„Das war völlig unbefriedigend!“

Der Bezirksliga-Absteiger FC Gladbeck kann mittlerweile in Ruhe für die nächste Saison planen. Und zwar in der Kreisliga A. Die Knappmann-Elf hatte sich so manches für diese Spielzeit vorgenommen, allerdings wurde nie ein konkretes Ziel nach außen getragen. Trainer Dirk Knappmann blickt im Gespräch mit Auf’m Platz auf die letzten Monate zurück, will aber vor allem eines nicht: Mitleid oder sich missverstanden fühlen.

Von Raphael Wiesweg

Bei dem Gespräch ist auch Ufuk Ciger dabei, der neue Vorstandsvorsitzende des FC Gladbeck. Ciger hatte nach den Wahlen vor ein paar Wochen eine scheinbar neue Euphorie entfacht. Zumindest war Ciger selbst total motiviert. Ist er auch immer noch. Doch Ciger und auch Knappmann stellen gleich zu Beginn des Gesprächs unisono klar: „Der Alltag hat uns schon eingeholt.“ Die Gespräche mit potentiellen Neuzugängen waren bisher nicht von Erfolg gekrönt. Manche Spieler wollten schon seit ein paar Wochen eigentlich zum Training des FC erscheinen. Taten sie bislang aber nicht. Daher müssen Ciger und auch Knappmann bislang weiter sehr akribisch für die neue Spielzeit planen. Die startet für die Mannschaft erneut in der Kreisliga A. Wobei es zwischenzeitlich gar nicht danach aus. Der Saisonstart verlief katastrophal für den Absteiger, zwischenzeitlich war man den Abstiegsplätzen in der Hinrunde bedrohlich nahe gekommen. „Wir wollen die Saison reflektieren, zeigen, warum es so schwierig für uns war. Das soll aber keine Entschuldigung sein und wir wollen auch kein Mitleid. Nur wissen viele Außenstehende nicht, was tatsächlich alles in diesem Verein passiert“, stellt Knappmann klar.

Auf'm Platz-Redakteur Raphael Wiesweg (m.) mit Trainer Dirk Knappmann (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Ufuk Ciger.
Auf'm Platz-Redakteur Raphael Wiesweg (m.) mit Trainer Dirk Knappmann (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Ufuk Ciger.

   Der Cheftrainer nimmt kein Blatt vor dem Mund. „Wir haben keine Ziele nach außen formuliert. Aber klar, die Mannschaft hatte sich was vorgenommen und jetzt, kurz vor Saisonende, muss man klar sagen, dass es alles suboptimal gelaufen ist. Gerade die Hinrunde war völlig unbefriedigend.“ Für Knappmann war vor allem der Saisonbeginn entscheidend. „Wir haben mehrere schwere Ausfälle. Da sprechen wir nicht einfach nur von ein paar Wochen bei manchen Stammspielern. Viele sind oder fallen noch monatelang aus, zudem hatten wir vor der Spielzeit wichtige Abgänge. Da kann man sagen, dass wir vielleicht nicht unsere Hausaufgaben gut gemacht haben. Wir haben versucht, sie zu ersetzen, ist uns aber nicht gelungen. Und dann hat die Mannschaft Zeit gebraucht, um sich einzuspielen, was uns jetzt so langsam gelingt“, so Knappmann, der ehrlich zugibt: „Ich bin dafür verantwortlich und auch beteiligt. Dafür bin ich selbstkritisch genug. Aber wenn Du so einen kleinen Kader zur Verfügung hast, dann gibt es keinen Wettbewerb, keinen Konkurrenzkampf. Wir haben einfach nicht die Masse wie beispielsweise der BV Rentfort, der auch aus der Jugend dann einfach mal ein paar hochziehen kann. Aber, das muss man dann auch sagen: Das war dann zu Beginn unwürdig für einen Bezirksliga-Absteiger.“ Dennoch betont Knappmann auch, dass nicht zufällig die ersten fünf Teams der Tabelle allesamt geschlagen werden konnten. Zudem freut er sich, wie gut organisiert seine Kicker sind. „Die sind alle selbständig und es ist eine sehr homogene Truppe. Die Disziplin ist bei uns sehr wichtig und auch es kommt sicherlich nicht bei vielen A-Ligisten vor, die trotz der ganze Rückschläge und sowieso dreimal die Woche trainieren. Diese Intensität ist für unseren Erfolg auch wichtig. Aber man muss natürlich nach dieser Saison auch sagen, dass wir an einem Scheideweg stehen.“

