV Klosterhardt

Und so hatte sich mit Sicherheit auch der Niederrheinligist RSV Klosterhardt seine zweite Saison in der höchsten Spielklasse auf Verbandsebene ganz anders vorgestellt. Gerade mal einen Sieg haben die Oberhausenerinnen auf dem Konto, hinzu kommt noch ein Remis. Beides macht insgesamt vier Punkte aus. Bei allen anderen Partien ging der RSV als Verlierer vom Platz – und zwar ganze elf Mal. Bei dieser Bilanz ist es auch keine Überraschung, dass die Klosterhardterinnen in der Hinrunde größtenteils die Rote Laterne mit sich herum trugen und aktuell auch mit in die Winterpause genommen haben. Direkt an den ersten drei Spieltagen hatte der Spielplan den RSV-Ladies mit dem Tabellenzweiten SV Walbeck, dem Spitzenreiter CfR Links und dem Ligavierten Borussia Mönchengladbach II drei harte Brocken beschert. Und auch wenn sie hier keine besonders hohen Niederlagen kassierten, war der Fehlstart fast schon vorprogrammiert und aufgrund dieser starken Gegner kaum eine Schande. Als die Elf dann allerdings am vierten Spieltag gegen den durchaus gleichwertigen SV 1910 Grefrath mit 4:0 unter die Räder geriet, war klar: Für Klosterhardt wird die Saison alles andere als leicht werden. Den ersten Punkt gab es für die Mannschaft von Trainer Hardy Schweitzer schließlich Mitte Oktober am sechsten Spieltag in einer arg umkämpften Partie beim SV Hemmerden. Sollte das dem Team nun ein wenig Aufwand geben? Fast. Denn es folgte eine Woche drauf eine äußerst unglückliche Niederlage gegen den Turnerbund Heißen, der damals drei Minuten vor dem Spielende den Siegtreffer erzielen konnte. Zwei Wochen später war es jedoch endlich soweit: Der RSV Klosterhardt durfte das erste Mal in der laufenden Spielzeit über drei Punkte jubeln – und zwar gegen den TSV Fortuna Wuppertal. Lorina Caltagirone, Kathrin van Kampen und Vanessa Rauh hatten mit ihren Treffern maßgeblich zu diesem ersten Erfolgserlebnis beigetragen. Allerdings sollte es auch das letzte in der Hinserie bleiben. Denn alles was folgte, waren vier weitere Niederlagen. Davon ausgerechnet eine gegen den ebenfalls stark abstiegsgefährdeten SV Rees. Und so bleibt den Klosterhardterinnen vorerst nichts anderes übrig als der letzte Tabellenrang. Mindestens fünf Punkte Rückstand sind es bis zum rettenden Ufer. Keine aussichtslose Situation, aber der RSV muss sich in der Rückrunde gehörig steigern, wenn er im kommenden Sommer immer noch der Niederrheinliga angehören möchte.

Landesliga | BW Fuhlenbrock

Niederrheinliga. Ein Begriff, den das Team von Blau-Weiß Fuhlenbrock vor rund zwei Jahren auch noch in seinem Sprachschatz hatte, jedoch mit dem Abstieg in die Landesliga relativ schnell wieder streichen musste. Und auch in dieser Saison sieht es dort bislang nicht so aus, als dürften die Blau-Weißen in naher Zukunft wieder mit der höchsten Verbandsspielklasse liebäugeln. Zwar lief die Hinserie für die Fuhlenbrockerinnen mit Blick auf das Punktekonto keineswegs so schlecht wie für den RSV Klosterhardt. Dennoch hatten sich die Verantwortlichen vor Saisonbeginn sicherlich etwas mehr gewünscht, als „nur“ den aktuellen fünften Tabellenplatz und die dazugehörigen 17 gesammelten Punkte. Zwar sind die Bottroperinnen als Fünfter der erste Verfolger des Führungsquartetts um Schonnebeck, Warbeyen, Adler Frintrop und der SGS Essen III, allerdings haben sie aber auch mit sieben Zählern schon einen gehörigen Abstand auf dieses. Die Fuhlenbrockerinnen erwischten alles andere als einen guten Saisonstart. Personell arg gebeutelt mussten sie am ersten Spieltag beim HSC Berg ran und fuhren mit einer 1:6- Klatsche wieder heim. Doch schon eine Woche später gab es den ersten Dreier für die Elf von der Jacobistraße beim 3:1-Heimsieg über die DJK Barlo. Statt jedoch weiter zu punkten, ließen die Fuhlenbrockerinnen Niederlage und Sieg im steten Wechsel folgen und kamen erst einmal nicht über den achten Tabellenplatz hinaus. Doch dann kam der sechste Spieltag und die Blau- Weißen starteten eine kleine Serie. Jeweils einem Unentschieden gegen die DJK Hommersum- Hassum sowie gegen die Batenbrocker Ruhrpottkicker folgten drei Triumphe hintereinander – unter anderem gegen das Topteam von Adler Frintrop. Als Lohn dafür folgte der Sprung auf den fünften Tabellenrang. Jäh gestoppt wurde die blau-weiße Siegesserie dann ausgerechnet von der Zweitvertretung des GSV Moers, die momentan noch mitten im Abstiegskampf steckt. Und auch das letzte Spiel der Hinrunde konnten die Fuhlenbrockerinnen nicht mehr erfolgreich gestalten. Mit 1:5 unterlagen sie der SpVgg. Steele am Ende deutlich. Dennoch: Blau-Weiß Fuhlenbrock hat bewiesen, dass es über ausreichend Potential verfügt, um auch in den höheren Gefilden der Liga mitzumischen. Lediglich die Konstanz fehlte dem Team in der abgelaufenen Hinrunde.

