5 Fragen an .... Dirk Rovers

Anfang November kehrte er zu seinem Heimatverein zurück. Seine Bilanz seitdem: Drei Siege, zwei Unentschieden und zehn Niederlagen. Natürlich hat er sich seine Rückkehr anders vorgestellt, doch noch bleiben ihm und sein Team sieben Spiele Zeit das Blatt zu wenden. Im Gespräch mit Auf'm Platz zieht der Oberhausener seine bisherige persönliche Bilanz und wo der Knackpunkt seiner Elf liegt. Trotz der derzeit schlechten Situation sieht Rovers seine Zukunft beim Club am Dicken Stein.

5 Fragen an ...

... Dirk Rovers, Trainer bei Sterkrade 06/07

Auf’m Platz: Dirk, du bist jetzt seit einem halben Jahr an der Dorstener Straße tätig. Wie lautet dein persönliches Fazit?

Rovers: Mein persönliches Fazit habe ich noch nicht gezogen. In erster Linie bin ich damit beschäftigt, mir Gedanken zu machen, wie wir da unten heraus kommen. Es ist natürlich nicht das eingetreten, was ich mir beim Antritt vorgestellt hatte. Einer der Knackpunkte war die Niederlage Ende März gegen SC Frintrop 05/21. Wir führten bis zur 75. Minute mit 1:0 und kassieren dann innerhalb von fünf Minuten zwei Tore. Danach setzte es bis auf das 2:2 gegen Union Frintrop, was ebenfalls unnötig war, nur noch hohe Niederlagen. 2:6, 1:7, 0:4 und 0:5. Das bleibt natürlich in den Köpfen hängen und die Jungs sind enttäuscht. Wenn du in solchen Spielen 1 oder 2:0 hinten liegst, dann kämpfst du auch nicht mehr großartig um den Anschluss oder du schaffst den Anschluss, bekommst im Gegenzug aber wieder einen reinen. Sowas hemmt ungemein.

 

Auf’m Platz: Was waren die Gründe für die Niederlagen beziehungsweise für den 15. Tabellenplatz?

Rovers: Mit ein der Grund ist, dass uns in der Winterpause sieben Spieler verlassen haben. Die musst du auch erst einmal adäquat ersetzen. Wir haben zwar gute A-Jugendliche, aber die kannst du ja auch nicht sofort voll belasten und schon gar nicht von ihnen verlangen, die Abgänge gleichwertig zu vertreten. Des Weiteren machen wir einfach zu viele individuelle Fehler. Die gilt es so schnell wie möglich abzustellen, dann kommst du auch ohne Probleme da unten raus. Unsere Mannschaft ist allemal stark genug um in dieser Liga zu bestehen.

 

Auf’m Platz: Bei der Platzierung kommen auch Kritiker aus ihren Löchern. Wie gehst du damit um und macht sich auch schon innerhalb des Vereins Unmut breit?

Rovers: Schon vor meinem Antritt kam Verwunderung auf, warum ich nach Sterkrade gehe. Das Umfeld stimmt hier einfach. Das neue Klubhaus, die tollen Kabinen, der Kunstrasenplatz, die Ligazugehörigkeit. Da Spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zudem ist die Jugend auf dem besten Wege. Die A-, B- und C-Junioren spielen Leistungsklasse. Innerhalb des Vereins gibt es keine Kritik. Dem Vorstand war klar, dass es eine schwere Aufgabe wird. Sie sehen wie ich arbeite und da ist das Feedback bisher positiv. Allen ist bewusst, dass wir werden bis zum letzten Spieltag zittern müssen. Die Stimmung in der Kabine ist nach solchen Ergebnissen natürlich nicht so gut. Aber da darfst du als Trainer jetzt nicht den Fehler machen und drauf hauen. Klar, die Fehler musst du ansprechen, aber in erster Linie musst du dafür sorgen, dass die Stimmung auf Recht erhalten wird. Nur mit Freude kann man sich weiter entwickeln. Ich als Trainer kann mit Spaß und der nötige Disziplin die Richtung nur vorgeben. Den Rest muss die Mannschaft machen.

