„Schön, ohne Druck zu starten“

Mannschaftsvorstellung

Am 9. Juni erlebte Oberhausen zwei hollywoodreife Aufstiegsduelle. Neben dem bekannten Bezirksligaduell kämpften zwei Klassen tiefer Sterkrade 72 und SF Königshardt II am letzten Spieltag im direkten Duell um den einen Aufstiegsplatz. Für die 72er musste ein Sieg her, sonst war alles für die Katz. 80 Minuten dauerte es, bis die Gewissheit da war: Der Aufstieg in die Kreisliga A. Zwischenzeitlich schien alles vorbei und die Kritiker wurden lauter. Doch einer glaubte zu jeder Zeit dran: Coach Ahmed Mohamad. Nun will er ganz entspannt an die Sache heran gehen.

Von Thomas Illguth

Mannschaftsvorstellung FC Sterkrade 72

Libero Marc Herz.
Libero Marc Herz.

Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen für die Sterkrader, wenn man das überhaupt so nennen kann, da die 72er in der abgelaufenen Saison nie schlechter platziert waren als Rang vier. Aber wenn du als Aufstiegsfavorit Nummer einsins Rennen gehst und nach zwischenzeitlich 17 Spieltagen am Stück als Tabellenführer wenige Wochen vor Saisonende auf den vierten Platz rutscht, dann hattest du auch Tiefen.

   Wir schreiben den 22. Spieltag. Der Spitzenreiter ist zu Gast beim Tabellendritten BW Fuhlenbrock und verliert nach spektakulären 90 Minuten mit 3:4 und somit auch die Tabellenführung. Nach nur vier Punkten aus den folgenden 360 Minuten folgte sogar der Fall auf Rang Vier vier mit sieben Zählern Differenz auf die Spitze.

   Und wie es bekanntlich so ist: Bleiben die Erfolge aus, kommen die Kritiker aus ihren Löchern. Der FC Sterkrade 72 wurde von vielen, vielen abgeschrieben. Sogar innerhalb des Vereins gab es einige Stimmen, die behaupten, der FC wäre am Ende. Doch alle irrten sich. Die 72er leisteten sich einen fulminanten Schlussspurt und gaben bis zum letzten Spieltag keinen einzigen Punkt mehr her, die Sportfreunde hingegen ganze fünf. Und so kam es am zweiten Juni-Wochenende zum Showdown am Pfälzer Graben. Während den Hausherren ein Unentschieden gereicht hätte, kam für die Gäste nur ein Dreier in Frage infrage. Einen Tag später ging es für die Sterkrader auf Abschlussfahrt und man wollte als A-Ligist die Reise antreten. Coach Ahmed Mohamad erinnert sich noch genau: „Alles war angerichtet für die Feier. Sogar unsere Familien waren da. Ich habe nie daran gezweifelt, dass wir nicht aufsteigen und das habe ich auch bei meinen Spielern gespürt. Über 90 Minuten war der absolute Wille da. Wir waren die bessere Mannschaft, nur leider dauerte es bis zur 73. Minute. Wir setzten alles auf eine Karte und zogen unseren Libero, Marc Herz, nach vorne, der dann auch prompt die Vorlage zum 1:0 gab. Als dann sieben Minuten später das 2:0 fiel, war die Katze im Sack und mir ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen.“

Einer der Neuzugänge: Tolga Korkmaz.
Einer der Neuzugänge: Tolga Korkmaz.

   In nicht mal mehr ganz drei Wochen beginnt dann nun das Abenteuer Kreisliga A. Und das direkt mit einem Knaller. Es geht zum Aufstiegsaspiranten SV Concordia. „Da können wir uns nur selbst schlagen“, so Mohamad. Aber unabhängig von dem dicken Brocken zum Auftakt ist die Vorfreude auf der Wilhelmstraße auf die Kreisliga A sehr groß. „Die Kreisliga A ist ein riesen, riesen Ding für uns. Wir freuen uns auf viele Derbys, viele Zuschauer und jede Menge Erfahrungen. Und das Beste ist: Wir stehen das erste Mal seit drei Jahren nicht unter Zugzwang. Wir sind krasser Außenseiter, was absolut entspannend sein kann.“

   Die Vorbereitung bei den 72ern war und ist knallhart. Coach Mohamad ließ seine Spieler in 14 Tagen ganze 61 Kilometer laufen, doch „die Mannschaft arbeitet gut mit, jeder Einzelnebringt sich voll ein und besitzt einen sehr, sehr starken Willen.“ Dementsprechend ist Mohamad auch voll überzeugt, dass seine Elf die Klasse hält: „Die Luft in der Kreisliga A ist eine ganz andere als in der B-Liga. Hier bestehst du nur mit Kampf und Intelligenz. Und meine Spieler besitzen in beiden Bereichen genügend Potenzial. Wir wollen uns Schritt für Schritt etablieren und dann mal schauen, was am Ende dabei heraus springt.“ Am Drei-Jahres-Plan soll aber fest gehalten werden: Im ersten Jahr der Klassenerhalt, im zweiten Jahr das gesicherte Mittelfeld und im dritten Jahr das obere Drittel.

