5 Fragen an ... Marc Wittstamm

Es ist das Comeback des Jahres gewesen. Vor einem Monat kickte Marc Wittstamm in der Landesliga wieder für zehn Minuten gegen den Ball. Zwar ging das Spiel seines VfB Bottrop in Schonnebeck deutlich mit 1:6 verloren. Doch das interessierte wahrscheinlich nach dem Abpfiff kaum jemanden. Der Kämpfer Wittstamm war zurück. Viereinhalb Monate nach der Schock-Diagnose Hodenkrebs. Mitten in der Schwangerschaft seiner Frau. Im Gespräch mit Auf'm Platz blickt Wittstamm zurück und unterstreicht, was im Leben wirklich wichtig ist, und auf was er sich in den nächsten Wochen ganz besonders freut.

Von Raphael Wiesweg

5 Fragen an ... Marc Wittstamm

... Spieler beim VfB Bottrop

Das wahre Comeback hatte Wittstamm bereits zwei Wochen zuvor in der Kreisliga B gefeiert. Mit dem Reserve-Team spielte er 70 Minuten lang gegen Vorwärts 08 Bottrop. Leider bei extrem schlechten Wetter. Wittstamm wurde krank. Allerdings nur mit einer Erkältung. Kein Vergleich zu den Monaten zuvor. Doch diese reichte, um ihn zwei Wochen außer Gefecht zu setzen. Erst dann war er wieder fit, und es kam das große Landesliga-Comeback. Jetzt macht Wittstamm wieder eine Pause und wird in 2013 nicht mehr spielen. Kreislauf- und Rückenprobleme machen ihm zu schaffen. Allerdings hinge das nicht mit dem Krebs zusammen, betont Wittstamm. Es ist eigentlich schon fast ein schöner Grund. Denn seine gesunde Tochter Celina hält ihren Vater einfach zu sehr auf Trab, wie auch der 31-Jährige schmunzelnd zugibt.

 

Auf'm Platz: „Hallo Marc, vielen Dank für die Möglichkeit mit Dir zu sprechen. Wie geht es Dir zur Zeit?“

Wittstamm: „Danke, mir geht es gut. Meine Tochter sorgt zwar dafür, dass man drei-, viermal in der Nacht wach wird, aber das wird auch schon besser (schmunzelt). Härter war es da schon, als ich die Schock-Diagnose Hodenkrebs Ende Juni bekommen habe. Das war ein Schlag ins Gesicht. Und als ich zu Saisonbeginn zugucken musste, wie meine Kollegen in den Highlight-Spielen gegen Schalkes U23, Fortuna Düsseldorf oder das Derby gegen Rhenania gespielt haben, war auch nicht einfach.“

 

Auf'm Platz: „Was geht einem bei solch einer Diagnose durch den Kopf, vor allem mit dem Wissen, dass die eigene Frau zu dem Zeitpunkt schwanger war?“

Wittstamm: „Existenz-Gedanken. Man macht sich Sorgen über die Familie, den Beruf. Man muss aber auch dazu sagen, dass ich sofort aufgeklärt wurde. Die Heilungschancen stehen bei Hodenkrebs bei 99,9 Prozent und dem Kind konnte nichts passieren. Für meinen Urologen bin ich auch schon jetzt geheilt. Aber dennoch dauert es fünf Jahre, bis man tatsächlich komplett geheilt ist. Es ist ja auch keine Erkältung.“

 

Auf'm Platz: „Das freut uns natürlich zu hören, dass Du wieder gesund bist. Macht man sich dennoch jetzt noch Gedanken über die Krankheit?“

Wittstamm: „Zwischen den Untersuchungen, die alle drei Monate stattfinden, nicht. Ich werde nur immer ein bisschen nervös, wenn der nächste Termin wieder unmittelbar bevorsteht. Der findet wie gesagt immer alle drei Monate statt. Da wird mir Blut abgenommen und es werden Ultraschalluntersuchungen durchgeführt.“

