„Wir gewinnen Qualität dazu“

Schwarz-Weiß Alstaden hat ordentlich auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Der kommende Bezirksligist hat sich nach seinem souveränen Aufstieg aber nicht nur in der Breite verstärkt, sondern auch qualitativ einen Sprung nach vorne gemacht. Insgesamt acht Neuzugänge kann Cheftrainer Gudio Contrino zum Trainingsauftakt am 14. Juli begrüßen, dabei kommt die Hälfte alleine vom Bezirksligisten Adler Osterfeld. Dem gegenüber stehen sechs Abgänge.

Von Raphael Wiesweg

Guido Contrino freut sich vor allem darüber, dass der erweiterte Stamm komplett an der Kuhle bleibt. „Die ersten 17, 18 bleiben uns alle erhalten, worüber wir uns alle sehr freuen.“ Contrino ist mit der Mannschaft erst am Sonntag von der Saisonabschluss-/Aufstiegsfeier wiedergekommen. 19 Mann, inklusive zweier Gäste, waren mit dabei. Am morgigen Dienstag geht es für den Oberhausener Übungsleiter dann in den wohlverdienten Urlaub. Allerdings ohne die neuesten Transfer-News. Die lässt er uns netterweise noch hier im Ruhrgebiet. „Wir freuen uns Spieler geholt zu haben, die alle schon über Bezirksliga- oder gar Landesliga-Erfahrung verfügen. So haben wir uns nicht nur in der Breite verstärkt, sondern gewinnen auch richtig Qualität dazu“, freut sich der 43-Jährige. Contrino betont, dass man keine finanziellen Argumente liefern konnte. „In Alstaden sind keine Reichtümer zu verdienen. Wenn das Gespräch so anfängt, braucht der Spieler erst gar nicht kommen“, stellt der Cheftrainer klar. Die, die es nicht getan haben, können sich nun über eine intakte Mannschaft freuen. „Ich glaube, dass sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass man hier für viel Arbeit auch viel Ertrag heraus bekommt. Der Verein hat mittlerweile von sich reden lassen können.“

Cheftrainer Guido Contrino.
Cheftrainer Guido Contrino.

   So sehr, dass unter anderem gleich vier Spieler von Adler Osterfeld zum Contrino-Team wechseln. Torhüter Matthias Eckl soll den bisherigen beiden Torhütern „die Hölle heiß machen. Da haben wir einen richtigen Hochkaräter dazu gewinnen können“, so Contrino. Neben Eckl kommen noch Manuel Werner, der in Alstaden wohnt, André Kampen und Patrick Cibis, der nur auf „Pecke“ hört. „Keine Ahnung warum. Aber so wird der seit 100 Jahren gerufen“, muss Contrino lachen. Er muss es wissen. Schließlich ist der jetzige Alstadener Cheftrainer selbst ein ehemaliger Adler. Dazu kommen noch Tim Dannenberg vom VfR 08 Oberhausen („ein guter Stürmer“), Christian Splittorf von GW Holten und Claudio Miranda vom Post SV Oberhausen, der bereits vor der letzten Winterpause den Spielclub 20 verließ, um nach einigen Monaten sich dann dem Post SV anzuschließen. „Den krieg ich im Griff, außerdem glaube ich, dass Claudio wenn überhaupt positiv verrückt ist. Und drei vier positiv Verrückte tun einem Team immer gut. Er ist sportlich gesehen eine absolute Verstärkung für uns“, so Contrino, der damit allen Unkenrufen vorbeugen will, dass er mit Miranda einen vielleicht schwierigen Typen ins Team geholt hat. Und - last but not least - Rene Nettelbeck kommt von SuS 21 Oberhausen, der vor der Winterpause im Essener Raum unterwegs war.

   Der Kader wäre natürlich unter diesen Umständen ziemlich aufgebläht. Daher speckt der SWA auch etwas ab. So wechseln die beiden ehemaligen A-Jugendlichen Pascal Nockmeyer und Dennis Biernath beide zum A-Ligisten SV Höntrop II nach Bochum, wo ein ehemaliger Jugendtrainer der Alstadener seit zwei Jahren Trainer ist und Dennis Hetzert (unbekanntes Ziel) und Andre Pangerl (Reserve) verlassen die Mannschaft ebenso, wie auch Jascha Ebers, der aus beruflichen Gründen nach Frankfurt geht. „Er wird dort Fluglotse, was nur wenige Leute schaffen, weil alleine die Aufnahme-Prüfungen sehr schwierig sind. Da er ein Eigengewächs ist, tut es uns schon sehr weh. Aber für seine berufliche Zukunft freut es uns ungemein", gibt der Cheftrainer zu Protokoll. Und so muss auch Dominik Noack aus beruflichen Gründen demnächst kürzer treten, weswegen er nicht mehr bei der Mannschaft weilt.

   Die Planungen sind damit soweit abgeschlossen. Auch die Testspielgegner (unter anderem die Landesligisten Arminia Klosterhardt, VfB Bottrop und Mülheim 07) stehen schon fest. Bleibt nur noch die Frage offen, wer die zwei Gäste auf der Mallorca-Fahrt waren. „Die beiden Adler-Trainer Udo Hauner von der ‚Ersten‘ und Massimo Lomele von der ‚Zweiten‘. Massimo ist seit Ewigkeiten mein bester Freund und Udo Hauner kenne ich auch seit Ewigkeiten“, so Contrino. Ein Schelm, der nun Böses bei den vier Adler-Neuzugängen denkt. „Nein, nein, das lief alles ganz sauber. Da kann auch jeder bei Adler nachfragen. Ich habe bewusst und fairerweise lange gewartet, bis ich die Jungs angesprochen haben, weil ja lange nicht klar war, wie es weitergeht. Ich habe mit Udo auch darüber gesprochen und tief im Herzen bin ich auch noch ein Adleraner“, nimmt Contrino gleich jedem den Wind aus den Segeln, der ein böses Wort verlieren will.

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