5 Fragen an ... Carsten Kemnitz

In Oberhausen ist er bekannt wie ein bunter Hund. Vor allem dank seines Torrekordes bei Turnerbund Oberhausen im Jahre 2002, als er in der Kreisliga A satte 54 (!) Tore schoss und damit entscheidenden Anteil am Bezirksliga-Aufstieg hatte. Sein damaliger Trainer? Thorsten Möllmann. Nun, elf Jahre später, sind beide das neue Trainer-Gespann bei BW Oberhausen ab der neuen Saison. Auf’m Platz sprach mit Carsten Kemnitz über die aufregenden letzten Tage, Wochen und Monate.

Von Raphael Wiesweg

5 Fragen an ... Carsten Kemnitz

Co-Trainer bei BW Oberhausen-Lirich

In der Winterpause der letzten Saison gab es nicht wenige Fußballanhänger, die ihre Augen rieben. Carsten Kemnitz entschloss sich, dem TSV Safakspor im Abstiegskampf der Bezirksliga zu helfen. Als Co-Trainer geholt, spielte er in der Rückrunde vor allem zum Ende hin jedes Spiel, konnte es aber auch nicht verhindern, dass der TSV als Landesliga-Absteiger direkt in die Kreisliga-Niederrungen durchgereicht wurde.

Auf’m Platz: „Carsten, Hand aufs Herz: Hast Du im Winter tatsächlich noch an den Klassenerhalt von Safakspor geglaubt und warum hat es dann doch nicht geklappt?“

Kemnitz: „Auf jeden Fall habe ich daran geglaubt. Ich habe die Mannschaft noch im letzten Spiel von 2012 gesehen, wie sie 3:1 gegen Sterkrade 06/07 gewonnen hat und war dann überzeugt davon, dass wir es packen können. Aber nach der Winterpause war vor allem auf die älteren und erfahrenen Spieler kein Verlass. Sie sind teilweise gar nicht mehr gekommen. Und nur mit jungen Spielern dann in einer solchen Lage in der Bezirksliga zu bestehen, war einfach zu schwierig. Den Jungs konntest Du keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben und haben sich immer gestellt, obwohl wir dann immer wieder Klatschen kassiert haben. Und Platzverweise gab es glaub ich nur zwei und die wegen Meckern. Es haben sich also alle tadellos verhalten, wovor ich großen Respekt habe.“

 

Auf’m Platz: „Du hattest vor ein paar Monaten gesagt, dass Du bei Safakspor auch beim Abstieg bleiben könntest. Jetzt bist Du aber bei BWO neuer Co-Trainer. Wann entstand der Kontakt zum dortigen Vorstandsvorsitzenden, Frank „Kille“ Kielczewski?“

Kemnitz: „Der erste Anruf von Kille kam vor ungefähr drei Monaten. Damals hat er mich aber nur gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, irgendeine Position bei BWO zu bekleiden. Da haben wir über nichts Konkretes gesprochen. Vor zwei Wochen dann haben wir drüber gesprochen und es auch klar gemacht. Zu dem Zeitpunkt hat Kille aber auch überlegt, selbst als Cheftrainer weiter zu machen. Ich habe dann bei Safakspor mit Erkan Saracbasi (2. Vorsitzender, d. Red.) und Özay Aydin (Geschäftsführer, d. Red.) gesprochen und da kann ich nur sagen: Hut ab! Das soll kein Geschleime sein, aber mit denen kannst du super vernünftig reden und sie sind so liebe und nette Menschen und konnten es verstehen, dass ich wechseln wollte. Ich werde mich aber auch nicht beim TSV abmelden, denn bei BWO will ich nur Co-Trainer sein und nicht spielen.“

Auf’m Platz: „Als langsam klar wurde, dass Thorsten Möllmann vielleicht nicht Trainer beim SC 20 bleibt, hast Du dann versucht ihn zu überreden?“

Kemnitz: „Ich habe ihn sofort angesprochen, wir stehen ja im ständigen Kontakt und besuchen ja auch momentan gemeinsam jedes Training seiner Söhne beim Regionalligisten Velbert. Ich habe unter ihm gespielt und wir sind bei Fortuna Alstaden und Turnerbund gemeinsam zweimal aufgestiegen und wir sind beide total fußballverrückt. Da ist es doch klar, dass man gerne zusammen arbeiten möchte. Aber ich werde auch nicht nur zum Bälle aufpumpen dabei sein. Die Spieler werden auf mich genauso hören und wir werden auch gemeinsam die Aufstellungen besprechen, das haben wir schon geklärt. Vor allem sind wir aber auch da, um gemeinsam Spaß zu haben. Und falls Thorsten mal über die Stränge schlägt, bin ich ja auch da, um ihn zu bremsen (lacht).“

 

Auf’m Platz: „Vor ein paar Monaten hast Du in einem Gespräch auch schon mal gesagt, dass das nicht immer die feine Art ist, wie Thorsten sich verhält. Jetzt hat er im letzten Moment den Verein verlassen, nimmt Spieler mit und Du arbeitest demnächst gemeinsam mit ihm. Wie passt das zusammen?“

