„Wir wollen Qualität schaffen“

Abteilungsvorstellung

Weit mehr als anderthalb Jahre ist es nun her, dass sich bei Blau-Weiß Fuhlenbrock langsam aber sicher der Gedanke formte, eine Frauen- und Mädchenfußballabteilung zu gründen. „Die Frauen waren alleinstehend im Verein, die Mädchen gehörten der Jugendabteilung an“, erinnert sich mit Philipp Benninghoff einer der Initiatoren. Und so trugen er und Christiane Weidemann, die heutige Leiterin der noch jungen, weiblichen Abteilung, ihr Anliegen dem Hauptvorstand vor und fanden Gehör. Im März 2012 war es dann schließlich so weit: Die Frauen- und Mädchenfußballabteilung des Bottroper Vereins feierte ihre Gründung.

Von Nina Heithausen

BW Fuhlenbrock

Ein Schritt, den die Verantwortlichen bislang keineswegs bereut haben. Im Gegenteil. „Es macht auch nachhaltig Sinn“, bekräftigt Philipp Benninghoff, der nicht nur der Geschäftsführer der neuen Abteilung ist, sondern auch noch als Trainer im Mädchenbereich fungiert, „wir wollen so den Unterbau strukturieren und die Spielerinnen in der Jugend so gut ausbilden, dass wir so viele wie möglich von ihnen an die Frauenteams übergeben können.“ Gesagt, getan. So sind 95 Prozent der Spielerinnen aus der letztjährigen U19 nun weiter bei den Seniorinnen am Ball und konnten somit erfolgreich an den Verein gebunden werden. Je nach Leistungsstand laufen sie dort nun entweder für das Landesligateam oder die Kreisligatruppe auf. Beide Mannschaften verfügen zusammen über einen 42-köpfigen Kader, der regelmäßig gemeinsam trainiert. „Fast alle haben die Fähigkeit in der ersten Mannschaft zu spielen“, weiß Christiane Weidemann und fügt hinzu, „wer in der Zweiten spielt, ist nicht auf ewig dort. Die Spielerinnen sollen über die zweite Mannschaft an die Spielweise der Ersten herangeführt werden.“

 

Im Mädchenbereich schicken die Fuhlenbrocker, die an der Jacobistraße beheimatet sind, mit einer U13 und einer U17 derweil zwei Teams zur neuen Saison ins Rennen. Beide treten als 7er Mannschaft an, beide spielen ohne Wertung. „Das haben wir ganz bewusst so gemacht“, erklärt Philipp Benninghoff, „wir wollten, dass die Mädchen zusammen bleiben können.“ Denn beide Mannschaften verfügen über Spielerinnen, die laut Regelwerk zu alt für die jeweilige Altersklasse sind, aber aus unterschiedlichen Gründen weiterhin in ihren bisherigen Teams gegen den Ball treten sollen. „Unser Ziel ist es, langfristig jede Altersklasse im Mädchenbereich zu besetzen“, berichten die Verantwortlichen unisono, auch wenn sie wissen, dass dieses Vorhaben ein langer Weg werden wird. Doch für die beiden Fuhlenbrocker stehen vor allem Nachhaltigkeit und eine vernünftige Ausbildung im Mittelpunkt. „Wir wollen keine einjährige One-Man-Show und eine Saison eine Mannschaft melden, die wir dann nachher wieder zurückziehen müssen“, betont Geschäftsführer Benninghoff, „viel lieber beginnen wir mit einer 7er Mannschaft, die wir dann ausbilden und langsam zu einer 11er Mannschaft aufbauen.“ Und die „Zahnräder“ scheinen diesbezüglich auch im Trainerbereich bei den Blau-Weißen immer mehr ineinander zu greifen. So sind mit Lara Dötsch bei der U13 und Alexandra Penz bei der U17 zwei aktive Seniorenspielerinnen mit für die Ausbildung der jungen Kickerinnen verantwortlich.

 

Doch auch außerhalb des Vereins sind die BWF-Verantwortlichen aktiv. So besteht seit einiger Zeit eine Kooperation mit der August-Everding-Realschule, die einerseits eine Mädchenfußball-AG an der Lehrstätte, geleitet von Philipp Benninghoff, beinhaltet, und andererseits ein Unterstufenturnier mit den fünften und sechsten Klassen hervorgerufen hat. Letzteres findet am 19. September zum zweiten Mal auf der Vereinsanlage statt und soll vor allem auch die Schülerinnen ansprechen. „Pro Team müssen zwei Mädchen auf dem Feld stehen“, erläutert Christiane Weidemann. Durch die Veranstaltung sollen sich nicht nur die Fünftklässer untereinander besser kennenlernen, sondern so soll eventuell auch die ein oder andere Schülerin den Weg zum Mädchenfußball bei Blau-Weiß Fuhlenbrock finden. „Im letzten Jahr haben wir drei neue Spielerinnen dadurch bekommen“, so Benninghoff.

 

Und wer weiß, vielleicht läuft ja die ein oder andere von ihnen in ein paar Jahren auch für eines der blau-weißen Frauenteams auf und engagiert sich zudem im Nachwuchsbereich des Klubs...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0