Landesliga | Batenbrocker Ruhrpott Kicker

Und von jener fehlenden Konstanz kann auch der Ligakonkurrent Batenbrocker Ruhrpottkicker getrost ein Liedchen singen. Zwar hatte das vorrangige Ziel der Verantwortlichen vor dem Saisonbeginn einvernehmlich Klassenerhalt gelautet. Dass ihr Team jedoch schon zur Winterpause mitten im Abstiegskampf stecken würde, hätten sie vermutlich eher nicht gedacht. Denn rosig sieht es für die Bottroper Elf keineswegs aus, was der Blick in die Tabelle bestätigt: Als Vorletzter steht sie momentan da, dahinter befindet sich nur noch und dank des schlechteren Torverhältnisses der punktgleiche HSC Berg. Zehn Punkte haben die Ruhrpottkickerinnen bislang sammeln können. Zwei Mal durften sie sich über einen Dreier freuen, zudem gab es vier Unentschieden. Das wohl größte Manko der BRKler ist, wie auch schon in der vergangenen Saison, die mangelnde Torausbeute. Ganze 14 Treffer haben sie erst auf dem Konto. Zum Vergleich: Ligaprimus Schonnebeck konnte insgesamt 40 Mal mehr ins Schwarze treffen. Und ebenso wie bei den Blau-Weißen aus Fuhlenbrock missglückte auch der Elf von Trainer Stefan Schulz der Saisonstart gehörig. Drei Niederlagen hagelte es, darunter ein deutliches 0:4 bei Eintracht Emmerich. Doch manchmal scheint eine solche Pleite auch etwas Gutes zu haben. So auch bei den Batenbrockerinnen. Denn diese packten sich eine Woche später an der Ehre und bezwangen Borussia Bocholt zwar knapp, aber dennoch mit 1:0. Da war er also, der erste Saisonsieg für die Ruhrpottkickerinnen am fünften Spieltag. Es folgten zwei weitere Partien ohne Niederlage (jeweils 1:1 gegen Moers und Fuhlenbrock), in denen nach Aussage des Trainers etwas mehr drin gewesen wäre, wäre eben die mangelnde Torausbeute nicht gewesen. Dass sie allerdings doch Tore schießen können, bewies die Bottroper Elf dann schließlich Anfang November beim 4:0 über den HSC Berg, als Asli Acar und Stefanie Bartoszek mit ihren Treffern den bislang höchsten Sieg in dieser Spielzeit besiegelten. Sollte das nun der endgültige Durchbruch für die Schulz-Elf gewesen sein? Fehlanzeige. Denn was folgte war ein 1:4 bei der DJK Barlo und der Absturz vom achten auf den elften Tabellenplatz. Dennoch sei gesagt: Die Batenbrocker Ruhrpottkicker haben trotz ihrer aktuell nicht gerade erfreulichen Situation gezeigt, dass sie mit den Teams in der Landesliga mithalten können. Dies bestätigen unter anderem die beiden 1:1-Remis, die sich die Mannschaft zuletzt auf der heimischen Anlage an der Beckstraße gegen den Spitzenreiter aus Schonnebeck und den Ligavierten SGS Essen III erkämpfen konnte. Und auch wenn die Rückrunde für die BRKler ein schwerer Weg werden wird, ist ihre Situation keineswegs aussichtslos, da sich alle anderen Teams aus der unteren Tabellenhälfte, bezogen auf das Punktekonto, durchaus in Reichweite befinden.

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Kommentare: 1
  • #1

    Rhosa Schlüpfer (Dienstag, 24 Dezember 2013 14:08)

    Mehr Werbung im Frauenfußball, spielen ebenbürtig