"Wir müssen einen Kompromiss finden!"

Ruhig ist es beim BV Rentfort derzeit nicht. Aktuell gibt es Beschwerden von einigen Eltern, deren Kinder den Verein verlassen müssen, da an der Hegestraße kein Platz für diese mehr ist. Auf'm Platz sprach mit dem stellvertretenden Jugendleiter Joachim Tautz über begrenzte Platzkapazitäten, selbtverschuldete Fehler und Ideen für die Zukunft im Gladbecker Jugendfußball.

Auf'm Platz: "Die gute Jugendarbeit in Rentfort spiegelt sich ja letztendlich an den Ergebnissen der letzten Jahre wieder. Die A-Jugend wurde in den vergangenen zwei Spielzeiten beispielsweise Zweiter und auch die anderen Jugendmannschaften hatten hier und da große Erfolge. Doch nun gibt es Beschwerden darüber, dass einige Jungkicker zu anderen Verein geschickt werden, da sie schlichtweg "zu schlecht" seien. Stimmt das?"

Der Jugendvorstand des BV Rentfort. Joachim Tautz (3.v.l.) ist nun seit zehn Jahren gemeinsam mit Hubert Hengstermann (rechts daneben) als Jugendleiter aktiv.
Der Jugendvorstand des BV Rentfort. Joachim Tautz (3.v.l.) ist nun seit zehn Jahren gemeinsam mit Hubert Hengstermann (rechts daneben) als Jugendleiter aktiv.

Tautz: "Das ist so nicht richtig. Wir haben auf unserer Sportanlage ein absolutes Kapazitätsproblem, dass bei aktuell 13 Jugend- und 4 Seniorenmannschaften der Platz im Trainings- und Spielbetrieb vollkommen überlastet ist. Das ist auch in der Sportplatzanalyse der Stadt Gladbeck bewiesen. Das aktuelle Problem war ein F-Jugendteam, welches mit 28 Spielern völlig überbelegt war. Aus dieser hätten wir jetzt eine E2- und eine E4-Jugend bilden müssen. Doch da wir schon eine dritte E-Jugendmannschaft haben, ist für eine E4 definitiv kein Trainingsplatz, aber auch kein Trainer und kein Betreuer vorhanden. Aus diesem Grunde haben wir uns überlegt, in Zusammenarbeit mit dem Verein Adler Ellinghorst, diesen Kindern die Möglichkeit zu geben, weiterhin Fußball zu spielen. Dies hätte aber nach Absprache beim Verein Adler Ellinghorst passieren müssen und nicht auf unserer überlasteten Sportanlage in Rentfort. Hier kam das Problem der jetzigen Beschwerden, die wir im Endeffekt selber schuld sind.

 

Auf'm Platz: "Von einer Kooperation sprach Jörg Waschkewitz schon vor einigen Wochen mit uns im Gespräch und das klingt auch alles recht logisch und sinnvoll. Doch warum seid ihr wegen der Beschwerden selber schuld?"

Tautz: "Die Übermittlung zu diesen Kindern und Eltern, denen wir nicht mehr die Möglichkeit geben können in unserem Verein spielen, ist uns vollkommen misslungen. Dies tut uns Leid, doch das haben wir den jeweiligen Betroffenen schon versucht intern zu erklären. Wir wollten eine für alle Beteiligten erträgliche Lösung finden und haben Vorschläge gemacht. Es ist nicht unsere Art und Weise, dass wir die Kinder im Verein angemeldet zu lassen, nur um Beiträge zu kassieren, die Kinder allerdings in der kommenden Spielzeit keine Möglichkeit zu trainieren, geschweige denn zu spielen haben. Wir wollen, dass die "Knirpse" auch weiterhin Spaß am Fußball haben und sich um diese gekümmert wird, auch wenn es nicht im Verein BV Rentfort ist. Klar ist doch, dass auch im Jugendfußball die Leistung im Vordergrund steht und diese die Entscheidung beeinflusst. Welcher Verein würde "schlechtere" Kinder im Verein halten und die "Guten" zu einem anderen schicken, nur weil der eigene Sportplatz überfüllt ist. Viel mehr ist es uns, dem Verein BV Rentfort, wichtig, dass in naher Zukunft solche Probleme gar nicht erst auftreten, dass zu viele Kinder auf dem Sportplatz herumlaufen, da wir genug andere Fußballvereine in Gladbeck haben.

 

Auf'm Platz: "Heißt, man müsste theoretisch noch mehr solcher Kooperationen wie zwischen dem BV Rentfort und den Ellinghorstern schließen?"

Tautz: "Wenn man sich im Jugendfußball in Gladbeck einig wäre und die Mannschaftsanzahl in jeder Altersklasse auf maximal zwei Mannschaften begrenzen würde, würde sich das Problem quasi von selbst lösen, da die anderen Vereine wieder einen Zulauf hätten. Auch die Stadtmeisterschaften hätten wieder einen besonderen Reiz. Was hat der Fußball in Gladbeck davon, wenn eine F2-Stadtmeisterschaft nur aus Mannschaften von Rentfort und Zweckel besteht, oder bei der B-Jugend der Stadt- und der Vizestadtmeister BV Rentfort heißt. Es müssen alle Vereine irgendwie am Leben gehalten werden und nicht nur die Vereine, die einen Rasen oder Kunstrasenplatz haben. Andere Vereine leisten schließlich auch eine gute Jugendarbeit, doch haben es durch den Ascheplatz ernorm schwieriger. Bei der nächsten Jugendleitersitzung des Stadtsportverbandes der Jugend will ich das ansprechen und hoffe auf eine schnelle Lösung beziehungsweise viel Zuspruch."

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Kommentare: 4
  • #1

    OM (Sonntag, 28 Juli 2013 21:41)

    Der Joachim hat es einfach drauf. Stimme ihm in jedem einzelnen Wort zu.
    Diese Vorstellungen durchzuführen wird aber nicht einfach!

  • #2

    prominentesterfan (Montag, 29 Juli 2013 11:30)

    Leider ist besagte mannschAft lieber zu Alemannia gladbeck gewechselt,statt zum "Kooperationspartner" Adler .das ist sehr schade,da der nächstgelegene Platz zu rentfort, für diese Kinder,
    eigentlich Adler gewesen wäre

  • #3

    J.F (Montag, 29 Juli 2013 11:46)

    Bundesligavereine holen sich Kinder u sortieren sie gleich wieder aus.....bieten den Kindern keinen neuen Verein an!!!!!Aber jeder Elternteil muss doch auch erkennen, ob es reicht oder nicht! Wünsche den Kindern viel Glück, in ihren neuen Vereinen!!

  • #4

    Keine Angabe (Montag, 29 Juli 2013 14:22)

    Jetzt muss die Stadt handeln, bevor irgendwelche anderen Gladbecker Verein kaputt gehen!