Der Teamgedanke steht im Vordergrund

Mannschaftsvorstellung

Zusammen mit SW Alstaden schaffte der SV Fortuna in der Vorsaison den Sprung von der Kreisliga A in die Bezirksliga. Das Team von Trainer Marco Hoffmann stellte in der Spielzeit 2012/2013 die beste Offensive und die beste Defensive der Liga. Dass in der Bezirksliga jedoch ein anderer Wind weht, bekamen die Fortunen bereits an den ersten Spieltagen zu spüren. 

Von David Wirsch

Mannschaftsvorstellung SV Fortuna Bottrop

In der Aufstiegssaison eilte der SV Fortuna von Sieg zu Sieg: 24 Erfolge in 30 Spielen bei drei Unentschieden und drei Niederlagen standen zu Buche. 75 Punkte bedeuteten dabei Platz Zwei in der Endabrechnung. Standen die Rheinbabenkicker in der Hinrunde "nur" auf Tabellenplatz Drei mit fünf Punkten Rückstand auf den ersten Aufstiegsplatz, stellte man in der zweiten Halbserie sogar die beste Mannschaft der Liga. 13 Siege in 15 Spielen bei 55:11 Toren bedeuteten Platz Eins in der Rückrundentabelle. Ohnehin stellte der SV Fortuna mit 112 geschossenen Toren und nur 20 kassierten Treffern die beste Offensive und Defensive der Liga und sind damit verdientermaßen mit SW Alstaden in die Bezirksliga aufgestiegen.

Neuzugang aus der eigenen Jugend: Wesley Bakalorz.
Neuzugang aus der eigenen Jugend: Wesley Bakalorz.

   Nur wenige Wochen nach dem Aufstieg hätten die Fortunen beinahe nach dem nächsten Triumph gegriffen. Doch im Finale der diesjhährigen Bottroper Stadtmeisterschaften unterlag das Team von Trainer Marco Hoffmann dem Ligakonkurrenten Dostlukspor Bottrop, nachdem es nach regulärer Spielzeit 2:2 gestanden hatte, im Elfmeterschießen. "Das ist einfach nicht unser Ding und liegt uns absolut nicht", frotzelte Marco Hoffmann in Bezug auf die Niederlage im Elfmeterschießen. Wie Hoffmann später im Interview verraten wird, hat dieses Spiele aber keine großen Spuren bei seinem Team nach sich gezogen. 

   Mittlerweile steht bereits der vierte Spieltag in der Bezirksliga vor der Tür. Mit einem Sieg und zwei Niederlagen war der Auftakt der Fortunen eher durchwachsen, gerade vor dem Hintergrund, dass in dieser Spielzeit gleich sechs Mannschaften den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten müssen. DochSpekulationen, dass das Fortunen-Team zu jung sei und es Erfahrung fehle, weist Trainer Marco Hoffmann sofort zurück. Vielmehr war er froh, den Aufstiegskader mit jungen und hungrigen Talenten aus der eigenen A-Jugend füllen zu können. "Hier beim SV Fortuna steht der Teamgedanke im Vordergrund", betont Hoffmann. und "daher freue ich mich auf die Arbeit mit jungen Spielern."

Auf'm Platz sprach mit Marco Hoffmann

Trainer Marco Hoffmann.
Trainer Marco Hoffmann.

Auf'm Platz: Hallo Marco, im Finale der Stadtmeisterschaft habt ihr im Elfmeterschießen den Kürzeren ziehen müssen und seid damit knapp am Titel vorbeigeschrammt. Wie groß war der Ärger und ist dieser jetzt verflogen oder erinnerst du dich immer noch zurück? 

Hoffmann: "Klar waren wir unmittelbar danach enttäuscht. Schließlich waren wir nah dran und dann ist es schade, wenn man dann doch verliert. Aber wir können einfach kein Elfmeterschießen. Es wäre natürlich schön gewesen Stadtmeister zu werden. Doch das ist abgeschlossen. Wir haben das normal verarbeitet und die positiven Dinge aus dem Spiel und der Stadtmeisterschaft mitgenommen. WDas 2:2 im Finale gegen Dostlukspor nach regulärer Spielzeit hätte ich gern für die Liga genommen. Aber da haben wir leider mit 1:2 verloren."