   Große Begeisterung zeigt Mohamad auch bei seinen zehn Neuzugängen, die entgegen aller Meinungen nicht mit Geld her gelockt wurden: „Es sind Spieler, die charakterlich sehr gut zu uns passen. Besonders freut mich, dass sie sich für uns entschieden haben, obwohl auch andere Vereine angefragt und die sie mit Geld gelockt haben. Wir bieten den Spielern ein super Umfeld und das Gefühl zu Hause zu sein. Jeder, der nach 72 kommt, muss Herz und Leidenschaft mitbringen und sich meine Philosophie erklären lassen. Natürlich darf auch eine gewisse Qualität nicht fehlen. Menschlich und sportlich haben wir eine super Mannschaft. Für mich der beste Kader seit langem.“

   Während sein Kader komplett ist, sucht Ahmed Mohamad noch einem passenden Co-Trainer: „Ich brauche einen guten Mann an meiner Seite, der leidenschaftlicher Fussballer ist und schon eine gewisse Vorstellung von der Materie hat. Ich freue mich über jede eigene Idee, die er mit eeinbringt und gebe ihm auch gerne freie Hand, was die Trainingsgestaltung angeht. Was das Alter angeht, habe ich keine Ansprüche. Falls sich jemand angesprochen fühlt und interessiert ist, kann er mich gerne bei Facebook kontaktieren.“

Auf'm Platz sprach mit Trainer Ahmed Mohamad

Trainer Ahmed Mohamad.
Trainer Ahmed Mohamad.

Auf’m Platz: „Hallo Ahmed. Was war das für eine Wahnsinns-Saison? Lass den Leser an deinem persönlichen Rückblick teilnehmen und sag uns, wie du sie erlebt hast.“

Mohamad: „Das stimmt. Sie war wahnsinnig. Wir haben uns vor der Saison ja selbst zum Aufstiegsfavoriten ernannt und standen somit vom ersten Spieltag an unter Druck. Mit der Platzanlage, dem super Verein und der großen Qualität im Kader mussten wir über kurz oder lang einfach aufsteigen. Und es ging sehr gut los für uns. Wir haben eine sehr, sehr gute Hinrunde gespielt. Wir waren bis zum letzten Hinrundenspiel ohne Niederlage und hatten zwischendurch eine Serie von acht Siegen. Zudem hatte ich in der Hinrunde, was das Spielermaterial angeht, die Qual der Wahl. Jeder einzelne Spieler konnte eine Partie entscheiden. In der Winterpause haben wir uns dann von sieben Spielern getrennt, die uns teils aus freien Stücken verlassen haben oder weil es sportlich einfach nicht mehr gepasst hat. Den sieben Abgängen standen sechs Neuzugängegegenüber. Und durch den sehr schlechten Winterhat es natürlich gedauert, bis die Mannschaft sich gefunden hat. So kam dann der Bruch rein und damit der Verlust der Tabellenführung. Zusätzlich hatten wir noch Verletzungspech.“

 

Auf’m Platz: „Was waren die Gründe dafür, dass ihr doch noch aufgestiegen seid?“

Mohamad: „Der Glaube der Mannschaft und die des Trainers. Bei uns hat keiner auch nur eine Sekunde daran gezweifelt. Wir haben die Kritiken von außen einfach ausgeblendet und ignoriert. Wenn ich überlege, dass uns ein Mike Nörenberg, der 34 Tore erzielt hat, in der Rückrunde in sieben Spielen gefehlt hat, aber wir es trotzdem geschafft haben - das ist fantastisch. Das fantastisch. Aber ich möchte mein Lob jetzt nicht auf Mike Nörenberg reduzieren. Die ganze Mannschaft hat sensationell gespielt. Sie haben meine Philosophie verinnerlicht. Für mich war klar: Am Ende wird abgerechnet. Wir haben den Kritikern Lügen gestraft und bis zum Ende gekämpft. Ich habe nie am Team gezweifelt, denn das Potenzial war von Anfang an da. Und zu guter Letzt noch einen großen Dank an den SV Rhenania. Sie haben uns mit dem 1:0 über SF Königshardt nochmal den entscheidenen Kick für das „Endspiel“ gegeben.“

 

Auf’m Platz: „Wärst du bei Nicht-Aufstieg dem FC treu geblieben?“

Mohamad: „Es kamen in den letzten vier, fünf Spielen einige Angebote herein. Und natürlich macht man sich da so seine Gedanken, vor allem wenn es schief geht. Doch im Hinterkopf hatte ich immer den Aufstieg. Und da der FC mit mir die Chance gegeben hat, hier Trainer zu sein beziehungsweisewar es ja meine erste Trainerstation, - war er auch immer mein erster Ansprechpartner. Ich schätze es sehr, wenn man so eine Chance bekommt. Der Club ist zu einer großen Herzensangelegenheit geworden. Und so habe ich verlängert, egal für welche Liga.“

