5 Fragen an ... Uwe Dahl

Dieser Mann ist aus dem Bottroper Fussball nicht mehr wegzudenken. Rechtsanwalt und Notar Uwe Dahl ist mit dem Amateurfussball in Bottrop so verwachsen wie kein anderer. Neben seinem Posten als erster Vorsitzender ist Dahl noch im Bottroper Sportbund, in der Sparte Fussball und beim Kreissportbund aktiv. Hauptsächlich bekannt ist er aber durch seine Arbeit für die Hobbyliga e.V. Zunächst als Spieler und mittlerweile schon seit 26 Jahren als Vorsitzender. Es ist viel passiert in den Jahren. Bei Auf’m Platz erzählt Uwe Dahl von den Anfängen der Hobbyliga bis hin zur letzten offiziellen Saison und was für eine Zukunft der Hobbyliga bevor steht.

Von Thomas Illguth

5 Fragen an ... Uwe Dahl

1. Vorsitzender der Hobbyliga e.V.

Auf’m Platz: Guten Morgen Herr Dahl. Die Hobbyliga Bottrop hat in diesem Jahr ihren 33. Geburtstag gefeiert. Wie und wann sind sie dazu gestoßen?

Dahl: Ich war früher als Spieler beim FFT Eigen 77 aktiv. Da existierte die Hobbyliga noch nicht. Es gab damals alle möglichen Thekenmannschaften, die gegeneinander gespielt haben. Dann kam die Idee zur einer richtigen Liga mit richtigen Spielerpässen und einer ordentlichen Struktur. Also ein Zusammenschluss von Freizeit- und “Theken”- Mannschaften, um dem Freizeitfußball in Bottrop einen geregelten Rahmen zu geben Von 1980 bis 1983 war ich noch Spieler, danach vier Jahre in der Spruchkammer und seit 1987 bin ich Vorsitzender des Vereins.

 

Auf’m Platz: Welche Entwicklung hat die Hobbyliga in den drei Jahrzehnten gemacht?

Dahl: Früher waren wir ja noch sehr, sehr viel stärker. Es ging los mit 20 Mannschaften und 347 Mitgliedern. Vier Jahre später waren es schon 1000 Mitglieder, die sich auf 30 Mannschaften verteilten. Der Höhepunkt war, als ich 1987 Vorsitzender wurde. Da haben wir die Mitgliederanzahl von 1500 überschritten. Zeitweise hatten wir ein Ligasystem von drei Ligen mit Auf- und Abstiegsregelung. Im Laufe der Zeit sind wir dann leider immer weniger geworden. Die letzte offizielle Hobbyligasaison haben wir dann nur noch mit neun Teams bestritten.

Auf’m Platz: Was waren die Gründe für die ständige Dezimierung?

Dahl: Das ist ganz einfach zu erklären. Um den etablierten Vereinen keine Konkurrenz zu machen, haben wir uns entschlossen auf Jugendmannschaften zu verzichten. Das war im Nachhinein ein großer Fehler. Denn eine Mannschaft, deren Spieler zwischen 20 und 25 Jahre alt sind, spielen in der Regel zehn bis 15 Jahre zusammen. Dann sind sie zwischen 30 und 40 und hören auf mit dem Fussball. Und so sind dann immer mehr Teams weggebrochen. In den letzten Jahren ist den verbliebenen Mannschaften der Reiz verloren gegangen, wenn man immer nur gegen die gleichen Gesichter spielen muss. So haben sich dann auch einige Vereine entschieden in den Kreis zu gehen. Vereine wie der FC Polonia, RW Fuhlenbrock oder auch jetzt die Batenbrocker Ruhrpott Kicker waren alle mal Hobbyligateams.

 

Auf’m Platz: Zuletzt haben sich SG 82, Union Bottrop, SG Thiemer und Irish Soccer als Dritt- oder Viertmannschaft etablierten Vereinen angeschlossen. Wie sehen Sie das und hätte man das verhindern können?

