„Wir haben uns beschissen präsentiert“

Der TSV Safakspor erlebte eine rabenschwarze Saison. Als Landesliga-Absteiger stiegen die Oberhausener auch aus der Bezirksliga mit den wenigsten geschossenen Toren und den meisten Gegentreffern sang- und klanglos als Tabellenletzter ab. Die Folge: Zahlreiche Spieler haben nun der Dorstener Straße den Rücken gekehrt, der kommende A-Ligist muss quasi komplett neu aufbauen. Im Gespräch mit Auf'm Platz nahm der 2. Vorsitzende Erkan Saracbasi auch kein Blatt vor dem Mund.

Von Raphael Wiesweg

„Es war ja schon fast abzusehen, dass es zumindest keine leichte Saison wird“, erklärt Saracbasi. „Wir konnten praktisch gar nicht investieren und dann wird es in der Bezirksliga auch schwierig. Wir hatten uns unter anderem von Ferhat Türkmen viel versprochen. Aber er hat menschlich und spielerisch enttäuscht und nur einige Spiele gespielt und mit fünf A-Jugendlichen wird es auch nicht unbedingt leichter, obwohl diese einen guten Job gemacht haben.“

Der 2. Vorsitzende Erkan Saracbasi.
Der 2. Vorsitzende Erkan Saracbasi.

In den Augen des 2. Vorsitzenden mussten mehrere Enttäuschungen verkraftet werden. „Unser Kapitän Hamid Boukdir war in 2013 nur noch dreimal beim Training und hat uns dann irgendwann verlassen.“ Saracbasi stellt dennoch auch unmissverständlich klar: „Wir sind jetzt da, wo wir hingehören. Die Landesliga war für alle ein Traum, auch die Bezirksliga war spielerisch gesehen einfach ein Ticken zu hoch für alle. Jetzt in der Kreisliga A werden wir einen Neuanfang planen und vielleicht können wir dann ja irgendwann mal wieder für die Bezirksliga angreifen“, gibt sich der Verantwortliche des TSV ganz bescheiden. Das kommt auch nicht von ungefähr. „Von den Älteren wird kaum noch jemand bleiben, viele junge Spieler rücken nach, worüber wir uns aber auch freuen, weil man mit ihnen längerfristig planen kann.“ Saracbasi will vor allem mit einem Gerücht aufräumen. „Alle denken ja immer, dass wir in Geld schwimmen. Es hieß ja auch lange Zeit, dass wir der Verein in Oberhausen sind, der am meisten finanzielle Möglichkeiten hat. Aber das ist einfach Unsinn. Wir haben es sogar schwer, an Spieler zu kommen“, verdeutlicht der 2. Vorsitzende.

Seit 1994 hat Safakspor nie tiefer als Kreisliga A gespielt

Bei den letzten Spielergesprächen dreht sich Saracbasi im Teufelskreis. „Wir müssen nach wie vor gegen Vorurteile und Windmühlen ankämpfen. Ich hatte schon Gespräche mit türkischen Spielern, die dann auch kommen wollten, wo dann aber der Vater sein Veto einlegt und sagt, dass sein Kind bei einem deutschen Verein spielen soll. Ich habe auch Gespräche mit deutschen Spielern geführt, die kommen wollten, wo dann aber die Freunde sagen ‚Wie kannst Du nur zu einem türkischen Verein gehen?’.“ Elf Spieler sind definitiv schon weg, ein paar Neuzugänge kann der TSV aber auch schon präsentieren. Doch Saracbasi gibt sich auch kämpferisch. „Wir gehen nicht unter und melden schon einmal gar nicht auch die Mannschaft ab. Ich wurde sogar beim Oberhausener Pokalfinale gleich mehrmals angesprochen und gefragt, ob wir das tatsächlich tun würden. Da frage ich mich, ob die Leute einfach zu viel Langeweile haben oder woher solche Gerüchte herkommen.“

 

Dabei sieht Sarcabasi den Verein auch gut aufgestellt. „Unsere Drittvertretung ist jetzt in die Kreisliga B aufgestiegen, wo wir somit jetzt zwei Mannschaften haben und die Erste spielt in der Kreisliga A. Man muss das auch mal unterstreichen: Seit unserem Aufstieg 1994 in die Kreisliga A, haben wir nicht einmal tiefer gespielt als in dieser Liga. Klar, generell freuen wir uns natürlich auch nicht über ein so schlechtes Jahr wie das letzte. Die erste Mannschaft hat sich auch beschissen präsentiert. Aber da kann man dann irgendwann auch wieder drüber hinwegsehen, sich wach rütteln und wieder aufrichten.“

 

Bei diesem Aufrichten wird vor allem auch Geschäftsführer Özay Aydin wie eh und je weiter tatkräftig helfen. Denn Aydin bleibt der Cheftrainer der Mannschaft. „Wir möchten aber gerne noch einen zweiten Mann dazu holen, damit die Arbeit nicht nur an einem hängen bleibt“, so Saracbasi abschließend. Ab dem 16. Juli beginnt mit dem Trainingsauftakt die neue Zeitrechnung beim TSV Safakspor.

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Kommentare: 4
  • #1

    Mork (Montag, 01 Juli 2013)

    Deutsche wollen nicht zum türkischen Verein? Wat is dat denn für'n Schwachsinn? Guck ma nach Bottrop zu dostlukspor!

  • #2

    Mobby (Dienstag, 02 Juli 2013 06:31)

    Aufpassen und nicht schon wieder von der Bezirksliega trauemen sonst geht es noch eine Klasse tiefer

  • #3

    Safak (Mittwoch, 03 Juli 2013 22:12)

    Holt den Kemnitz zurück !!

  • #4

    Ich (Donnerstag, 04 Juli 2013 16:09)

    Komisch, dass kein deutscher zu denen geht. Siehe mal der Bomben-Schnapper vorletztes Jahr. 10-mal besser als der Efe Özkan und spielt dann trotzdem nicht. Da hat man nun mal einen schweren Stand bei Safak.