 

Auf’m Platz: Wie groß ist bei euch die Zuversicht, dass ihr da ihr die Klasse haltet? Und du willst ja auch was für deine Statistik tun. Du bist mit drei Vereinen aufsteigen, gelingt das auch mit dem Vierten?

Rovers: Natürlich will ich auch mit Sterkrade aufsteigen. Aber so ein Aufstieg passiert ja nicht alle Tage. Außerdem ist der Gang von Kreisliga A in die Bezirksliga auch ein Aufstieg. Nein scherz bei Seite. Soweit kommt es hoffentlich nicht. Ein guter Trainer hat mir mal gesagt: In seinem Trainerleben muss man mal alles mitgemacht haben. Da gehört auch ein Abstieg zu, wenn es denn soweit kommt. Die Briefmarke muss man sich auch auf den Hintern kleben. Und wie wir die Klasse halten können, hatte ich ja schon erwähnt: Die individuellen Fehler, die wir machen, müssen wir vermeiden. Die ganze Mannschaft muss sich jetzt den Hintern aufreißen. Das ist die Grundlage, dann kann man das gemeinsam schaffen. Selbstverständlich muss auch ein Erfolgserlebnis her. Mit Holsterhausen, die sich auch gut verstärkt haben, Klosterhardt und Safakspor haben wir noch drei Teams vor der Brust, die unten mit drin stehen. Gegen diese Vereine darfst du keine Punkte liegen lassen, was wir leider schon zu oft gemacht haben. Jetzt zeigt sich auch der Charakter der Spieler. Wenn du unten drin stehst, dann kommen natürlich auch immer Spekulationen auf. Spieler verhandeln mit anderen Vereinen, Vereine kommen auf Spieler zu. Was ja auch vollkommen legitim ist, ich würde es ja auch machen. Doch charakterstarke Spieler sagen: Ich konzentriere mich jetzt auf die Saison, gebe alles für den Verein und dann werde ich gucken. Oder halt schon vorher sagen, ich gehe mit Sterkrade durch dick und dünn und bleibe auf jeden Fall hier. So war es bei mir mit Rhenania auch. Ich habe für die Bezirksliga unterschrieben und dann sind sie abgestiegen. Dann bin ich halt mit dem SV Rhenania in die Kreisliga A gegangen. Drei Tage später wurde ich von einem anderen Verein gefragt, ob ich da Trainer werden möchte. Doch ich habe abgelehnt.

 

Auf’m Platz: Wie sehen die Planungen für die nächste Saison aus?

Rovers: Mit den Planungen ist das so eine Sache. Da wir ja noch mitten im Abstiegskampf sind und dementsprechend nicht wissen, in welcher Liga wir kommenden Saison ist, ist es sehr schwierig. Der Großteil unserer Spieler hängt momentan i n der Luft. Aber unabhängig davon, ob wir drin bleiben oder absteigen, hoffe ich natürlich, dass wir im Großen und Ganzen zusammen blieben. Bei SG Osterfeld und SV Rhenania ist es mir auch gelungen, die Truppe zu halten und es hat sich in Form des Wiederaufstieges ausgezahlt. Natürlich werde ich auch auf unsere Jugend zurückgreifen. Bleiben wir in der Bezirksliga, will ich in der kommenden Spielzeit so schnell wie möglichen den Klassenerhalt sicher haben. Das ist die primäre Sache. Alles was dann noch kommt, ist Bonus. Aber selbst, wenn alle bleiben und auch einige A-Junioren nach oben kommen, werden wir wieder bei null anfangen.

 

Wir bedanken uns bei Dirk Rovers für das Gespräch und wünschen ihm und Sterkrade 06/07 alles Gute für die Zukunft und vor allem viel Erfolg bei der Zielumsetzung!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Bar Celona (Donnerstag, 09 Mai 2013 10:47)

    Warum sind denn wohl 7 Spieler gegangen?