Sterkrade drei, Kilic vier

Emre Kilic! Diesen Namen sollte man sich merken. Der Stürmer schoss Barisspor Bottrop heute quasi im Alleingang zum Sieg bei der Reserve von Sterkrade-Nord. Im vorgezogenen Meisterschaftsspiel der Kreisliga A gewannen die Bottroper in der Fremde mit 4:3 (2:2). Kilic schoss dabei alle vier Tore, womit die Nordler auch nach dem dritten Saisonspiel punktlos bleiben. Das Spiel wurde zweimal unterbrochen und hatte auch im Nachgang viel Brisanz zu bieten. So viel steht fest: Diese beiden Klubs werden wohl keine Freundschaft mehr schließen. 

Kreisliga A | 3. Spieltag

SpVgg. Sterkrade-Nord II - Barisspor Bottrop 3:4 (2:2)

Nords Trainer Johann „Hansi“ Wüst war beim Anruf nach dem Spiel noch immer völlig außer sich. „Ich kann nicht alles sagen, weil das nicht druckreif ist. Aber der gegnerische Trainer ist der Letzte, den ich kenne möchte. Was Barisspor heute hier gezeigt hat, hatte nichts mit Fußball zu tun. Wichtigtuerei, Provokationen ohne Ende, Überheblichkeit, Arroganz und ständig versteckte Fouls im Rücken des Schiedsrichters. Selbst wenn sie sich noch irgendwie mal entschuldigen wollen, werden wir das nicht annehmen. Das hatte heute null Prozent mit Fußball zu tun.“ Mit dem gegnerischen Trainer meinte Wüst Taner Kaplangiray. Sein Bruder und ebenfalls Trainer der Bottroper, Cem Kaplangiray, sah alles nach dem Spiel als halb so wild an. Auch die Vorwürfe gegen seinen Bruder. „Wenn da was vorgefallen ist, weiß ich es nicht. Es gab Wortgefechte unter den Spielern, aber das war zehn Sekunden nach dem Abpfiff auch gegessen, dann haben wir uns nur noch in der Kabine über den Sieg gefreut. Ich habe sogar noch auf dem Spielfeld den meisten gegnerischen Spielern die Hand gegeben und gratuliert. Denn sie haben toll gekämpft und gut gespielt.“ 

Einer der beiden Barisspor-Trainer, Cem Kaplangiray.
Einer der beiden Barisspor-Trainer, Cem Kaplangiray.

Tatsächlich, denn bereits die erste Halbzeit hatte schon fast alles, was man für ein spannendes Spiel braucht. Es waren gerade einmal fünf Minuten gespielt, da gingen die Gastgeber dank eines Eigentores der Bottroper in Führung. „Es lief eigentlich alles rund bei uns und dann fangen wir uns wieder innerhalb weniger Minuten zwei Gegentore“, verstand Wüst seine Mannschaft nicht. Nach einer halben Stunde begann dann der Abend von Emre Kilic. Kilic schlug in der 30. und 32. Spielminute zu, drehte das Spiel, das dann aber vor der Halbzeit bereits das erste Mal unterbrochen werden musste. Denn der Himmel öffnete nicht nur seine Pforten, sondern es blitzte auch ziemlich heftig, so dass der Schiedsrichter die Mannschaften in die Kabine bat. Beide Seiten bestätigten nach dem Spiel, dass es bis in die Kabinen krachte. Die zehnminütige Pause tat den Gästen wohl nicht gut. Denn in der 41. Spielminute glich Sterkrade-Nord per Foulelfmeter durch Kevin Fiedler aus. „Hier hätte es eigentlich auch Rot für den Torwart geben müssen. Es ist zwar hart, aber das ist das Regelwerk, wenn er als Letzter foult“, sprach Wüst die Szene an, als Yanik van de Sand im Strafraum gefoult wurde.