 

Auf'm Platz: Deine Mannschaft dürfte wohl zu den jüngsten Mannschaften der Liga zählen. Kann da nicht ein wenig Erfahrung fehlen?

Hoffmann: "Zu keinen Zeitpunkt an den ersten drei Spieltagen hatte ich diese Gedanken. Im Spiel gegen Dostlukspor zum Beispiel haben wir einen individuellen Fehler gemacht, der zum 1:1 führte. Da hätte auch einem erfahrenem Spieler passieren können. Von außen unken viele, dass uns erfahrene Leute fehlen würden und wir deshalb nicht den elften Tabellenplatz erreichen würden. Ich bin da aber komplett anderer Meinung. Wir entwickeln uns von Woche zu Woche und sammeln mit jeden 90 Minuten Erfahrung, ob positive oder negative. Fakt ist aber auch, dass erfahrene Spieler Geld kosten. Doch hier bei Fortuna gibt es keinen Pfennig und das ist für die Mannschaft in Ordnung. Das spricht für den sehr guten Charakter der Mannschaft. Und deshalb arbeite ich hier so gern und vor allem mit jungen Spielern. Der Teamgedanke steht bei uns absolut im Vordergrund. Das kann unser Trumpf werden."

 

Auf'm Platz: Nach drei Spielen in der Bezirksliga hat der SV Fortuna drei Punkte auf dem Konto. Wie fällt dein Fazit aus?

Hoffmann: "Aufgrund der Vielzahl der Absteiger sind drei Punkte eigentlich zu wenig. Doch wir hätten auch fünf Punkte haben können. Gerade zuhause waren in den beiden Spielen nah dran einen Punkt holen und das wäre nicht unverdient gewesen. Bei fünf Punkten hätte man dann von einem guten Saisonstart gesprochen. Ich sehe das aktuell nicht so dramatisch. Wir müssen einfach zusehen, dass wir nun auch zu Hause Punkte holen."

 

Auf'm Platz: Wie läuft die Zusammenarbeit mit den anderen Seniorenmannschaften? Wünschst du dir nach dem Aufstieg einen Unterbau in der Kreisliga A?

Hoffmann: "Die Absprache mit Dieter Büth (Trainer 2. Mannschaft, d.Red.) ist phänomenal. Zum Beispiel in der vergangenen Woche: Ich brauchte für eine Traininseinheit 18 Spieler, doch mir fehlte einer, da bin ich kurzerhand zum Dieter und habe einen Spieler für die Trainingseinheit bekommen. Das war absolut kein Problem. So sammeln auch Spieler von uns Spielpraxis in der zweiten Mannschaft, wie es aktuell der Dennis Boron macht. Auch Sebastian Schumann spielte zuletzt beim Dieter mit. Das macht dann natürlich Spaß, wenn so zusammen gearbeitet wird. Zur dritten und vierten Mannschaft ist der Draht nicht ganz so groß, doch insgesamt ist das alles sehr ordentlich. Die zweite Mannschaft hat einen guten Kader und ich bin sicher, dass sie eine gute Saison spielen wird. Doch der Verein sagt mit Sicherheit nicht, dass sie aufsteigen soll. Klar jeder Aufstieg ist schön, doch es gibt da keinen Druck. Primär ist das Ziel, dass die erste Mannschaft den Klassenerhalt schafft."

 

Auf'm Platz: Mal angenommen, der SV Fortuna wäre einer der Absteiger. Würde das Konsequenzen in welcher Form auch immer nach sich ziehen, die eventuell du sogar ziehen würdest?

