An die letzte Rückrunde anknüpfen

Mannschaftsvorstellung Frauen

Etwa Mitte Juni muss es gewesen sein, als sich Stefan Schulz die Haare rot färbte. Seine Elf hatte die Saison auf Tabellenrang sechs abgeschlossen und damit dafür gesorgt, dass das ansonsten dunkelblonde Haupt des Trainers vorübergehend ein etwas anderes Aussehen annahm. Und auch rund zehn Wochen nach der Wetteinlösung ist immer noch ein leichter Rotton in den Haaren des Coachs zu sehen.

Von Nina Heithausen

Mannschaftsvorstellung Batenbrocker RK

Doch auch wenn die letzte Spielzeit längst Vergangenheit ist und sich Stefan Schulz mit dem Frauenteam der Batenbrocker Ruhrpottkicker bereits wieder in der Vorbereitung auf die neue Landesligasaison befindet, so blickt der Coach dennoch in gewisser Hinsicht gerne auf die letzte Meisterschaftsrunde zurück. 

Co-Trainer Christian Rödel.
Co-Trainer Christian Rödel.

„Da haben wir 42 Tore geschossen. Das haben wir die ganzen letzten drei Jahre davor nicht geschafft.“ Dennoch hatten seine Ladies bis zum letzten Spieltag zittern müssen, bis der sehnlichst gewünschte Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach war. „In der Rückrunde hat man gesehen, dass es geht“, betont Stefan Schulz. Und um genau daran anzuknüpfen, bat der Übungsleiter sein Team bereits Ende Juli wieder auf den Platz, um mit dem Training zu starten. Drei Einheiten unter der Woche, dazu das ein oder andere Testspiel, von denen allerdings zwei deutlich verloren gingen. 0:5 hieß es gegen Rot Weiß Dorsten, gar 0:8 gegen den SSV Buer. Demgegenüber steht ein knappes 2:1 über Teutonia Schalke. „Ich lege diese Ergebnisse nicht auf die Goldwaage“, erklärt der Trainer, „wir haben ein paar Verletzte, zudem befinden sich noch einige Spielerinnen im Urlaub. Sicherlich ist die Vorbereitung bislang eher durchwachsen. Jedoch sage ich mir: Lieber jetzt als in der Meisterschaft.“

Betreuer Thomas Schade.
Betreuer Thomas Schade.

Und für diese haben die Batenbrocker Kickerinnen in erster Linie eines im Sinn: So schnell wie möglich genügend Punkte sammeln und frühzeitig nichts mehr mit dem Kampf um den Ligaverbleib zu tun haben. Mindestens drei Absteiger wird es in dieser Saison in der Landesligagruppe geben, abhängig davon, wer aus den höheren Ligen den Gang nach unten antreten muss. Los geht es für die Elf von der Beckstraße derweil am 8. September mit dem Gastspiel bei der DJK Hommersum/Hassum. Ein Gegner auf Augenhöhe, wie Stefan Schulz findet. „Das ist unser Kaliber und ein Spiel, das wir gewinnen sollten.“ Verzichten muss der Coach dort allerdings in jedem Fall auf Kristina Kirscht. Die Stürmerin wird berufsbedingt bis Oktober nicht zur Verfügung stehen.  

Die Batenbrocker Ruhrpottkicker freuen sich über neue Spielerinnen für die Frauen- und U17-Mädchenmannschaft. Die Mädchen trainieren immer mittwochs und freitags ab 18 Uhr, die Frauen ab 19.30 Uhr. Weitere Infos unter www.batenbrocker-ruhrpott-kicker.de.

Auf’m Platz sprach mit Abteilungsleiterin Beate Barnick und Trainer Stefan Schulz:

Trainer Stefan Schulz.
Trainer Stefan Schulz.