   Nach der Halbzeit drückten die Gastgeber. Das gab auch Cem Kaplangiray zu. „Das war eine ordentliche Drangphase von Nord, da hatten wir Glück. Vor allem, weil wir dann auch noch inmitten dieser Drangphase dann das Tor gemacht haben.“ Man braucht wohl kaum sagen, dass es natürlich Emre Kilic war, der die Bottroper abermals in Führung brachte. 

Sterkrades Trainer Johann Wüst. Foto: Sterkrade-Nord
Sterkrades Trainer Johann Wüst. Foto: Sterkrade-Nord

Doch nur zehn Minuten später musste Ümit Türkmen vorzeitig duschen gehen. „Das 58. Foul, das dann der Schiedsrichter endlich mal geahndet hat“, war Wüst nicht damit einverstanden, dass zuvor viele laut seiner Aussagen versteckte Fouls gesehen wurden. Türkmens Trainer Cem Kaplangiray war auch sauer. „Das ist mir übel aufgestoßen, obwohl ich es gar nicht richtig mitbekommen habe. Er soll nachgetreten haben. Das war unser vierter Platzverweis im dritten Spiel, darüber werden wir reden müssen. Das geht so nicht weiter und Ümit hat uns damit auch noch einen Bärendienst erwiesen.“ Weiter ging es aber im Spiel und da gelang es Kevin Kopanka für Nord auszugleichen. Gespielt waren 80 Minuten und die Gastgeber wollten mehr. „Wir haben gemerkt, dass Sterkrade unbedingt die drei Punkte haben wollte. Also haben wir reingerufen, hinten dicht zu machen, einen Ball werden wir vorne noch bekommen“, war sich Cem Kaplangiray sicher. Und tatsächlich: Fünf Minuten vor Spielschluss war es - natürlich - Emre Kilic, der seiner Leistung die Krone aufsetzte. „Danach haben wir es ins Ziel gerettet, was natürlich nach den ersten beiden Unentschieden sehr schön ist. Gerade nach so einem Krimi. Ich bin mir sicher, dass so ein Spiel ganz wichtig für die Moral ist und man hat heute wieder einmal gesehen, dass mit viel Motivation und Wille man in dieser Liga viel erreichen kann. Ich bin sehr stolz auf diese junge Mannschaft, die taktisch kaum Fehler macht und sich daran hält, was man ihr sagt. Momentan macht es mir eine Menge Spaß mit der Truppe“, gab Cem Kaplangiray abschließend zu Protokoll.

   Sein Gegenüber war natürlich nach wie vor nicht erfreut. „Zum Ende hin fehlt uns dann sicherlich auch ein bisschen das Quäntchen Glück. Wenn du einfach unten stehst, gehen manche Bälle nicht rein. Es soll sicherlich keine Entschuldigung sein, dass wir wegen des Verhaltens Barisspors verloren haben. Aber heute rege ich mich mehr über den Gegner auf, als über die Niederlage. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Stimmung nicht kippt, aber heute hatten wir auch Pech. Barisspor hatte fünf Chancen und macht vier Tore. Fußballerisch waren wir auch klar besser. Aber ich weiß auch, dass nur Punkte zählen. Jetzt heißt es, die Ärmel hochzukrempeln und weiter zu arbeiten.“

Tore: 1:0 Eigentor (5.), 1:1/1:2 Emre Kilic (30./32.), 2:2 Kevin Fiedler (41./FE), 2:3 Emre Kilic (60.), 3:3 Kevin Kopanka (80.), 3:4 Emre Kilic (85.)

Bes. Vorkommnisse: Zehnminütige Spielunterbrechung wegen Unwetter (35.), Rote Karte Ümit Türkmen (Barisspor) wegen groben Foulspiels (70.)

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Kommentare: 11
  • #1

    The happy one (Freitag, 06 September 2013 22:58)

    Und wieder wird ein Torwartfoul im 16-ener zum Glück nicht mit der roten Karte bestraft. Allerdings hatten wir erst letztens eine Art Lehrgang, bei dem der Unparteiische "Lissok" meinte, dass dies nun zwingend rot ist.