 

Auf’m Platz: „Du bist mit 30 Jahren noch ein sehr junger Trainer. Welche persönlichen Ziele hast du noch?“

Mohamad: „Langfristig gesehen will ich mir als Trainer einen Namen machen und ganz oben mitspielen beziehungsweise bei einem Verein trainieren, der in einer höheren Liga als die Kreisliga A spielt. Doch dazu muss man die richtigen Ergebnisse bringen, denn bei guter Arbeit kommen die Angebot von ganz alleine. Am schönsten wäre es natürlich, wenn ich mit dem FC Sterkrade 72 diese Ziele erreichen würde.“

Transfers

Zugänge

       

Abgänge

Mehriz Fezzani (Wesel Anadoluspor)

       

Julian Rosenau (SF Königshardt)

Morad Jafoui (Sterkrade 06/07)

       

Toni Collura (Karrierende)

Andreas Pawletta (MTV Hamborn)

        Juan Maye (SV Concordia)

Rafael Milek (FC Polonia Bottrop)

        Mukki Öztürk (SV Concordia)

Kevin Tewes (BW Oberhausen II)

         

Tolga Korkmaz (BW Oberhausen II)

         

Andreas Suad Sarlin (BW Oberhausen II)

         

Christian Cocco (GW Holten)

         

Visar Istogu (unbekannt)

         

Ramon Istogu (Sportfreunde 06)

         

Nedeljko Djeric (Sportfreunde 06)

         

Kader

Tor:

Christian Puppe, Oelid Mohamad, Visar Istugo

 

Abwehr:

Tolga Korkmaz, Andre Lochthofen, Marco Frau, Mehriz Fezzani, Morad Jafoui

 

Mittelfeld:

Mourad Ouldaly, Christian Cocco, Elvis Palamar, Andreas Suat Saralin, Kevin Tewes, Marc Herz, Ramon Istugo, Nedeljko Djeric, Paddy Stüdemann, Baris Altintas

 

Angriff:

Mike Nörenberg, Khaled Mohamad, Rafael Milek

 

 

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Kommentare: 9
  • #1

    Torben M. (Mittwoch, 07 August 2013 22:58)

    Wünsche euch viel Glück, denke Ihr werdet eine gute Saison spielen. Mein Tip: Zwischen Platz 3-6 !

  • #2

    Sterkrader (Donnerstag, 08 August 2013 05:15)

    Jaaaaaa wir werden sie alle fressen,lasst sie alle kommen grrrrrrrrrrrrrr

  • #3

    Diplomat (Donnerstag, 08 August 2013 10:53)

    @Sterkrader
    Warum wird diese Plattform hier immer missbraucht !!!
    Du bist kein 72er, also höre bitte auf so etwas zu verfassen, um wieder
    etwas zu schüren, was einfach nicht sein muss. Danke und Gruß von echten 72ern !!!

  • #4

    Du weiiiiiiisst---- ;-) (Donnerstag, 08 August 2013 11:36)

    Lass euch nicht vollquatschen,Löwen!
    Klassenerhalt ist das Ziel-Der Rest ist Bonus!!!
    Glück auf

  • #5

    yusuf kücük (Donnerstag, 08 August 2013 13:09)

    Ahmed Mohamad super Trainer und ein guter freund ,Wünsche euch viel Glück

  • #6

    Stefan Kuntz (Donnerstag, 08 August 2013 14:19)

    Hochmut kommt vor dem Fall liebe 72er. Nur Concordia kann sich selbst schlagen und nicht ihr.

  • #7

    Norbert Nachtweih (Donnerstag, 08 August 2013 17:22)

    Hi Stefan....
    Ich glaube das die 72er es auch so gemeint haben, wie du es hier schreibst! Aber deinen Hochmutkomentar brauch hier keiner!!!
    Glück auf...

  • #8

    Stefan (Donnerstag, 08 August 2013 20:44)

    ohhhhhh Concordia Sorry Ihr seit natürlich die besten.
    Dürfen wir trotzdem antreten ?

  • #9

    Marco Hendricks (Donnerstag, 08 August 2013 20:49)

    @ Stefan Kuntz

    Glaube Mir das es nur Unglücklich geschrieben wurde wie du auch weiterhin in dem Artikel Lesen kannst sind wir Außenseiter in der Kreisliga A. Und für mich wie für viele andere auch ist Concordia die stärkste Mannschaft der Liga.

    Sterkrade 72 hat ein einziges Ziel und das heißt " Klassenerhalt " denke das Ziel wird erst einmal völlig für uns Löwen reichen. Als Aufsteiger ist es nie einfach sich in einer neuen Liga zu halten.

    Leider sind mal wieder hier zu viele Bombenleger Auf´m Platz unterwegs und es wird zu viel jedes Wort auf die Waage gelegt.
    Wenn es nach mir gehen würde dann würde ich diese Plattform nicht mehr mit Artikeln unterstützen.

    Mit Sportlichem Gruss
    Marco Hendricks