Trainer Dirk Knappmann.
Trainer Dirk Knappmann.

   Für Knappmann zählen aber auch Werte wie Einstellung und Charakter und da war der FC-Trainer auch stolz drauf. „Wir standen kurz vor einem Abstiegsplatz und haben uns bis auf die Kirchhellen-Niederlage in der Rückrunde nichts mehr erlaubt. Die Mannschaft hat sich da von selbst rausgezogen und gezeigt, dass sie es kann. Natürlich hatte man damals die Befürchtung, dass alles kippt. Aber es bringt nichts, zu jammern.“ Schon gar nicht will Knappmann sich über den Kader beschweren, der wirklich zwischenzeitlich sehr dünn besetzt war. „Die Verletzungen haben ja immer mehr zugenommen, so dass wir auch mal vor einem Spiel nur zehn Leute waren. Ich habe einmal einen Spieler eingesetzt, den jemand anderes netterweise mitgebracht hat, damit wir elf Mann waren. Ich habe ihn beim Umziehen nach seinem Namen und seiner Lieblings-Position gefragt und dann ging es auch schon aufs Spielfeld.“ Und da - genau wie auch außerhalb des Grüns - war und ist immer alles schon intakt gewesen, wie Knappmann weiterhin betont. „Zwischen der Mannschaft und mir gibt es keinerlei Differenzen. Wir haben ein normales Miteinander.“

Der neue Vorstandsvorsitzende Ufuk Ciger.
Der neue Vorstandsvorsitzende Ufuk Ciger.

   Und das Miteinander geht größtenteils in der neuen Spielzeit auch weiter. Bislang steht einzig der Abgang von Pascal Bauer zum Landesligisten VfB Bottrop fest. „Ein ganz feiner und toller Junge, der auch noch höher spielen kann. Ich habe ihm vielleicht, als es nicht so lief, auch zu viel Druck ausgeübt, so dass er nicht alles zeigen konnte, was er drauf hat. Sportlich gesehen freue ich mich natürlich ungemein für ihn, dass er es noch einmal höher probiert. Aber ich hätte ihn natürlich sehr gerne hierbehalten“, gibt Knappmann unumwunden zu, der ansonsten aber schon 14 Zusagen für die neue Saison hat. Ansonsten würde sich der Cheftrainer vor allem Abwehrspieler wünschen. Defensive Leute sind rar gesät beim FC. Knappmann geht im Sommer dann in seine fünfte Saison und plant mit Ciger zusammen den Kader. „Es sollen noch drei kommen“, so der neue Vorstandsvorsitzende. Zudem wird wohl auch einer aus der Jugend den A-Ligisten verstärken. Und auch wenn das Auf und Ab für Knappmann an der Substanz kratzt, so ist er nach wie vor mit Leib und Seele dabei. „Der FC ist für mich eine Herzensangelegenheit.“

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Kommentare: 8
  • #1

    hakan (Montag, 20 Mai 2013 07:45)

    ne is klar,herzensangelegenheit!leichter kann man sein geld doch nicht verdienen und andere vereine würden ihn nicht nehmen........

  • #2

    FCer (Montag, 20 Mai 2013 16:15)

    Schon krass was der Knappmann von sich gibt.Was ging denn in den Verein so ab?Solltest vorsichtig mit den Äusserungen sein!!!!
    Ausserdem einen Freund eines Spielers einfach eingesetzt,ohne Spielerlaubnis???Aber er kann ja machen was er will,keiner zeigt im im Verein Grenzen auf.Der soll kappieren,das er nur Angestellter des Vereins ist und gute Euronen bekommt!