    Stimmt das also nicht? Wurde uns etwas falsches gesagt? Es ist ja schließlich nicht die erste Aktion.

    Sportliche Grüße

  • #2

    spieler von barrispor bottrop (Samstag, 07 September 2013 00:09)

    mein gott wurst oder würst das ist es wenn mann im leben nie mit herz und leidenschaft fussball gespielt hat aber nicht schlimm wir haben 3 punkte und eure freundschaft braucht kein mensch nur so nebenbei gesagt aber danke das ihr so fair wart das manche spieler von uns nur in den fussen bzw mit ellbogen bearbeitet wurden aber trotzdem viel glück euch noch von der welheimer strasse

  • #3

    Sven Meißner (Samstag, 07 September 2013 09:28)

    Respekt an Barisspor. 3 Spiele 4 Platzverweise. Selten so eine unfaire Mannschaft erlebt.

  • #4

    szalai (Samstag, 07 September 2013 11:50)

    Lern mal deutsch und Satzzeichen..spieler von barisspor..

  • #5

    Snoop dogg (Samstag, 07 September 2013 16:30)

    Aber trotzdem keine niederlage in 3 spielen davor sollte man auch respekt haben

  • #6

    bsb (Samstag, 07 September 2013 17:49)

    Win die Liga werden die Liga Rocken!!!!

    Zieht Euch warm an BSB kommt!!!

  • #7

    fragender (Samstag, 07 September 2013 18:10)

    Wie?gibt Lissok jetzt Lehrgänge? Neuer Lehrwart?

  • #8

    spieler von barrispor bottrop (Samstag, 07 September 2013 21:04)

    Ehrlich? du kannst nicht mal den Namen deines eigenen Vereins schreiben? Das ist echt hart. Aber 4 Platzverweise in 3 spielen. Hut ab dafür.

  • #9

    frank (Sonntag, 08 September 2013 19:40)

    Barrispor so was unfaires wie euch habe ich nie gesehen

  • #10

    Nord 2 Beobachter (Montag, 09 September 2013 09:58)

    Also ich habe das Spiel gesehen. Der Wüst ist echt ein Spinner. Es war von beiden Seiten zeitweise etwas unfair aber im Rahmen. Er sollte mal seinen eigenen Wortschatz überprüfen. Was er da u.a. auch zu seinen eigenen Spielern hinein ruft grenzt an unverantwortlich für eine Führungsperson. Er sollte mal lieber hinterfragen warum seine Mannschaft ständig einbricht. Barisspor war der verdiente Sieger. Das weis auch der Hansi Wüst.

  • #11

    Nordler (Montag, 09 September 2013 10:07)

    Hallo Hansi Wüst,

    zu deinen Aussagen:
    „Es lief eigentlich alles rund bei uns und dann fangen wir uns wieder
    innerhalb weniger Minuten zwei Gegentore“
    Das die Hauptbaustelle in der Abwehr liegt ist wohl bei einem Torverhältnis
    von 5 : 13 kein Geheimnis mehr.
    Bei dem großen Kader der 2. Mannschaft sollte es aber doch möglich sein
    andere Abwehrspieler zu finden die ohne Angst und mit Leidenschaft in
    die Zweikämpfe gehen.
    „Wichtigtuerei, Provokationen ohne Ende, Überheblichkeit, Arroganz und
    ständig versteckte Fouls im Rücken des Schiedsrichters“
    Leider sind in der Kreisliga A neben Barisspor Bottrop
    noch andere Mannschaften die mit genau diesen Mitteln, hart
    an der Grenze des Möglichen, die fehlende Klasse ausgleichen werden.
    Diese Saison geht es nicht um den Fair-Play- Preis, sondern darum
    mit großem Ehrgeiz, aggressivem Zweikampfverhalten und super Motivation den Klassenerhalt zu sichern.

    Das kann die Zweite von Nord schaffen !!