Auf‘m Platz: Ihr habt in der letzten Saison Platz sechs belegt. Ein Ergebnis nach euren Vorstellungen?
Schulz: „Unser Ziel war Platz sieben, also ein Nichtabstiegsplatz. In der Hinrunde haben wir die Punkte nicht geholt. Wir haben keine Tore geschossen und hinten welche kassiert. Ein altes Manko von uns, das uns auch schon in den Jahren zuvor begleitet hat. Wir waren mit den anderen Teams gleichwertig, allerdings nicht in Toren. Ende November letzten Jahres standen wir dann im Heimspiel gegen den HSC Berg bereits mit dem Rücken zur Wand und haben die Partie noch gedreht. Das war für mich der Knackpunkt der Saison, von da an lief es. Wir sind gut in die Rückrunde gestartet, haben unseren Rhythmus gefunden und waren in keinem Spiel wirklich unterlegen.“

Auf‘m Platz: Am Klassenerhalt gab es also nie richtige Zweifel?
Barnick: „Die Mädels können Fußball spielen, wenn sie sich den Hintern aufreißen. Da besteht keine Frage. Der Klassenerhalt liegt am Einsatz jeder Einzelnen.“

Auf‘m Platz: Wo seht ihr die Stärken der Mannschaft?
Barnick: „Die Frauen geben nie auf und lassen den Kopf nur ganz selten hängen.“

Abteilungsleiterin Beate Barnick.
Abteilungsleiterin Beate Barnick.

Schulz: „Das stimmt. Weder nach einer vergebenen Chance noch bei einem Rückstand  geben sie sich auf. Es ist Vertrauen da, aber auch spielerisch haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Durch die mannschaftliche Geschlossenheit laufen alle zwei, drei Schritte mehr füreinander. Wir haben auch Akteurinnen in unseren Reihen, die mal ein Spiel alleine entscheiden können. Das A und O ist jedoch die Mannschaft.“

Auf‘m Platz: Im Mädchenbereich verfügt ihr über eine 11er Mannschaft bei den U17 Juniorinnen. Welche Rolle spielt sie  in eurer Philosophie?
Barnick: „Ohne Jugendarbeit gibt es kein Frauenteam. Es ist immer schwer, Spielerinnen von außerhalb zu bekommen. Wir zählen auf unsere Nachwuchsarbeit. Ein großer Teil der U 17-Spielerinnen aus den letzten Jahren ist im Verein geblieben und ist nun in der Frauenmannschaft aktiv. Der Zusammenhalt untereinander ist kaum zu toppen. Die älteren Damen beziehen die jüngeren sofort mit ein.“
Schulz: „Mit Asli Acar war in der letzten Saison eine der Jugendspielerinnen unsere beste Torschützin. Daran sieht man: Die Jüngeren werden bei uns sofort integriert.“

Auf‘m Platz: Was hat sich durch die Fusion mit den Ruhrpottkickern im letzten Jahr geändert?
Schulz: „Es hat sich seither viel positives getan, was das Miteinander im Verein betrifft. So stelle ich mir eine Gemeinschaft vor. Der Verein lebt.“

Barnick: „Als wir im letzten Saisonspiel beim SV Brünen antreten mussten, sind 80 bis 90 Leute aus dem Verein im Fanbus und mit eigenen Pkws mitgefahren, haben uns unterstützt und haben nachher mit uns gemeinsam den Klassenerhalt gefeiert. Man kann definitiv behaupten, dass sich im Zusammenhang mit der Fusion in Batenbrock etwas bewegt hat.“

 

Auf‘m Platz: Was wollt ihr in der neuen Saison in der Landesliga erreichen?
Schulz: „Von meiner Seite her ist eine gewisse Begehrlichkeit geweckt worden, denn man hat gesehen, was die Mannschaft kann. Oberstes Ziel ist sicherlich wieder der Klassenerhalt, allerdings ist ein einstelliger Tabellenplatz durchaus realistisch.“

Transfers

Zugänge:

Bianca Schade, Hilal Ay (beide eigene Jugend)

 

Abgänge:

keine

Ein Mannschaftsfoto folgt!

Kader

Tor:

Sabrina Großer

Abwehr:

Bianca Schade, Semra Acar, Katharina Klaus, Vanessa Szymiczek, Katharina Drazic, Sarah Baschista

Mittelfeld:

Romina Palloch, Chantal Palloch, Vanessa Winkel, Stefanie Bartoszek, Carina Preusche, Larissa Borg, Gülser Bugday

Angriff:

Asli Acar, Kristina Kirscht, Yonca Demircan, Hilal Ay

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