5 Fragen an ... Andre Hülsmann

Die Saison 2012/13 ist Geschichte. Für Andre Hülsmann, Coach von BW Fuhlenbrock, war es nach 16 Jahren in Essen die erste Station in Bottrop als Trainer im Seniorenbereich. Seine Elf lieferte sich zusammen mit dem Sportfreunden aus Königshardt und dem FC Sterkrade 72 einen spannenden Dreikampf um den Aufstieg in die Kreisliga A. Lange konnten die Bottroper mithalten, doch in den letzten sechs Spielen hagelte es vier Niederlagen, wodurch sich der Traum vom Aufstieg erledigte. Für Auf'm Platz lässt er die Saison Revue passieren und erklärt wie er zusammen mit dem BW Fuhlenbrock in der neuen Spielzeit angreifen will.

5 Fragen an...

Andre Hülsmann, Trainer BW Fuhlenbrock

Auf’m Platz: Hallo Andre, du hast gerade deine erste Saison als Trainer beim BW Fuhlenbrock beendet. Du bist mit dem Ziel angetreten, spätestens in zwei bis drei Jahren eine Klasse höher zu spielen. Am Ende wurde es der vierte Platz. Wie sieht dein Fazit aus?

Hülsmann: Zunächst einmal war es eine sehr gute Saison. Hätte man mir gesagt, dass wir am Ende auf dem vierten Platz landen werden, hätte ich das sofort unterschrieben. Leider haben wir, vor allem auswärts einige Punkte, auch sehr unnötig, liegen gelassen. Besonders gegen Mannschaften im unteren Mittelfeld. Dennoch bin ich sehr zufrieden. Und was meine Zielvorgabe betrifft. Wenn du so ein Platzanlage zu Verfügung hast, dann solltest du über kurz oder lang höher spielen als die Kreisliga B. Insbesondere im Hinblick auf die zahlreichen Jugendmannschaften die wir haben. Aber so ein Aufstieg kommt auch nicht von heute auf morgen. Du brauchst dazu charakterlich gute Fussball, die den Fussball nicht nur als Freizeit ansehen. Ich konnte zwischen 30 Spielern auswählen, zum größten Teil waren es sehr junge Leute. Und die fehlende Erfahrung hat sich dann auch spürbar gemacht. Wir waren in den entscheidenen Situationen nicht abgewichst genug, sodass es nun mal nicht für ganz oben gereicht hat.

 

Auf’m Platz: Du hast die junge Mannschaft ja schon angesprochen. Dein ältester Spieler ist 25. Wie hat sich denn dein Team im Laufe der Saison entwickelt?

Hülsmann: Die Mannschaft hat sich enorm entwickelt. Wir haben in der Vorbereitung sehr viel gearbeitet und zur meiner Freude, haben alle meine Anforderungen sehr schnell verinnerlicht. Das direkte Kurzpasspiel, auf das ich sehr viel Wert lege, wurde sehr gut umgesetzt. Und das hat sich in der Hinrunde auch bemerkbar gemacht. Leider haben wir in der Rückrunde den Faden verloren. Neben der schwierigen Winterpause und der fehlenden Vorbereitung ist uns mit Lars Tessmer auch unser Taktgeber im Mittelfeld ausgefallen. Das macht sich sofort bemerkbar. Uns ist auch die Souveränität verloren gegangen. Selbst wenn wir 4 oder 5:1 gewonnen haben, war das alles andere als überlegen. Es waren Spiele, in denen wir auch leicht und locker 0:2 zurück liegen konnten.

 

Auf’m Platz: Neben der fehlenden Erfahrung, woran lag es denn noch, dass es nicht für den ganz großen Erfolg gereicht hat?

