Auf dem eingeschlagenen Weg bleiben

Mannschaftsvorstellung

Die Verbundenheit mit dem Stadtteil Klosterhardt, sie ist zu spüren und beim Oberhausener Landesligisten Arminia allgegenwärtig. Und so überraschte es dann auch nicht, dass der Verein vom Hans Wagner Weg für die offizielle Teamvorstellung seiner Senioren-Mannschaften einen historischen Ort mit viel Klosterhardter Geschichte wählte - nur wenige Schritte von dem Kunstrasenplatz entfernt, wo die Jungs von Trainer Michael Lorenz in der vergangenen Saison beinahe selber Geschichte geschrieben hätten - wäre den Arminen zum Ende hin nicht spürbar die Puste ausgegangen.

Von Bröhli

Mannschaftsvorstellung Arminia Klosterhardt

„Hier, an dieser Stelle floss das erste Eisen des Ruhrgebietes“, deutete Martin Reuschenbach, zweiter Vorsitzender der Klosterhardter, auf die Antoni-Hütte, wo die Arminen an diesem Tag zur Mannschaftsvorstellung zusammengekommen waren. „Wir haben uns bewusst für diesen traditionsreichen und historisch relevanten Ort entschieden. Einerseits, weil wir uns in unserem 90. Jubiläumsjahr als Verein befinden, andererseits, weil wir unsere tiefe Verbundenheit mit dem Stadtteil, aber auch mit der Stadt Oberhausen ausdrücken wollen“, so Reuschenbach weiter. Und der Stadtteil, er stand hinter den Arminen. Mit begeisternden Heimspielen lockten die Schützlinge von Trainer Michael Lorenz, der nun in sein zweites Jahr als Coach der Arminen gehen wird, zahlreiche Zuschauer an den Hans Wagner Weg. Lange Zeit wurden die Favoriten geärgert, lange Zeit schien das schier unglaubliche mit dem Aufstieg machbar. Aber dann? Zum Ende der Spielzeit war die Luft raus - und das spürbar. Wie konnte das sein?

Geht als Trainer in sein zweites Jahr beim Landesligisten: Michael Lorenz.
Geht als Trainer in sein zweites Jahr beim Landesligisten: Michael Lorenz.

„Wir haben insgesamt eine gute Saison gespielt. Damit hatte wahrscheinlich niemand so wirklich gerechnet. Wir haben es gemeinsam geschafft, fast konstant über einen langen Zeitraum Top Leistungen abzurufen. Das ist bei einem Umbruch und einer jungen Mannschaft schon außergewöhnlich. Wir haben uns toll entwickelt und gerade zu Hause mit fantastischen, hochdramatischen Siegen neue Begeisterung entfacht und überzeugt. Leistungsschwankungen bzw. -tiefs sind über eine lange Saison einkalkuliert. Leider kam unseres zum spannendsten Zeitpunkt. Dazu kamen weitere Faktoren, wie Verletzungssorgen und die qualitative Breite des Kaders, um bis zum Ende ganz oben dranbleiben zu können. Zudem haben wir die Bezirksliga-Mannschaft unterstützt.“, so Michael Lorenz, der mit seinem Trainerstab die zurückliegende Saison bis ins Kleinste analysiert hat. „Dadurch hatten wir innerhalb des Teams keinen angemessenen Konkurrenzkampf mehr. Die Kraft, Erfahrung und der unbedingte Wille nach einer Niederlagenserie zum Schalter-Umlegen sowie der Ehrgeiz, bis zum Ende oben dranbleiben zu wollen, haben dann schlussendlich gefehlt“, so die klaren Worte des Übungsleiters. „Aus Niederlagen lernt und wächst man. Es gilt wie immer, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Junge Spieler aus den eigenen Reihen sind in die Bresche gesprungen und konnten wichtige Spielpraxis sammeln und sich so für höhere Aufgaben empfehlen. Hinzu kam die Planungssicherheit aufgrund des früh feststehenden Klassenerhalts.“, kann der Coach der Schwächephase auch etwas Gutes abgewinnen.

