Und täglich grüßt ein Gerücht

Michael Schneider ist der neue Trainer des Bezirksligisten Spielclub 20 Oberhausen. So viel steht fest. Mehr aber auch nicht. Denn ansonsten geht es gefühlt drunter und drüber beim Verein vom Knappenmarkt. Auch bereits einige als perfekt gemeldete Spielerwechsel von anderen Vereinen müssen von eben diesen schon wieder revidiert werden, weil die Kicker nun doch beim SC 20 bleiben. Auf’m Platz sprach am Dienstagabend sowohl mit dem Vorstandsvorsitzenden Mark Brühahn als auch mit dem neuen Trainer Michael Schneider, der bis vor einer Woche auch noch eigentlich beim A-Ligisten SuS 21 Oberhausen zugesagt hatte. 

Von Raphael Wiesweg

Schneider will sich gar nicht verstecken und steht seinen Mann. „Ich kann die nun aufkommende Kritik gegen mich absolut nachvollziehen und mich bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Verantwortlichen von SuS 21, nur entschuldigen. Wer sich meinen Werdegang anschaut, der sieht, dass ich eigentlich immer zu allem gestanden habe, was ich gesagt habe. Und ich hatte schon im Dezember meine Zusage für die ‚Schleuse‘ gegeben. Hätte ich meinen Kopf letzte Woche entscheiden lassen, dann wäre ich auch noch immer da. Aber der Spielclub ist eine Herzensangelegenheit. Da hat einfach mein Herz gesprochen. Ich will nämlich auch noch im gehobenen Alter am Knappenmarkt ein Bier trinken“, so der 47-Jährige. Der deutet damit selbst an, dass einiges im Argen liegt im Verein. Und damit hält er auch nicht hinterm Berg. 

Der neue Cheftrainer Michael Schneider. Foto: Privat
Der neue Cheftrainer Michael Schneider. Foto: Privat

   „Ich habe erstmals um den letzten Spieltag rum Interna erfahren, wie es um den Verein bestellt ist. Ob es nun Gespräche mit Spielern oder dem Trainer sind oder das Finanzielle. Und da muss man einfach sagen, dass einiges im Argen liegt und es nicht gut um den Verein bestellt ist. Das wollen wir aber ändern, auch wenn das ein langer Prozess ist. Aber den müssen wir nun Schritt für Schritt gehen“, so Schneider zu Auf’m Platz. Schneider, der fast alle Jugendmannschaften des SC 20 durchlief und auch nach wie vor noch Mitglied dort ist und für die Alte Herren spielt, wurde immer unruhiger. Spätestens vor zwei Wochen raste gefühlt das Herz. „Als ich hörte, dass Thorsten Möllmann zu BWO geht, konnte ich zwei Tage lang nicht schlafen, weil ich wusste, dass der Verein ohne irgendetwas da stand. Es ist natürlich auch vieles unglücklich gelaufen“, spielt der neue Cheftrainer auch auf die (nicht vorhandenen) Planungen an. „Es ist unglücklich gewesen, weil Thorsten ja auch 2. Vorsitzender des Vereins ist und somit eigentlich Spielergespräche ja auch in seinen Bereich fallen. Es ist doch klar, dass es dann nicht einfach ist.“ Die ersten Rufe vom Zusammenbruch wurden dann laut, schließlich verkündeten einige Vereine, dass sie Spieler vom Spielclub verpflichtet hätten. Manche Spieler wurden sogar schon stolz auf Facebook als Neuzugang im neuen Dress vorgestellt. Doch es gab in den letzten Tagen einige Rückzieher.

 

Michel Hilgert und Dennis Köpke waren scheinbar nur der Anfang. Beide hatten schon beim frisch aufgestiegenen A-Ligisten FC Sterkrade 72 zugesagt. Ricardo Lenz war der nächste. Hier hatte der Vorstandsvorsitzende von BW Oberhausen, Frank „Kille“ Kielczewski, verkündet, dass Lenz mit Ertural und Möllmann vom Spielclub komme. „Ricardo Lenz bleibt definitiv bei uns. Und auch der Wechsel von Oli Nözel zu BW Oberhausen ist, würde ich sagen, noch in der Schwebe. Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben“, so Brühahn gegenüber Auf’m Platz. Dagegen steht der Wechsel von Ümit Ertural zum Ligakonkurrenten BW Oberhausen fest. „Den können wir natürlich auch nicht ersetzen. Ümit ist so ein klasse Fußballer und noch dazu ein so feiner Kerl - das ist natürlich ein Verlust für uns“, so der Vorstandsvorsitzende weiter, der sich fast schon wünschen würde, dass es noch mindestens zwei weitere Abgänge geben wird. „Ich würde es Sascha und David Möllmann unheimlich gönnen, dass sie den Sprung zum Regionalligisten Velbert schaffen. Ich drücken ihnen auf alle Fälle die Daumen.“

Der Vorstandsvorsitzende Mark Brühahn.
Der Vorstandsvorsitzende Mark Brühahn.

