Zuwachs benötigt

Fußball - unser aller Hobby Nummer eins, Leidenschaft und Passion. Was würden wir am Wochenende nicht alle machen, wenn wir nicht unsere Schuhe im Umkreis selber schnüren würden, unsere Amateur-Teams anfeuern oder den Bundesligisten die Daumen drücken würden. Längst ist der Sport für uns alle mehr als nur ein Zeitvertreib. Hier entstehen Freundschaften, lebenslange Bindungen, Familien. Doch immer mehr drohen diese Familien, sprich Vereine, zusammen zu brechen und leiden teilweise unter Mitgliederschwund. Und nicht nur die im Kreis gemeldeten Vereine haben teilweise Probleme. Auch in der Hobbyliga beobachten die Verantwortlichen mit Sorge die Entwicklung. Doch das Ruder soll rumgerissen werden.

Natürlich, es gibt Vereine im Kreis, die brauchen sich um Mitglieder-Zuwachs keine Gedanken zu machen. Aber längst bilden sie die Ausnahme. Fusionen scheinen derzeit ein sehr vernünftiges Mittel, um Spielbetriebe aufrecht zu erhalten und ein vernünftiges Vereinsleben garantieren zu können. In der Hobbyliga Bottrop gibt es diese Möglichkeit der Fusion nicht. Doch auch hier wurde man teilweise mit voller Wucht in den vergangenen Jahren erwischt. „Leider haben uns zuletzt einige Mannschaften den Rücken gekehrt“, bedauert der Vorsitzende der Hobbyliga Bottrop, Uwe Dahl, dass auch hier bei diesem wichtigen Teil des Bottroper Fußball-Geschehens Teilnehmer am Betrieb schmelzen wie Eis in der Sonne. Neun aktive Teams nehmen derzeit noch am Spielbetrieb an der Neustraße teil. „Das funktioniert zwar noch so eben, aber mehr Mannschaften wären natürlich extrem von Vorteil“, unterstreicht Uwe Dahl.

Uwe Dahl (l.) und Bröhli von Auf´m Platz im Gespräch.
Uwe Dahl (l.) und Bröhli von Auf´m Platz im Gespräch.

Der Nachwuchs, er fehlt ganz einfach bei der Hobbyliga. Und die alten Spieler, die seit Jahren und Jahrzehnten ihre Knochen in den Staub der Neustraße geschlagen haben, sind teilweise in die Jahre gekommen, haben sich privat oder beruflich verändert - oder packen den Spielbetrieb ganz einfach körperlich nicht mehr und wollen jüngeren Spielern Platz machen. Um immerhin diesen altgedienten Kempen auch weiterhin eine sportliche Heimat bieten zu können, laufen die Planungen für eine Hobbyliga-AH im Hintergrund auf Hochtouren. „Wir könnten uns vorstellen, die Alten Herren auf Kleinfeldern kicken zu lassen“, so der Vorsitzende Dahl. Aber wieviele Teams würde man benötigen, um einen entspannten Spielbetrieb am Wochenende zu gewährleisten. „Zunächst einmal hilft uns jedes Team, das sich uns anschließen will, sofort weiter und wir freuen uns über jeden“, sagt Ella Masuth, das „Mädchen für alles“ an der Neustraße und quasi die Mutter der Hobbyliga-Kompanie. „Schlussendlich wäre es toll, wenn wir eines Tages wieder 15 Mannschaften bei uns vertreten hätten“, so Ella Masuth weiter.

Im Kreise von Damen fühlen sich die Herren von Auf´m Platz doch immer wohl: Sabine Peters, Bröhli und Ella Masuth (v.l.).
Im Kreise von Damen fühlen sich die Herren von Auf´m Platz doch immer wohl: Sabine Peters, Bröhli und Ella Masuth (v.l.).

Dabei ist es vor allem das Drumherum neben den Spielen und Trainingseinheiten, das Beisammen-Sein, das gemeinsame Erlebnis, die Freundschaften, die hier besonders gepflegt werden. „Auch wir haben hier täglichen Trainingsbetrieb, dazu die Spiele samstags und sonntags. Hier ist immer jemand da, immer jemand vor Ort, mit dem man einen Kaffee oder ein Bierchen trinken und quatschen kann“, lobt Masuth die Gemeinschaft an der Neustraße. Grillfeste stehen im Sommer ins Haus, auch die Einweihungsfeier des neuen Vereinsheimes wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Doch dass es schwer werden wird, neue Mannschaften für die Teilnahme am Hobbyliga-Betrieb zu begeistern, das wissen Dahl und Masuth. „Natürlich, einfach wird es nicht. Aber wir freuen uns beispielsweise auch über Betriebs-Mannschaften, die vielleicht eine sportliche Heimat suchen und regelmäßig auch als teambildende Maßnahme für den Berufsalltag eine verschworene Gemeinschaft bilden und an regelmäßigen Spielen teilnehmen wollen“, so Dahl und Masuth unisono. Es geht auch schlichtweg um eines: das Überleben der Hobbyliga und der in ihr vertretenen Mannschaften. Es geht um die Bewahrung der Identität. Um Tradition. Vereine, die seit dreißig Jahren und mehr unter ihren Farben, unter ihrer Flagge spielen, sie sollen und dürfen nicht verschwinden. Wer Interesse hat, der ist herzlich eingeladen unter der Woche täglich ab 18 Uhr an der Neustraße 87 vorbei zu kommen und sich zu informieren. Oder einfach kurz anrufen unter 02041 / 23538.

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