Hoffmann: "Thomas Tuchel darf beim FSV Mainz die Jahreszahl in den Vertrag schreiben und auch bei Borussia Dortmund und Jürgen Klopp war diese Entwicklung zu lesen. Und ich habe das Gefühl bei unserem Vorstand, dass, solange ich meine, dass ich der richtige bin, ich auch weitermachen darf. Wenn die Mannschaft allerdings irgendwann einmal sagen würde, wir haben jetzt so lange mit dem Trainer gearbeitet und dergleichen, dann würde ich mich natürlich auch zurückziehen und dann eventuell als Betreuer oder Torwart-Trainer weitermachen. Ich verschwende aber keine Gedanken an Konsequenzen. Im Gegenteil: Für mich spielt die Liga keine Rolle, sondern für mich ist die Entwicklung wichtiger. Klar ist aber auch, dass wir hier die Strukuturen für die Bezirksliga haben und diese wollen wir natürlich wahren. "

Transfers

Zugänge:

Niklas Bossek (BV Rentfort A-Jugend), Wesley Bakalorz, Felix Schürmann, Adrian Reiß, Kevin Diehl, Cem Karakulukcu, Marvin Engels (alle eigene A-Jugend)

 

Abgänge:

Moritz Blasberg (BW Fuhlenbrock)

SV Fortuna Bottrop - Saison 2013/2014.
SV Fortuna Bottrop - Saison 2013/2014.

Kader

Tor:

Danny Große-Beck, Dennis Leidgebel, Felix Schürmann

 

Abwehr:

Kevin Miszczuk, Christopher Horstmann, Christoph Illguth, Dennis Boron, Maurice Dignal, Sebastian Schumann, Norman Hassenrück, Sven Brattig

 

Mittelfeld:

Tim Strickerschmidt, Thilo Grollmann, Kevin Diehl, Marcel Leidgebel, Matthias Beckfeld, Benedikt Kracke, Volkan Sahin, Wesley Bakalorz, Cem Karakulukcu, Justin Strassek

 

Sturm:

Pierre Weyerhorst, Niklas Bossek


-> Hier geht´s zum SV Fortuna Bottrop bei Auf'm Platz <-

 

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Kommentare: 11
  • #1

    Da Cunha Yil (Samstag, 14 September 2013 23:05)

    Foooooortuuuuuuna !!

  • #2

    Pfennigfuchser (Samstag, 14 September 2013 23:43)

    Wenn ich das mit der fehlenden Erfahrung lese bekomme ich die Krise. Da sind einige mit Landes- und Bezirksligaerfahrung. Da sind talentierte Jungs bei, die schon sehr früh in vernünftigen Ligen gekickt haben und auch sicherlich höher spielen könnten. Ohne die wäre man nie im Leben aufgestiegen!

  • #3

    Tonimono (Sonntag, 15 September 2013 03:05)

    Bei allem Respekt Herr Hoffmann!!Aber sich mit Thomas Tuchel oder Jürgen Klopp zu vergleichen,finde ich schon zu vermessen!!!!
    Sie mögen diszipliniert Ihrer Arbeit nachgehen und jungen Menschen aus der eigenen Jugend eine Chance geben und damit Strukturen aufbauen,welche sich mit den Jahren auszahlen könnten,nur sollten Sie bedenken,dass Sie den Boden unter den Füssen vor Eitelkeit nicht verlieren!!Denn man kann nicht(und da gebe ich Ihren Kritikern recht!) ein Experiment mit jungen Spielern in einer Saison tätigen,in der der 11.Platz das rettende Ufer sein wird!!Oder wie Sie es vor lauter Selbstbewusstsein bezeichnen:"Wir entwickeln uns von Woche zu Woche und sammeln mit jeden 90 Minuten Erfahrung, ob positive oder negative."SIEGE WERDEN IHNEN RECHT GEBEN UND NIEDERLAGEN IHREN KRITIKERN!!Wenn man am sichersten ist macht man die größten Fehler!Mein Tipp:Sie sind noch jung und unerfahren.Nehmen Sie diese Saison als Lebenserfahrung mit oder wie Sie sich so schön mit dem Trainer von Mainz verglichen haben,passt es insofern:MAINZ IST AUCH SCHON OFT AUF-UND ABGESTIEGEN... :-))) In dem Sinne viel Glück;-)) Gruss euer ToniMono

  • #4

    Fortuna Fan (Sonntag, 15 September 2013 09:09)