Bei den Möllmann-Brüdern entscheidet sich am Dienstag, ob sie zu SSVg. Velbert wechseln. Ein unterschriftsreifer Vertrag liegt beiden vor, auch wenn noch letzte Details zwischen dem Trainer der Essener, Hans-Günter Bruns, und dem Vater der beiden Kicker, Thorsten Möllmann, geklärt werden müssen. Dabei geht es sowohl um berufliche als auch private Dinge. Dabei sieht es so aus, dass Sascha (23) sehr wahrscheinlich zum Regionalligisten wechseln wird. Doch auch der drei Jahre jüngere Bruder David scheint den Sprung schaffen zu können. Aber selbst wenn beide nicht wechseln würden: Ein Verbleib beim SC 20 ist eher unwahrscheinlich. Ein Wechsel zu BW Oberhausen dagegen schon wahrscheinlicher. Dennoch sieht Michael Schneider den Spielclub nun auf dem richtigen Weg. „Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen, auch mit der Hilfe unseres Sportlichen Leiters Klaus Lehberg. Wir haben nun ein gutes Fundament und unsere Zuschauer werden in der neuen Saison unser Zugpferd sein. Wenn wir über den Kampf ins Spiel finden, werden wir sicherlich für einige Highlights sorgen können. Aber unser Ziel ist es primär natürlich, erst einmal „nur“ unter die ersten zehn Teams zu kommen und nicht abzusteigen“, weiß Schneider um die Brisanz in der neuen Spielzeit. Schließlich steigen sechs Teams ab! „Wir wollen den Verein wieder in ruhigeres und sicheres Fahrwasser bringen. Thorsten Möllmann und ich sprechen sicherlich dieselbe Fußballsprache. Aber ich bin an der Seitenlinie etwas ruhiger, ich bin ein anderer Typ als er. Wir brauchen alle wieder mehr Disziplin und das fängt beim Trainer an“, deutet Schneider an, dass er mit manchen Auftritten des Ex-Trainers nicht ganz einverstanden war.

 

Damit es in Zukunft noch besser läuft, wird überall angepackt. „Wir haben derzeit nur sieben (!) zahlende Mitglieder. Das geht so nicht und da werden wir anpacken. Wir haben Klaus Lehberg und auch andere Leute im Klub installiert, damit wir vor allem formell richtig aufgestellt sind, was wir nämlich auch mindestens 14 Tage vor der Jahreshauptversammlung sein müssen“, so Schneider. Und die Mitgliederversammlung ist am 21. Juli, die Zeit drängte also. Bei den Wahlen wird sich dann spätestens zeigen, wer tatsächlich Sportlicher Leiter für die Saison und wer die Vorstandsarbeit übernehmen wird. Denn selbst Klaus Lehberg sagte heute vielsagend: „Ich weiß nicht, was ich bin und ich habe einiges getan. Aber wir sollten die nächsten Tage erst einmal abwarten, was sich tut und wen wir alles auf dem Feld begrüßen werden können.“ Der Vorstandsvorsitzende Mark Brühahn hängt sich da schon etwas weiter aus dem Fenster. „Ich schätze sehr den Rat von Klaus und werde ihn immer wieder auch sicherlich nutzen wollen. Aber genauso muss auch Klaus berücksichtigen, dass heute einiges bei den jungen Leuten anders abläuft, als früher. Er sollte also auch Ratschläge annehmen. Und am Ende bin ich auch der 1. Vorsitzende, der immer noch das letzte Wort hat“, so Brühahn. Es wartet ein spannender Monat noch auf alle Beteiligten. Dabei hat die Saisonvorbereitung, geschweige denn die Meisterschaft, noch gar nicht angefangen. 