 

Auf'm Platz: „Was wünscht Du dir für 2014?“

Wittstamm: „Ganz klar, dass ich an erster Stelle gesund bleibe, das ist mir am wichtigsten. Und dann zu alter Kraft zurückkehren. Während der Chemotherapie gab es Momente, da hatte ich nicht einmal Kraft einkaufen zu gehen. Im Februar soll ich aber laut der Ärtze wieder bei meiner normalen Kraft sein. Und sportlich gesehen wünsche ich mir natürlich den Klassenerhalt für den VfB Bottrop und dass ich zurück ins Team fnde.“

 

Auf'm Platz: „Worauf freust Du dich jetzt am meisten?“

Wittstamm: „Die Hallenstadtmeisterschaften. Es denken nicht viele so, aber ich spiele gerne in der Halle und für mich sind die Hallenstadtmeisterschaften ein echtes Highlight. Auch schon vorher das Hallenturnier von Vorwärts 08 wird zum Warmwerden sicherlich toll. Ansonsten werde ich in Ruhe abwarten, was auf mich zukommt.“

 

 

 

Wir bedanken uns bei Marc Wittstamm für das Gespräch und wünschen ihm und dem VfB Bottrop alles Gute für die Zukunft!

 

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Kommentare: 10
  • #1

    Zweckel 23 (Sonntag, 01 Dezember 2013 14:30)

    alles gute marc!
    bist ein feiner kerl !!

  • #2

    Tobi (Sonntag, 01 Dezember 2013 14:36)

    Starker Kämpfer und richtiger Typ, den der Fußball braucht! Alles Gute für die Zukunft euch dreien und am Ball!

  • #3

    fc polonia (Sonntag, 01 Dezember 2013 17:49)

    alles gute marc ,wir drücken die daumen

  • #4

    Taner Kaplangiray (Sonntag, 01 Dezember 2013 18:15)

    Ich wünsche dir und deiner Familie viel Glück in der Zukunft mein Freund.Alles gute!!!!

  • #5

    thomas (Sonntag, 01 Dezember 2013 18:24)

    wünsche dir alles gute für die Zukunft

  • #6

    Demiray Metin (Sonntag, 01 Dezember 2013 18:29)

    Alles gute.

  • #7

    Insider (Sonntag, 01 Dezember 2013 18:40)

    ICH GLAUBE JETZT reicht es ! Klar ist es eine Krankengeschichte ...aber die kann jeden treffen ! WAZ , Auf dem Platz es ist ja toll das ihr so etwas bringt .
    Jetzt mein aber .
    Nicht in jeden dritten Bericht über VFB ! Ich kenne Marc ,der packt das weil er eine super Frau hat und jetzt eine Tochter die ihm hilft noch stärker zu werden !!!!

  • #8

    @7 (Montag, 02 Dezember 2013 12:48)

    Meister, das war seine Entscheidung sich befragen zu lassen. Und ich finde es gut, wenn einer wie er offen darüber sprechen kann. Das zollt ihm Achtung. Jeder Artikel ist es Wert.
    Bei SGO hat ebenfalls ein Spieler diese Krankheit.

  • #9

    @Insider (Montag, 02 Dezember 2013 13:27)

    Mach du doch mal das mit was Marc Wittstamm hinter sich hat!!!Lies doch die Bildzeitung da sind bestimmt Sachen drin die total wichtig und interessant sind!!!Wie arm !!

  • #10

    euer Ernst??? (Donnerstag, 05 Dezember 2013)

    Wie kann man denn bitte so einen Kommentar wie den von Nummer 7 freischalten????? da ist ein guter, bekannter und äußerst korrekter Fußballer aus Bottrop an so etwas erkrankt und ihr lasst so einen Kommentar zu??!! bekommt eure Seite hier wieder mal zu wenig Aufmerksamkeit?