    Der Weg den Fortuna eingeschlagen hat, ist der richtige.
    Natürlich ist es immer ein Risiko, mit Spielern aus der eigenen Jugend in die Meisterschaften der Senioren zu gehen, egal in welcher Klasse. Aber warum bildet denn ein Verein aus? Letztendlich um Spieler für die Senioren zu bekommen. Natürlich wird es da Rückschläge geben und keiner garantiert, das die Jugendspieler dem Verein die Treue halten. Aber das ist bei Spielern, die von auswärts kommen auch nicht gewährleistet. Nur die Kosten Geld, und wenn es nur für die Freigabe ist.
    Die andere Seite zu Fortuna ist SW Alstaden. Wie Fortuna gute Jugendarbeit, aber bei jeder Wechselperiode viele externe Zugänge. Dabei bleiben dann wahrscheinlich die Spieler der eigenen Jugend auf der Strecke. In 2-3 Jahren wird man dann sehen, dass das Fortuna Konzept das richtige war.
    Marco, weiterhin viel Erfolg und halte an deinen Zielen fest!

  • #5

    geld holt punkte (Sonntag, 15 September 2013 09:59)

    erfahrung und geld holen punkte,siehe schalke finde aber das was in fortuna passiert nicht schlecht,ob es reicht werden wir sehen,bin aber auch dafür das 1,2 neue erfahren leute immer gut sind,siehe ebel fuhlenbrock,wünsche fortuna viel glück

  • #6

    positive Kritik, nix anderes (Sonntag, 15 September 2013 10:30)

    Wenn ich mir den Kommentar 2 durchlese und dann auf das Mannschaftsfoto gucke, sehe ich einen Beckfeld, der es weiter oben nicht geschafft hat. Ich sehe einen Strickerschmidt, der schon in der Vorbereitung zur Landesliga aufgegeben hat. Ich weiß es nicht genau, aber das müssten ja schon die einzigen gewesen sein, die mal etwas höher waren oder?
    Was Hoffi aus den jungen Spieler macht ist sagenhaft! Aber man merkt tdm immer wieder, dass richtige Erfahrungen fehlt, z.b. in der Kette oder als Leader auf der 6. Es sind alles gute Jungs, unumstritten, aber etwas Routine schadet nie.
    Viel Glück den roten

  • #7

    hm (Sonntag, 15 September 2013 11:26)

    In der zweiten Mannschaft sind auch genug erfahrene Spieler die der ersten helfen können oder könnten von daher brauch man niemanden fur geld holen vielleicht mal win älteren ne Chance geben falls es an Erfahrung fehlen sollte.mfg

  • #8

    @5 (Sonntag, 15 September 2013 22:44)

    Du vergisst Danny Große-Beck, welcher sich in seiner 1.Saison, nach der A-Jugend von Fortuna, wegging und sich unumstritten in der Landesliga durchgesetzt hat und ein großes Vorbild in Sachen Motivation und Ehrgeiz ist.
    Hinzufügend muss man sagen, dass er trotz höherer Angebote dem Verein nun treu blieb, das spricht für Fortuna.

  • #9

    An #5 (Sonntag, 15 September 2013 22:52)

    Kracke
    Brattig
    M. Leidgebel
    Große-Beck
    Hassenrück (glaube ich)
    ...haben auch bereits mind. Vorher Bezirksliga gespielt.

  • #10

    Beobachter (Montag, 16 September 2013 14:47)

    Ich glaube ein sehr großer Anteil an Spieler aus der ersten hat schon mind. Bezirksliga gespielt. Ein Krack oder ein Beckfeld haben zwei Jahre Landesliga auf höchsten Niveau gespielt!

  • #11

    Man Man!!! (Montag, 16 September 2013 21:15)

    Also ich als aktiver unter Hoffi bin mit sicher das er keine Vergleich damit anstellt und jeder vernünftig denkender interpretiert bei den Zitat : "Thomas Tuchel darf beim FSV Mainz die Jahreszahl in den Vertrag schreiben und auch bei Borussia Dortmund und Jürgen Klopp war diese Entwicklung zu lesen" doch nur das das Verhältnis zwischen Vorstand und Trainer-Team ,ein vergleichbares ist zu den Aussagen von ganz oben ;-) und vergleicht sich bestimmt nicht mit Trainergrößen. Er ist weder Tuchel noch Klopp sondern einfach nur der Hoffi und das ist auch gut so und in der Kombination Team und Trainer bleibt Fortuna auch in der Liga und wir werden es alles daransetzten , so dass Kritiker stumm bleiben .
    In diesem Sinne ;-)