  • #3

    Probetraining (Montag, 20 Mai 2013 19:28)

    Kann mir jemand etwas zu den Trainingszeiten der ersten Mannschaft sagen ?

  • #4

    Beobachter (Montag, 20 Mai 2013 23:28)

    Geld,Geld, Geld immer nur Geld...ich glaube dass es kaum um Geld geht sondern tatsächlich um Werte und Erfolg. Keine Ahnung warum Gott und die Welt den Traditionsverein negativ kommentieren.
    Die Rückrunde hat meines Erachtens nach gezeigt was die Mannschaft kann.
    Viel Erfolg im neuen Jahr...auch an Pascal.

  • #5

    Betrachter (Dienstag, 21 Mai 2013 12:23)

    Es ist ja schön,wenn jemand etwas bewegen will,aber der Ufuk soll sich das nicht so einfach vorstellen.Er will ja praktisch Rom in einem Tag erbauen.
    Der Fußball hat leider bei vielen nicht mehr den Stellenwert wie vor 20 Jahren.
    Mit einer One man Show kannst du als Jongleur auftreten aber keinen Fußballverein nach oben bringen.
    Es fehlen in jedem Verein die galligen Typen,die den Sport leben.Die sind leider schon zu 90% in Rente oder schauen sich mittlerweile die Radieschen von unten an.
    Laut seinen Interviews möchte er den Verein ja so schnell wie möglich mit allen Mannschaften höher bringen.
    Da wäre er gut beraten,dieses nach und nach zu versuchen.Vor allen dingen sollte er wissen,was Priorität hat.
    Die Jugendabteilung oder die Seniorenabteilung.
    Ich wünsche ihn auf jeden viel Erfolg, bei seinem Vorhaben.
    Endlich mal wieder jemand,der sich nicht hinter der Theke versteckt,sondern sich etwas zutraut.

  • #6

    ich lach mich schlapp (Dienstag, 21 Mai 2013 19:37)

    Und auch wenn das Auf und Ab für Knappmann an der Substanz kratzt, so ist er nach wie vor mit Leib und Seele dabei. „Der FC ist für mich eine Herzensangelegenheit.“

    datt is der knaller, der schämt sich echt für nix!

  • #7

    bla bla bla (Dienstag, 21 Mai 2013 22:51)

    was alle gegen dirk knappmann und ufuk ciger haben möchte ich gerne mal wissen ?!?! lasst den ufuk etc. doch mal machen und kommentiert doch nicht jeden scheiss!! ob es wird oder nicht wird man dann sehen, aber mehr als hinfallen kann man nicht. in dem sinn glück auf fc gladbeck

  • #8

    FC Fan (Mittwoch, 22 Mai 2013 18:07)

    Ich frage mich wirklich, was bei manchen Leuten durch den Kopf geht. Erstens an FCer: wenn du mal genau liest hat Herr knappmann sich nur zu der abgelaufenden Saison geäußert. Vor allem worauf soll er aufpassen?! Niemand wurde persönlich und öffentlich an den Pranger gestellt. 2. Geld: ich glaube kaum das der FC gladbeck der FC Bayern unter den gladbecker Clubs ist :-). Geld beim FC zu finden Schätze ich sehr schwer ein. Und wenn jemand ins 5. Jahr geht mit einer Mannschaft im selben Verein spricht das auch nur für Konstanz, was viele andere Vereine nicht haben. Persönlich war die Hinrunde wirklich nicht gut aber die Rückrunde hat gezeigt, dass wieder was an der roßheide Straße was zusammen wächst. Zu dem hört man kaum was negatives von den Spielern. Dazu trägt aber auch ein Teil der Trainer bei. Wenn einige nicht mit ihm klar kommen, geht ihm doch einfach aus dem weg.