Bittere Pille für Zweckel

Es war keine Lehrstunde, dafür war der SV Zweckel zu gut. Doch der Gladbecker Aufsteiger verlor gegen den Topfavoriten auf die Meisterschaft, Arminia Bielefeld II, am Samstagabend deutlich mit 0:4 (0:1) und bleibt damit auf bisher nur drei Punkten nach vier Spielen sitzen. Fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse und ausnahmsweise auch ein schwacher Dennis Grüger im Tor besiegelten die am Ende verdiente Niederlage. Bielefeld, das entgegen aller Vermutungen ohne Profi-Verstärkungen antrat, marschiert hingegen schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison in der Oberliga-Tabelle vorneweg. 

Von Raphael Wiesweg

Oberliga | 4. Spieltag

SV Zweckel - DSC Arminia Bielefeld II 0:4 (0:1)

Über 450 Zuschauer waren abermals an die Dorstener Straße gepilgert. Es stand nicht nur einfach das zweite Oberliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte an. Mit der Zweitliga-Reserve von Arminia Bielefeld stellte sich auch noch der Tabellenführer und Aufstiegsfavorit Nummer eins in Gladbeck vor. Doch im Vergleich zum ersten Heimspiel vor zwei Wochen gegen Sprockhövel, gelang dem SV Zweckel dieses Mal vor dem gegnerischen Tor nicht viel. Dabei war man mitnichten schlechter als die Gäste aus Ostwestfalen. „Das Endergebnis spiegelt in keinster Weise das Spiel wieder. Wir haben sehr, sehr guten Fußball gespielt und hätten durch Jan Trampe bereits früh in Führung gehen müssen. Hinzu kommt, dass mit der ersten Chance von Bielefeld der Ball im Tor war und wir heute kurioser Dinger kassiert haben“, beschrieb Zweckels Cheftrainer Günter Appelt den Samstagabend.

   Doch Appelt wusste natürlich, dass es so passieren kann. „Wenn du in der Oberliga spielst, wirst du nun einmal schneller bestraft, als woanders. Das 0:1 fiel aus dem Nichts und Kleinigkeiten entscheiden dann nun einmal das Spiel.“ Und Zweckels Schlussmann Dennis Grüger, der in den letzten Jahren schon dutzend starke Spiele absolvierte und in den meisten Fällen ein Punktegarant auch schon war, erlebte einen rabenschwarzen Abend. „Ja, Dennis war an den ersten drei Toren beteiligt. Beim ersten kann man vielleicht noch ein Auge zudrücken, aber die Gegentore zwei und drei waren katastrophale Fehler. Die Bälle hält er normalerweise mit der Mütze.“ Doch so kassierten die Gladbecker unter anderem Tore durch Schüsse aus 40 Metern oder von der Grundlinie! „Wir haben insgesamt zu viele individuelle Fehler gemacht, die dich dann davon abhalten, erfolgreicher zu sein“, urteilte Appelt, der trotz der eigenen Fehler den Gästen selbstverständlich gratulierte. „Wenn man 0:4 verliert, ist die Niederlage natürlich verdient. Dennoch war sie unglücklich, denn auch nach der Halbzeit war noch alles möglich. Aber wenn du aus zehn Metern den Ball einfach nicht ins Tor schießt, ist es schwierig.“

   Bielefeld wird somit auch nach dem 4. Spieltag weiter von ganz oben grüßen. Die DSC hat zehn von möglichen zwölf Punkten gesammelt und wird selbst bei einem Sieg von Rödinghausen am heutigen Sonntag kaum verdrängt werden können. Bei dem Spiel des Aufsteigers Rödinghausen in Heven ist Appelt heute zu Gast. Rödinghausen ist der nächste Heimspiel-Gegner des SV Zweckel in zwei Wochen. Die Mannschaft, die ebenfalls aus Ostwestfalen stammt, marschiert auch seit Jahren durch die Ligen und hat bereits mehrere Aufstiege hintereinander hinter sich. Mit einem finanzstarken Sponsor im Rücken will der SVR offiziell war sich in dieser Saison in der Oberliga erst einmal nur etablieren. Doch hinter vorgehaltener Hand ist der weitere Durchmarsch durchaus ein Thema. Hier wartet auf den SV Zweckel also der nächste Hammer-Gegner an der Dorstener Straße. Doch zunächst geht es für die Gladbecker am Mittwochabend im Kreispokal weiter. Dann tritt man bei Adler Feldmark an - dieses Mal aber tatsächlich mit dem eigenen Kader, wie Appelt versicherte. Der will dann der zweiten Garnitur, die zuletzt zu kurz kam, Einsatzzeiten geben.

Tore: 0:1 (18.), 0:2 (50.), 0:3 (71.), 0:4 (85.)

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