Hülsmann: Unsere Auswärtsschwäche. Während wir zu Hause nicht eine Niederlage kassiert haben, landeten wir in der Auswärtstabelle nur auf dem achten Rang. Lediglich 19 unsere 60 Punkte holten wir auf fremden Platz. Wir haben uns wohl auf unserem Kunstrasen so gut eingespielt, dass wir die Ascheplätze gar nicht mehr gewohnt waren. Und ich habe schon extra auf Asche trainieren lassen, damit die Mannschaft ein Gefühl für das Geläuf bekommt. Es ist sehr bitter, wenn du zu Hause gegen die direkten Konkurrenten FC Sterkrade 72 und SF Königshardt gewinnst, die Trümpfe in der Hand hälst, aber dann absolut unnötig gegen VfB Bottrop, Rhenania oder Fortuna Punkte liegen lässt. Auch in Viktoria musst du gewinnen. Aber da haben wir uns zu leicht geschlagen gegeben. Und da habe ich die Galligkeit und der absolute Wille meiner Mannschaft vermisst. Und wenn du dann auswärts zur Halbzeit zurück liegst, dann benötigst du einen Leader, der die jungen Spieler wieder hoch pusht, wenn sie die Köpfe hängen lassen. Aber der fehlte uns in dieser Saison.

Auf’m Platz: Wird es denn einen in der nächsten Saison geben beziehungsweise wie wird der BW Fuhlenbrock nach der Sommerpause aussehen?

Hülsmann: Den wird es geben. Denn wir wollen was bewegen und sind nicht so blauäugig und glauben, dass es mit der gleichen Mannschaft geht. Was nicht heißt, dass die jetzige Mannschaft nicht genügend Qualität hat. Doch es hat hier und da gehakt und als Trainer muss du das erkennen und dementsprechend reagieren. Sieben Neuzugänge haben wir bis jetzt. Spieler, die uns sowohl in der Erfahrung als auch in der Qualität weiter helfen. Im Einzelnen sind das Michael Späth, Fabian Ernst und Bekir Karakullukcu von VfB Bottrop, Fatih Eren von Barisspor, Moritz Blasberg von Fortuna, Norman Glawina von EtuS Bismarck und Florian Görlitz vom VfL Grafenwald. Verlassen wird uns dagegen nur der Partrick Czaja, der uns aus beruflichen Gründen verlässt. Somit steht mir ein gesunder Mix aus jung und alt zu Verfügung. Doch ich kann jetzt schon mal sagen, dass keiner bei mir einen Bonus hat. Jeder muss sich beweisen und zeigen, dass er in die erste Elf will. Bei mir zählt die Qualität. Wenn ich der Meinung bin, dass ein 19-jährige besser in die Stammformation passt, dann setzte ich ihn auch ein. Ich werde auch weiterhin auf junge Spieler setzten, doch vor allem mit Michael Späth und Daniel Ernst hast du jede Menge Erfahrung im Team, die uns in der abgelaufenen Spielzeit gefehlt hat. Und so kann es auch vorkommen, dass zwei oder drei, die letzte Saison gespielt haben, sich auch mal auf der Bank wieder finden werden. Unsere Vorfreude ist sehr groß auf die neuen Spieler. Durch die Neuzugänge sind wir dann auch in der Lage unsere zweite Mannschaft zu verstärken.

 

Auf’m Platz: Bei so viel Qualität kann das Ziel ja nur der Aufstieg in die Kreisliga A sein – oder?

Hülsmann: Ich möchte nur ungern was voraussagen. Man muss immer realistisch sein. Wer hätte denn gedacht, dass Königshardt doch noch drin bleibt? Wohl kaum einer. Aber mit den neuen Spielern haben wir eine überdurchschnittliche Mannschaft, die höher spielen muss als Kreisliga B. Solche Partien wie gegen Viktoria, Fortuna oder auch gegen Rhenania dürfen wir uns dann nicht mehr leisten. Im Endeffekt hat ja nicht viel gefehlt. Sieben Punkte sind ja nichts. Die Niederlage am drittletzten Spieltag nehme ich dann auf meine Kappe, da ich die zweite Garde hab spielen lassen. Ja wenn du da gewinnst und vielleicht noch zum Schluss gegen Polonia, dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Doch das ist Geschichte und ab August wollen und werden wir wieder neu angreifen.

 

Wir bedanken uns bei Andre Hülsmann für das Gespräch und wünschen ihm und dem BW Fuhlenbrock alles Gute für die Zukunft!

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sertac Ö. (Samstag, 15 Juni 2013 15:19)

    Bonnemän nach ruwa?

  • #2

    72er (Sonntag, 16 Juni 2013 12:11)

    Viel Glück in der neuen Spielzeit!
    Habt ne gute Truppe

  • #3

    gogo (Dienstag, 18 Juni 2013 10:06)

    Cooles Foto!
    #Geierschnabelnasenmann