Dahl: Diesen Schritt kann ich voll und ganz nachvollziehen. Irgendwann fehlte halt die Herausforderung. Nur ich sehe die Gefahr, dass diese Mannschaften über kurz oder lang ihre Identität verlieren werden beziehungsweise sie geben sie ein Stück weit auf. Wenn du als dritte oder vierte Mannschaft auftrittst, dann musst du dich schon unterordnen. Es kann der Fall auftreten, dass der Trainer der Erstvertretung auf starke Spieler zurück greift, diese dann rauf geholt werden und so die Mannschaften aufgelöst werden. Ja und auf die Frage was wir dagegen hätten tun können, haben wir lange überlegt. Zunächst wollten wir uns der Essener Hobbyliga anschließen, doch leider sind wir mit unserem Anliegen zu spät gekommen. Wir haben auch über Auf’m Platz versucht neue Mannschaften zu gewinnen, doch leider erfolglos. Als die Idee kam, die Mannschaften als Hobbyligateams in den Kreis anzumelden, so wie es jetzt ist, da haben sich schon Irish Soccer und SG Thiemer BW Fuhlenbrock und SV Rhenania angeschlossen. Ich denke, wenn sie von dieser Option früher gewusst hätten, dann hätten sie das vielleicht positiv aufgenommen und wären geblieben.

 

Auf’m Platz: Aktuell hat die Hobbyliga e.V. fünf Mannschaften im Kreis. Wie sieht die Arbeit des Vereins jetzt aus und wird es in Zukunft noch einmal eine Hobbyliga geben, sowie sie die meisten kennen?

Dahl: An der Arbeit unseres Vereins hat sich nichts geändert. BW Vonderort, BSG Mengende, FC Ritter 83, die Fuhlenbrocker Haie und der SC Eintracht sind jetzt zur Unterabteilungen der Hobbyliga geworden. Es stand auch nie zur Diskussion den Verein aufzulösen oder dass sich die fünf Mannschaften von der Hobbyliga abkapseln. Das wäre ja auch ein zusätzlicher Aufwand für die Teams. Bei uns finden sie eine super Platzanlage vor, ein schönes und neues Clubheim und eine sehr familiäre Stimmung. Alle fünf Mannschaften kommen ja auch gut miteinander aus. Zudem stehen bald die erste Heimspiele auf der Platzanlage an und da ist auch reichlich was los bei uns, denn die Mannschaften werden auch nach ihren Spielen da bleiben und die anderen Teams unterstützen. Ob es jemals wieder ein reine Hobbyliga geben wird, gilt abzuwarten. Die Tür für die abgewanderten Vereine ist jedenfalls nicht geschlossen. Die Kontakte und die freundschaftlichen Beziehungen sind noch da. Es gibt auch eine interne Seite wo die Mannschaften sich austauschen. Wir hatten auch beim Kreis angefragt, eine weitere Kreisliga C-Gruppe offen zu machen, in der nur Hobbyligateams spielen, doch das wollte der Kreis nicht. Der alte Turnus ist jedenfalls noch im Hinterkopf. Teams wie die Sport Schlümpfe 76 oder auch der FC Desperados sind derzeit in Warteposition. Wenn es also interessierte Teams gibt, die sich uns anschließen wollen, dann nehmen wir sie gerne auf. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und jede neue Mannschaft.

 

Wir bedanken uns bei Uwe Dahl für das Gespräch und wünschen ihm  alles Gute für die Zukunft! 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Ralf Hoener (Samstag, 07 September 2013 17:21)

    Guter Mensch , mein Anwalt und Sportsfreund und nach fast ueber 20 Jahre die man sich kennt zum guten Freund geworden, Uwe bleib so wie du bist.

  • #2

    Reimar B. (Sonntag, 08 September 2013 11:18)

    Er ist auch ausserhalb des des Sports sehr kompetent.
    Bewertung: Sehr Empfehlenswert

  • #3

    Ex Spieler (Sonntag, 08 September 2013)

    Der redet über die Hobbyliga und war NIE ein Spiel gucken !

  • #4

    Ella (Mittwoch, 11 September 2013 20:33)

    @Ex Spieler----das ist nicht wahr!
    Auch wenn Uwe nicht so oft am Platz war, so hat er doch immer mit seinen Vorstandskollegen die Fäden gezogen und die Hobbyliga über Jahrzehnte kompetent geleitet! Ohne ihn, wäre das Vereinsheim auf der Neustraße niemals real geworden!