Kehrt von Hönnepel-Niedermörmter zurück: David Fojcik.
Kehrt von Hönnepel-Niedermörmter zurück: David Fojcik.

15 Neuzugänge, davon neun Kicker aus externen Vereinen, ganze sechs Spieler aus den eigenen Reihen, tragen künftig das Arminen-Leibchen der Erstvertretung - und sollen die Schwachstellen des Vorjahres beheben. Vier Baustellen hat die Analyse des Trainerstabes mit dem neuen Co-Trainer Dennis Washofer, ergeben: Robustheit, zu viele Gegentore, Tempo und fehlende Variabilität. „Hier haben wir reagiert und entsprechend Leute dazugewonnen, die uns spielerisch mit ihren Fähigkeiten weiterhelfen werden und die auch charakterlich bzw. menschlich zu uns passen. So sind wir quantitativ und qualitativ besser aufstellen“, so Michael Lorenz. Und auch, wenn der späte Abgang von Jura Adolf zum VfB Homberg trotz Schweigens der Verantwortlichen ein Schlag ins Planungs-Kontor gewesen sein dürfte - die Arminen taten gut daran, frühzeitig die Personalweichen an entsprechenden Stellen zu justieren.

 

So schnüren künftig Robert Trimborn, Sebastian Czajkowski, Patrick Drechsler, Marcel Siwek, Carsten Weißert, Merveille Kalala, Michel Roth, David Fojcik, und Keeper Benedikt Kunert künftig die Schuhe für die Klosterhardter. Hinzu kommen mit Raphael Steinmetz, Danny Walkenbach, Sven Konarski, Cedric Scheffler, Tobias Quast und Alexander Ristau jungen Talente aus den eigenen Reihen.

Kommt von der SG Wattenscheid 09 nach Oberhausen: Keeper Benedikt Kunert.
Kommt von der SG Wattenscheid 09 nach Oberhausen: Keeper Benedikt Kunert.

Demgegenüber sind neben Adolf auch die Abgänge von Danny Steinmetz, Sebastian Deike, Simon Hohenberg, Dennis Kubitza, Kai Hanysek, Nils Rademacher sowie Goalgetter Peter Müller zu verzeichnen, der die eigene Reserve verstärken wird. Darüber hinaus dünnte sich der 25-Mann starke Kader in der Vorbereitung weiter aus. Neben Marco Schattauer und Robin Papert wird künftig auch Stefan Schattauer in der Bezirksliga-Mannschaft auflaufen. Dem Flur-Funk am Hans-Wagner-Weg soll mangelnde Trainingsbeteiligung der Hintergrund für die Versetzung Stefan Schattauers sein. „Das ist sehr schade, beide Schattauer-Brüder sind Arminen und ein herber Verlust. Wir hoffen alle, dass sie sich fangen und bald auf dem Platz für unseren Verein wieder auf sich aufmerksam machen“, bedauert auch Coach Michael Lorenz. Jetzt sollen sich auch in den letzten Testspielen, von denen es eine ganze Menge in der Vorbereitung gegeben hatte, die neuen Kicker weiter ihre Eingewöhnungszeit nutzen, Hierarchien und Strukturen bilden sich heraus. Und die Ziele der Arminen?

 

Da stapelt man zunächst wie gewohnt tief. „Wir haben weiterhin eine junge, willige Mannschaft (Altersdurchschnitt 22 Jahre), die sich weiter entwickeln und festigen soll. Die taktisch diszipliniert, dynamisch und zielstrebig agiert, mit Teamgeist, Spaß an gutem Fußball, spielerisch überzeugend und davon lebt, sich gerade in den Heimspielen in einen Rausch spielen zu können und zu wollen. Wir versuchen Erfahrung mit viel Bereitschaft zu neutralisieren.

Wechselte vom VfB Bottrop zu den Arminen: Patrick Drechsler.
Wechselte vom VfB Bottrop zu den Arminen: Patrick Drechsler.