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Kommentare: 13
  • #1

    Otto P. (Dienstag, 09 Juli 2013 12:48)

    Nicht der Verein der die Spieler nach Ihrer festen Zusage präsentiert hat muss sich was vorwerfen ! Sondern die Spieler die nicht zu Ihrem Wort stehen.
    Aber eins habe ich gelernt in den letzten Jahrzehnten im Fussball. Männer die Ihr Wort brechen bekommen es irgendwann im Fussball zurück. Ganz ganz sicher.

  • #2

    SC Spieler (Dienstag, 09 Juli 2013 15:58)

    Ohne Möllmann ist der Spiel Club am Ende.

  • #3

    vfr 08 (Dienstag, 09 Juli 2013 17:04)

    Spiel Club immer Spiel Club es sind auch noch andere vereine da nicht nur ihr fahrt mal runter mit euern sc20.

  • #4

    Thorsten (Mittwoch, 10 Juli 2013 08:29)

    Hallo SC 20 glaubt ihr den Mist den Ihr hier reinschreiben lässt eigentlich selber ? Spieler sind nur aus einem Grund wieder zurückgekommen. Und das ist Kohle, wie erklärt Ihr das eigentlich den Spielern die von Anfang an gesagt haben das Sie bleiben.
    Das ist Spielclub und nicht die Leute die mal gehen und kommen wie Sie wollen.

  • #5

    SC 20 Fan (Mittwoch, 10 Juli 2013 11:34)

    Van Hueth zum TBO? Was ist denn da bitte dran?????????

  • #6

    Sc 20 (Mittwoch, 10 Juli 2013 11:40)

    Das lasst mal unsere Sache sein wie wir was erklären !!! Jeder Mäckert hier über den Sc 20 Oberhausen aber in Wirklichkeit wartet jeder auf ein Artikel über uns ! Tot gesagte leben länger !!! Auf eine spielerisch schönes und Vorallem faires Bezirksliga Jahr ;) MFG .

  • #7

    SC20 rules (Mittwoch, 10 Juli 2013 12:55)

    NEID!!!!
    Denn ohne möllmann läufts erst recht!!
    Und außerdem herr "vfr08" ,wenns dich stört dass soviel über spielclub geschrieben wird,dann ließ einfah den artikel nicht. Und behalte deine hirnlosen kommentare für dich.
    Vielleicht kommt ja bald auch nochmal ein bericht über 08, wenn iher wieder 6 trainer in einem jahr verballert!! :D

  • #8

    lirischer (Mittwoch, 10 Juli 2013 14:45)

    Bwo gegen schon zwanzig vier zu zwei.

  • #9

    Dein ex Abwehr Spieler (Mittwoch, 10 Juli 2013 16:11)

    Den Möllmann werden wir mit seinen BlauWeißen schön weg hauen der wird keine Freunde mehr sehen am Knappen platz.

  • #10

    Sc 20 (Mittwoch, 10 Juli 2013 21:33)

    Sollen alle VfR08 VfR 08 sagen ? Spielt ja auch seid den letzten Jahren so ein guten Fußball :D seid froh das ihr nicht die letzten 2 Jahren abgestiegen seid
    Und diese Saison wird mit Sicherheit nicht leichter und diesmal macht ihr den Gang in die Kreisliga A und wir werden immer noch in der Bezirksliga sein

  • #11

    sc 20 fan (Donnerstag, 11 Juli 2013 17:18)

    Lieber thorsten glaubst du etwa ein ümit ertural ist nach bwo gegangen weil der den verein so gut leiden kann? Und dann sollte man den alten bwo spielern einmal erklären warum ein nötzel geld bekommt und einen führerschein bezahlt kriegt und dann kommt noch ein trainersohn der auch bestimmt für knòpfe spielt. Also erstmal selbst vor der eigenen haustüre kehren bevor man bei anderen vereinen versucht unruhe zu stiften. Ach ja die beiden trainer sind ja auch nicht bekannt für ihre geldgier. Machen das bestimmt auch umsonst.

  • #12

    frank richter (Freitag, 12 Juli 2013 22:23)

    der brüharn soll doch mal erzählen warum und wie die Spieler zurück mussten...

  • #13

    Sc 20 Ultra (Sonntag, 14 Juli 2013 18:06)

    Der Brühahn Mr Präsident hat alles richtig gemacht ;) nicht der Möllmann hat ein Denkmal verdient sondern sondern er !!! Den ohne ihn Wäre jetzt keine Mannschaft da !