Kemnitz: „Es spielt natürlich auch eine Rolle, welche Leute Du um Dich herum hast. Und da ist BWO natürlich ein ganz anderes Pflaster als beim Spielclub, wo du 400 Zuschauer dabei hast und auch immer direkt an der Coaching-Zone Palaver ist. Und zum SC 20: Ganz ehrlich, da ist der Vorstand auch eine Katastrophe. Das war auch schon so, als ich noch Spieler da war. Es gab in den letzten Wochen und Monate keinerlei Gespräche, auch nicht mit Spielern. Das ist doch der Wahnsinn. Wäre ein Landesligist gekommen und hätte Thorsten gefragt, da wäre der auch sofort weg gewesen. Die Mannschaft da wird auch auseinander brechen. Es gab ja schon auch zich Spielerabmeldungen.“

 

Auf’m Platz: „Mit ein paar Spielern vom SC plus einen Vorstandsvorsitzenden, dem man nachsagt, mal einen Euro locker machen zu können, seid ihr doch sicherlich sehr ambitioniert, was die neue Saison angeht, oder?“

Kemnitz: „Es heißt immer, der Kille hat so viel Geld, der hat die Taschen voll oder es heißt auch gerne, der übernimmt immer sofort die Mannschaft, wenn mal kein Trainer da ist … das stimmt alles überhaupt nicht. Das ist total Quatsch. Ich habe ja auch schon ein paar Mal unter ihm gespielt und kann glaube ich daher durchaus behaupten, ihn zu kennen. Klar, er ist sicherlich einer, der vielleicht eher als andere Vereine mal einen Spieler holen kann, aber er tut es nicht. Er hat auch in letzter Zeit immer wieder auf die eigene Jugend gesetzt und er ist keiner, der das Geld rauswirft. Natürlich würde er gerne auch aufsteigen, wer will das nicht? Will ich auch. Will doch jeder Fußballer. Aber das ist auch nächste Saison kein Muss. Wir müssen auch erst einmal sehen, wo wir herkommen. Wir sind soeben noch dem Abstieg von der Schippe gesprungen. Aber ich denke auch, dass wir eine gute Mannschaft nächste Saison haben werden und auch unter die ersten fünf Teams kommen können.“

 

Wir bedanken uns bei Carsten Kemnitz für das Gespräch und wünschen ihm und Blau-Weiß Oberhausen-Lirich alles Gute für die Zukunft!

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Experte (Sonntag, 30 Juni 2013 10:48)

    Ich glaube das der Carsten eine bessere Trainer Rolle spielt als der Möllmann es sei denn der nimmt den Mund auch zu voll dann ist er genauso unbeliebt in der Umgebung

  • #2

    Fan (Montag, 01 Juli 2013 00:25)

    Habe Carsten immer geschätzt als Spieler und Trainer. Jetzt hat er mich ganz schön enttäuscht. Hat sein Wort beim alten Verein genauso wie mölle nicht gehalten. Vom mölle war es eventuell zu erwarten aber bei Carsten bin ich doch sehr überrascht.

  • #3

    safak (Montag, 01 Juli 2013 10:25)

    Der Carsten Kemnitz hat sich super verhalten und mit uns alles abgesprochen also Fan frag erst mal nach bevor du so etwas schreibst.

  • #4

    Ob´ler (Montag, 01 Juli 2013 12:47)

    Also mal ehrlich - ob man den Kemnitz oder Mölle 5 Fragen zur sportlichen Situation stellt oder in Timbuktu fällt ein Sack Kaffeebohnen um, wem gibt man da mehr Gewicht in seinen Aussagen. Für ein paar Euro mehr wechselt jeder wohin auch immer. Is ja nicht so, das es um den BWO oder SC 20 oder TSV geht-nein- Es geht nur um Kohle und Komfort. Der Verein kann auch FC Puffendorf bei Geilenkirchen heissen,spielt nicht die Bohne. Jetzt ziehen die da die Kohle ab und wenn es dann wieder nicht klappt, gibt es LEIDER genug Vereine im Kreis die mit ihren Schwarzgeldern auch nochmal locken. Kontinuität heißt auch, bei Mißerfolg weiter zu machen, wenn andere schon aufgegeben hätten. So ist das nämlich. Etwas zu nehmen, was schon da ist, ist einfach, jedoch etwas in einem Verein aufzubauen,vielleicht bei Null anzufangen, wie es Gott sei Dank es im Kreis noch gibt(Arminia Klosterhardt,Fortuna Bottrop, SW Alstaden,Rhenania Bottrop etc.), das ist die Kunst und da hat die Gesellschaft Jahrzehnte etwas von. Und mal ehrlich,....der Völler hätte gesagt-ICH KANN SO EIN SCHEIß NICHT LESEN. ES KOTZT MICH AN!!! Und sachlich betrachtet ist auch nicht anders ;-)