Eine klare Zielsetzung ist schwierig, es gibt viele unbekannte Größen in dieser Liga und Vereine mit viel besseren infrastrukturellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Es wird eine interessante und spannende Liga. Es wird von Beginn an, da sechs Mannschaften absteigen, ein Hauen und Stechen geben. Zunächst heißt es für uns, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern und die Ligareform zu überstehen. Mit Sicherheit haben wir auch das Potenzial mit der Unterstützung unseres begeisterungsfähigem Umfelds bzw. Vereins, den einen oder anderen hoch gehandelten Favoriten zu ärgern. Es wird schwer, aber wir investieren viel und glauben an diesen Kader und unseren Weg mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern aus unserer Region. Nach den ersten zehn Spieltagen kann man das erste Mal sagen, wohin der Weg gehen wird. Wir freuen uns alle auf den Saisonstart, brisante Derbys und über jede Unterstützung in unserem Estadio am Hans-Wagner-Weg“, so Michael Lorenz.

Transfers

Zugänge:

Robert Trimborn (Adler Osterfeld), Sebastian Czajkowski (Adler Osterfeld), Patrick Drechsler (VfB Bottrop), Marcel Siwek (VfB Bottrop), Merveille Kalala (Eintracht Borbeck), David Fojcik (SV Hönnepel-Niederm.), Michel Roth (SV Hönnepel-Niederm.), Benedikt Kunert (SG Wattenscheid 09), Carsten Weißert (SV Schonnebeck), Danny Walkenbach (eigene Jugend), Sven Konarski (eigene Jugend), Raphael Steinmetz (eigene Jugend), Cedric Scheffler (eigene Jugend), Alexander Ristau (eigene 2.Mannschaft), Tobias Quast (eigene 2.Mannschaft).

 

Abgänge:

Jura Adolf (VfB Homberg), Danny Steinmetz (SV Hönnepel-Niederm.), Simon Hohenberg (unbekannt), Sebastian Deike (unbekannt), Dennis Kubitza (Karrieende), Kai Hanysek (SV Concordia Oberhausen), Stefan Schattauer (eigene 2. Mannschaft), Marco Schattauer (eigene 2. Mannschaft), Peter Müller (eigene 2. Mannschaft), Nils Rademacher (eigene 2. Mannschaft).

Obere Reihe (v.l.n.r.):

Tobias Quast, Patrick Drechsler, Marcel Siwek, Carsten Weißert, Danny Walkenbach, Michel Roth, Philip Bauer, Alexander Ristau, Nils Carstensen, Sebastian Czajkowski, Jens Bergforth, Robert Trimborn.

 

Mittlere Reihe (v.l.n.r.):

Torwarttrainer Marko Heuer, Scout Markus Schnieder, Co-Trainer Dennis Washofer, Trainer Michael Lorenz, Richard Salm, Merveille Kalala, Rehatrainer Sven Linnemann, Physio Albert Ntekoh, Betreuer Klaus Rezulski, Teammanager Thomas Natis.

 

Untere Reihe (v.l.n.r.):

Ali Agca, Raphael Steinmetz, David Fojcik, Nils Keiser, Benedikt Kunert, Cedric Scheffler, Thomas Vennemann, Marc Walenciak, Sven Konarski.

 

Auf dem Bild fehlen Daniel Agostino und Marcel Kositz.

Der Kader

Tor:

Nils Keiser, Benedikt Kunert, Cedric Scheffler.

 

Abwehr:

Jens Bergforth, Patrick Drechsler, Marcel Kositz, Alex Ristau, Robert Trimborn, Danny Walkenbach, Carsten Weißert.

 

Mittelfeld:

Ali Agca, Daniel Agostino, Philip Bauer, Sven Konarski, Tobias Quast, Michel Roth, Richard Salm, Thomas Vennemann, Marc Walenciak.

 

Sturm:

Nils Carstensen, Sebastian Czaijkowski, David Fojcik, Merveille Kalala, Marcel Siwek, Raphael Steinmetz.

 

Trainerteam:

Michael Lorenz, Marko Heuer, Sven Linnemann, Albert Ntekoh, Markus Schnieder, Dennis Washofer.

 

Sportlicher Leiter:

André Stange

 

Betreuer: Klaus Rezulski

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